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Donnerstag, 16. Juli 2026

Die Marche de rupture

Ein Foto vom letzten Jahr: auf dem Platz vor der Kathedrale in Santiago de Compostela. 
Jakobswandern als Kinostoff: das Filmplakat. 
Seit ich letztes Jahr auf dem spanischen Jakobsweg für eine Reportage unterwegs war, bin ich von diesem fasziniert. Ehrensache, dass ich mir – diese Woche wars – im Kino den französischen Spielfilm "Compostelle" anschaute. Der erzählt von einer entlassenen Lehrerin, die einen jugendlichen Straftäter auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela begleitet. In Frankreich nennt man das eine "marche de rupture" oder "marche éducative", gemeint ist ein Marsch, der aus dem Alltag reisst und erzieherisch wirkt. Ein Richter, eine Richterin kann die Jakobsroute einem jungen Menschen als Alternative zu einem Gefängnisaufenthalt anbieten. So zottelt das ungleiche Paar, der Delinquent und die ihm behördlich zugeordnete Begleiterin, also los. Von der Mühsal des Langstrecken-Wanderns ist nicht viel zu spüren, dafür sind die grossartigen Landschaften Südfrankreichs und Nordspaniens mit der Drohne genial eingefangen. Die Handlung ist von Kitsch durchsetzt und sprunghaft. Wenn ich am Ende doch zufrieden aus dem Kino ging, dann darum, weil es im letzten Viertel doch einen entscheidenden Bruch gibt – die Geschichte nimmt eine sehr unerwartete Wendung. Also: Widmer gäbe nach Schweizer Schulsystem die Note 4,75 und empfiehlt den Besuch durchaus.

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