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Sonntag, 14. Februar 2016

Das Cocideckeli und die Hybristophilie

Okay, Coca-Cola, ich nehme das Deckeli der Halbliter-Pet-Flasche zur Kenntnis. Aber so richtig Nationalgefühl schäumt in mir nicht auf, weil das Getränk in der Schweiz gemacht wurdest. Abgefüllt. Gemixt.

Und noch etwas: Ich habe ein neues Wort gelernt. Letzte Woche verhalf eine Aufseherin des Gefängnisses Limmattal einem Insassen, einem Vergewaltiger, zur Flucht. In diesem Zusammenhang tauchte das Wort "Hybristophilie" auf. Es bedeutet, dass sich jemand von einer kriminellen Person stark angezogen fühlt.

Samstag, 13. Februar 2016

Rümpft da jemand die Nase?

Schön, oder? Das Pfahlbauerdörfli im Bally-Park Schönenwerd.
Heute wird gewandert, von Olten nach Aarau. Rümpft da jemand die Nase? Aber nein! Das ist eine schöne und interessante Route, denke ich; man wird viel sehen. Zum Beispiel, endlich mal, das AKW Gösgen ganz aus der Nähe. Des weitern ist da vor Aarau der Tierpark Roggenhausen. Und den Bally-Park bei Schönenwerd wollen wir auch durchqueren, ein garantiertes Spektakel. Doch, das wird gut.

Freitag, 12. Februar 2016

Ehehaft

Eine alte Mühle. Auch sie mag einst mit
einer Ehehaft verbunden gewesen sein.
Heute schreibe ich meinen nächsten Beitrag für die Tagi-Kolumne "Bauzone". Es geht um ein historisches Zürcher Gasthaus, und ich habe in diesem Zusammenhang, als ich ein wenig recherchierte, einen Begriff gelernt, den es in zwei Varianten gibt: "Ehehaft" oder auch "Ehaft". Nein, mit einer Art Zwangsbeziehung von Mann und Frau hat das Wort nichts zu tun. Es kommt von der mittelhochdeutschen Vorform "ehaft" gleich "gesetzlich", "rechtmässig" und bezeichnet das an ein bestimmtes Gebäude wie eine Mühle oder ein Gasthaus gebundene Recht, das entsprechende Gewerbe zu betreiben, also etwa zu müllern oder zu wirten. Eine solche Konzession wurde von der Obrigkeit erteilt; wer eine Liegenschaft mit Ehehaft erwerben wollte, musste enorm viel Geld aufwerfen, denn fortan hatte er ja auch ein Monopol oder doch die Möglichkeit, in einer Art staatlich kontrolliertem Konkurrenz-Verhältnis zu geschäften. Und neue Ehehaften waren nicht leicht zu errichten. Abgeschafft wurde die Ehehaft, dieses Hindernis der Gewerbefreiheit, in der Schweiz erst 1874.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Die Rolltreppenvision

Hongkong, ein Teil der "Central-Mid-Levels".
(Wikicommons/ Maucaine)
Höre ich "Rolltreppe", denke ich "Warenhaus". Und höre ich "Rollband", denke ich "Flughafen-Transit". Diese Woche nun las ich im Tagi, dass Zürichs Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger das Univiertel mit seinen steilen Halden besser erschliessen möchte. Mit Rolltreppen und Rollbändern. Abwegig ist das durchaus nicht, so gibt es zum Beispiel in Spanien solche rollenden Trottoirs. Berühmt ist das Rolltreppen-System "Central-Mid-Levels" von Hongkong, wo 20 hintereinander gestaffelte Rolltreppen und drei Förderbänder eine Distanz von 800 Metern und eine Höhendifferenz von 135 Metern überwinden. Für die Rolltreppe, die die Leute von Zürichs Central hinauf ins Hochschulquartier bringen würde, hat Leutenegger auch bereits einen coolen Namen: "Polyflow".

Hm. Eines der Probleme mit dieser Vision ist, dass sie alles andere als gesundheitsfördernd ist. Es heisst ja, dass die Leute sich heutzutage zu wenig bewegen. Lustigerweise witzle ich manchmal beim Wandern, wenn ich irgendwo hinaufkeuche und kein Ende sich abzeichnet: "Mann, gebt mir eine Rolltreppe!" Das wäre dann der nächste Ausbauschritt: Rolltreppen in den Bergen. Aber zuerst kommt jetzt mal die Stadt an die Reihe. Vielleicht.

Mittwoch, 10. Februar 2016

Grimselbahn: der Film


Gestern berichtete ich über die Idee einer Grimselbahn, die (Fahrzeit 30 Minuten) von Meiringen via Innertkirchen nach Oberwald verkehren würde, vom Haslital ins Goms also; Herzstück wäre ein 22 Kilometer langer Tunnel. Freund Kurt, der in der Gegend wohnt, liess mir darauf einen Youtube-Film von dreieinhalb Minuten Länge zukommen. Er ist natürlich krass einseitig, da er von den Befürwortern des Projekts stammt, der Grimselbahn AG. Gleichzeitig visualisiert er das Projekt schön. Anschauen lohnt sich.

Dienstag, 9. Februar 2016

Meiringen - Tunnel - Oberwald

Haben das alle gelesen? Es stand vor wenigen Tagen in den Zeitungen und liess mich staunen; doch erst jetzt finde ich die Zeit, es hier wiederzugeben. Nämlich: Wieder einmal wurde Ende letzter Woche ein Grossprojekt in den öffentlichen Raum gestellt. Die Idee einer Schmalspurbahn-Linie von Meiringen BE nach Oberwald VS mit Tunnel und neuem Trassee ab Innertkirchen. 580 Millionen Franken würde der neue Schmalspur-Tunnel von 22 Kilometern Länge kosten. Er würde, indem er die bestehenden Linien vernetzt und also Interlaken mit anderen Tourismuszentren wie Zermatt und St. Moritz verbindet, auf einen Schlag ein riesiges Schmalspur-Netz 850 Kilometer Länge) schaffen. Federführend bei dem Projekt ist die Grimselbahn, wichtige Partner sind die beteiligten zwei Kantone sowie der Stromnetzbetreiber Swissgrid. Er muss bis 2025 sein Übertragungsnetz ausbauen. Anstatt die Stromleitungen wie bisher oberirdisch über die Grimsel zu führen, erwägt er einen Kabeltunnel; in diesem würde dann auch die neue Bahn verkehren. Nun zu den gravierenden Hindernissen:
  • Im Bahninfrastrukturfonds BIF sind bis 2025 für einen Grimseltunnel keine Gelder vorhanden.
  • Die Frist für den Ausbauschritt mit BIF-Geldern bis 2030 haben die Beteiligten auch schon verpasst; sie haben immerhin eine Anfrage eingereicht, ob man nachträglich noch in die Finanzierungsrunde 2030 aufgenommen werden könnte. Die Chancen stehen eher schlecht, da diverse überlastete Verkehrsknoten Priorität haben.
  • Bern und Wallis haben zudem beim BIF bereits den Ausbau des Lötschberg-Basistunnels beantragt. Mit dem neuen Projekt konkurrenzieren sie sich selber.

Montag, 8. Februar 2016

Unsere Endmärzwanderung

Wunderbar, wie das am Samstag frühlingte. Der Morgen war zwar noch kalt, mit Raureif auf den Wiesen und mit glitschigen Trottoirs. Doch rasch kam die Sonne und mit ihr die Wärme; der Nachmittag fühlte sich an wie Ende März. Unsere Unternehmung war nicht sehr lang, Gehzeit knapp vier Stunden, 285 Meter aufwärts, 278 abwärts - aber sie war abwechslungsreich und schön. Start in Kemptthal, Kurzvisite bei der Ruine Rossberg, dann über den Golfplatz vollends zum Rossberg und wieder hinab, zur Töss. Ihr entlang zogen wir bis zum Sennhof und stiegen durch das Steintobel auf zum Eschenberg. Das Essen im gleichnamigen Restaurant war gut, aber so richtig toll fand ich den Ort nicht. Ich hatte die Beiz urchiger in Erinnerung, bäurischer, aber eigentlich spielt sie den Städtern das Ländliche eher vor; ich muss irgendwann mal im Tagi oder auch hier etwas Ergründendes zum Begriff der Bauernbeiz schreiben. Nach dem Zmittag kam die zweite Etappe: hinab nach Winterthur-Seen und über den Sonnenberg nach Räterschen. Schon dachten wir dort, wir müssten die Wanderung ohne Bier beschliessen, als wir nah beim Bahnhof ein Blumencafé entdeckten; der Caféteil war geräumig und gemütlich. Doch, es war eine gute Route, die ich gern zum Nachwandern empfehle.
Golf Kyburg auf dem Rossberg: überall Wildschwein-Schäden.
Auf dem Eschenberg amüsierten die Loipenschilder.
In Winterthur-Seen.