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Dienstag, 15. Mai 2012

Müllers 19100 Kilometer

Müllers Projekt: der Aargau.
Gestern las ich in der "Aargauer Zeitung" vom Rentner Heinz Müller aus Suhr, der in fünf Jahren alle Wanderwege und alle Strassen des Aargaus abmarschiert ist. Natürlich mit Ausnahme der Autobahnen. Imposant. Wenn ich mir allerdings überlege, wieviele von diesen 19100 Kilometern wohl Hartbelag waren, fängt mir gleich der eine schwache Lendenwirbel zu surren an.

Montag, 14. Mai 2012

Nass, nass, nass; kalt, kalt, kalt

Nasse Füsse, die Regenhose eisig an den Beinen klebend, die Windjacke aussen pflotschig vom Regen und innen nassgeschwitzt - so fühlte sich das am Samstag an, als wir in fünfeinhalb Stunden von Wald via Diezikon, Farner, Wolfsgrueb zur Alp Scheidegg aufstiegen, Kafi Chrüter nahmen und wieder abstiegen  nach Steg. Es war schön grusig und grusig schön.

Sonntag, 13. Mai 2012

Der Aargauer Rotstift

Am Hang über Döttingen, Kanton Aargau, sah ich diesen Rotstift. Wer hier wohnt? Keine Ahnung. Doch ist es nicht allzu wild spekuliert, wenn man behauptet: ein Lehrer!

Samstag, 12. Mai 2012

1200 Meter sind im Kanton Zürich viel

Hübsche Wirtschaft: Alp Scheidegg.
Für heute ist eine fünfeinhalbstündige Wanderung geplant: von Wald ZH hinauf zum Gibel, via Chrinnenberg zum Farner, über die Wolfsgrueb zur Alp Scheidegg und wieder hinab nach Steg oder, wenn es fest regnet, ins nähere Fischenthal. Die Alp Scheidegg ist bekannt als das höchste Gasthaus des Kantons Zürich auf - lächel - 1200 Metern.

Freitag, 11. Mai 2012

Die schwarze Madonna von Uetikon

Gestern eine federleichte Wanderung: von Esslingen in anderthalb Stunden über das Pässlein von Gibisnüd hinab nach Uetikon am See. Dort besichtigte ich das Franziskus-Zentrum und dessen Kirche. Es ist landauf, landab die einzige moderne Kirche, die mir je gefallen hat. Imposant rot ist sie von aussen, der Farbton warm, mexikanisch irgendwie. Der Innenhof, eine weite Fläche, erinnert in seiner ruhigen Geometrie an ein Kloster. Der Kirchenraum ist in schlichtem Weiss gehalten und von ausgeprägter Nüchternheit; wieder einmal stimmt die alte These, wonach der Schweizer Katholizismus im Vergleich zu den Spielarten anderer Länder ein Protestantismus ist. Rührend die afrikanische Madonna mit Kind; die Skulptur stammt aus Simbabwe.

Donnerstag, 10. Mai 2012

18 Gault-Millau-Punkte für 48 Franken

Koch Rico Zandonella, Tessiner.
18-Gault-Millau-Punkte - wenn ich das höre, setzt bei mir das Hirn aus. Deshalb nachfolgend nur unkritische Schwärmerei. Ich war mal zwecks Interview mit Horst Petermann in den Küsnachter Kunststuben. Das Essen war schlicht genial. Und das Ambiente für einen Simpel von unten wie mich sehr erträglich: eine schwülstige Einrichtung plus ein unschnöseliger Service. Und jetzt die frohe Botschaft: Unter Rico Zandonella, einem Tessiner, der endlos lange an Petermanns Seite kochte, ist das Essen ebenso fein. Weil aber teure Restaurants derzeit kämpfen, müssen sie die Preise senken. Das Mittagsmenü gibts in den Kunststuben für 48 Franken: drei aufwändig bereitete Amuse-Bouches sowie zwei Hauptgänge. Wer dazu ein Dessert will, legt 10 Franken mehr hin. Wenn das kein Schnäppchen ist. Also ab und hin und zugeschlagen!

Mittwoch, 9. Mai 2012

Ich spielte Totes Meer

Die Rheinfelder wissen, wie man ein Solebad gut tarnt.
Gestern tat mir wieder einmal der Rücken weh. Ich hatte am Nachmittag frei und beschloss, in Rheinfelden ins Solebad zu gehen, das mir ein Nachbar empfohlen hatte. Am Bahnhof Rheinfelden stand grad abfahrbereit ein Bus. "Alte Saline" war als Ziel angegeben. Ich fragte den Chauffeur, ob er zum Solebad fahre. Ja, sagte er. Ich stieg ein, wir starteten, auf dem Bildschirm wurden die Haltestellen angezeigt. Ein Bad war nicht darunter. Schliesslich die Alte Saline. Ich stieg aus, merkte sofort, dass hier kein Bad war, stieg wieder ein, fragte den Chauffeur, wo denn nun das Bad sei. Er sagte, die Haltstelle sei längst vorbei, der Bildschirm habe sie ja angezeigt. Wo denn, fragte ich. "Parkresort", sagte er.

Okay. In Rheinfelden meinen sie, jeder Auswärtige wisse, dass "Parkresort" gleich Solebad ist. Ein mitleidvoller Einheimischer zeigte mir dann den Weg und ich kam zu diesem Parkresort, einem Flachbau, hinter dessen unscheinbarem Portal sich eine grosse Bäderlandschaft verbirgt; oh ja, in Rheinfelden wissen sie, wie man ein Bad gut tarnt. Ich trat ein, zahlte, zog mich um - übrigens war ich noch nie in einem solchen Solebad. Wie ich es fand? Der Garderobenboden war grauslig klebrigwarm; dass man am Kiosk Badeschlappen kaufen konnte, sah ich erst beim Nachhausegehen. Und das Bad hat keine architektonische Sprache, bist du mal drin, findest du fast nicht mehr hinaus. Doch immerhin, das Schweben im Intensiv-Solebecken bei einem Salzgehalt von 12 Prozent und 36 Grad Wassertemperatur war schön. Ich spielte mal eben Totes Meer.