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Samstag, 11. April 2026

Visite Nr. 2

Da ist er ja: der Cheisacherturm, 698 Meter über Meer.
Blick vom Turm aufs liebliche Fricktal und weiter Richtung Norden.
Alter Grenzstein mit dem
Berner Bär nah der Sennhütte.
Als wir 2011 zum Cheisacherturm wanderten, war er noch ganz neu. Diesen Mittwoch besuchten wir ihn erneut, er steht halt so attraktiv in der Landschaft – hoch über dem Fricktal zwischen dem Tal des Rheins und dem Tal der Aare. Natürlich stiegen wir auch diesmal auf zur Plattform auf gut 24 Metern, um die Aussicht zu geniessen. Dass wir danach brätleten, habe ich vorgestern voller Begeisterung erzählt. Bleibt die Route nachzutragen: Start in Hornussen und von dort zur Sennhütte, einem Wanderknoten, in dessen Nähe alte Grenzsteine davon zeugen, dass in dieser Gegend einst der Berner Oberaargau der Alten Eidgenossenschaft mit dem habsburgischen Fricktal zusammentraf. Von der Sennhütte wars dann nicht mehr weit zum Turm. Nach dem Brätlen stiegen wir nach Gansingen ab, wo wir uns ein eiskaltes Bier vom Denner genehmigten. War toll, was natürlich auch mit dem wunderbar milden Wetter, dem Sonnenschein und dem voll einsetzenden Bluescht zu tun hat.
3 h 50 min, je 500 Hm auf- und abwärts.
Jetzt blühen sie wieder.

Freitag, 10. April 2026

Ein ruhiger Tag in Gstaad

St. Niklaus in Gstaad an der Dorfpromenade.
Der Kirchenpatron, der heilige Nikolaus.
Für ein Interview reiste ich gestern am frühen Morgen ab nach Gstaad, die Fahrt war dann lang, aber angenehm, ab Spiez war der Zug höchstens halbvoll. Auch in Gstaad war es ruhig, ich war früh dran, kam um halb zehn an, schlenderte durch den Ort, musste noch warten, schaute mich um. Am allerbesten gefiel mir die Niklauskapelle mitten im Dorf. Als sie gebaut wurde, im Jahr 1402, gab es hier noch nicht viel. Es folgte die Demütigung der Reformation, 1556 wurden sämtliche Heiligenbilder und Altäre entfernt. Zu Ende des 19. Jahrhunderts und bis 1923 musste die Kapelle gar als Schulhaus herhalten. Heute aber ist sie wieder ein Gotteshaus, dessen eine Glocke übrigens auf das Jahr 1404 zurückgeht. Gern verbrachte ich eine Viertelstunde im Inneren, es war still, niemand anders war da. Wie schon gesagt: Das war ein ruhiger Tag in Gstaad. Entspannt fuhr ich kurz nach Mittag wieder heim.

PS: Wie die Wanderung zum Cheisacherturm vom Mittwoch verlief, erzähle ich morgen.

Drinnen war ich ganz allein.

Donnerstag, 9. April 2026

Endlich wieder einmal

Lang ists her. Gestern aber, da klappte es endlich wieder einmal. Bei bestem Wetter steuerten wir im Fricktal den Cheisacherturm an. Unter ihm gibts ganz nah zwei Grillstellen, die eine bei der Sternwarte am westlichen Ansatz des Cheisacher-Gipfelkamms, die andere an dessen östlichem Ansatz beim Grundboden. Die erste Grillstelle war frei, bot eine grandiose Sicht hinab ins Mettauertal und auf den Rhein, allerdings fanden wir sie zugig, es blies nämlich eine leichte Bise. Und daher wählten wir Grillstelle Nummer zwei, die beim Grundboden, auch sie war frei. Wir sassen schön windgeschützt am Waldrand, es gab Currynüssli als Knabbervorspeise, und bald waren unsere Würste parat. Und wie es unser Stil ist, wenn wir am Feuer essen: Eine Flasche Rotwein wurde entkorkt. Wir müssen und werden wieder mehr brätlen.

Mittwoch, 8. April 2026

Böhmerwald, Kanton Bern

Die Porzellanfabrik Langenthal auf einem Luftbild
von Walter Mittelholzer aus dem Jahr 1934.
(Foto: ETH-Bibliothek/Wikicommons)
Der Böhmerwald ist ein Gebirge, das sich über drei Länder zieht, Deutschland, Tschechien, Österreich; vor allem mit Tschechien assoziieren wir den Namen des Gebirges, weil in diesem "Böhmen" steckt, eine tschechische Landschaft. Was ich nicht wusste – und erst kürzlich von einem Redaktionskollegen erfuhr: Auch in Langenthal im Oberaargau, Kanton Bern, gibt es einen Böhmerwald. Eine Siedlung, geprägt von Fachkräften aus Böhmen, die um 1900 geholt wurden, um in der örtlichen Porzellanfabrik, der "Porzi", zu arbeiten.  Heute bilden die Häuschen mit den geschwungenen Giebeln und den kleinen Gärten ein eigenes, putziges Quartier.

Dienstag, 7. April 2026

Hofvisite

Der Klosterstaat der St. Galler Fürstäbte. Die
Stadt Wil findet man am westlichsten Punkt
der "Alten Landschaft" (grün), dem Fürstenland.
(Illustrierte Karte: Marco Zanoli / Wikicommons)
Die Fürstäbte von St. Gallen waren mächtige Herren, ihnen gehörte zeitweise das ganze Toggenburg sowie der flache und fruchtbare Landstrich von Rorschach am Bodensee bis Wil. Weil die geistlichen Herren sich in St. Gallen ob diverser Konflikte mit der Stadt bisweilen nicht wohl fühlten, seit der Reformation sowieso nicht mehr, hausten sie über Jahrhunderte, mit Unterbrüchen, in Wil. Ihr Prunkgebäude dort, das war der Hof zu Wil, den wir am Samstag gebührend bewunderten, während wir durch die prachtvolle Altstadt hinab zum Bahnhof zogen. Wil ist den meisten Leuten nur vom Durchfahren bekannt. Ich rate, dort stadtzubummeln.
Ein Stadtbummel lohnt sich: Wil mit dem Hof zu Wil (rechts oben).

Montag, 6. April 2026

So war unser Ostersamstag

Der Bettenauer Weiher. An ihm stiesssen wir auf Ostern an.
So ein Gitter kurbelt die Fantasie an:
Wie der reiche Däne wohl wohnt?
45 Minuten vor dem Zmittag, im Himmel zeigt sich erstes Blau.
In Wil.
Die Sonne hielt sich lange bedeckt, das hätte besser laufen können. Der Rest unserer Wanderung, die uns vorgestern von Bazenheid nach Wil führte, also vom Untertoggenburg ins Fürstenland – der war gut. Vom Zmittag im "La Sila" am Ostrand von Wil habe ich gestern erzählt. Einen Apero gabs schon viel früher am Bettenauer Weiher, aus dem die Fürstbischöfe der Gegend einst ihre Fische bezogen. Unsereins tötschte dort Eier und trank Prosecco, vergnüglich. In einem Hofladen in Bettenau deckten wir uns später mit Käse ein, linsten in Schwarzenbach durchs Tor des Schlosses, in dem der sehr reiche Lars Seier Christensen wohnt, Mitbesitzer des FC Kopenhagen; schon vor dem Apero hatten wir in Jonschwil das viel kleinere Schloss Feldegg bewundert und mit dem Besitzer geplaudert, einem Zahnarzt, der auch Pferde züchtet – netter Mann. So erlebten wir manches. Als wir dann nach dem Zmittag zum Aussichtspunkt Känzeli am Nieselberg aufstiegen, dem Wiler Hausberg, da begann die Sonne zu wirken. Am Horizont sahen wir Gipfel wie Kronberg, Speer, Spitzmeilen, Glärnisch, alle schön aufgereiht, alle noch voll im Schnee. So war unser Ostersamstag.

Bazenheid – Jonschwil – Bettenauer Weiher (Umrundung) – Bettenau – Schwarzenbach – "La Sila" Wil, Känzeli – Wil. 4 h 15 m. 340 Hm aufwärts, 370 Hm abwärts.

Blick Richtung Voralpen und Alpen vom Känzeli in Wil. Links der Mitte der Speer. (Foto: Ronja)

Sonntag, 5. April 2026

Nduja in Wil

Gnocchi, Sepia-Nudeln mit Meeresgetier und
Penne mit Nduja: Impressionen aus dem "La Sila" in Wil SG.
Ich hatte mir, als ich im Vorfeld die Speisekarte studierte, gedacht, dass dies kein gewöhnlicher Italiener ist. Respektive: Dass hier eine bestimmte italienische Region in vielen Gerichten anklingt. Im "La Sila" am Rand der Stadt Wil wirtet ein Kalabrese, weswegen beispielsweise die Penne an einer Sauce aus Tomaten und Nduja, der scharfen kalabresischen Wurst, auf den Tisch kommen. Alles war gestern gut, als wir am frühen Nachmittag einkehrten und genossen, ich kann das Restaurant nur empfehlen. Bleibt eines aufzulösen: was "La Sila" bedeutet. So heisst eine Bergregion in Kalabrien. Hatte ich nicht gewusst. Mehr von unserer österlichen Wanderung im Untertoggenburg und Fürstenland gibts morgen. Heute, übrigens, reise ich zum Zmittag ins Appenzellerland. Gegessen wird schweizerische Kost. Auch darauf freue ich mich.