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Montag, 9. März 2026

Autofreuden

Ich habe kein Auto, habe ja auch keinen Führerschein. Umso mehr geniesse ich es, alle paar Monate mal mit jemandem auszufahren. Letzten Samstag durfte ich wieder einmal, mit Freundin B., die im Zürcher Oberland wohnt. Mit ihr gings von Wald das unheimlich steile, zum Teil auch unheimlich schmale Strässchen hinauf via die Wolfsgrueb zur Alp Scheidegg, 1200 Meter über Meer. Im Bergrestaurant war ich vor Jahren zum letzten Mal eingekehrt, damals als Wanderer. Wunderbar die Aussicht übers Zürcher Oberland, auf den Zürichsee, zum Alpenkranz. Nun ja, theoretisch, denn leider verdüsterte vorgestern Saharastaub die Luft, die Fernsicht war sehr eingeschränkt. Kein Problem hingegen der Blick auf die Menükarte und kurz darauf auf unsere Teller, ich hatte Schnitzel Pommes frites mit schön Gemüse dazu. Das mundete ausgezeichnet, die Begleiterin wiederum rühmte ihre Leberli. Natürlich schauten wir nach dem Zmittag draussen noch ein wenig den Hängegleitern zu, die von der Alp Scheidegg aus routinemässig starten. Danach genoss ich die Talfahrt ebenso wie zuvor die Bergfahrt.

Sonntag, 8. März 2026

Splügens Investor

Hübsch kompakt: Splügen am Hinterrhein.
(Foto: Adrian Michael / Wikicommons)
Der tschechische Unternehmer Jan Michal hat in Splügen GR rund 30 Millionen Franken investiert und ein altes Hotel neu lanciert - samt einer Brauerei. Nun will er einen Schritt weitergehen und eine Feriensiedlung mit rund 500 Betten bauen, dies zu Kosten von rund 150 Millionen Franken. Stararchitekten hat er auch schon an der Hand, Herzog & de Meuron aus Basel sollen die Siedlung entwerfen. Die Antwort von Michal in der "hotelrevue" auf die naheliegende Frage, ob das kleine Passdorf Splügen mit 370 Einwohnerinnen und Einwohner nicht seine Eigenart verlieren könnte: "Nein, denn es gibt schlicht kaum Bauland. Selbst wenn wir alles realisieren würden, was überhaupt möglich ist, kann Splügen nie überfüllt werden." Wir werden sehen.

Samstag, 7. März 2026

Beherzter Samichlaus

Zweimal der heilige Nikolaus. Die linke Szene zeigt, wie er beherzt
ins Schwert des Scharfrichters greift, rechts ist er auf dem Totenbett zu sehen.
Verrückt, was der heilige Nikolaus von Myra alles an Wundern geleistet haben soll. Er erweckt Schüler wieder, die ein böser Metzger geschlachtet hat. Er schafft ein in ferne Gefilde entführtes Kind mithilfe eines Wirbelwindes zurück zu den Eltern. Er reanimiert einen Ertrunkenen. Er verschafft in einer Hungersnot den Menschen Korn, ein spezielles Gewächs, das nie zur Neige geht. Und so weiter. In der reformierten Kirche von Hemmental SH, die wir uns am Mittwoch zu Ende unserer Randentour anschauten, gibt es ein Doppelfresko aus dem ausgehenden Mittelalter zu sehen. Es zeigt zum einen Nikolaus auf dem Totenbett. Und zum anderen Nikolaus, wie er gerade noch drei zu Unrecht zum Tode verurteilte Jünglinge vor dem Schwert eines Scharfrichters bewahren kann. Schon wieder eine gute Tat des Mannes, den wir als "Samichlaus" kennen.

Freitag, 6. März 2026

Zeichen des Frühlings

Junger Bärlauch.
Der Schleitheimer Randenturm.
Widmers langer Schatten im Schlussabstieg nach Hemmental.
Der Zmittag: Saiblingfilets mit Weisswein-
Risotto und Bärlauchstreifen.
Wieder ein Zeichen, dass der Frühling da ist: der junge Bärlauch in den Wäldern des Randen, des Schaffhauser Juras. Er trug vorgestern Mittwoch dazu bei, unsere Wanderung von Schleitheim via Strickhof zum Schleitheimer Randenturm und via Randenhof nach Hemmental zur gefreuten Sache zu machen. Vieles andere Gute kam hinzu: Die Sonne schien. Die Hochfläche des Randen war fast menschenleer. Und im "Siblinger Randenhaus" beim Randenhof kamen wir wieder einmal zu einem feinen Zmittag. Die Wanderung dauerte bei 535 Höhenmetern aufwärts und 430 Höhenmetern abwärts vier Stunden. Also 240 Minuten. Jede von ihnen war gut.

Donnerstag, 5. März 2026

Das Tablet von Iuliomagus

So notierten sie im Römischen Reich Dinge: antike stili, Griffel,
sowie ein rekonstruiertes Wachstäfelchen, ausgestellt in Schleitheim.
Die Therme, das geheizte Bad, von Iuliomagus.
Eine Illustration zeigt vor Ort, wie wir uns
die antike Kleinstadt vorstellen müssen.
Iuliomagus war eine römische Kleinstadt, gelegen am Rand des heutigen Schaffhauser Dorfes Schleitheim an einer Fernstrasse. 1860 begann man mit Ausgrabungen, nach heutigem Wissensstand deckte die Siedlung eine Fläche von gut sechs Hektaren. Was gab es da? Eine Therme, einen Tempelbezirk, ein Wohn- und Marktviertel sowie drei Gutshöfe. Gestern schauten wir uns im Thermenmuseum Iuliomagus um. Es zeigt in einem tagsüber jederzeit zugänglichen Pavillon Überreste der Therme, des ausgeklügelt angelegten, selbstverständlich geheizten Bades. Ene zweite, kleinere Ausstellung findet sich im Untergeschoss eines nahen Gewerbegebäudes, sie dokumentiert einen Abschnitt der antiken Marktstrasse. Speziell Eindruck machten mir ein paar stili in einer Vitrine. Ein stilus, so die Einzahl, war ein Griffel, mit dem spitzen Ende wurde geschrieben, mit dem flachen Ende wurde das Geschriebene wieder gelöscht. Respektive geglättet, denn die Schreibunterlage war ein Wachstäfelchen. Als ich es sah, dachte ich: Oha, die alten Römer hatten auch schon Tablets.

Mittwoch, 4. März 2026

Auf nach Iuliomagus

Da gehn wir heute hin.

Endlich wird wieder gewandert. Treue Leserinnen und Leser dürften gemerkt haben, dass ich sicher anderthalb Wochen nicht mehr unterwegs war. Eine üble Darmgrippe war schuld, hoffentlich die letzte Heimsuchung des Winters, der mir mehr als frühere zusetzte – solche Phasen gibts halt. Jetzt ist mit dem Winter doch wohl die Kränkelei vorbei, heute soll es nach Iuliomagus gehen, unter anderem. Wo das ist, kann man googeln. Oder es nächstens in diesem Blog erfahren.

Dienstag, 3. März 2026

Das neue Inseli

Sie gibt es bereits:1958 wurde bei Zürich-Wollishofen für die
"Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit" SAFFA
die Saffa-Insel aufgeschüttet. (Foto: Roland zh / Wikicommons)
Der Zürichsee ist jetzt nicht reich an Inseln. Möglich, dass er in der nahen Zukunft zu einer neuen Insel kommt. Zu einem Inseli, gebaut mit Aushubmaterial von SBB-Tunnelprojekten wie demjenigen am Bahnhof Stadelhofen. Das Inseli wäre für Wasservögel wie Enten, Schwäne und Taucherli gedacht, die dort in Ruhe nisten könnten. Der grössere Zusammenhang ist dieser: In den nächsten Jahren soll es an den Ufern des Zürichsees zu unterirdischen Aufschüttungen kommen, die flache Wasserzonen schaffen würden, mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen; das Inseli wurde kürzlich als Zusatzidee in dieses Projekt, von dem ich letzte Woche durch den "Tagi" vernahm, integriert. Übersteht der Aufschüttungs-Kredit von 69 Millionen Franken den Stadtrat, wird das Stimmvolk der Stadt Zürich das letzte Wort haben.