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Donnerstag, 2. Januar 2014

Das Jahr ist eingewandert


Auch im Berner Seeland schien gestern die Sonne!
Hübsch! Der Nidau-Büren-Kanal eine halbe Stunde vor Wanderschluss.
Sind das die Äpfel der bösen Hexe?
Na also, geht doch, läuft doch, auch im neuen Jahr! Wir starteten gestern formidabel ins 2014. Das Seeland bewies uns, dass es fähig zur Sonne ist und kein totales Nebelloch. In Aarberg assen wir in der Krone gut, wenn wir auch desaströs lange auf die Hauptspeisen warten mussten. Und da war halt einfach wieder so viel Land zu sehen, fühlen, riechen, treten: Wiese, Waldhumus, Ackererde, Sumpf, altes Herbstlaub, Dreck, Kies, Sumpfschlick, Sand, Asphalt. Und all das Wasser am Weg: der Hagneckkanal, die alte Aare, der Nidau-Büren-Kanal, die Zihl und zum Schluss der Bielersee. Jawohl, 2014 ist eingewandert, und das nicht zu knapp: 6 1/2 Stunden gingen wir und frassen 27 Kilometer; wir starteten in Kerzers, gingen über Kallnach und Bargen nach Aarberg, zogen nach dem Zmittag via Kappelen, Hermrigen, Mörigen, Ipsach, Nidau nach Biel. Daselbst Müdigkeit, Zufriedenheit, ja Glück. Und Vorfreude auf viele weitere Routen durchs Jahr. Und ein grosses Bier für die Heimreise.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Vom Kastenvogt

So, alle gut gerutscht? Was mich und mein Grüpplein angeht: Heute wird schon wieder gewandert, der Auszug ins Gelände am Neujahrstag hat bei uns Tradition. Wir wollen durchs Seeland tippeln und gut essen.
Das Kloster Wonnenstein. Es zählt zu Innerrhoden, wenn es
auch mitten im Ausserrhoder Terrain steht; die reformierten
Ausserrhödler wollen keine Klöster. (Wikicommons/ Rigi)
Noch im alten Jahr las ich gestern in der NZZ einen Artikel über Innerrhodens Frauenklöster. Ich lernte  daraus zum einen, dass die drei noch bestehenden Klöster Grimmenstein, Leiden Christi im Jakobsbad und Wonnenstein ziemlich serbeln; das Kloster Wonnenstein, das nah an meinem Kindheits- und Bürgerort Stein AR liegt, wird wohl bald untergehen. Fünf Schwestern gibt es dort noch. Zum anderen erfuhr ich, dass die Innerrhoder Frauenklöster einen weltlichen Beistand hatten und haben; ein Mitglied der Regierung hilft und berät, wenn es um rechtliche Dinge oder Bauangelegenheiten geht. Momentan ist Landammann Roland Inauen der Kastenvogt. Der Name seines Amtes rührt daher, dass im "Kasten" einst die Einkünfte der Klöster aufbewahrt wurden.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Meine 20 Superlative im 2013

Heute ist der letzte Tag des Jahres. Gestern schaute ich mein Notizbüchlein durch, in dem jede Wanderung verzeichnet ist - und ja! Es war ein tolles Wanderjahr. Klar gab es Tiefs. So musste ich zweimal wegen Knie- und verwandten Krisen Wanderungen absagen, auf die ich mich lange gefreut hatte; einmal enttäuschte ich die Pro-Senectute-Senioren, die mich zu einer Silberen-Begehung geladen hatten. Aber abgesehen davon: Hochs, Hochs, Hochs. 97 Mal war ich 2013 unterwegs, das sind hunderte glückliche Stunden. Hier 20 superlativische Erinnerungen, defining moments. Und natürlich wünsche ich jetzt allen eine sichere Traverse hinüber ins unbekannte Gelände von 2014!
1. Krasseste Höhendifferenz: Vor Schwanden GL schlotterten uns die
Knie. 3156 Höhenmeter (auf und ab zusammengerechnet) machten wir
auf der Route Matt - Berglimattseen - Stausee Garichti - Schwanden.
2. Flauschigster Tag: Als wir (im Appenzellerland) vom Steigbach via
St. Anton nach Heiden gingen, spürten wir erstmals richtig den Frühling.
3. Härteste Route: von der Alp Sellamatt auf den Brisi, einen der Churfirsten
 - das war sehr tough. An der brutalen Hitze lag es. Und am verkrauteten Steig.
Und an den kniehohen Stufen. Dies war ein wahrhaft biblisches Unternehmen.
4. Originellster Anblick: Der Kürbisdinosaurier nah Jona SG tat es mir an.
Nur schon, weil das Vieh etwas Farbe in meinen vollverregneten Tag brachte. 
5. Imposantestes Bauwerk: Die Führerin ging voran, wir folgten ihr ins
Innere der Grande-Dixence-Staumauer und erkannten: Kein Volk auf
Erden bohrt derart fanatisch Löcher in seine Berge wie die Schweizer.
6. Bestes Essen: Der Kandidaten für diesen Titel sind viele. Dürfte ich
zum zweiten Mal hin, würde ich mich für das "Drei Fische" in Lüscherz
entscheiden, ein völlig unaffektiertes Lokal mit Gault-Millau-Punkten. 
7. Bizarrste Sache: In der Kategorie siegen die Erdpyramiden von Euseigne VS!
8. Schönster Bergweg: Hoch über der Klausenstrasse gings vom Fisetengrat
vorwärts, dann hinab zum Tierfehd. Es war ein Schwelgen in Tiefblicken.
9. Bestes Fondue: Unterhalb des Freiburger Sanftgipfels Le Niremont ass
ich in der Alpwirtschaft "Goille au Cerf" im kühlen Frühling heissen Käse.
Die Mischung war von umwerfender Cremigkeit und Sämigkeit, Höchstnote!
Natürlich gabs dazu ein Glesli Weissen. 2013 ass ich übrigens 16 Fondues.
10. Abgelegenste Strecke: Wir fuhren auf den Grossen Sankt Bernhard und
zogen von dort bei bisigem Wind durch eine Mondlandschaft nach Ferret.
11. Kuriosestes Bauwerk: Die Betonkirche von Hérémence VS verblüffte. 
12. Abscheulichstes Wetter: Als wir von Boswil auf den Lindenberg stiegen,
waren die Verhältnisse desaströs. Die meiste Zeit sahen wir nichts. Die Kolumne
zur Route im Aargauischen und Luzernischen kommt am 10. 1. 14 in der Zeitung.
13. Beste Begegnung: Auf der Richtiflue im Baselbieter Jura  trafen wir
den Jäger,  der gerade ein Füchslein erlegt hatte. Wir  unterhielten uns
dann, das tote Tier zu Füssen, über die Jagd und den Fuchsbandwurm.
14. Schmerzhafteste Unternehmung: Zwei Tage vor der gut siebenstündigen
Tour von Braunwald über die berühmten Karrenfelder hinab zum Klöntalersee
hatte ich mir einen Oberschenkelmuskel gezerrt. Oben auf der Brunalpelihöchi
kam der Schmerz wild zurück. Die 1200 Höhenmeter hinab wurden eine Pein,
immerhin leistete mir P. Gesellschaft, dem auch etwas weh tat. Wir kamen gut
zwei Stunden nach dem Rest des Grüppleins unten an. Aber schön war der Weg!
15. Lustigste Nichtwanderung: Meine Nichte hatte sich eine Wanderung mit
mir gewünscht, vergass aber im Morgenstress zuhause, die Wanderschuhe
zu montieren. So bummelten wir im Viamalagebiet und shoppten in Chur.
Die Wanderung war somit eine Nichtwanderung. Und wir hatten viel Spass.
16. Bester Blick: Bei kaltem Herbstwetter stieg ich auf den Monte San
Giorgio. Der Luganersee samt dem Seedamm machte mich glücklich.
17. Beste Schlucht: Die Gletscherschlucht im Rosenlaui, das war schon etwas!
Wenn man mich fragt: Sie ist ein Weltwunder samt der touristischen Erschliessung.
18. Aparteste Route: Der Wirt vom Tiefenbach richtet die Piste von Realp UR
 her tadellos her. Es war ein Vergnügen, auf der winterlichen Furkastrasse zu
ihm hinauf zu kurven. Ich fühlte mich auf der Passstrasse wie ein Sportwagen.
19. Beste Farbe: Der Wildsee im Pizolgebiet SG war von einem Blau, dass
ich mich mehrfach wehren musste; nein, ich habe nicht am Mac nachgefärbt!
20. Reinster Tag: Ich ging von der Wispile zum Chrinepass und stieg ab nach
Gsteig. Und es war Winter. Und die Luft war pur. Und der Schnee war rein.
Und ich war der allererste Wanderer auf der am Frühmorgen gepisteten Spur.

Montag, 30. Dezember 2013

Baha und die Schäfchen

Hier wohnt ein Hedgefundler: Schloss Sonnenberg im Thurgau.
Die letzte Wanderung des Jahres am Samstag von Aadorf nach Frauenfeld gelang von A bis Z. Hier ein paar starke Momente:
Schafidyll bei Aawangen mit den Heiligabendtierli.
  • Wir sahen bei Aawangen neugeborene Schäfchen. Die Bauernfamilie, die sie versorgte, sagte uns, die Flauschbabys seien exakt an Heiligabend auf die Welt geboren.
  • Wir bestiegen den Sonnenberg über Stettfurt - aus der Nähe ein echter Berg! - und hatten eine gewaltige Aussicht zum Säntis und den Churfirsten.
  • Schloss Sonnenberg machte uns Eindruck. Es gehört dem österreichischen Investor Christian Baha, dem wiederum gut 500 Millionen Euro gehören. Oder gehörten; man weiss ja, wie volatil das Hedge-Fund-Business ist.
  • Wir assen gut im Restaurant Freudenberg, einer gemütlichen Bauernwirtschaft auf dem Plateau über Stettfurt, die ich allen Wanderern wärmstens empfehle.
  • A propos Wärme: Am frühen Nachmittag wurde die Sonne intensiv. Wir kamen zu jener Dosis Lux, die man im Winter einfach benötigt - Lichtdrogensucht!
  • Dreiviertel Stunden vor Frauenfeld begrüsste mich ein Wanderer mit Namen. Herr N. stellte sich als Leser dieses Blogs und meiner Kolumnen heraus. Ich freute mich über die Begegnung.
Route: Aadorf - ARA Aatal - Aawangen - Matzingen - Stettfurt - Schloss Sonnenberg - Freudenberg - Chöll - Dingenhart - Waldegg - Stählibuck - Mühletobel - Frauenfeld. Fünf Stunden Gehzeit.
Der Säntis (links) und die Churfirsten vom Sonnenberg aus.

Sonntag, 29. Dezember 2013

A blog is born

Ein guter Blog ist Lebenshilfe. Zum einen trägt er durch die Regelmässigkeit der Einträge zum seelischen und geistigen Unterhalt des Lesers bei; vor 250 Jahren hätte man gesagt, zu dessen "Erbauung". Und zum anderen dient er dem Leser konkret, indem er Dinge vorschlägt oder behandelt, die nützlich sein könnten oder bilden. Der junge Blog "Zimiseite", angesiedelt im Themenbereich Gastro - Wandern - Ausflüge - Medien, verspricht einiges. Betreiber Jürg Zimmermann aus Zürich lieferte in den ersten vier Wochen Fernsehtipps für die Festtage, stellte ein Weihnachtsmenü vor und rezensierte einen Sirup am Christkindlimärt von Rapperswil. Eine feine Sache - schaut rein, liebe Leserinnen und Leser!

PS: Ein guter Blog ist natürlich auch Lebenshilfe für den Blogger. Er liefert diesem sozusagen eine Tagesstruktur. Und auch der Blogger lernt durch seine Einträge dazu.

Samstag, 28. Dezember 2013

Die letzte...

Donalds Neffen, treue Mitglieder des Fähnleins Fieselschweif,
wie ihr Entenhausener Pfadfindertrupp heisst.
Heute muss man in die Ostschweiz, weil dort das gute Wetter am längsten hält. Eigentlich hätte ich mit dem Grüpplein ja das Schüpberg-Beizli in der Nähe von Bern aufsuchen wollen, von dem ich kürzlich im Blog der "Freizeitfreunde" las; so heisst ein anderes Grüppli, dessen Routen ich häufig sehr inspirierend finde. Nun fahren wir stattdessen nach Aadorf und ziehen von dort via Matzingen und Stettfurt nach Frauenfeld, was fünf Stunden dauern dürfte. Dies wäre dann die letzte Wanderung des Jahres; die nächste findet - eine Tradition meines Fähnleins Fieselschweif - an Neujahr statt.

Freitag, 27. Dezember 2013

Dichten im Aargau


In Unterkulm, Kanton Aarau, fotografierte ich auf einem Firmenareal dieses Auto. Nein, die Poesia-Gruppe fertigt keine Gedichte! Der humorvoll gewählte Name bezieht sich vielmehr auf ihr Hauptprodukt: Dichtungen aller Art für Kraftwerke, Schienenfahrzeuge, Fenster.