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Samstag, 10. Oktober 2026

Die Tour vor dem Temperatursturz

Auf dem Gulmen liegt es sich schön. Hinten rechts die Churfirsten.
Begegnung bei Altschen.
Noch einmal wars warm, ja sogar heiss, als wäre Sommer. Wobei dann doch gegen Mittag erste, erstaunlich kalte Windböen aufkamen und den Temperatursturz ankündigten. Ich rede vom Mittwoch, an dem wir zu dritt eine Rundwanderung ab Amden machten, die "Bergtour" zu nennen ich mich nicht getraue. Dafür war das Gelände zu sanft. Den Gulmen bestiegen wir, 1789 Meter hoch, eine unscheinbare Kuppe, die aber einen gewaltigen Rundblick bietet. Via Tscherwald und Hüttlisboden stiegen wir auf, überschritten unseren Gemütlichgipfel und stiegen via Vorder Höhi, Altschen, Gschwendsegg und Büttel wieder ab zum Ausgangspunkt. Und wie es halt der Stil ist in meinem Grüppli: Mindestens einmal wird pro Unternehmung eingekehrt. In diesem Fall gönnten wir uns am Ende in der "Sonne" in Amden um halb vier Uhr nachmittags ein richtiges Mahl. Die Kalorien taten gut, wir waren doch fast fünf Stunden (reine Gehzeit) unterwegs gewesen bei je 935 Höhenmetern auf- und abwärts.
Der Gulmen, gesehen vor dem Hüttlisboden.

Fast oben. Unten der Walensee.

Ein bisschen anstrengend war …

… das letzte Stück vor dem Gulmen-Gipfel aber schon.

Freitag, 9. Oktober 2026

Echt gut

Die Lektüre lohnt sich, bin ich mir sicher.
Das nächste "Echtzeit"-Buch. Es erscheint
Ende Oktober, geschrieben hat es mein
ehemaliger Tagi-Kollege Philipp Loser.
Ich bin stolz darauf, dass ich meine sieben Wandern-und-vieles-mehr-Bücher beim Basler "Echtzeit Verlag" herausbringen konnte. Erstens ist das kein Bezahlverlag, in dem also der Autor jämmerlicherweise Geld hinüberschieben muss, damit sein Buch erscheint; bei "Echtzeit" machen sie ein Buch, weil sie an dieses glauben. Zweitens sind die "Echtzeit"-Bücher wunderbar gestaltet, oft verblüfft die visuelle Umsetzung. Drittens bin ich bei "Echtzeit" in bester Gesellschaft mit Journalistinnen und Journalisten, die ich je nach Person mag, bewundere, beneide. Und viertens sind zwei der drei Verleger seit mehr als zwei Jahrzehnten Freunde von mir. Wendelin Hess und Markus Schneider lernte ich bei der "Weltwoche" kennen. Dort kamen die beiden 2006 auf die Idee, einen Verlag zu gründen, in dem bald mein erstes Wanderbuch erschien. Nun feiert "Echtzeit" den 20. Geburtstag und blickt in einem schön lebendigen Text auf die Gründung und all die folgenden Jahre zurück. Ich gratuliere.

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Hier ist der Schnee schnell weg

War fein: Kürbissuppe, Cordon bleu, Wildbeilagen-Teller
und Minidessert in der "Aberen". (Fotos: tw/Ronja)
Eben gings hier um die Wanderung auf dem Zürichsee-Rundweg von Meilen nach Stäfa. Oberhalb von Stäfa, das muss nachgetragen werden, kehrten wir in der "Aberen" ein, einem bekannten Ausflugsrestaurant mit Blick auf den Zürichsee. Nach dem Essen schlug ich nach, woher der Flurname kommt, den das Restaurant übernommen hat. Nun, Aberen hat nichts zu tun mit aber, es ist also nicht so, dass hier eine Person lebte, die stets widersprach. Aper steckt im Ausdruck, gemeint ist ein Ort, an dem es im Frühling früh ausapert. Ein Ort, an dem der Schnee schnell verschwindet.

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Desaster in Elm

Das Berghotel Bischofalp in Elm …
… vor zwei Jahren bei meiner Einkehr.
Der Brand vor einer Woche. (Foto: Kapo Glarus)
Oh Schreck! Vor zwei Jahren bewanderte ich den Elmer Höhenweg und fühlte mich während der Einkehr auf der Bischofalp umso wohler, als es draussen nebelte. Die noch neu wirkende Gaststube war heimelig, das Essen gut. Und nun erfahre ich, dass es dort kürzlich – am letzten Septembertag – gebrannt hat. Das Hotel, speziell auch der vor der Inbetriebnahme stehende Erweiterungsbau, ist stark beschädigt, manches muss abgebrochen werden. Erfreulich an der ganzen Sache ist einzig, dass die Eigentümer den Betrieb samt dem Ausbauprojekt weiterführen wollen.

Dienstag, 6. Oktober 2026

Afrikanische Route

Zwei Fotos aus der Serengeti?
Die Wirtschaft zur Burg, Meilen.
Am Samstag machten wir im Grossraum Zürich eine Wanderung , die nicht sonderlich lang angelegt war. Was an mir lag: Ich wollte um 18 Uhr geputzt und gestrählt in Zürich einem alten Freund die Ehre erweisen, der das Erscheinen seines ersten Buches feierte. Sozusagen der Star der Unternehmung, die uns bei bestem Wetter von Meilen auf dem Zürichsee-Rundweg nach Stäfa führte, war ebendieser Zürichsee, den wir permanent sahen und bewunderten. Auch andere Attraktionen gabs. Etwa die Ruinen der Burg Friedberg am Rand des Meilemer Dorfbachtobels. Ein zum Wanderweg umfunktioniertes Trasseestück der einstigen Wetzikon-Meilen-Bahn. Und einen Villengarten mit zwei schön ausgeführten Metallskulpturen. Die eine stellte einen Elefanten mit riesigen Ohren dar, die andere ein Nashorn. Wir sind also auf dieser Route auch kurz in Afrika gewesen. 3 h 40 min. Je 410 Meter auf und ab.
Die Privatklinik Hohenegg, Meilen. Hier ist man auf die Behandlung von
Burn-out-Erkrankungen, Depressionen und Angstzuständen spezialisiert.

Und weil er so schön ist, zeigen die letzten zwei Fotos …

… den Zürichsee samt Umland.

Montag, 5. Oktober 2026

Die Beeren sind keine Beeren

Die Wappen von Oberiberg (l.) und
Unteriberg zeigen beide eine Eibe.
(Wikicommons)
In Oberiberg kamen wir letzte Woche an einer Wappenfahne vorbei. Den Baum im Gemeindewappen konnten wir nicht auf Anhieb identifizieren. Eine Tanne? Die roten Beeren (sorry, auf meinem Foto sind sie kaum auszumachen) führten uns auf die richtige Spur. Dies ist ein sprechendes Wappen, es illustriert den Gemeindenamen. In Oberiberg (und natürlich auch in Unteriberg) steckt Eibe. Also der Name jenes Baumes, der in vergangenen Jahrhunderten geschätzt wurde als Lieferant des besten Holzes für Bögen. Die roten Beeren machen die Eibe, ein giftiges Gewächs übrigens, kenntlich. Wobei ich nachgelesen habe, dass die Beeren strenggenommen keine Beeren sind. Sondern Samenhüllen.

Sonntag, 4. Oktober 2026

Wanderung mit Zugabe

Blick von einem Aussichtskänzeli zwischen der Rotenflue und der Holzegg auf den
Vierwaldstättersee. Rechts der Bildmitte das Rigimassiv mit der Hochfluh.
Let the sunshine in: kurz vor Wanderende beim Brunni.
Der Gross Schijen, ein Kletterbergli.
Die Route von Unteriberg auf die Bergkuppe Rotenflue ist abwechslungsreich, stellten wir am Mittwoch fest. Der Anfang ist streng. Durch einen steilen, von Kalkfelsen durchsetzten Wald geht es vorbei an der Lourdesgrotte bei der Guggeren, einem tatsächlich aussichtsreichen Ort, nach Oberiberg. Sanfter ist die Steigung – die meiste Zeit jedenfalls – auf dem zweiten Teilstück via Änglisfang hinauf zum Pass der Ibergeregg, wobei in der Nähe immer mehr der beliebte Kraxelberg Gross Schijen dominiert. Von der Ibergeregg schliesslich zieht sich der Weg gemütlich durch die voralpinen Hügel, um im letzten Teil vor der Rotenflue doch kräftig zu steigen. Nach gut vier Stunden waren wir oben, genossen den Tief- und Weitblick und fanden nach dem Zmittag, dass es angesichts der Landschaft und des prächtigen Wetters schade wäre, nun schon die Gondel talwärts nach Rickenbach zu nehmen. Also gönnten wir uns eine Zugabe: via die Holzegg hinab zum Brunni. War gut, war schön, war bei etwas über fünf Stunden Gehzeit mit 920 Höhenmetern aufwärts und 750 Höhenmetern aber durchaus auch ein wenig anstrengend.
Schon ein bisschen kitschig: Am Weg von Unteriberg hinauf zur
Lourdesgrotte von Oberiberg sind unzählige Engeli platziert.

Oberiberg voraus. Links der Roggenstock.