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Samstag, 31. Januar 2026
Rührung in Konstanz
Letzten Mittwoch wanderten wir vom Bahnhof Mannenbach-Salenstein nach Konstanz. Vom Thurgau nach Deutschland. In Konstanz sah ich eine Tafel, die für den regionalen ÖPNV warb, also für den öffentlichen Personennahverkehr. Und war als Schweizer ein wenig gerührt, dass die Deutschen das mit Verweis auf unseren ÖV tun.
Freitag, 30. Januar 2026
Das Bachduell
Dieser Tage lese ich das letztes Jahr erschienene Buch "Die Reuss. In der Mitte der Schweiz und ihrer Geschichte". Es diskutiert unter anderem die Frage, welcher unter den diversen Quellbächen der Reuss der wichtigste ist, also sozusagen DIE Quelle der Reuss. Bis in die frühe Neuzeit schien die Sache klar: Die Gotthardreuss galt als Reussquelle, denn man schaute den Gotthard als Herz der Alpen an. Als Zentrum. Als Ort des Ursprungs der Dinge. Als Mitte. Später verbreitete sich die Ansicht, die Furkareuss sei wichtiger und der eigentliche Quellfluss. Da war aber auch noch der Mönch und Alpenforscher Placidus a Spescha aus dem Kloster Disentis, 1752–1833. Für ihn lag der Anfang der Reuss in der Witenwasserenreuss, die bei Realp in die Furkareuss einmündet. A Spescha könnte recht haben, findet Buchautor Jean-Daniel Blanc. Erstens führt die Witenwasserenreuss mehr Wasser als die Furkareuss. Zweitens, das macht sie bedeutend, kommt sie von einer Dreifach-Wasserscheide, wo die Einzugsgebiete der Reuss, der Rhone und des Ticino aufeinanderstossen. Ein dritter Grund ist mittlerweile hinzugekommen: Aufgrund des Rückzuges des Witenwasserengletschers ist der Bach, den er entlässt, signifikant länger geworden. Interessant, dieses Quellbachduell.
Donnerstag, 29. Januar 2026
Zofinger Schatzkammer
Ein schöner Bau, dieses Museum Zofingen, das ich am Wochenende besuchte. Er datiert von 1901, imitiert die Palazzi von Florenz, die Fassade ist mit Sgraffiti dekoriert, man hatte in der Aargauer Kleinstadt Stil. Geld sowieso. Inwendig ist das Haus eine Fundgrube respektive Schatzkammer, es gibt auf mehreren Etagen Versteinerungen und Kristalle zu sehen, aber auch präparierte Tiere, Feuerwehrgerät, Flinten, Säbel, und der im Ort verwurzelte Schweizer Medienkonzern Ringier hat eine eigene Abteilung. Mir gefiel das Museum, weil es so schön altmodisch ist, Schaukästen dominieren, das digitale Angebot ist klein, viel Museumspädagogik gibts nicht. So kann man sich treiben lassen, was ich mit Freuden tat.
Mittwoch, 28. Januar 2026
Ein Römer in Solothurn
Darf ich vorstellen? Das ist Candidus. Er lebte im 4. Jahrhundert nach Christus in Rom, starb jung, mit etwa 20 Jahren, wurde unterirdisch begraben in einer der Katakomben, deren Entdeckung mehr als tausend Jahre später das katholische Abendland beflügelte – man nahm an, dass all die Toten zu Lebzeiten Christen gewesen waren. Verfolgte. Märtyrer. Heilige. Viele von ihnen, also ihre Reste, wurden über die Alpen geschafft, auch in der Schweiz gibt es an einigen Orten, etwa in der Klosterkirche Rheinau ZH, Katakombenheilige. Zurück zu Candidus: Er wurde, salopp gesagt, in Solothurn eingebürgert, wo er auch seinen Namen erhielt und die längste Zeit im Frauenkloster Namen Jesu aufbewahrt wurde. Ich fotografierte den jungen Mann respektive sein mit Gaze verhülltes, nach Art eines römischen Legionärs gepanzertes, mit kostbaren Steinen veredeltes Skelett im Historischen Museum Blumenstein in Solothurn.
PS: Heute gehe ich nach längerer Pause (Grippe) wieder wandern. Am Bodensee. Freue mich.
Dienstag, 27. Januar 2026
Zofingens Blutstab
Man soll nicht vorschnell den Stab über jemanden brechen. Die Redewendung heisst so viel wie: Man soll nicht vorschnell über eine Person ein endgültiges Urteil sprechen. Sie verurteilen. Am Sonntag war ich im Museum Zofingen und sah dort – neben unzähligen anderen interessanten Dingen – einen Blutstab. Auf meinem Foto ist es der dünne Stab rechts, das links ist passenderweise ein Richtschwert. In sehr alten Zeiten, las ich im Begleittext, wurde in Zofingen auf dem Gerechtigkeitsplatz, mittlerweile umbenannt in "Niklaus-Thut-Platz", Recht gesprochen. Hatte der Richter das Urteil gefällt, zerbrach er seinen Blutstab und warf ihn dem oder der Verurteilten vor die Füsse. Das Urteil war endgültig, Rekursinstanzen gab es nicht.
Montag, 26. Januar 2026
Halb St. Gallerin, halb Schwyzerin
| Was sein muss, muss sein: Das Zürcher Grossmünster ist derzeit eingerüstet. Hinten rechts das Fraumünster. |
| Aus einem Infoplakat am Grossmünster-Bauzaun. |
Sonntag, 25. Januar 2026
Geberts Fabrik
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| Im Foyer der Alten Fabrik in Rapperswil (sorry für die dilettantische Retusche, ich kanns nicht besser). |
| Die Gebert-Fabrik in ihren Anfängen. (Foto: Infotafel vor Ort) |
Samstag, 24. Januar 2026
Der Hampi, das Monsti und die Reena
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| Reena sehen? Lohnt sich. (Foto: Reenas Website) |
Freitag, 23. Januar 2026
Wer ist hier schuld?
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| Hoch über Bad Ragaz: rechts unten die Seilbahnstation Pardiel mit dem Bergwanderweg zum Schwarzbüelhüttli links oben. (Schweizmobil, Screenshot) |
Donnerstag, 22. Januar 2026
Mein Arbeiterkotelett
Panierter und gebratener Cervelat? Gestern war ich im "Ochsen", dem geschätzten Dorfrestaurant von Stein AR, es gab drei Mittagsmenüs, darunter der Cervelat. Also das "Arbeiterkotelett". Nahm ich natürlich. Schmeckte vorzüglich. Schön, dass es nicht nur Restaurants gibt, die Teures und Exklusives kochen. Einfache Kost macht auch Spass.
Mittwoch, 21. Januar 2026
Grobi Noldi
Es sitzt noch kaum jemand draussen, zu klamm, zu grau sind die Tage. Jedenfalls aber ist der neue Kiosk auf dem Bürkliplatz in Zürich seit dem 4. Januar offen. Eben ging ich ihn mir anschauen und trank einen Kafi – der Bürkliplatz ist in seiner Nähe zum See, von dem ihn leider die mehrspurige Strasse trennt, ja doch einer der wichtigsten Zürcher Plätze. Erster Eindruck: Der Kiosk, schlicht und elegant, erinnert ein wenig an einen Badepavillon. Die "Keller Services GmbH", ein Familienbetrieb, hat für ihn ein anspruchsvolles Konzept erarbeitet und sich mit diesem gegen Dutzende Bewerbungen durchgesetzt, es gibt Feines zu essen von Bananenbrot bis "Grobi Noldi", wie die eigens für das Lokal kreierte Wurst heisst. Ich freue mich auf den Frühling, dann werde ich mal testessen gehen. Nach Arnold Bürkli, dem grossen Zürcher Stadtingenieur des 19. Jahrhunderts, ist der Kiosk benannt, er heisst "Arnold-Kiosk".
Dienstag, 20. Januar 2026
Gibt es eine Verbindung?
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| Vor Jahren bestiegen wir die Silberen. Das Kalkgelände mit den vielen Löchern war etwas unheimlich. |
Montag, 19. Januar 2026
Esther und Abi
Im Jüdischen Museum Schweiz in Basel – ich war letzte Woche dort – erblickte ich eine Schallplatte. Knapp erinnerte ich mich an den Namen der Sängerin, Esther Ofarim. Die Israelin zog 1962 mit ihrem damaligen Mann Abi, mit dem sie oft im Duo auftrat, nach Genf und liess sich dort nieder. 1963 nahm sie, damals 22-jährig, für die Schweiz am Grand Prix Eurovision de la Chanson teil; sie wurde zweite mit dem Lied "T'en va pas".
Sonntag, 18. Januar 2026
Der Fotoschatz
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| Tschäggätä im Lötschental. Leider finde ich keine Jahresangabe. (Sprachatlas der deutschen Schweiz) |
Samstag, 17. Januar 2026
Basel, Vesalgasse 5
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| Kostbar: eine Tora-Rolle aus dem Kairo des 13. oder 14. Jahrhunderts. |
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| Synagogenbänke im Museum. Das Buntglasfenster rechts stammt aus der Synagoge in Biel. |
Freitag, 16. Januar 2026
Les Arales? C'est où?
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| Die schöne Broschüre des SAC. |
Hier drei Kantonshöhepunkte, die nicht so bekannt sind:
- Bös Fulen, Schwyz, 2801 Meter.
- Vanil Noir, Freiburg, 2389 Meter.
- Les Arales, Genf, 516 Meter.
Und noch etwas Wissenswertes: Der einzige Ort, an dem gleich zwei Kantone, AR und AI, ihren höchsten Punkt erreichen, ist der Säntisgipfel, 2502 Meter.
Donnerstag, 15. Januar 2026
Die Superlativbahn
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| Garaventa ist in der Doppelmayr-Gruppe das Kompetenzzentrum für Standseil- und Pendelbahnen. (Foto: BKP/Wikicommons) |
Mittwoch, 14. Januar 2026
Noch 45 Tage
| Der Winter – hier in Oberrieden ZH – ist nicht so mein Ding. |
Dienstag, 13. Januar 2026
Das Tessin ist mal kurz weiter weg
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| Derzeit gesperrt: der Gotthard-Basistunnel. (Foto: Bundesamt für Verkehr / Wikicommons) |
Montag, 12. Januar 2026
Das schlummernde Wehr
Gewusst, welcher Fluss als einziger in der Schweiz mit einem Eiswehr ausgestattet ist? Ich las das im "Tagi" – es ist die Sihl.
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| Die Sihl. Das Eiswehr sieht man unten links, zur Orientierung oben rechts in Rot die S-Bahn-Station Brunau. (Screenshot Schweizmobil |
Sonntag, 11. Januar 2026
Paris fährt Seilbahn
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| Die neue Seilbahn. (Screenshot) |
Samstag, 10. Januar 2026
Fauler Bauer
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| Beim Schochengäbris in der Nähe des Gäbris. |
Freitag, 9. Januar 2026
Ich riech' ihn schon
Die Siedlung Winkelhalden in Oberrieden ZH ("anders wohnen im Alter") ist ein Ort, an dem die Leute, viele davon fortgeschrittenen Alters, sich in allerlei gemeinschaftlichen Aktivitäten und Komitees engagieren. Auch eine eigene Kultur-Veranstaltungs-Reihe haben sie, den "Salon im Winkel". Diesen Sonntag bin ich dort zu Gast, stehe der Fernsehjournalistin und Dokfilmerin Christa Miranda Red und Antwort. Nach der Matinée gibts Brunch - ich rieche ihn schon, den Butterzopf.
Donnerstag, 8. Januar 2026
Oltens Jüngling
Wie kaum ein anderes Kunstwerk prägt dieses das Oltner Stadtbild. "Remonte!" findet sich auf der Altstadtseite der Bahnhofbrücke, der Name bedeutet "Steig wieder auf!", freilich scheint sich der Jüngling mit dem Wieder-Aufsteigen schwer zu tun, das Pferd benimmt sich widerspenstig. Von Otto Charles Bänninger stammt die Bronzeplastik von 1961 und war in ihren Anfängen umstritten. Es gab Leute, die störten sich daran, dass der Jüngling nackt war. Und dass seine Gesichtszüge abstrahiert waren. Womöglich ging es aber auch darum, dass die örtlichen Behörden vorerst einen Bildhauer aus der Region auserkoren hatten, diesen zentralen Ort zu bestücken, bis nach einigem Hin und Her doch ein Wettbewerb ausgeschrieben wurde. Den gewann Bänninger. Ein Zürcher. Aber das ist alles vergangen, vergeben, vergessen. Heute ist "Remonte!" akzeptiert. Die Skulptur, die ich kürzlich fotografierte, würde einem fehlen, wenn sie nicht dastünde.
PS: Der Führer "Kunst in Olten" listet 83 Kunstwerke in der Stadt auf und schlägt fünf Spaziergänge vor, auf denen man sie kennenlernt. Er ist gratis beziehbar und auch herunterladbar – toll und vorbildlich, liebes Olten.
Mittwoch, 7. Januar 2026
Zollikons Wolfsgarn
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| Hier kam einer durch. (Foto: U.S. Fish and Wildlife Service / Wikicommons) |
Dienstag, 6. Januar 2026
26 in 24
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| Blogger Harris in Aktion. (Youtube) |
Montag, 5. Januar 2026
Das Ybrig hat einen Gletscher
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| Mein "Schweizmobil"-Screenshot zeigt rechts das Gebiet der Wannenalp. |
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| Die Infotafel beim Loch. (Foto: Schwyz Tourismus) |
Sonntag, 4. Januar 2026
Das Ding auf meiner Brust
Samstag, 3. Januar 2026
Hütet euch in Visp (II)
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| Wichtiger Umsteigeort: der Bahnhof Visp. (Foto: Daniel Reust / Wikicommons) |
Freitag, 2. Januar 2026
Zweimal Erinnerung
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| Das Kreuz von Deinikon und der Milchsuppenstein. |
Donnerstag, 1. Januar 2026
Lichtblick
Am Tag vor Silvester hat mich eine heftige Grippe ereilt mit allen, wirklich allen Zutaten. Und so musste ich gleich drei Verabredungen absagen, die mir wichtig sind, darunter auch die traditionelle Neujahrswanderung meines Grüpplis. Bis Ende Woche bleibe ich im Bett. Respektive auf dem Sofa. Gestern erhielt ich einen Krankenbesuch, der mich sehr freute: Die Sonne, die sich wochenlang rar gemacht hatte, schien mir in die Stube. Sehr schön war das.
Allen ein gutes neues Jahr.
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