Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Dienstag, 22. Mai 2012

Räudig in Andeer

Mit Genuss gelesen: ein neu erschienenes Büchlein, das die Orts- und Flurnamen der Landeskarte Andeer 1: 25 000 herleitet. Hier ein Beispiel: Die Forcletta digl Gurschus. "Forcletta" ist einfach, das ist eine kleine Forcla, Furkel, Furggle. Ein Pässchen. Aber Gurschus? Zugrunde liegt tatsächlich eine langobardische Wurzel, die zum rätoromanischen "Gruscha" führt: Räude, Krätze. Ein Gurschus ist ein schmutziger Mensch mit einem abstossenden Ausschlag. Auf die Landschaft bezogen ist eine Wiese gemeint, auf der das Gras "räudig" wächst. Okay, ich werde bald mal diese Forcletta überschreiten und den Zustand der Wiesen genau prüfen.

Montag, 21. Mai 2012

Man wollte fliegen

Prachtswetter, Blumen und Blüten, Fliederduft: Ja, der Samstag war ein Tag zum Schwärmen und Die-Welt-Umarmen. Oder wollte K., als sie beim Roten angesichts des steil abfallenden Hanges zu ihrer Linken die Arme ausbreitete, andeuten, sie hätte jetzt Lust zu fliegen? Unsere Wanderung wurde lang, sieben Gehstunden. Denn nachdem wir von der Station Lütisburg in zweieinhalb Stunden zur Mühlrüti aufgestiegen waren, änderten wir den Plan: statt zur Hulftegg, von welcher Töfflärm zu hören war, hinauf zum Schnebelhorn, das den Fussgängern (und Bikern) vorbehalten ist. Die Gegend war herrlich, immer neue Kämme, Fluhen, schmale Pfade, Hügel und Hoger, Glotzkühe und Nagelfluhwände. Nachdem wir dann im "Tierhag" unterhalb des Schnebelhorns gegessen hatten, stiegen wir ab nach Steg und fuhren heim, die Knie ein wenig schlotterig, der Kopf von Bildern überquellend.

Sonntag, 20. Mai 2012

Joggte Jogg?

Als ich in Männedorf an diesem Schild vorbeikam, merkte ich, dass ich es zweimal lesen musste. Das Auge sieht "Joggen" und denkt an die gleichnamige Sportart. Dabei bezieht sich die Joggenstrasse ja aber auf irgendeinen einst hier lebenden Jogg, also Jakob. Und der joggte garantiert noch nicht.

Samstag, 19. Mai 2012

Ein flexibles Völklein

Sehen wir heute nicht: Schloss Burgdorf.
Heute gehts von Lütisburg via Mühlrüti hinauf zur Hulftegg. Warum schon wieder ins Bergland zwischen Töss und Thur, das wir doch letztes Wochenende besuchten? Es handelt sich um Plan B. Eigentlich sah ich - Plan A - für heute eine Wanderung von Burgdorf via Wynigen und Ferrenberg nach Rohrbach vor. Doch das Wetter ist heute im Osten besser. Und wir Wanderer sind nun einmal ein flexibles Völklein.

Freitag, 18. Mai 2012

Der Gruselturm von Meiengrün

Meiengrün, auch "Maiengrün" geschrieben: Restaurant und Turm.
Der Turm: Viel altes und ein bisschen neues Holz.
Am Auffahrtstag wollte ich mich mit einer Wanderung ins Blaue belohnen - es sollte etwas Kleines werden. Ich nahm in Zürich den ersten Zug, der fuhr: den nach Aarau. Unterwegs nahm ich mir vor, in Lenzburg auszusteigen. Schliesslich gumpte ich aber schon in Mägenwil aus dem Zug, einfach so. Spontan.

In Mägenwil entschied ich mich beim Wegweiser, des Klanges wegen, für "Meiengrün". Mein Ziel stellte sich als Aussichtspunkt heraus. Da war ein nettes Restaurant. Und ein Turm, den ich bestieg. Gruselig. Die Stufen waren alt und modrig und am Rand vermoost, einige - hoffentlich nicht nach dem System Zufall - bereits durch neue ersetzt.

Hernach zog ich weiter, hinab nach Hägglingen und zum Bahnhof Dottikon-Dintikon. Im Restaurant Bahnhof in Dottikon ass ich. Lauschte dem beleibten Wirt, der Bekannten endlos ein privates Problem vorklönte. Und fuhr dann zufrieden heim. Es war eine einfache Wanderung geworden, wie gewünscht, Gehzeit zwei Stunden.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Von oben herab

Schöne Aufnahmen: Hier die Tierwies.
Letzten Sommer flog ein Helikopter übers Appenzellerland und den Alpstein. Er filmte 28 Bergwirtschaften und 6 Seilbahnen. Den fertigen Film gibts jetzt zu sehen - schön. Wem der 15-Minüter zu lang ist, der kann auch jeden der 34 Kurzfilme separat anschauen.

PS: Ja, der Männerchor ist grässlich, aber man kann ja den Ton ausschalten.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Auch die Zürcher schwingen, jawohl

In drei Stunden ging ich gestern von Männedorf am Zürichsee (Bild) über den Pfannenstiel nach Egg. Vor dem Restaurant Hochwacht-Pfannenstiel sah ich ein halb aufgebautes, riesiges Festzelt. Ich erfuhr, dass am Donnerstag, also an Auffahrt, dort oben das Pfannenstiel-Schwinget stattfindet. Oh ja, liebe Restschweizer, das haben wir im Kanton Zürich auch; ihr täuscht euch, wenn ihr meint, bei uns gebe es nur Banken, irre Werber und die Anstalt am Leutschenbach! Und statt Schwinger nur Swinger.