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Samstag, 8. September 2018

Heute wird ein farbiger Tag

Bin in Bubendorf BL im Hotel Bad Bubendorf (Foto), gestern abend hatten wir ein Essen als Auftakt zum heutigen Wandertag der „Schweizer Familie“ ganz nah in Arboldswil; ich werde dort am Stand der Zeitschrift anzutreffen sein. Auch habe ich heute vormittag ein Date mit der „Tagesschau“, die etwas mit mir übers Wandern machen möchte - dies wird ein farbiger Tag.



Freitag, 7. September 2018

Der Sustlimungg

Diesen Mungg* fotografierte ich gestern gegen elf Uhr nah der Sustlihütte, also im Gebiet des Sustenpasses, Kanton Uri. Leider kommt er im Format, das dieser Blog als grösstes queres zur Verfügung stellt, nicht wirklich zur Geltung; er ist nämlich perfekt scharf erfasst. Sei dem, wie dem sei, als ich auf 2200 Metern dort vorbeikam, wo der Mungg und seine Sippe hausen, da pfiff er derart lange und gellend, dass man hätte meinen können, ich sei Dschingis Khan im Anmarsch. Ein Schlächter und Lebensbeender von Monsterformat. Endlich verstummte er doch. Er stand still und beäugte mich, und ich stand still und beäugte ihn. Erst als ich nach zwei Minuten in die Hände klatschte, tauchte er blitzartig ab. Wenn der wüsste, dass ich ihn hier zeige ... - haben Munggen eigentlich, presserechtlich formuliert, ein Recht aufs eigene Bild?

* Für nicht-schweizerische Leserinnen und Leser: Ein Mungg oder auch Munggä ist ein Murmeltier.

Donnerstag, 6. September 2018

Die Minitirade

Ich hasse es, wenn ich verschwitzt im Hotel ankomme und im Bad diese Plastiksäckli mit Duschgel/Shampoo vorfinde. Drei Gründe dafür:
  1. Es hat nie genug drin.
  2. Es nervt, wenn man mit nassen Fingern das zweite Säckli aufzureissen versucht, weil das erste schon leer ist und man noch nicht einmal die Hälfte der eigenen Oberfläche gewaschen hat. Diese glibbrige Hülle. Man muss dann mit den Zähnen arbeiten, nachher hat man eine Minidosis Gel im Mund - wäcks, dieser bittere Chemiegout!
  3. Umwelt, Umwelt, Umwelt. Die blöden Dinger sind Müll der bedenklichen Art. Lieber mag ich die Quetschflaschen, die in manchen Hotels in der Dusche hängen. Die, die man nachfüllen kann. Bei einigen muss man allerdings extrem hart quetschen, damit das Gel kommt. Man riskiert dabei eine Handmuskelzerrung.

Mittwoch, 5. September 2018

Die Ferienkaserne von der Fuederegg

Fuederegg voraus. Rechts in Blau das Restaurant.
Nicht ausrutschen, Widmer!
Illgau erreicht man per Seilbahn vom Muotatal aus. Ist man oben, gibt es gleich noch einmal eine Seilbahn, die man nehmen kann: Von Illgau schwebt man noch etwas höher nach St. Karl auf dem Oberberg. So verfuhr ich am Montag und startete alsbald zu einer Wanderung, die mich von St. Karl durch die Sumpfwiesen von Chaltenbrunnen zur Sternenegg und Laucherenchappelen führte, dem höchsten Punkt der Route. Von dort stieg ich ab zur Fuederegg, die mit einer Ferienkaserne der hässlichen Art verschandelt ist, und ass zu Mittag im Restaurant Fuederegg; aus dem Fenster sah ich den nahen Seeblisee, das Wahrzeichen des Hoch-Ybrig. Hernach nahm ich den abschüssigen Pfad das Chäswaldtobel hinab, die Unternehmung endete mit einem Kafi in der Bäckerei Schefer in Neuseewen, Oberiberg. Was mir bleiben wird: Das grelle Grün der pflotschnassen Wiesen und Farne und die Glitschigkeit der Wege nach den Regenfällen der Vortage; ich musste mich konzentrieren, um in den steilen Passagen nicht zu stürzen, meine Stöcke halfen. Dafür hatte ich die Landschaft für mich. Abgesehen von den Kühen natürlich.
Laucherenchappelen, 1708 Meter, mein höchster Punkt des Tages.

Dienstag, 4. September 2018

Ja, er ist da

Nebelschwaden aus dem Muotatal.
Schöne giftige Blume.
Dieser Steg hat ein Anti-Rutsch-Gitter, gut so.
Gestern wanderte ich im Gebiet Muotatal - Hoch-Ybrig und kann nach dieser zweiten Septemberwanderung bestätigen: Ja, der Herbst ist definitiv da. Ich...
  • traf mehrere Jäger, deren Saison im Kanton Schwyz nun also begonnen hat,
  • sah viele Pilze,
  • mochte die Nebelschwaden, die den Tälern und Töbeln entwichen,
  • überquerte Holzstege, die so glitschig waren wie Schmierseife,
  • schwitzte und fror mal abwechselnd, mal gleichzeitig und ...
  • ... freute mich über die vielen Herbstzeitlosen. Erstaunlich, dass ein Gewächs von solch sanfter Farbe und Erscheinung derart giftig ist.

Montag, 3. September 2018

Billiger begraben

Wehrhaftes Ding: die Kirche Herznach AG.
Das Fricktal, katholischer Aargau, war bis zum Einmarsch der Franzosen 1799 Teil des Habsburgerreiches. Aus jener Zeit ist in Herznach ein josephinischer Sparsarg erhalten geblieben, ein wiederverwendbarer Sarg, den der Kaiser Joseph II. 1785 eingeführt hatte. Stand der Sarg mit dem Leichnam über dem offenen Grab, zog man einen Hebel, der Boden des Sarges öffnete sich und der Tote plumpste ins Grab. Ein Erfolg war der Sparsarg nicht, die Leute fanden ihn gotteslästerlich. Wir suchten und fanden den Sarg am Samstag, als wir in Herznach waren. Er steht im Beinhaus der Dorfkirche St. Nikolaus, die ihrerseits eine Rarität ist: Sie ist eine Burgkirche, also ganz von einer Wehrmauer umgeben. Leider waren weder die Kirche noch das Beinhaus zugänglich. Immerhin erblickten wir durch das Gitter im Beinhaus den Sarg. Fotografieren konnte ich ihn nicht, zu verschummert. Schade.

Hier ein anderthalbminütiges Filmli auf Youtube. Es zeigt den Herznacher Klappsarg.

Sonntag, 2. September 2018

Schlechtes Wetter? Gute Sache!

Schöner Dunst unweit des Benkerjochs.
Gartentörli in Herznach.
Kein Regen - wir blieben gestern trocken während unserer Wanderung von 4 3/4 Stunden (reine Gehzeit). Das war toll, so dass wir diesen Mangel locker verschmerzten: Wir sahen vom Densbürer Strihen, einem erstklassigen Aussichtspunkt, praktisch nichts, Dunst verhinderte es. Gestartet waren wir auf dem Benkerjoch, dem Strassenpass von Aarau ins Fricktal. Von dort stiegen wir auf besagten Strihen, genossen den feuchtelnden Wald und die totale Stille, andere Leute waren nicht unterwegs. Nach dem Abstieg assen wir gut im Löwen Herznach und zogen hernach hinüber nach Frick. Und auch auf diesem Abschnitt: Abseits der Siedlungen trafen wir niemanden. Nicht einmal einen Hündeler. Schlechtes Wetter hat seine Vorteile. Vor allem, wenn es gar nicht wirklich schlecht ist.

P.S. Vom Sarg, den ich gestern im Blog erwähnte, will ich morgen erzählen. Wir sahen ihn nicht nicht. Aber wir sahen ihn auch nicht richtig.
Holzmonster bei der Forsthütte Waldhaus oberhalb Herznach.