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Freitag, 14. März 2025

Wenn Fleischlose geniessen


"Selbstverständlich sind bei uns auch fleischlose Geniesser willkommen", sagte der Wirt zum Skelett.

Und jetzt im Ernst. Speisekarten sind oft voller Deutschfehler und grammatikalischer Schiefheiten. Wer fleischlos geniesst oder Fleischloses geniesst, ist deswegen kein fleischloser Geniesser. Ganz ähnlich, wie auch der Besitzer eines vierstöckigen Hauses kein vierstöckiger Hausbesitzer ist. Zu welchem Restaurant die hier abgebildete Speisekarte zählt, sage ich nicht. Es tut nichts zur Sache.

Donnerstag, 13. März 2025

Herrenwanderung auf den Herrenberg

Mmmm, Zuger Kirschtorte.
Und das am Tag, als ein Zuger in den Bundesrat gewählt wurde.
Hier gabs die Torte: Restaurant Herrenberg auf dem Herrenberg, Bergdietikon AG.
Schrottkunst beim Reppischhof.
Das Wetter war eher trüb. Wobei dann doch gegen drei Uhr nachmittags die Sonne trotzig durch die Wolken drängte. Aber da machten wir uns grad wieder an die Heimreise. Ich rede von unserer Herrenwanderung – so nenne ich jene Art Unternehmung, auf der Freund M. und ich jedes Jahr zuerst seinen (März) und dann meinen (September) Geburtstag mit einer Wanderung und einem Essen feiern. Der neue Bundesrat Martin Pfister war gerade gewählt, als wir gestern Vormittag an der S-Bahn-Station Urdorf-Weihermatt starteten. Durch den Wald zogen wir zum Reppischhof, überquerten die Reppisch. Stiegen auf nach Bergdietikon. Und erreichten unser Ziel, das passenderweise "Herrenberg" heisst, in diesem Aussichtsrestaurant, das an unserem Tag wenig Aussicht offerieren konnte, assen wir fein zu Mittag: Forelle meunière, dann Zuger Kirschtorte. Um hernach hinab nach Rudolfstetten zu halten. Knapp dreieinhalb Stunden brauchten wir für die Wanderung. Und fanden am Schluss, dass sie schön gewesen war, auch wenn es nicht schön gewesen war.
Bärlauch zwischen Urdorf und dem Reppischhof.

Mittwoch, 12. März 2025

Schönes Geburtstagsgeschenk

Welches war die allererste Strecke der "Appenzeller Bahnen"? Ich bin Appenzeller und habe es doch nicht gewusst. 1875 wurde die Linie Winkeln–Herisau eröffnet, später im selben Jahr die Linie Rorschach–Heiden. Was auch heisst: Die Bahngesellschaft (im Bild ihr Logo, Quelle Wikicommons) feiert heuer das 150. Jahr ihres Bestehens. Aus diesem Anlass vier wissenswerte Dinge:

  1. Heute gehören zu den AB sechs Bahnlinien, die vier Ostschweizer Kantone vernetzen. 248 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat das Unternehmen.
  2. Zum Jubiläum ist bei der Post seit wenigen Tagen eine Sonderbriefmarke im Wert von einem Franken 20 erhältlich. Illustriert ist sie mit dem Sujet eines AB-Zuges, der grad eine Kurve fährt.
  3. Der wichtigste Festanlass findet am 3. Mai in Appenzell statt. Es handelt sich um einen Tag der offenen Tür im neuen Servicezentrum an der Strecke von Appenzell nach Wasserauen. 62 Millionen Franken hat der Bau gekostet, den sich die AB selber zum runden Geburtstag schenken. Ab dem 31. März wird in der riesigen Anlage regulär gearbeitet, werden also Züge gewartet.
  4. Noch einmal zur Historie: Erst elf Jahre nach der Eröffnung der beiden erwähnten Strecken, im Jahr 1886, fuhren die "Appenzeller Bahnen" in Appenzell ein. Der Flecken ist halt e betzli abglege.

Dienstag, 11. März 2025

Die Osterchüechlischwäche

Letztes Bild des Osterchüechlis, dann war es weg.
Bis Ostern dauert's ja noch sechs Wochen. Und doch stehen beim Grossverteiler schon die Schoggihasen im Regal. Ich gehöre zu denen, die das komisch finden. Oder gar blöd, nie würde ich jetzt schon einen Osterhasen kaufen. Allerdings bin ich nicht sehr konsequent. Vorgestern sah ich beim Beck Hausammann im Zumiker Ortsteil Waltikon Osterchüechli – ich musste einfach eines kaufen.

Montag, 10. März 2025

Frühfrühlingswandern

Neckisches Plakat zwischen Bühler und Saul.
König Säntis, gesehen von der Hohen Buche. (Foto: Ronja)
Die Sonne schien am Samstag uneingeschränkt, wir schwitzten. Im Schatten aber, da froren wir. Wir sahen viele Primeln, die Wiesen freilich waren noch nicht schön grün, es wird ein wenig dauern, bis so richtig der Saft in sie schiesst und sie vor Farbe sozusagen knallen. So war das am Samstag, als wir auf dem Alpenpanorama-Weg von Trogen via Bühler nach Appenzell zogen: Wir hatten Frühling, freilich war es ein früher Frühling, die Natur hat in den kommenden Wochen noch einiges zu tun. Im Übrigen war dies eine Traumwanderung, auf der wir Berge sahen von der Roten Wand über die Schesaplana bis zum Hohen Kasten, dem Säntis, dem Speer. Schönster Punkt war das Fuchsenkreuz hoch über Appenzell, das wir im Rahmen eines kleinen Umweges erstiegen, diesen Hoger direkt vor der Alpsteinkette durften wir nicht ignorieren. Und das Essen? In Bühler machten wir einen Umweg zum einzigen verbliebenen Dorfladen, dem Denner, kauften uns dort ein Glace. Am Ende dann, nach 4 1/2 Stunden Gehzeit bei doch 620 Höhenmetern aufwärts und 750 Höhenmetern abwärts, kehrten wir wieder einmal in der bewährten "Sonne" in Appenzell ein, wo ich wieder einmal die Siedwurst hatte. Halt, nein, stimmt gar nicht. Mir war nach etwas anderem. Schnipo ass ich.
Das Fuchsenkreuz (ganz rechts).

Abstieg vom Fuchsenkreuz: der Nachbarhügel mit der Ruine der Burg Clanx.

Sonntag, 9. März 2025

Streng und farbenfroh

Trogen.
Appenzell.
Heute hier drei Fotos von gestern zur Etappe zwei des Schweizer Alpenpanorama-Weges von Trogen via Bühler nach Appenzell. Erstes Foto: Die Steinpaläste von Trogen zeugen von der Weltläufigkeit einer Grosskaufmannsschicht, die in ganz Europa mit Textilien geschäftete und darüber hinaus auch in Übersee. Herrschaftlich sind diese Häuser, streng auch, nehmen zum Beispiel italienische Palazzo-Einflüsse auf. Zweites Foto: Ganz anders als die protestantische Architektur des Ausserrhoder Dorfes Trogen kommt diejenige Appenzells daher, Hauptort des katholischen Kantons Innerrhoden. Die Häuser sind koloriert, sind geschmückt auf liebenswerte, liebliche, kindliche Weise, die Fassaden wirken wie ins Grosse transformierte Bauernmalerei. Das Innere Land schaut wirklich nach innen, man hat nicht den Eindruck, dass es Fremde beeindrucken will – vielmehr feiert oder genügt es sich selber. So, und jetzt noch das dritte Foto: Es zeigt Blüemli nah Bühler. Frühlingsfreude kam auf in meinem Grüppli zwischen AR und AI.
Blüemli! Früelig!

Samstag, 8. März 2025

Das Rätsel der Kirche

Trogens Dorfplatz mit der Kirche, die sich zu verstecken scheint.
Hat sie nicht nötig, sie ist ein Bijou. (Foto: Mario Baronchelli,
Amt für Kultur des Kantons Appenzell Ausserrhoden / Wikicommons)
Heute geht es weiter auf dem Schweizer Alpenpanorama-Weg mit der mittelstrengen Etappe Nr. 2, die uns von Ausserrhoden nach Innerrhoden führen wird. Start ist in Trogen, wir wollen uns als erstes den Dorfplatz anschauen, den vormaligen Landsgemeindeplatz. Die von prachtvollen Palästen gesäumte Fläche birgt ein Rätsel, das ich bisher nicht lösen konnte. Weshalb steht die Kirche nicht genau in der Mitte der kurzen Seite des Platzes? Ich muss dem nachgehen. Aber zuerst wird jetzt gewandert.