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Montag, 4. Juni 2018

Die Leventina ist weg

Sechs Minuten bis zur Abfahrt:
Locarno, im unterirdischen Bahnhof der Centovallibahn.
Was für ein Bahnexzess! Gestern fuhr ich um 5 Uhr 22 in Zollikerberg ab. Die Stationen meiner Reise: Zollikerberg - Zürich - Bellinzona - Locarno - Domodossola - Brig (eine Verabredung) - Bern - Zürich - Zollikerberg. Die ganze Übung hatte in erster Linie mit einem Artikel für die "Schweizer Familie" zu tun; ich stelle ihn dann vor, wenn er erschienen ist. Für einmal stimmte an diesem Sonntag alles am ÖV, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass ich mir einen Tagesklassenwechsel leistete und erste Klasse fuhr; ich hatte hinab ins Tessin praktisch den ganzen Waggon für mich. Und auf der Centovalli-Linie war ich auch allein, abgesehen von den zwei Kondis, die auf italienischem Gebiet zustiegen und mehr als eine Stunde durchschnatterten; eines aber taten sie gar nicht: Billette kontrollieren und sich um die Fahrgäste kümmern. Die Anschlüsse wurden alle eingehalten, die einzige kleine Verspätung summierte sich auf vier Minuten bei der Abfahrt in Brig, aber bis Bern waren wir wieder pünktlich. Was mir am frühen Morgen klar wurde, während ich im neuen Bahntunnel durchs Gotthardmassiv sauste: Aufgrund der Neat ist eine ganze Tessiner Talschaft aus dem Bewusstsein des modernen Bahnreisenden eliminiert. Die Leventina findet nicht mehr statt.

P.S. Heute geht es, für einen anderen Artikel, schon wieder ins Wallis. Diesmal in die Gegend von Sion. 
Intragna. Der Kirchturm ist der höchste im Kanton Tessin.

Sonntag, 3. Juni 2018

Nach Wasserauen walzern

Der Walzer. (Screenshot aus dem
  Video der Appenzeller Zeitung).
Diese Woche wurden die neuen Wagenkompositionen "Walzer" der Appenzeller Bahnen vorgestellt. Und ich war am Freitag beruflich im Appenzellerland und fuhr Bahn, worüber ich gestern bloggte. Leserin Marianne kombinierte aus beidem, dass ich beim "Walzer"-Medienanlass gewesen war. Stimmt nicht, keineswegs. Da nun aber das Thema aufgetaucht ist, hier die Fakten, die an diesem Anlass mitgeteilt wurden: 40 Millionen Franken zahlen die AB für fünf Walzer-Kompositionen von Stadler Rail. Momentan ist Testbetrieb, kann sein, dass man als Passagier auf der Strecke Gossau - Appenzell - Wasserauen walzert. Ich selber war am Freitag auf der Strecke Gais - Appenzell unterwegs. Da waren die altgewohnten Wagen im Einsatz.

Samstag, 2. Juni 2018

Gewitterdeppen und eine schöne Zugfahrt

Schreiben kann er, der gefallene Meteorologe Jörg Kachelmann, ich fand seine Kolumne kürzlich über Gewitter amüsant. Und - gegen Schluss - nützlich mit den Tipps, wie man sich gegen den Blitz schützt. Schlüsselaussage: "Nur Deppen werden vom Gewitter überrascht." Hier geht es zum Artikel.

P.S. Gestern war ich beruflich unterwegs und fuhr eine Zugstrecke, die mich für eine halbe Stunde in die Ferien katapultierte: Gais - Stoss - Altstätten. Wunderbar, zuerst die Hochebene zwischen Sommersberg und Hirschberg und dann die Zahnradstrecke steil hinab ins Rheintal.

Freitag, 1. Juni 2018

Tramelots und Delémontains

Gestern war ich wegen einer Reportage im Jura. Wie immer, wenn ich durch eine bestimmte Gegend komme, kaufte ich mir eine lokale Zeitung, in diesem Fall das "Journal du Jura". Beim Lesen eines Artikels über Jugendliche in Tramelan, die konfirmiert worden waren, erfuhr ich, wie man die Einwohner dieses Dorfes nennt: les Tramelots. Sehr schön, ein neuer Eintrag auf meiner Liste solcher Wörter. Die Einwohner von Delémont heissen übrigens... Delémontains.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Als Helvetien von Mainz aus regiert wurde

Kaiser Claudius. Siehe
Punkt 2. (Wikicommons)
Heute ein bitzli Römerkunde. Das Gebiet der heutigen Schweiz gehörte in der Antike fünf römischen Verwaltungsbezirken an:
  1. Das Tessin war ein Teil Italiens.
  2. Das Wallis, das zuerst zu Rätien zählte, wurde unter Claudius eine eigene Provinz, die Walliser erhielten das volle römische Bürgerrecht. Vermutlich geschah das wegen der enorm wichtigen Heerstrasse über den Grossen St. Bernhard. Man wollte die Walliser motivieren, treulich über diesen zu wachen.
  3. Genf gehörte zur narbonnensischen Provinz.
  4. Die ganze Ostschweiz samt Graubünden gehörte zu Rätien.
  5. Helvetien, der Grossteil des Gebiets der heutigen Schweiz, unterstand der Provinz Gallia Belgica. Im Jahr 90 nach Christus wurde Helvetien neu zugeteilt, nämlich der Provinz Germania superior. Verwaltungssitz war Mainz.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Flühli will auch eine

Wilder Winkel: im Chessiloch in Flühli.
Sieht so aus, als gäbe es bald schon wieder eine Hängebrücke. Diesmal in Flühli LU, dem Dorf unterhalb von Sörenberg. Im Gebiet Chessiloch soll die Brücke den Seebenbach auf 40 Metern Höhe überqueren, 62 Meter lang würde sie, ihr Bau dürfte rund 370 000 Franken kosten. Die Gemeinde macht geltend, dass man, falls die Brücke kommt, ein Wegstück und einen Holzsteg nicht mehr brauchen wird, die in der Vergangenheit durch Hochwasser immer wieder beschädigt wurden. Und natürlich geht man in Flühli davon aus, dass eine solche Hängebrücke in sich selber eine touristische Attraktion darstellt. Wer etwas mehr wissen will, hier geht es zum Artikel von gestern online bei der "Luzerner Zeitung".

Dienstag, 29. Mai 2018

Safransenf

Amerikas Präsident hat das Atomabkommen mit Iran gekündigt. Aber Thomy, die Mayonnaise- und Senffirma, die aus der Werbung bekannt ist, in der das Kotelett in der Pfanne singt, während es mit Senf (glaubs) eingerieben wird - diese Thomy, seit 1971 Teil von Nestlé, macht einen Schritt auf Iran zu. Mit einem Senf mit, wie die Firma mir in einem Mail schreibt, persischem Safran. Handgepflückt ist der Safran auch. Ist das nicht grossartig völkerverbindend?