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Mittwoch, 7. September 2016

Kommt mit mir wandern!

Endlich kann ich wieder
einmal mein neues Büchlein
abbilden. Aus ihm will ich
am 17. in Flawil vorlesen.

Die Gutenberg-Buchhandlung in Gossau SG lädt zu einer Wanderlesung - mit mir. Es sind noch Plätze frei, ich würde mich über Anmeldungen freuen, der Buchhändler sowieso. Die Unternehmung - Entspannung garantiert - läuft so: Schöne Kurzwanderung von Gossau durch die lauschigen Anhöhen südwestlich des Ortes zur Egg, Gemeinde Flawil. Dort gibt es den formidablen Hirschen, dort kehren wir ein, dort lese ich ein bisschen vor. Es gibt dazu einen Imbiss, wohl auch einen Schluck Wein, und hernach zotteln wir zurück nach Gossau. Die reine Gehzeit beträgt gut 2 1/2 Stunden, streng ist das nicht, die Teilnahme kostet 20 Franken, inklusive natürlich der Zvieri. Anmelden kann man sich hier. Ah ja, der Termin: Samstag, 17. September, Start bei der Buchhandlung um 13 Uhr.

Dienstag, 6. September 2016

Montag, 5. September 2016

Sakraler Verschlag

Metallsteg im Abschnitt St. Antoni - Wissifluh.
St. Antoni.
Nicht einmal drei Gehstunden braucht man für die Wissifluh, sowohl das Hinauf als auch das Hinab sind exquisit, wie wir am Samstag feststellten. Man erkeucht sich von Vitznau aus zuerst St. Antoni, einen sakralen Waldverschlag. Es folgt eine reizvolle Abenteuerpassage durch felsiges Gebiet, ein Pfad, dessen Anleger man als genial bezeichnen darf; nie ist man in der Fluh schlimm ausgesetzt und darf staunen, dass jemand ein Durchkommen möglich machte. Der Abstieg wiederum führt durch coupierte Wieshänge, das Blau des Vierwaldstättersees ist magisch. Unten an der vielbefahrenen Durchgangsstrasse bei der Bushaltestelle Floralpina nah Vitznau ist man dann noch länger berückt, bis die Magie nachlässt. Die Beiz oben, auf die ich mich freute, verblasste darob zur Nebensache. Die Älplermagronen waren in Ordnung, wir kamen, assen, gingen, die Landschaft war es, die uns faszinierte. Und ihre Wege.
Die Wissifluh-Bergwirtschaft.

Sonntag, 4. September 2016

Das Traumbänkli von Märis

Unterhalb der Wissifluh am Rigihang über Vitznau und Gersau liegt ein Ort namens Märis. Wir kamen gestern vorbei, ich finde, das Bänklein dort ist eines der am schönsten platzierten im ganzen Land. Die Wirtin der Wirtschaft Kuorez weiter unten erzählte, dass regelmässig Nachtwanderer dorthin gehen; sicher schön, der Blick durchs Dunkel auf die Lichter am See und auf dem Bürgenstock. In der Nähe trafen wir übrigens Jäger. Wir fragten, ob sie etwas geschossen hätten, sie sagten nein, auch nach drei Tagen nichts. Der eine fügte bei: "Es isch bald eifacher z'hüroote, als en Hirsch z Bode z bringe."

Samstag, 3. September 2016

Gastronomische Neugierde in Vitznau

Jeder Starkoch pflegt sein Image. Nenad Mlinarevic zeigt
auf der Homepage seines Luxushotels demonstrativ
seine Tattoos. Motto: Ich bin jung und wild. (Screenshot)
Mein Redaktionskollege Thomas Zemp schrieb vor einiger Zeit einen schönen Artikel. Es ging um zwei Hotels und Restaurants, die beide in Vitznau in nur zwei Kilometern Entfernung voneinander liegen - und unterschiedlicher nicht sein könnten. Wenigstens auf den ersten Blick. Unten am See kocht im Restaurant Focus des luxuriösen Park Hotels Vitznau Nenad Mlinarevic, Gault-Millau-Koch 2016. Hoch am Rigihang wiederum bauern und wirten auf der Wissifluh Jürg und Sylvia Trionfini, ihre Küche und auch die Zimmer sind einfach, aber doch gemütlich. Was beide Orte und die Menschen beider Orte verbindet: eine Hingabe ans Produkt, die Freude an dem, was lokal wuchs oder hergestellt wurde, die gastronomische Neugierde auch. Heute wandern wir auf die Wissifluh und werden dort selbstverständlich auch essen.

Freitag, 2. September 2016

Tod eines ungeliebten Hotels

Betonburg: das Dolder Waldhaus.
"Hart, grau, eckig", schrieb eine Zeitung einst. Ab Oktober wird das Dolder Waldhaus am Zürichberg, das 1975 an die Stelle eines Holzhauses zu stehen kam, abgerissen. Dem mit vier Sternen klassierten Betonklotz, der neben dem grandiosen Dolder Grand schlecht aussieht, wird niemand nachtrauern, mit dem Neubau kann es nur besser werden. Immerhin sind mit dem Waldhaus viele Geschichten verbunden. Eine hübsche erzählte gestern in seinem Artikel mein Redaktionskollege Nicola Brusa. Der einstige Hoteldirektor Tobler war offenbar ein Geizkragen, der stets den Boden im Restaurant nach Münz absuchte. Einmal liess ein Kellner absichtlich am Mittagstisch von Tobler eine Tausendernote fallen. Tobler schnappte sie sich verstohlen und verliess den Raum, ohne den Teller leergegessen zu haben. Tobler sei dann, so der Kellner, bei näherer Musterung der Note sehr enttäuscht gewesen. Sie war aus einer Zeitung ausgeschnitten und wertlos.

Donnerstag, 1. September 2016

Zürcher Unort

Mani Matter. (Wikicommons/ Hans Krebs
Bilderwelten No. 5, Comet Photo AG,
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv)

Zwischen Wollishofen und Thalwil gibt es an der A3 auf Kilchberger Gemeindeboden in Fahrtrichtung Bündnerland bei Kilometer 108,7 gar nichts Besonderes. Eigentlich könnte an der Stelle auch eine Gedenktafel stehen, denn ein Strässchen zieht sich parallel die Autobahn entlang, so dass man durchaus am Grünstreifen einhalten könnte. Und seiner gedenken. Mani Matters. Gestern war in meiner Zeitung ein Artikel, der zum einen vom Unfall handelt, der grosse Berner Troubadour war damals am 24. November 1972 unterwegs zu einem Konzert in Rapperswil, als er in einen Lastwagen prallte. Das Auto wurde zerstört, Matter war  sofort tot. Zum anderen, eben, geht es in dem Artikel um den Zürcher Ort oder Unort, an dem das Unglück geschah. Der ist und bleibt unmarkiert. "Wir haben uns noch nie um die Frage gekümmert, wo genau der Unfall stattgefunden hat", sagt Matters Tocher Sibyl.