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Donnerstag, 14. März 2019

Nicht die kleinste Reaktion

Spruch auf der Homepage von Regionalbus Lenzburg.
Immer wieder mal passiert es mir durch die Jahre, dass ein Unternehmen oder eine öffentliche Institution nicht antwortet. Von der Gemeinde Hindelbank bekam ich nie eine Antwort auf einen Brief, in dem ich zu einem bestimmten Ort der Gemeinde Information erbat - nicht die kleinste Reaktion. Dito, als ich beim Verkehrsverein Wägital freundlich anregte, ob man nicht den Bus vom Bahnhof Siebnen-Wangen hinauf nach Innerthal bis zur Südspitze des Wägitalersees verlängern könnte, was Wanderer zu schätzen wüssten - nicht die kleinste Reaktion. Letzte Woche nun schrieb ich an Regionalbus Lenzburg. Die Sache war nämlich die: Nachdem ich an einer geführten Besichtigung der Sammlung von Museum Aargau teilgenommen hatte (Eintrag von gestern), wartete ich bei der Haltestelle "Egliswil, Industrie" auf den Bus retour Richtung Seon und Lenzburg. Die Haltestelle ist schlecht beleuchtet, weshalb man eine Lampe einschalten kann. Tat ich und stand schön im Licht. Der Bus kam pünktlich um 20 Uhr 01. Und fuhr vorbei. Der Fahrer hatte wohl nicht erwartet, dass an diesem Ort jemand einsteigen würde. Ich lief dann der trottoirlosen Raserstrasse entlang nach Seon, das war gefährlich. Am nächsten Tag reklamierte ich bei Regionalbus Lenzburg, dem zuständigen Transportunternehmen, und bat um eine Rückmeldung. Und was kam? Nichts. Nicht die kleinste Reaktion.

Mittwoch, 13. März 2019

Kindermumie und Bügeleisen

Ich sah: alte Globen, alte Wiegen, alte Stühle, Tische, Kommoden und Schränke, alte Ballroben, alte Strohhüte, alte Bügeleisen, einen riesigen ausgestopften Bisonkopf samt Schultern und Hörnern, eine Kindermumie, alte Kinderbücher, einen alten Lehrlingsbrief, alte Siegel, alte Lampen, alte Rüstungen, alte Hellebarden, alte Säbel, alte orientalische Krummsäbel, alte Samuraischwerter, alte Foltergeräte, alte Textilien, alte Laternen, alte Feuerkessel, alte WC-Schüsseln, alte Marktwaagen, alte Wagenräder. Und und und. Wo das? In der Gewerbe- und Industriezone von Egliswil, das in der Nähe von Seon liegt. Dort unterhält Museum Aargau, ein Zusammenschluss von Schlössern, anderen historischen Stätten und Ausstellungsorten des Kantons, in einer grossen Halle seine Sammlung. Was die Objekte verbindet: Sie stammen alle aus dem Aargau oder haben mindestens zu diesem einen starken Bezug. Gestern vor einer Woche war ich an einer öffentlichen Führung durch die "Schatzkammer", wie es in der Ausschreibung hiess. Zum Teil fühlte ich mich aber auch wie in einem Brocki. Die nächste Führung ist am 2. April.

Dienstag, 12. März 2019

Kurioses aus Graubünden

Ich habe eine (1) Wohnung und einen (1) Wohnsitz. Darf ich mich also selbst als in Zollikerberg "erstheimisch" bezeichnen? Ich gehe davon aus, nachdem ich gestern in Bad Ragaz in einem Restaurant die "Südostschweiz" gelesen habe. Dort sah ich einen Artikel über Zweitwohnungsbesitzer. "Zweitheimische" nennt sie die Zeitung. Seltsames Wort. Aber okay. Nachdem ich letzte Woche im Radio das Partizip-Substantiv-Mischding "Sexarbeitende" gehört habe, wundert mich kein wirrer Neologismus mehr. Und natürlich gebe ich zu, dass ich auch gern in Graubünden zweitheimisch wäre.

Montag, 11. März 2019

Aargau immer wieder gut

Blick auf Limmat (r.) und Aare vom Gebenstorfer Horn.
Hinten die Dampffahne des AKWs Leibstadt.
Die Lägern von der Baldegg aus. Bald ist der Wald wieder grün.
An der Reuss zwischen Birmenstorf und Windisch.

Mutter und Kind.
Wundervoll, die erlebte Geografie im Blick vom Gebenstorfer Horn auf das Wasserschloss der Schweiz, genauer gesagt die Limmat, die der Aare zuströmt. Am Samstag waren wir oben im Rahmen einer fünfstündigen Route: Brugg - Aareufer - Gebenstorf - Horn - Chörnlisberg - Baldegg - Petersberg - Birmenstorf - Weg am linken Reussufer - Windisch -Brugg. Die Route bereitete dem Grüppli von zehn Leuten viel Spass. Ein wenig Abenteuerfeeling kam zeitweise dazu: Nach dem sehr guten Zmittag im grossen Ausflugsrestaurant auf der Baldegg wanderten wir Richtung Birmenstorf durch einen Sturm, dessen Böen uns brutal bremsten, während wir vorwärtszukommen versuchten. Nun, wir widerstanden. Herrlich dann das Stück am unverbauten, unverstrassten Ufer der Reuss. Nett war der Regen, der sich zurückhielt und erst einsetzte, als wir schon Windisch durchquerten. Fazit: Aargau immer wieder gut.

Sonntag, 10. März 2019

Es ist die Cime de l'Est

Am Mittwoch, als ich Saint-Maurice besichtigte, fiel mir gleich als erstes der gewaltige Gipfel auf, der sich im Südwesten über dem Ort erhebt und Matterhorn spielt. Ich fragte einen Mann meines Alters, ob er sich auskenne - und welcher Gipfel das sei? Der Mann sagte, er sei in Saint-Maurice aufgewachsen, jawohl. Aber was das für ein Zacken sei: keine Ahnung! Ich erkundigte mich im Tourismusbüro und erfuhr, dass es sich um die Cime de l'Est handelt, 3178 Meter hoch. Sie gehört zu den Dents du Midi, einer Kette, die auf der kurzen Strecke von zwei Kilometern sieben markante Gipfel bildet, die alle etwa gleich hoch sind. Schöne Sache, ich mag es, Berge zu kennen. Wenn ich irgendwo wieder vorbeikomme und einen solchen Berg kenne, fühle ich mich gleich daheim.

Samstag, 9. März 2019

Bald kommt mein neues Buch

Einer von 101: der Achistein in Innertkirchen BE. (Foto: Widmer)
Mein Verlag hat diese Woche eine Ankündigung herausgeben, und also ist es Zeit, dass ich es auch an dieser Stelle erzähle: Im April kommt von mir ein neues Buch, derzeit bin ich grad an den letzten Korrekturen. "Hundertundein Stein" heisst das Ding. Es versteht sich als Ausflugsbuch und stellt grosse Brocken überall in der Schweiz vor, den Sasso del Diavolo im Tessin, die Pierre Sauvage im Unterwallis, die Fille de Mai im Jura, den Menhir von Neuhaus im Kanton St. Gallen. Um Steine geht es, die in der Regel einen Namen tragen. Um Steine, die eine Geschichte haben oder um die sich Geschichten ranken. 2018 war für mich ein enorm anstrengendes, aber auch abenteuerliches Jahr, meine ganze freie Zeit ging für die Exkursionen zu den Steinen drauf, es war, neudeutsch gesprochen, heavy; mal stand ich knapp vor dem Erfrierungstod und mal knapp vor dem Hitzekollaps, die Zugfahrten und Wege waren lang. Und jetzt ist es also bald vollbracht - ein tolles Gefühl.
Zwei Dinge noch, die beide in der Pressemitteilung stehen:
  1. Im Buch sind ausgewählte Steine bebildert. Die Fotos stammen von Georg Aerni, einem Fotokünstler vor allem auf dem Gebiet der Architektur.
  2. Vernissage ist am 12. Juni im Kaufleuten in Zürich. Moderieren und Fragen stellen wird meine geschätzte Ex-Kollegin, Tagi-Chefredaktorin Judith Wittwer. Ich freue mich extrem und hoffe, dass viele Leute zu dem steinigen Anlass kommen.

Freitag, 8. März 2019

Dracula kommt

Statue des Heiligen Mauritius. Er war Christ unf führte eine römische Legion.
Als seine Legion Christen töten sollte, weigerte er sich und wurde hingerichtet.

Froschwesen bei der Place de la Petite Californie d'Agaune.
Dort sind allerhand irre Skulpturen ausgestellt. "Agaunum" ist
in latinisierter Form der keltische Name von Saint-Maurice.
In Saint-Maurice blockiert ein mächtiger Kalkriegel das Tal der Rhone fast ganz, dies ist das Nadelöhr des Unterwallis. Geografie als Voraussetzung von Geschichte: Wer an diesem Ort siedelte, hatte Macht, indem er den Verkehr und Handel kontrollierte. Schon die Kelten taten es. Die Römer überrnahmen. Zu Ende der Antike dann entstand die Abtei, die heute als älteste durchgehend behauste und belebte des Abendlandes gilt. Am Mittwoch war ich wieder einmal in Saint-Maurice und genoss eine Stadtführung. Das war toll, weil ich viel sah und erfuhr, das ich nicht gewusst hatte. Ich möchte bald wieder hinreisen. Am 12. April startet im Schloss die Jahresausstellung. Das Thema heuer: Dracula.
Die Franziskaner betreiben in Saint-Maurice eine Hotel-Herberge. Die
Hauskapelle gilt als einzige Art-Déco-Kapelle der Romandie.