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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Ich bin wieder ein Vierbeiner

Die neuen auf meinem Küchentisch.
Dieses Modell hat Seitenklemmen.
Ich habe mir neue Wanderstöcke gekauft. Solche, bei denen man die Länge mit Seitenklemmen reguliert. Das geht schneller als mit Drehgewinde: einfach Klemme auf, Stock verlängert oder gekürzt, Klemme wieder zu. Der Komfort hat allerdings seinen Preis: 123 Franken - wir Wanderer werden schamlos abgezockt! Aber die alten waren nun einmal ausgeleiert, die Schlaufen zerfranst; ich habe sie entsorgt. Und jetzt also diese neuen von der Firma Leki, die übrigens 1974 den allerersten Teleskopstock auf den Markt brachte; der Zweibeiner Widmer ist per sofort wieder ein Vierbeiner.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Das Holzwurmsanatorium zu Benken


Witziger Name. Wir kamen kürzlich am "Holzwurmsanatorium" vorbei, in der Linthebene bei Benken SG. Es handelt sich um einen Gewerbebetrieb, der antike Möbel aus Holz repariert und restauriert. In einem kleinen Museum sind alte Holzbearbeitungs-Geräte zu besichtigen. Und nebenbei betreibt die Familie Helbling auch eine Brennerei.

Montag, 5. Dezember 2011

Der Tag beginnt morgens um vier mit Bananen

Zu Fuss durch Indien? Schulz tats. (Bild: Wikijagdeep)
Kürzlich erzählte ich vom deutschen Journalisten Harald Braun, der ohne Geld Deutschland durchzog. Ein Abenteuer? Sicher! Viel abenteuerlicher ist aber gewiss jene Route, die ein anderer deutscher Journalist unter die Füsse nahm. Oliver Schulz zog dem National Highway Nr. 7 entlang durch Indien, 3000 Kilometer weit. Hier ein Zitat aus seinem Buch, das ich in der Besprechung der NZZ gefunden habe:
"Jeden Morgen um vier vibriert mein Handy. Ich stopfe mir ein halbes Dutzend am Vortag erstandene Bananen, Kekse oder andere Süssigkeiten in den Mund, trinke einen Liter Wasser und stürze in die Dunkelheit, um möglichst weit zu kommen, bevor die Sonne um sieben Uhr schlagartig aufgeht." 

Sonntag, 4. Dezember 2011

Widmers Stossgebet

So soll es sein!
Hohe, mächtige, verehrte Göttin der Erkältungen und Herrin der Grippen, dein untertänigster Knecht und versehrter Sklave und geringster aller Wanderer, Widmer, fleht, dass du ihn freigeben mögest in die Welt der Gesunden. ES REICHT DOCH VERDAMMT NOCH MAL, DASS MAN JETZT ZWEI WOCHEN LANG NICHT WANDERN WAR. WIE LANGE SOLL DIE WOHNUNGSHAFT DENN NOCH DAUERN, BLÖDE GÖTTIN!

Pardon für die Eruption, liebe Blogleserin, lieber Blogleser. Aber dem geduldigsten und höflichsten Wanderer platzt der Kragen, wenn der Resthusten einfach nicht weicht und er jeden Morgen Temperatur hat, so dass Wandern partout nicht geht.

Samstag, 3. Dezember 2011

Ade, Martinisommer, ade


Ab heute ist das alles weiss.
Blick zum Zürichsee.
Gestern Auto-Ausflug auf den Gottschalkenberg ZG und Abschied vom Martinisommer, der uns so lange beglückt hat. Vom Parkplatz des Restaurants aus gingen wir in zehn Minuten zum Aussichtspunkt Bellevue, blickten über den Zürichsee, weideten die Augen im Grün der Wiesen. Das Bellevue liegt 1200 Meter über Meer, so tief hinab fällt jetzt Schnee, und ich kann nur sagen: Sehnsucht, Sehnsucht, Sehnsucht, schon heute, dass es Frühling wird und wieder genau so ist wie gestern.

Freitag, 2. Dezember 2011

Ohne Geld (aber mit Hund) durch Deutschland

Das Remake.
Gestern las ich die Neuerscheinung "Deutschland umsonst reloaded" von Harald Braun. "Zu Fuss und ohne Geld unterwegs" lautet der Untertitel, der das Konzept dieser Wander-Reportage vermittelt. Des öftern traf der Journalist zwischen Bayern und Hamburg nette Leute, die ihm und Hündin Paula (wenn es regnete, trug sie ein rotes Cape) ein Nachtlager und etwas zu essen anboten. Im Kloster Weyarn des Deutschen Ordens allerdings wies der Pater den Wanderer ab mit der Begründung, er habe keinen passenden freien Raum; "und wenn ich jemandem Unterschlupf gewähre, dann schon richtig." Doch, das Buch ist amüsant. Das "reloaded" im Titel besagt zweierlei: Zum einen gibt es das berühmte Vorläuferbuch "Deutschland umsonst" von Michael Holzach von 1982. Zum anderen bemüht das englische Wort die Digital-Ära: Braun nahm dann doch iPhone und Laptop mit, spannte für die Suche nach Unterkunft und Nahrung seine Facebook-Freunde ein und bloggte Tag für Tag.


So. Jetzt noch eine eitle Mitteilung in eigener Sache. Ringier-Zeitschriftenchef Urs Heller gab der "Werbewoche" soeben ein Interview. Es geht um die Ringier-Neuentwicklung "LandLiebe". Auf die Frage, was die Philosophie der Zeitschrift sei, antwortet Heller:
"Es drängt uns in der Freizeit wieder raus in die Natur, raus aufs Land. Ich kann mich gut an Zeiten erinnern, wo im Sommer an Sonntagen bei den Bergbahnen kein Andrang herrschte. Man musste warten, bis irgendwann wieder mal ein Bähnchen fuhr. Heute ist der Parkplatz um sieben Uhr voll. Wandern ist ein Megatrend, den die Medien glorios verschlafen - von Kollege Thomas Widmer einmal abgesehen, der im Tages-Anzeiger hervorragend darüber schreibt."

Donnerstag, 1. Dezember 2011

E-Bike, eine gute Sache?

Frisst Strom: Kutters elegantes Modell "Dolphin".
Von der PR-Agentur Stöhlker erreicht mich eine Mail "Basler erfand vor 20 Jahren das E-Bike". Gemeint ist Michael Kutter, der die ersten serienreifen Pedelecs baute. Insbesondere entwickelte er den Trittfrequenz-Sensor, der die Motorleistung steuert. Der Pionier wird zitiert mit den Worten: "Schnelle E-Bikes leisten einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der Umwelt"; des weitern heisst es, das E-Bike sei eine "elegante Alternative zu Personenwagen und Motorrädern geworden". Stimmt das? Vor allem sind es doch wohl Velofahrer, die aufs E-Bike umsteigen. Wenn das aber so ist, tragen E-Bikes zum steigenden Stromverbrauch bei - keine Spur von Umweltentlastung.