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Dienstag, 12. Februar 2019

Unser Frauenproblem

Hier isst man gut: die "Linde" in Teufen.
Gestern fuhr ich zu einem Geburtstagsessen im Appenzellerland, mmmmm, war das wieder einmal gut in der Linde in Teufen. Am Morgen hatte ich im Radio vernommen, dass an diesem Tag in Ausserrhoden Regierungsratswahlen stattfänden. Am Abend, als ich zurück im Züribiet war, hörte ich, dass ein SP-ler und ein SVP-ler neu in die Regierung einziehen. Was mich bei näherer Überlegung schmerzlich berührte: In meiner Heimat Appenzell Ausserrhoden sitzt keine einzige Frau in der fünfköpfigen Exekutive. Plus halten Frauen nur gerade ein Viertel der Sitze im Kantonsrat. Zudem sind auch die beiden Ausserrhoder Vertreter in Bern Männer. Andrea Caroni sitzt im Ständerat. Und David Zuberbühler im Nationalrat. David Zuberbühler? Nie gehört! Vielleicht könnte man ihn demnächst durch eine Frau ersetzen. Das wäre ein Anfang.

Montag, 11. Februar 2019

Storch oder Stein?

Hat er nicht etwas Tempelhaftes?
Den Chindlistein von Heiden besuchte ich letztes Jahr zum ersten Mal in einem Januar, der sich in meiner Erinnerung anfühlt wie ein April; damals lag kein Schnee. Am Samstag waren wir wieder oben, im Gepäck hatten wir Schneeschuhe, die wir aber nicht brauchten, weil frühere Wanderer freundlicherweise den Weg durch den tiefen Schnee gespurt hatten. Oben war die Sicht herrlich, zu unseren Füssen zog sich der Bodensee, dahinter waren die Dörfer des Schwarzwald-Plateaus klar auszumachen. Die Sonne trat hervor, nachdem es zwischenzeitlich ein bisschen geregnet hatte. Der Chindlistein, 940 Meter über Meer, heisst so, weil er angeblich die Fruchtbarkeit von Frauen förderte, die ihn deswegen aufsuchten. Oder weil die Leute in den Dörfern rundum ihren Kindern erklärten, die Neugeborenen kämen von diesem Stein. Das wäre dann die Konkurrenzmeinung zur Behauptung, dass der Storch die Babys bringt.

Sonntag, 10. Februar 2019

Die Sonntagsidee


Hat jemand noch keinen Plan für heute Sonntag? In dem Fall empfehle ich die Filmversion des Gottfried-Keller-Klassikers "Kleider machen Leute". Also die Geschichte des armen, doch gutgekleideten Schneiders Wenzel Strapinski, der für einen Grafen gehalten wird, allmählich Gefallen an der Rolle findet und sich mit einer höheren Tochter verlobt - um dann doch entlarvt zu werden, womit sich die Frage stellt, wie die Geschichte wohl endet. Auf Youtube ist der Film mit dem trefflichen Heinz Rühmann in der Hauptrolle greifbar. Also, wer noch keinen Plan für heute Sonntag hat ... Ich selber habe einen, ich reise ins Appenzellerland zum Zmittag. Dort war ich gestern schon, zwecks Wanderung. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Samstag, 9. Februar 2019

Der Wanderkaiser


Toni Kaiser, der das "Wandermagazin Schweiz" leitet, ist ein ausgesprochen robuster und aktiver Wanderer. Gestern ging mir die neuste Ausgabe des Magazins zu, die vor allem auf Fotos setzt. Kaiser  dokumentiert seine vierte Schweiz-Durchquerung. Diesmal ging es von Basel via Brugg, Morschach, Erstfeld, Disentis, Juf, Pontresina nach Tirano im grenznahen Veltlin. Das sind 28 Wandertage. Nützlich, dass alle Etappen hinten im Heft aufgelistet sind samt den jeweiligen Eckdaten; auch herunterladen kann man sie. Und jedenfalls ist Kaiser der Wanderkaiser.

Freitag, 8. Februar 2019

Das Landgut des Artinius

Ankunft im Löwen in Herznach AG.
Letzten Herbst waren wir in Herznach im Fricktal, kehrten in der Dorfbeiz Löwen ein und assen gut. Kürzlich fragte ich mich, warum der Ort so heisst, wie er heisst. Ist das Dorf besonders herzig? Durchaus. Doch oft ist es ja so, dass die offensichtliche, die erste, die sich aufdrängende Deutung eines Ortsnamens nicht stimmt. Weswegen ich die Theorie entwickelte, dass sich in "Herz" "Erz" verbirgt; in Herznach wurde nämlich früher Eisenerz geschürft. Leider ist meine Spekulation nicht korrekt. Herznach, fand ich auf ortsnamen.ch, der wissenschaftlich gestützten Datenbank, birgt in sich einen Personennamen aus galloromanischer Zeit. Artiniacum: So hiess einst das Landgut eines Herrn Artinius.
Im Siloturm der alten Eisenmine Herznach ist heute ein B&B eingerichtet. 

Donnerstag, 7. Februar 2019

Wie weiter mit der Alp Babental?

Letzten November assen wir in der Alp Babental zu Mittag.
Ich schrieb in diesem Blog auch schon über die Alp Babental, die in einiger Entfernung vom Dorf Schleitheim auf 600 Metern über Meer liegt und jeden Sommer 140 Stück Vieh aufnimmt. Dies ist die einzige Schaffhauser Viehweidegenossenschaft, die Alpbeiträge des Bundes bekommt; schliesslich handelt es sich bei Schaffhausen nicht um einen Bergkanton. Zur Alp gehört eine Wirtschaft, in der ab und zu Volksmusik-Konzerte stattfinden; auch dient sie als Ziel für Carausflüge Pensionierter und verköstigt Wanderer und Biker. Eben stellte ich fest, als ich etwas über die Alp Babental schreiben wollte: Dort steht eine Zäsur bevor. Heinrich «Heiri» Roth, der den ganzen Betrieb seit langem leitet, hört gegen Ende Monat auf, er mag insbesondere nicht mehr wirten. Die Genossenschaft muss einen Nachfolger suchen, wie es darum steht, weiss ich nicht. Als gelegentlicher Randenwanderer bin ich gespannt auf Nachrichten von einer der tiefstgelegenen Schweizer Alpen, auf der der Alpsommer doppelt so lang dauert wie hoch oben im Gebirge.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Halbwinterwanderung

Am Türlersee.
Auch am Türlersee.
Auf dem Albispass.
Farbe tut gut: in Mettmenstetten.
Oben auf den Kreten, besonders auf dem Albispass, lag Schnee. Nicht viel. Aber doch knapp zehn Zentimeter. Und manche Feldwege und Strässchen waren tückisch vereist. Bei der Kniebreche, vor dem Albispass, passte ich speziell auf, nicht auszurutschen - der Flurname klingt nach Operation, Gehen am Stock und zehn Wochen Reha. Unten aber, im Säuliamt, das im Kanton Zürich das mildeste Klima geniesst, war der Frühling spürbar am Samstagmorgen. Die Vögel schienen offensiver zu zwitschern als an wirklich frostigen Tagen. Die Sonne, die sich am Dunst tapfer abarbeitete, wärmte ein wenig; das Licht kommt langsam zurück. In Mettmenstetten war ich gestartet, dem Dorf, das zwei ineinander verschlungene Einhörner im Wappen trägt. Ich stieg auf halbe Höhe des Hombergs, bog ab nach Rifferswil, kam nach Vollenweid. Dann der Türlersee, ein Gewässer, um das den Kanton Zürich der Rest der Schweiz beneiden sollte, mit schüchternen Enten, die quakend flohen, als ich an das Ufer trat. Hinauf zum Albis, hinab nach Langnau, noch einmal hinauf (zum Etzliberg) und noch einmal hinab, dann war ich in Thalwil. Eine Winterwanderung war das nicht. Aber eine Halbwinterwanderung.