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Samstag, 1. September 2018

Werden wir den Sarg sehen?

Hm. Ganz so golden wirds heut nicht.
Wir haben den 1. September und sind also aus Meteorologen-Sicht im Herbst. Unsere erste Herbstwanderung heute - sie wird uns auf einen Aargauer Berg ("Berg") führen. Und ins Fricktal, wo ich hoffe, einen ganz speziellen Sarg zu sehen, aber das ist nicht sicher. Morgen erzähle ich mehr und wünsche mir nun, dass wir nicht fest verregnet werden. Ein bisschen, das wäre mir egal. Denn wir haben ja Herbst.

Freitag, 31. August 2018

St. Gallen festet

Der Bahnhof St. Gallen gestern.
Gut vier Jahre dauerte der Umbau des Bahnhofs St. Gallen und des Bahnhofplatzes. Jetzt, halleluja, ist es vollbracht. Heute Freitag und morgen Samstag ist die offizielle Einweihungsfeier. Das heisst? Nun ja, wer feierliche Reden und Musik und Party mag, reist hin. Und wer keine Lust auf Rummel hat, meidet St. Gallen mal für zwei Tage. Festgelände ist der Bahnhofplatz.

Donnerstag, 30. August 2018

Höhenumweg

Gestern wollte ich planen, ich öffnete die SchweizMobil-Karte und vergrösserte sie im Raum Solothurner Jura, der mich interessierte. Ich sah ein Warnschild. Beim Anklicken erfuhr ich: Aha, Steinschlaggefahr, Umleitung auf dem Höhenweg von Balsthal zum Weissenstein. Gute Sache, besser kann man einen solchen Hinweis nicht platzieren.

Mittwoch, 29. August 2018

Rohllstuhltaugliche Bergwelt

Berg.
Wasser.
Kuh.
Die Engstligenalp bei Adelboden könnte flacher nicht sein; ihr Boden ist topfeben, so dass auch Rollstühle die vorgeschlagene einstündige Rundwanderung auf dem breiten Kiesweg machen können. Rundum hat es Berge, die Tschingellochtighoren (oberstes Foto) sind etwa zu nennen, der Wildstrubel und der Ammertenspitz. Die Bäche, die von den Fluhen herabkommen, fliessen auf der Ebene im Zeitlupentempo breit und flach, um sich mancherorts zu schneiden und wieder auseinanderzuziehen. Das Glitzern des Wassers auf der Engstligenalp, die samt ihren Auen national geschützt ist: ein bleibender Eindruck meines Wandersommers.
Ebene.

Dienstag, 28. August 2018

Gestern war ich eine Kuh

Die Adelbodner strahlen ihre Fälle
nachts im Fall an.
Es gischtete, toste, brauste, röhrte, schäumte, auch war da dieser feine, vom Wind herangetragene, nebelartige, die Kameralinse nässende Sprühdunst. Gestern stieg ich von Unter dem Birg bei Adelboden, also der Talstation der Seilbahn zur Engstligenalp, zu ebendieser Alp auf. Mein Weg war der Zügelweg, auf dem die Kühe die Alp erreichen und verlassen; ich war demnach selber eine Kuh, irgendwie. Die Route bereitete - muh! - Spass: diese in den Fels gehauenen und gesprengten Passagen, diese mit unzähligen Holzbohlen befestigten Tritte, diese Tiefblicke und Steilkehren. Noch viel mehr machten die beiden über 370 Höhenmeter sich ziehenden Engstligenfälle Freude; es sind kaum gebändigte, in ihrer Wildheit beeindruckende Kraftkerle, denen ich auf dem Kuhweg nahe kam. Oben drehte ich später eine Runde über eine der grössten Hochebenen der Alpen. Aber das muss in einem eigenen Blogeintrag geschildert werden. Zu den Fotos: Sie zeigen alle vier den oberen Fall, beim untersten Fall-Foto sieht man an der Felskante die Seilbahnstation.

Montag, 27. August 2018

Ade, Sommerfahrplan, ade

Gestern fuhr ich nach St. Gallen und retour. Es ging gut.
In den letzten Monaten war ich viel unterwegs, für Wanderungen, für den Job, sonst. Sicher zwei, drei Mal pro Woche fuhr ich weite Strecken, war mehrmals in der Romandie, im Bündnerland, in der Ostschweiz, war auch im Tessin und im Wallis. Und so wurde auch ich vom "Sommerfahrplan" der SBB tangiert; dieser schlaue, nach Ferien und Sonnencrème klingende Euphemismus kaschierte gut 30 Grossbaustellen, die zum Teil massive Beeinträchtigungen verursachten - besonders betroffen waren die drei Abschnitte Lausanne - Puidoux, Gelterkinden - Tecknau und St. Gallen - St. Gallen Winkeln, es gab Zugumleitungen, Zugausfälle und grobe Verspätungen. Und doch! Letztlich war Planung im Chaos, es ging stets vorwärts, bloss ein bisschen umständlicher und langsamer, in Rolle oder Biasca oder Liestal stranden musste niemand. Aber froh bin ich schon, dass ab heute der Sommerfahrplan, der am 30. Juni begann, Vergangenheit ist. Falls es diese Woche auf dem SBB-Netz hapern sollte, dann ist das wieder normal. Ausrufen, sich beschweren, motzen finde ich übrigens gut, wenn wieder mal ein Zug mit mehreren Waggons ohne funktionierende WCs verkehrt (letzte Woche fuhr ich nach Biel, da waren es vier hintereinander; der Kundendienst hat mein Mail bisher nicht beantwortet). Gleichzeitig sollten wir die Relationen nicht verlieren; dabei hilft der Artikel meines NZZ-Lieblingsautors Benedict Neff über die Zustände bei der Deutschen Bahn. Dort sind die Probleme im Vergleich riesig; genau darum mag ich die amüsante Note von Neffs Text.

Sonntag, 26. August 2018

Wunschlistenhoger

Mutz zwischen Winzenried und Englisberg.
Heim Kühlewil voraus.
Beste Freundinnen.
Bin halt ein technisches Simpeli, war ich immer. Nachdem ich gestern meinen Jammerbeitrag über die kaputte Lumix aufgeschaltet hatte, meldete sich Leserin Marianne mit dem Tipp, ich solle doch die Speicherkarte in eine andere Kamera einlegen. Ja, ja, lacht nur, Leser, darauf wäre ich nicht gekommen. Es klappte, danke Marianne und danke liebe billige, vergessene Ersatzlumix im Schublädli ganz unten. Und also kann ich hier nun doch in Wort und Bild von meiner Freitagswanderung erzählen. Sie führte von Belp über Winzenried, Englisberg, Kühlewil, Oberulmiz auf den Ulmizberg und hinab nach Schliern; von dort trug mich ein Bus direkt an den HB Bern. Das Wetter war interessant, ich schwitzte wie wild, wenn es nicht windete und die Sonne sich zeigte; dann wieder blies ein Giftwind, der mein nasses Hemd zu einem Eispflaster machte, brrr. Aber ergiebig war das schon, ich sah vieles, alte Speicher, eine kuriose Bärenskulptur im Wald, den Findling Teufelsstein, das riesige Alters- und Pflegheim Kühlewil im Grünen. Und natürlich war da der Turm auf dem Ulmizberg, eine Hässlichkeit sondergleichen mit einer - das versöhnt - Aussichtsplattform, auf der mich freilich der Wind dermassen plagte, dass ich nicht verweilte. Reizvoll schliesslich der Abstieg durch den Wald mit einer langen Holztreppe eine besonders rutschige und steile Sandstein-Passage hinab. Ulmizberg: Der Hoger stand lange auf meiner Wunschliste. Endlich habe ich ihn bestiegen.
Hässlich: Der Turm auf dem Ulmizberg.
Es geht hinab nach Schliern, gut, ist der Boden trocken.