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Dienstag, 8. Mai 2012

Schöne Freiburger Schlaufe

Seeweg am Greyerzersee. (Bild: Schweizer Wanderwege)
Zum dritten Mal haben die Schweizer Wanderwege den Prix Rando "für herausragende Wanderweg-Infrastrukturen" vergeben. Hauptgewinnerin ist die Vereinigung, die am Südende des Greyerzsersees einen 15 Kilometer langen Wanderweg neu realisiert hat. Ab sofort ist die schöne Schlaufe begehbar.

Montag, 7. Mai 2012

Der Milan von der ZKB

Einfach, doch hübsch die dreistündige Route, die ich gestern machte. Zuerst mit dem Tram hinauf zum Zürcher Zoo; eine Art Bergstrecke, das Tram muss sich durch das alte Weinbauern-Dorf Fluntern hochklettern, bis es oben beim Zoo flachen Boden erreicht. Dann wanderte ich: vorbei am Hauptsitz der Fifa zum Loorenkopf-Turm und weiter via Süessblätz zur Neuen Forch. Den Milan auf dem Foto, eine Skulptur aus - nehme ich an - Bronze, fotografierte ich beim Loorenkopf-Turm. Der Vogel schmückt den Rastplatz, den die Zürcher Kantonalbank finanziert hat. Übrigens finde ich es löblich, wie die ZKB Jahr für Jahr eine grossartige Wanderbroschüre und überhaupt das Wanderwesen sponsert. Man könnte mit dem Geld garantiert sehr viel Dümmeres anfangen.

Sonntag, 6. Mai 2012

Süssli und die Kanonenkugel


Diese Woche spazierte ich nach Witikon, einem alten Dorf, das schön erhöht liegt und 1934 von Zürich geschluckt wurde; heute ist es ein apartes Stadtquartier. Zwei Dinge zu dem Ausflug: 1. Witikons beliebter Confiseur heisst Süssli. 2. Witikons altes Kirchlein war 1799 hart umkämpft, als die Franzosen Napoleons in der Gegend Zürichs auf habsburgische Truppen stiessen. In der Wand stecken bis heute zwei Kanonenkugeln.

Samstag, 5. Mai 2012

Des Himmels Augen

Kürzlich kniff der Himmel die blauen Augen zusammen und musterte mich Wandererlein. Mir blieb nichts anderes, als zurückzustarren. Und irgendwann war das Wolkengesicht wieder weg.

Freitag, 4. Mai 2012

Gipfelkreuzhasser

Umstritten: Gipfelkreuz auf dem Piz Mitgel. (Stefanski/ Wikicommons)
Guter Artikel in der SAC-Zeitschrift "Die Alpen" über Gipfelkreuze; leider ist er für Nichtmitglieder gesperrt. Autor Daniel Anker erzählt etwa vom Kammerdiener des französischen Königs Karl VIII., der mit zehn Mann 1492 die senkrechte, 300 Meter hohe Wand des Mont Aiguille bei Grenoble durchsteigt, um drei Kreuze zu montieren -  er und seine Partie, zu der zwei Priester gehören, bleiben gleich sechs Tage oben und feiern auch einen Gottesdienst. Anker leitet dann von der Historie allmählich auf die moderne Frage über, ob Gipfelkreuze gut oder schlecht seien, und berichtet von dem heutigen Greyerzer Bergführer Patrick Bussard. Er beschädigte mehrere Kreuze, die er als "Symbole des Todes" empfindet, hat 2010 eine Unterschriftensammlung gegen religiöse Zeichen in der Natur lanciert und wartet auf seinen Prozess wegen Sachbeschädigung und Verletzung der Religionsfreiheit. Einen Vorläufer, einen Gipfelkreuz-Hasser, hat er in dem Wiener Alpinisten und Lehrer Eugen Guido Lammer, 1863 bis 1945. Zitat:
"Was hat das Kreuz in der Gebirgsöde zu sagen? Dieses Denkmal des scheusslichsten Justizmordes aller Zeiten! Lasset doch die Sprache der Elemente rein erklingen, lasst die Natur unverfälscht zu eurer Seele sprechen! (...) Soll es Gottesdienst sein, diese uralte reine Gottnatur zu verfälschen mit aufdringlicher, kleinmenschlicher Sentimentalität?"

Donnerstag, 3. Mai 2012

32 schöne Gewässer

Zuerst das Gipfelquartett, dann das Hüttenquartett - und nun hat der Hersteller ein Bergseequartett lanciert. Und jetzt sollte ein lustiger oder kritischer Satz folgen, aber mir fällt keiner ein; belassen wirs bei der puren Vermeldung der Neuerscheinung.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Die besten Salzstängeli meines Lebens

Schön, oder? Der Zürichsee von Herrliberg aus.
Meine Montagswanderung, siehe Eintrag von gestern, war herrlich. 28 Kilometer die Flanke des Pfannenstiels entlang von der Rehalp bei Zürich bis Feldbach nah Rapperswil bei angenehmem Frühlingswetter. Ich könnte jetzt endlos vom Panorama schwärmen. Den Bergen, die der Restföhn in Griffnähe rückte. Den durch die Maienblumen gelb gefärbten Wiesen. Toll, wirklich. Einzig... mit dem Einkehren klappte es nicht:
  1. Bei der Tramschleife Rehalp gibt es weder Kiosk noch Café. Nur einen Getränkeautomaten.
  2. Das Zolliker Schwimmbad Fohrbach war so früh am Morgen (7.30) geschlossen. Also auch dessen Restaurant.
  3. Vor dem Restaurant des Tennisclubs Küsnacht stand ein Schild "offen", obwohl es laut einer anderen Tafel montags zu ist. Ich trat ein, da war niemand, Totenstille. Aber die Kaffeemaschine war eingeschaltet. Ich brühte mir eine Tasse, legte das Geld hin, trank den Kaffee auf der Terrasse, kam mir vor wie ein Einbrecher oder der letzte Mensch auf Erden.
  4. "Schützenstube" Küsnacht: Montag zu.
  5. "Kittenmühle" Herrliberg: Montag zu.
  6. Von weitem sah ich das Beizenschild an einem grossen Haus im Herrliberger Weiler Biswind. Es war keine Beiz, sondern die Getränke- und Weinhandlung Freitag.
  7. Die "Buech" von Herrliberg: snobby. Hier versuchte ich einst einzukehren, wurde aber aufgrund meiner verschwitzten Wanderer-Erscheinung abgewiesen. Ein zweites Mal versuchte ich es nicht.
  8. Die Meilemer "Luft": ein Ausflugsrestaurant mit Tradition. Mittlerweile gehört es einem deutsch-russischen Ölhändler, der es für sich, privat, umbaut. Die "Luft" ist keine Wirtschaft mehr.
  9. Die "Burg", Meilen, ist eine renommierte Gaststätte und eine Pracht von Riegelbau, ein altes Weinbauernhaus von 1676. Montag Ruhetag. Das traf mich hart, jetzt war Essenszeit.
  10. Im "Bergheim" Uetikon hätte ich essen können, Walliser Schweinssteak mit Bratkartoffeln. Es handelt sich um eine Psychi, das Restaurant ist öffentlich. Doch irgendwie hatte ich keine Lust auf Klinik.
  11. Das "Widenbad" in Männedorf war offen. Auf dem Parkplatz stand ein Riesencar. Drinnen war alles voll, keine Chance für mich, in absehbarer Zeit etwas zu kriegen. Dutzende Augenpaare starrten mich mitleidlos an, während ich die Tür wieder hinter mir zuzog.
  12. Die "Aberen", Stäfa, sah auch gut aus. Ruhetag.
  13. Am Wanderziel in Feldbach fand ich fürs erste keine Wirtschaft. Ich ging vom Bahnhof die Strasse hinab. Voilà die "Rössli-Stube", Spezialität Flammkuchen. Sie öffnete erst um 16 Uhr, ich hätte 45 Minuten warten müssen.
  14. Gleich daneben erblickte ich ein paar Biker in einer Gartenwirtschaft. "Dirty Joe" hatte offen. Beim türkischen Kellner bestellte ich ein Bier und ein Mineral. Sowie etwas Salziges. Er brachte mir Salzstängeli. Ich trank und knusperte zu "Highway to Hell" von AC/DC; dies waren die besten Salzstängeli meines Lebens.
  15. Feldbach: Schlussbier mit Mineral und Salzstängeli