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| Das "Constanzer Wirtshaus" und die Fetzen. |
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Widmer Wandert Weiter
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Montag, 2. Februar 2026
Höllische Fetzen
Sonntag, 1. Februar 2026
Wanderung mit Hüppenhalt
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| Blick von Schloss Arenenberg auf Ermatingen mit dem markant in den Untersee vorgeschobenen Schwemmdelta. |
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| Weltkriegsbunker bei der Bahnstation Triboltingen. |
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| Schönes Gottlieben: das "Seecafé". |
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| Düsteres Gottlieben: das Wasserschloss. |
Samstag, 31. Januar 2026
Rührung in Konstanz
Letzten Mittwoch wanderten wir vom Bahnhof Mannenbach-Salenstein nach Konstanz. Vom Thurgau nach Deutschland. In Konstanz sah ich eine Tafel, die für den regionalen ÖPNV warb, also für den öffentlichen Personennahverkehr. Und war als Schweizer ein wenig gerührt, dass die Deutschen das mit Verweis auf unseren ÖV tun.
Freitag, 30. Januar 2026
Das Bachduell
Dieser Tage lese ich das letztes Jahr erschienene Buch "Die Reuss. In der Mitte der Schweiz und ihrer Geschichte". Es diskutiert unter anderem die Frage, welcher unter den diversen Quellbächen der Reuss der wichtigste ist, also sozusagen DIE Quelle der Reuss. Bis in die frühe Neuzeit schien die Sache klar: Die Gotthardreuss galt als Reussquelle, denn man schaute den Gotthard als Herz der Alpen an. Als Zentrum. Als Ort des Ursprungs der Dinge. Als Mitte. Später verbreitete sich die Ansicht, die Furkareuss sei wichtiger und der eigentliche Quellfluss. Da war aber auch noch der Mönch und Alpenforscher Placidus a Spescha aus dem Kloster Disentis, 1752–1833. Für ihn lag der Anfang der Reuss in der Witenwasserenreuss, die bei Realp in die Furkareuss einmündet. A Spescha könnte recht haben, findet Buchautor Jean-Daniel Blanc. Erstens führt die Witenwasserenreuss mehr Wasser als die Furkareuss. Zweitens, das macht sie bedeutend, kommt sie von einer Dreifach-Wasserscheide, wo die Einzugsgebiete der Reuss, der Rhone und des Ticino aufeinanderstossen. Ein dritter Grund ist mittlerweile hinzugekommen: Aufgrund des Rückzuges des Witenwasserengletschers ist der Bach, den er entlässt, signifikant länger geworden. Interessant, dieses Quellbachduell.
Donnerstag, 29. Januar 2026
Zofinger Schatzkammer
Ein schöner Bau, dieses Museum Zofingen, das ich am Wochenende besuchte. Er datiert von 1901, imitiert die Palazzi von Florenz, die Fassade ist mit Sgraffiti dekoriert, man hatte in der Aargauer Kleinstadt Stil. Geld sowieso. Inwendig ist das Haus eine Fundgrube respektive Schatzkammer, es gibt auf mehreren Etagen Versteinerungen und Kristalle zu sehen, aber auch präparierte Tiere, Feuerwehrgerät, Flinten, Säbel, und der im Ort verwurzelte Schweizer Medienkonzern Ringier hat eine eigene Abteilung. Mir gefiel das Museum, weil es so schön altmodisch ist, Schaukästen dominieren, das digitale Angebot ist klein, viel Museumspädagogik gibts nicht. So kann man sich treiben lassen, was ich mit Freuden tat.
Mittwoch, 28. Januar 2026
Ein Römer in Solothurn
Darf ich vorstellen? Das ist Candidus. Er lebte im 4. Jahrhundert nach Christus in Rom, starb jung, mit etwa 20 Jahren, wurde unterirdisch begraben in einer der Katakomben, deren Entdeckung mehr als tausend Jahre später das katholische Abendland beflügelte – man nahm an, dass all die Toten zu Lebzeiten Christen gewesen waren. Verfolgte. Märtyrer. Heilige. Viele von ihnen, also ihre Reste, wurden über die Alpen geschafft, auch in der Schweiz gibt es an einigen Orten, etwa in der Klosterkirche Rheinau ZH, Katakombenheilige. Zurück zu Candidus: Er wurde, salopp gesagt, in Solothurn eingebürgert, wo er auch seinen Namen erhielt und die längste Zeit im Frauenkloster Namen Jesu aufbewahrt wurde. Ich fotografierte den jungen Mann respektive sein mit Gaze verhülltes, nach Art eines römischen Legionärs gepanzertes, mit kostbaren Steinen veredeltes Skelett im Historischen Museum Blumenstein in Solothurn.
PS: Heute gehe ich nach längerer Pause (Grippe) wieder wandern. Am Bodensee. Freue mich.
Dienstag, 27. Januar 2026
Zofingens Blutstab
Man soll nicht vorschnell den Stab über jemanden brechen. Die Redewendung heisst so viel wie: Man soll nicht vorschnell über eine Person ein endgültiges Urteil sprechen. Sie verurteilen. Am Sonntag war ich im Museum Zofingen und sah dort – neben unzähligen anderen interessanten Dingen – einen Blutstab. Auf meinem Foto ist es der dünne Stab rechts, das links ist passenderweise ein Richtschwert. In sehr alten Zeiten, las ich im Begleittext, wurde in Zofingen auf dem Gerechtigkeitsplatz, mittlerweile umbenannt in "Niklaus-Thut-Platz", Recht gesprochen. Hatte der Richter das Urteil gefällt, zerbrach er seinen Blutstab und warf ihn dem oder der Verurteilten vor die Füsse. Das Urteil war endgültig, Rekursinstanzen gab es nicht.
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