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Dienstag, 31. März 2026

Eggers Menagerie

Die Geschichte hinter dieser reich mit Tiermotiven – darunter sind auch Affen und Raubtiere – bemalten Fassade ist interessant. Jakob Egger war "Marchand en bêtes sauvages", handelte also mit wilden Tieren. 50 Jahre lang zog er im 18. Jahrhundert durch Europa samt seinem Wanderzirkus. 1767 liess er in Aarwangen BE das "Tierlihuus" bauen als Menagerie – als Privatzoo und Basislager.

Montag, 30. März 2026

Monoton oder meditativ?

Hier starteten wir: Schloss Aarwangen.
Letzte Impression von Aarwangen.
Man könnte die Route von Schloss Aarwangen via Weissenried und Brotheiteri zum Flugplatz Langenthal bei Bleienbach "monoton" nennen. Oder aber "meditativ". Jedenfalls bestand sie aus langen Geraden und verlief zu einem guten Teil im Wald, wir sahen vor allem Bäume. Der Flugplatz bot dann Unterhaltung und Abwechslung, ich habe ihn gestern bereits vorgestellt und möchte heute bloss nachführen, dass das Essen im Restaurant Hangar 5 – schön mit Blick auf die zwei Pisten – sehr gut war von Käseschnitte über Schnipo bis Flammkuchen. Danach wählten wir, weil es bereits halb regnete, halb graupelte, die Direttissima hinüber ins nahe Herzogenbuchsee. War durchaus schön, wobei ich schon finde, der Winter dürfte jetzt seine Feindseligkeiten einstellen und uns dem Frühling überlassen.
4 h, 290 Hm aufwärts, 240 Hm abwärts.
Sieht immer schön aus: Flammkuchen.

Gleich noch ein Foto aus dem "Hangar 5".

Sonntag, 29. März 2026

Der Oberaargau geht in die Luft

Das mobile Kontrollcenter des Flugplatzes Langenthal.
Der Hangar mit dem Flugplatz-Restaurant.
Kinder haben ihr eigenes Flugi.
Mitte der 1930er-Jahre wird in Bleienbach, fünf Kilometer südwestlich von Langenthal BE, ein kleiner Flugplatz gebaut. Eine Graspiste, ein Hangar, mehr ist da nicht. Im Zweiten Weltkrieg sind Jahre später an diesem Ort Fliegertruppen stationiert, die Piste wird für sie verlängert; später, nach dem Krieg, kann allerdings auch diese erneuerte Piste nicht mehr genügen, die Militärs ziehen ab. Aber den Flugplatz gibt es bis heute, zur Graspiste ist eine Asphaltpiste hinzugekommen. Für Betrieb sorgen drei Luftsportclubs, es wird motorisiert geflogen, aber auch Segelflugzeuge haben in Bleienbach ihre Basis. Gestern schauten wir vorbei, assen im Flugplatz-Restaurant, sahen einige Starts und Landungen. Lustig fanden wir das Kontrollcenter, das in und auf einen VW-Bus montiert ist und auch mal den Ort wechselt.

Der Flugplatz Langenthal ist von Wiesen umgeben.

Samstag, 28. März 2026

Busbahnhof Novosibirsk

Ich finds hässlich. Dieses Schmutzgelb. Vor wenigen Tagen schickte ich dem Kollegen, der in Lenzburg lebt, ein Foto des Lenzburger Bahnhofplatzes mit dem überdachten Wartebereich bei den Bussen. Das sehe aus wie der Busbahnhof von Novosibirsk, schrieb ich dazu. Mein Kollege, ganz der Lokalpatriot, antwortete, die Anlage sei "Kult". Nun, lassen wirs offen, ist wohl Geschmackssache. Sicher ist, dass die SBB den Bahnhof Lenzburg, den täglich 25'000 Menschen benutzen, umbauen will, er ist längst veraltet, zudem soll die Anzahl der Reisenden in den nächsten anderthalb Jahrzehnten auf 40'000 steigen. Rund 230 Millionen Franken dürfte die Erneuerung und Erweiterung kosten, auch der Vorplatz, von dem hier die Rede ist, soll umgemodelt werden. Voraussichtlich diesen Herbst sollen die Arbeiten am Bahnhof beginnen. Ich gehe davon aus, dass die Schmuddelüberdachung in den nächsten Jahren verschwinden wird.

Freitag, 27. März 2026

Ein Aargauer Esszimmer

Mein Zmittag.
Drinnen.
"Maria's Esszimmer im Seetal": Das klingt schon so gemütlich. Am Mittwoch, nachdem wir vom Homberg abgestiegen waren, gingen wir dort – in Beinwil am See – essen. Es war wirklich, wirklich, wirklich gemütlich. Drei eher kleine Einzelstuben in Folge, darin ältere Personen aus dem Ort. Sowie Handwerker und andere Berufsleute. Und nun auch wir. Mein Gegenüber hatte ein Cordon bleu, das sie, eine ausgewiesene Oft-Cordon-bleu-Esserin und -Kennerin, als "das beste seit ewig" lobte. Ich wiederum liebte meine Hacktätschli auf Lauchgemüse mit Risotto als Beilage. Und gleich noch zwei tolle Dinge: Das Essen ist wesentlich günstiger als in der Stadt. Und der Service so was von freundlich. Geht zu Maria, Leute, die kanns.

PS: Maria gibt es nicht. Die Wirtin Mirjam Strub fand, als sie das Lokal im vormaligen Restaurant Seetal vor neun Jahren eröffnete, dass ihr eigener Name nicht so toll klinge bzw. "Maria" viel besser töne. Kann ich nicht nachvollziehen, ist mir aber völlig egal. Hauptsache, die Küche ist gut.

Das "Eszimmer" findet sich gut 600 Meter vom
Bahnhof Beinwil entfernt im vormaligen Restaurant Seetal.

Donnerstag, 26. März 2026

Die Böen wurden heftig

Schöner Aargau: der Hallwilersee (l.) und der Baldeggersee vom Homberg aus.
Baujahr 1910, Höhe 16,9 Meter:
der Hombergturm, Gemeinde Reinach AG.
Kurz vor dem Temperatursturz gingen wir gestern Vormittag von Oberkulm via Sood, Tätschbüel und Ober Flügelberg zum Homberg, der die Gegend des Wynentals vom Seetal trennt. Als wir um neun Uhr starteten, schien noch die Sonne. Bald aber überzogen Wolken den Himmel. Und es kam ein starker Wind auf, der im Wald ein wenig unheimlich war, es lärmte. Die Böen wurden so heftig, dass wir es auf dem Homberg, 787 Meter über Meer, nur knapp noch auf den Aussichtsturm schafften, oben auf der Plattform musste man sich mit beiden Händen festhalten, um sicher stehen zu können. Aber trocken blieb es, dies auch, während wir im Folgenden nach Beinwil am See abstiegen. Dort gabs einen wunderbaren Zmittag, von dem ich gesondert erzählen möchte. Auf der Heimreise setzte schliesslich der Regen mit Wucht ein. Toll, unser Aargauer Wanderschnäppchen.
(3 h 30 min, 480 Hm aufwärts, 445 Hm abwärts)
Letzter Blick zurück auf den Hombergturm im Abstieg nach Beinwil.

Mittwoch, 25. März 2026

Schoggi-Gigantismus

  • Drei neue Hotels sollen auf dem Areal entstehen.
  • Eine Seilbahn soll Besucherinnen und Besucher zum Eingang führen.
  • Die bestehende Ausstellungsfläche soll von 2'000 auf 30'000 Quadratmeter anwachsen.
  • Pro Jahr soll eine Million Menschen vorbeischauen, doppelt so viele wie im Rekordjahr 2025.
"Cailler"-Werbeplakat von 1929.
(Foto: Wikicommons)
Die Rede ist von der "Maison Cailler" in Broc im Kanton Freiburg, einer aktiven Schoggifabrik samt grosssem Besucherzentrum. In naher Zukunft soll daraus ein riesiger Schokoladenpark werden, 400 Millionen Franken dürften in das Projekt fliessen. Eben wurden die Pläne öffentlich aufgelegt, wenn alles gut läuft, könnten die Bauarbeiten 2027 beginnen, reportiert die "Hotel-Revue". In diesem Fall würde der neue Themenpark im Jahr 2030 eröffnet.