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Sonntag, 14. August 2016

Tschägädüns

Gestern gingen wir bei perfektem Bergwetter von der Hörnlihütte hoch über Arosa zum Weisshorn (das Foto ist unterhalb des Gipfels aufgenommen). Auf dem Weisshorn kehrten wir ein, und C. fragte die Serviererin, ob es Tschägädüns gebe. Die verneinte und fand, Tschägädüns gebe es eher im Engadin. Lustig. C. hatte das Gericht erfunden. Aber es klingt doch sehr real.

Samstag, 13. August 2016

Fluchtort Arosa

Gestern abend nach acht Uhr - der Tag ergibt sich der Nacht, bloss das Schiesshorn samt Entourage leistet noch Widerstand. Ich und ein paar Leute sind in Arosa, wie jedes Jahr sind wir vor der Street-Parade in Zürich geflohen. Das Wetter soll gut werden nach einem kühlen und vernieselten Freitag, ich freue mich und wünsche allen ein schönes Wochenende.

Freitag, 12. August 2016

Eine Insel für uns allein

Rapperswil, Schifflände, gestern, 11.28 Uhr: Der Lütz-Shuttle kommt.
"I bin reif, reif, reif, reif für die Insel", heisst es im Schlager.
Wir bekamen gestern eine VIP-Behandlung oder fühlten uns zumindest sehr exklusiv; wir waren (abgesehen vom Kapitän und seinem Kompagnon) zu zweit auf dem Boot, das doch immerhin für 12 Passagiere zugelassen ist. Und auch die Insel selber war dann herrlich menschenarm - fast gehörte sie uns, abgesehen natürlich vom Personal. Umso besser mundeten die Felchen-Knusperli aus dem See im Zusammenspiel mit dem Weissen. Und nun zur Auflösung: Beim Boot handelt es sich um den Lütz-Shuttle, von dem in diesem Blog  unlängst auch schon die Rede war. Die Insel, die er seit Saisonbeginn erschliesst, ist die Lützelau vor Rapperswil im Zürichsee; zuvor erreichte man sie, ihren Campingplatz, das Restaurant bloss mit dem eigenen Boot (oder von mir aus schwimmend). Der Ausflug dorthin lohnt, die Lützelau ist herrlich. Vor allem an Übergangstagen, wenn das Wetter von schlecht auf gut wechselt und wenig Leute unterwegs sind. Auf der Rückfahrt nach Rapperswil wir übrigens wieder allein.

Donnerstag, 11. August 2016

Unsere erste Seilbahn

Hotel Wetterhorn, Grindelwald: die Kabine des Wetterhorn-Aufzugs.
Stück des originalen Tragseils bei
den Ruinen der einstigen Talstation.
Das Hotel Wetterhorn steht an der Strasse von Grindelwald auf die Grosse Scheidegg bei der Bushaltestelle "Oberer Gletscher". Gleich vor dem Hotel am Rand des grossen Parkplatzes ist eine rote Seilbahnkabine ausgestellt - zur Erinnerung an den alten Wetterhorn-Aufzug. 1908 ging dessen erste von vier vorgesehenen Sektionen in Betrieb, man wollte auf Dauer wirklich ganz hinauf aufs Horn, auf 3701 Meter. Die Kabine konnte 16 Leute fassen, die Bergstation der realisierten Sektion lag 420 Meter höher beim Punkt Engi (1677 Meter über Meer) und hockt heute noch als Adlerhorst über der Felswand. Von der Talstation allerdings, 10 Gehminuten vom Hotel entfernt, zeugen bloss die Fundamente. Die Seilbahn war als Teilstück ein Erfolg, und doch wurde 1915 der Betrieb eingestellt, für immer und ohne dass es zum Bau der nächsten Sektionen gekommen wäre. Der Weltkrieg war schuld am Ende dieser ersten Personen-Schwebe-Seilbahn der Schweiz. Der Fremdenverkehr war zum Erliegen gekommen.
Die Bergstation des Aufzugs steht immer noch an der Felskante im Gebiet Engi.

Mittwoch, 10. August 2016

3922 Stufen


Wieder mal ein hübsches Bergwander-Video. Okay, den Typ, der da mit dem Selfiestick in der Hand die 3922 Stufen des Haiku-Stairs-Pfades in Oahu auf Hawaii bewältigt, hat man am Schluss ziemlich satt. Und man kann es auch ein wenig frech finden, dass er das Verbot ignoriert, den Treppenweg zu benutzen. Aber wiederum ist ihm eine ziemlich spektakuläre Aufnahme gelungen. Die Treppe wurde im pazifischen Krieg gegen die Japaner gebaut; die US-Navy unterhielt auf dem Gipfel eine Funkantenne. - Wer wenig Zeit hat, steigt bei Minute 7.00 ein, dort geht es atemberaubend zu und her.

Dienstag, 9. August 2016

Das Spinnennetz

Ich bin in Grindelwald, fahre aber bald heim, das Wetter wechselt, es wird regnen. Gestern wanderte ich: Vom Hotel Wetterhorn an der Strasse zur Grossen Scheidegg ging ich zum Chalet Milchbach und nahm dort den Höhenweg zur Pfingstegg. Später besichtigte ich Grindelwalds Gletscherschlucht, ein unvergessliches Erlebnis. Das blaue Netz hoch über dem tosenden Bach (Foto) ist 165 Quadratmeter gross, ist begehbar und nennt sich Spiderweb. Soweit der Tag, der in einer Pizzeria mit ethnischen Studien endete, der Ort wimmelt von arabischen Familien.

Montag, 8. August 2016

Auferstehung einer Aue

Der Aussichtsturm erinnert irgendwie an eine Safariplattform.
Aue heisst auch: Das Wasser fliesst, wo und wie es will.
Zwischen Koblenz und Bad Zurzach liegt Rietheim. Der Rhein, der hier eine Kurve schlägt, hat einen Seitenarm, den Chly Rhy. 1920 wurde er vom Rhein abgetrennt, später verschandelte man dann die zugehörigen Auen wegen eines Kraftwerkes, das aber nie gebaut wurde. Unsere Gegenwart hat den Eingriff 2014 und 2015 korrigiert, den Chly Rhy wieder mit dem grossen Fluss verbunden, neue Tümpel und Weiher angelegt; die alte Aue ist wiederauferstanden. Ich kam vor ein paar Tagen durch und mochte das Gebiet sehr. Auen machen übrigens nur noch 0,3 Prozent der Landesfläche aus. Sie beherbergen aber mehr als 40 Prozent aller in der Schweiz vorkommenden Tierarten und mehr als die Hälfte der hiesigen Pflanzenarten.
Dieser Sandhaufen wurde aufgeschüttet als Brutort für Uferschwalben.