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Samstag, 10. Januar 2026

Fauler Bauer

Beim Schochengäbris in der Nähe des Gäbris.
Mal wieder ein bisschen Namenskunde, ich mag das halt. Als wir vor wenigen Wochen vom Gäbris nach Bühler abstiegen, kamen wir beim Schochengäbris vorbei. Ich schaute nach, was der Flurname bedeutet, was mich umso mehr interessierte, als der Familienname Schoch in Ausserrhoden häufig vorkommt; unvergessen unser mittlerweile verstorbener FDP-Politiker Otto Schoch, der den Kanton im Ständerat vertrat. Zurück zur Namensdeutung: Ein Schoch ist entweder ein Bauer, der Heuhaufen anlegt, Schochen. Oder aber, auch das meint Schoch, ein gutmütiger, etwas fauler Bauer.

Freitag, 9. Januar 2026

Ich riech' ihn schon

Die Siedlung Winkelhalden in Oberrieden ZH ("anders wohnen im Alter") ist ein Ort, an dem die Leute, viele davon fortgeschrittenen Alters, sich in allerlei gemeinschaftlichen Aktivitäten und Komitees engagieren. Auch eine eigene Kultur-Veranstaltungs-Reihe haben sie, den "Salon im Winkel". Diesen Sonntag bin ich dort zu Gast, stehe der Fernsehjournalistin und Dokfilmerin Christa Miranda Red und Antwort. Nach der Matinée gibts Brunch - ich rieche ihn schon, den Butterzopf. 

Donnerstag, 8. Januar 2026

Oltens Jüngling


Wie kaum ein anderes Kunstwerk prägt dieses das Oltner Stadtbild. "Remonte!" findet sich auf der Altstadtseite der Bahnhofbrücke, der Name bedeutet "Steig wieder auf!", freilich scheint sich der Jüngling mit dem Wieder-Aufsteigen schwer zu tun, das Pferd benimmt sich widerspenstig. Von Otto Charles Bänninger stammt die Bronzeplastik von 1961 und war in ihren Anfängen umstritten. Es gab Leute, die störten sich daran, dass der Jüngling nackt war. Und dass seine Gesichtszüge abstrahiert waren. Womöglich ging es aber auch darum, dass die örtlichen Behörden vorerst einen Bildhauer aus der Region auserkoren hatten, diesen zentralen Ort zu bestücken, bis nach einigem Hin und Her doch ein Wettbewerb ausgeschrieben wurde. Den gewann Bänninger. Ein Zürcher. Aber das ist alles vergangen, vergeben, vergessen. Heute ist "Remonte!" akzeptiert. Die Skulptur, die ich kürzlich fotografierte, würde einem fehlen, wenn sie nicht dastünde.

PS: Der Führer "Kunst in Olten" listet 83 Kunstwerke in der Stadt auf und schlägt fünf Spaziergänge vor, auf denen man sie kennenlernt. Er ist gratis beziehbar und auch herunterladbar – toll und vorbildlich, liebes Olten.

Mittwoch, 7. Januar 2026

Zollikons Wolfsgarn

Hier kam einer durch. (Foto: U.S. Fish
and Wildlife Service / Wikicommons)


Oswald Renner, damals Pfarrer in Greifensee, schildert die Wolfsjagd von 1594 in drastischen Bildern. Hunderte Männer treiben den Wolf aus der Gegend von Winterthur Richtung Zürichsee, mehrere Tage dauert die Hatz, auf der Flucht soll das Tier einige Kinder gerissen haben. Bis es sich schliesslich in Zollikon im aufgespannten Garn verheddert und getötet wird. Eine Delegation präsentiert den Menschenfresser umgehend dem Zürcher Bürgermeister und kassiert eine dicke Prämie. Die Begebenheit ist im "Zolliker Jahrheft" 2025 erzählt samt dem Detail, dass das alte Wolfsgarn – solche Fangnetze waren bis zu 100 Meter lang – noch 1830 auf dem Dachboden des Restaurants Rössli in Zollikon gelegen habe. Mitterweile ist es verschwunden.

Dienstag, 6. Januar 2026

26 in 24

Blogger Harris in Aktion. (Youtube)
Heute mal wieder ein Video, eines mit sehr schönen Bildern aus der Schweiz. Der amerikanische Blogger Johnny Harris – 7,36 Millionen Menschen folgen ihm – lässt sich von der SBB einladen und darf eine Woche lang gratis durch unser Land reisen. Gegen den Schluss zu formuliert er eine anspruchsvolle Challenge: in 24 Stunden mit dem ÖV alle 26 Kantone berühren. Schafft er es? Nun, man schaue selber. Ich verrate nur soviel: Es gibt unterwegs dann doch Komplikationen. Und noch ein Tipp für die, die sich nicht die ganzen 43 Minuten Video anschauen wollen, in denen so nebenbei die ganze Bahngeschichte der Schweiz zusammengefasst wird: Die eigentliche Challenge beginnt in der Minute 25.

Montag, 5. Januar 2026

Das Ybrig hat einen Gletscher

Mein "Schweizmobil"-Screenshot zeigt rechts das Gebiet der Wannenalp.
Die Infotafel beim Loch. (Foto: Schwyz Tourismus)
So ein Eisloch ist doch immer faszinierend. Vor längerem besuchten wir im Neuenburgischen die Glacière de Montlési, stiegen über eine Leiter hinab in den Kessel mit dem Minigletscher. Nun, auf der Wannenalp im Ybrig, Kanton Schwyz, gibt es auch ein solches Loch, das ganzjährig Eis enthält. Letztes Jahr wurde dort im Juli eine Infotafel enthüllt, las ich kürzlich und nahm mir den Ort auf 1700 Metern als Ausflugsziel vor. Auch wenn man als Wanderer nur von einer gesicherten Plattform ins Loch in 25 Metern Tiefe spähen kann, nicht aber es betreten. Über Jahrzehnte nutzte offenbar der mittlerweile verstorbene Älpler die Eisgrube als Kühlschrank und lagerte in ihr seine verderblichen Waren in einem Kessel, den er bei Bedarf mit einem Seil hochhievte.

Sonntag, 4. Januar 2026

Das Ding auf meiner Brust


Antike Wärmflaschen aus Terrakotta, die auf einzelne Körperteile
zugeformt sind. Wie man sie verschloss, weiss ich nicht; ich nehme
mal an, mit einem Korken. Ausgestellt sind die 2000 Jahre alten
Flaschen im Archäologischen Bezirksmuseum in Paphos auf Zypern.
(Foto: Hermann Junghans / Wikicommons)
Ich bin daran, mich nach der Grippe wieder hochzurappeln, gar nicht so einfach, es dürfte noch ein paar Tage dauern, bis ich wieder ganz gesund bin. Wertvolle Dienste leistet mir auch diesmal meine Bettflasche, die ich mir ein bis zweimal pro Tag auflege. Während ich kürzlich so auf dem Sofa ruhte, fragte ich mich, was für eine Geschichte das Ding auf meiner Brust eigentlich hat. Nun, schon in der Antike gab es Wärmflaschen, solche aus Terrakotta. In den letzten Jahrhunderten kamen Flaschen aus allen möglichen Materialien zum Einsatz, aus Zink, Messing, Aluminium, Glas, Steingut. Aus Kupfer waren jene Wärmflaschen, die offenbar in der Frühzeit der Eisenbahn den Passagieren und Passagierinnen mitgegeben wurden, als die Züge noch ungeheizt waren; in den Bahnhöfen gab es damals Wärmeflaschentauscher, Bahnmitarbeiter, die während des Haltes die erkaltete Kupferflasche gegen eine heisse eintauschten. Heutzutage hat sich als Standardmaterial Gummi durchgesetzt, auch meine Bettflasche ist aus Gummi.