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Freitag, 31. März 2017

Finde ich gut, Migi!

War lange unterbrochen, fährt bald wieder: die Bahn auf
den Monte Generoso. (Roland Zumbühl/ Wikicommons)
Endlich, Jahre hat es gedauert! Nun endlich ist diese Woche "Fiore di Petra" vorgestellt worden, die "Steinblume" von Architekt Mario Botta. Also das neue Restaurant auf dem Monte Generoso, 1701 Meter über Meer. Ab 8. April fährt auch die Zahnradbahn wieder von Capolago unten am Luganersee auf den Aussichtsberg im Südtessin. Möglich gemacht hat das Fortbestehen des Bergs als touristische Institution der Grossverteiler Migros, der 20 Millionen Franken aufwarf - dem Monte drohte zuvor sozusagen die Stilllegung. Finde ich gut, Migi, ich komme zum Dank bald mal wieder bei dir posten.

Donnerstag, 30. März 2017

Modisches Ökodesaster

Jeder Wanderer und jede Wanderin kennt Steingärten. Sie sind ein Modephänomen und prägen so manches Einfamilienhaus-Quartier. Auch der Staat setzt zunehmend auf nackte Steinflächen, zum Beispiel in und um Verkehrskreisel. Gestern brachte der Tagi einen Artikel, der eine Studie der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zitiert; demnach sind solche Steingärten, auch "Schottergärten" genannt, aus ökologischer Sicht ein Desaster. Die Böden werden versiegelt und verarmen, und Tiere und Pflanzen finden keinen Lebensraum. Attraktiv sind die Gärten für viele Leute, weil die Gärtnerei sich auf ein Mininum beschränkt, bei den paar Pflänzli und Kräutli fällt nicht viel Arbeit an.

Mittwoch, 29. März 2017

Paolo ist dann mal weg

Eine Neuerscheinung aus
dem Rotpunktverlag:
"Fontane No. 1". So heisst
Cognettis Berghütte.
"Ich hatte erwartet, dass sich das Gefühl der Einsamkeit mit der Zeit verstärken würde, doch das Gegenteil war der Fall: Nach den ersten, etwas orientierungslosen Tagen gab es nun unzählige Dinge, die ich tun wollte: meine Landkarte des Gebiets vergrössern, Tiere und Blumen katalogisieren, im Wald nach Holz suchen, die Wiese rund um die Hütte säubern."
Ein Buch, das mir gefällt, ich bin etwa in der Hälfte: "Fontane No. 1" vom Italiener Paolo Cognetti. Der Untertitel "Ein Sommer im Gebirge" hält fest, worum es geht: Ein junger Mann, ein Städter aus Mailand, steckt in einer Lebenskrise. Er mietet eine einsam gelegene Hütte auf zweitausend Metern, verbringt dort viele Monate praktisch allein und findet wieder zu sich. Das klingt einigermassen klischeehaft, doch ist die Geschichte schön sparsam und ehrlich geschrieben. Und irgendwie packt mich bei der Lektüre grad die Lust, auch einmal...

P.S. Für die, die Italienisch lesen, hier der Link zum Blog von Paolo Cognetti.

Dienstag, 28. März 2017

Ritterplumpsklo

Pferdemode im Mittelalter.
Die Folterkammer mit dem Streckbett und dem Flechtrad.
Eine schmucke Miniarmbrust.
Schloss Grandson ist so, wie man es sich von aussen vorstellt: verwinkelt, mit vielen Treppen und Tiefblicken von immer neuen Zinnen und durch immer neue Scharten. Vor einiger Zeit besichtigten wir es, man bekommt bei der Kasse ein Plänli mit 27 Stationen und braucht dann gut anderthalb Stunden, um alles anzuschauen und zu begehen. Viele der Sammlungen fanden wir ziemlich dilettantisch arrangiert und aufbereitet, doch amüsierte uns das gleichzeitig: die Art zum Beispiel, wie die wertvollen Oldtimer in zwei grosse Gewölbesäle gepfercht waren. Oder die in ein paar Kästen ohne grosse Kommentare dargebotenen Pfeilspitzen und dergleichen aus der Pfahlbauerzeit. Der Highlights gab es doch einige: Da waren zum Beispiel zwei Heizkörper von 1890, die noch im Betrieb sind. Ein schön enges Plumpsklo. Das Bett des Vogtes, der angesichts der beschränkten Dimension des Liegemöbels ziemlich klein gewesen muss. Oder auch eine Miniarmbrust. Und so lohnt die Visite auf Schloss Grandson auf jeden Fall.
Das Plumpsklo.
Ein Heizkörper von einst.
Und ein hübscher Oldtimer. Da war Autofahren noch sexy.

Montag, 27. März 2017

Geschützstellung wird Partyraum

Silvia Götschi, geboren im Kanton Nidwalden, ist eigentlich Krimiautorin. Ihr neues Buch freilich ist ganz anders gelagert. "111 Orte im Kanton Schwyz, die man gesehen haben muss" heisst es. Wobei: Spannungsliteratur ist das ja durchaus. Götschi präsentiert mir so einiges, das ich noch nicht gesehen habe, zum Beispiel die beiden Artilleriewerke auf der Alp Sattel-Halsegg von 1986; die eine Geschützstellung ist heute ein Partyraum, die andere wurde zum Museum für General und Landesvermesser Henri Dufour umfunktioniert. Meine Wunschliste mit Schweizer Orten, an denen ich noch nie war, wird durch dieses Buch ein Stück länger.

Sonntag, 26. März 2017

T'as où les vaches?


Die Romands haben ihren ganz eigenen Slang. In diesem Clip (6 1/2 Minuten) machen sich junge Franzosen auf, in Lausanne ein paar Leute nach ihren typischen Lokalausdrücken zu fragen. Hier quasi als Amuse-bouche drei davon:
  1. Il fait monstre chaud. Es ist brutal heiss.
  2. T'es royé de venir ici. Du spinnst doch, dass du hierher kommst.
  3. T'as où les vaches? Wo wohnst du?

Samstag, 25. März 2017

Die Festplatte von 1932

Pavatex-Produktion in Cham.
(Frank Schramm/ Wikicommons)
Als ich in Cham ZG auf dem Industriepfad an der Lorze unterwegs war, las ich auf einem Schild, dass in Cham am 17. November 1932 die erste Festplatte produziert worden sei. Kann das sein? Es kann, da es sich nicht um einen Bestandteil des Computers handelt; in diesem Fall gemeint ist die Festplatte aus Holz. Die Papierfabrik Cham fand einen Weg, ihre Schleifabfälle zu nutzen, indem sie das Material verfestigte und presste. 1936 wurde das Verfahren in eine eigene Fabrik ausgelagert, die Pavatex. Der Name ist bis heute geblieben und erstreckt sich auch auf das Erzeugnis, jene im Bau so beliebten Platten und Wände; in dem Wort versteckt sich "Pava" gleich "Papierverpackung".