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Freitag, 27. März 2026

Ein Aargauer Esszimmer

Mein Zmittag.
Drinnen.
"Maria's Esszimmer im Seetal": Das klingt schon so gemütlich. Am Mittwoch, nachdem wir vom Homberg abgestiegen waren, gingen wir dort – in Beinwil am See – essen. Es war wirklich, wirklich, wirklich gemütlich. Drei eher kleine Einzelstuben in Folge, darin ältere Personen aus dem Ort. Sowie Handwerker und andere Berufsleute. Und nun auch wir. Mein Gegenüber hatte ein Cordon bleu, das sie, eine ausgewiesene Oft-Cordon-bleu-Esserin und -Kennerin, als "das beste seit ewig" lobte. Ich wiederum liebte meine Hacktätschli auf Lauchgemüse mit Risotto als Beilage. Und gleich noch zwei tolle Dinge: Das Essen ist wesentlich günstiger als in der Stadt. Und der Service so was von freundlich. Geht zu Maria, Leute, die kanns.

PS: Maria gibt es nicht. Die Wirtin Mirjam Strub fand, als sie das Lokal im vormaligen Restaurant Seetal vor neun Jahren eröffnete, dass ihr eigener Name nicht so toll klinge bzw. "Maria" viel besser töne. Kann ich nicht nachvollziehen, ist mir aber völlig egal. Hauptsache, die Küche ist gut.

Das "Eszimmer" findet sich gut 600 Meter vom
Bahnhof Beinwil entfernt im vormaligen Restaurant Seetal.

Donnerstag, 26. März 2026

Die Böen wurden heftig

Schöner Aargau: der Hallwilersee (l.) und der Baldeggersee vom Homberg aus.
Baujahr 1910, Höhe 16,9 Meter:
der Hombergturm, Gemeinde Reinach AG.
Kurz vor dem Temperatursturz gingen wir gestern Vormittag von Oberkulm via Sood, Tätschbüel und Ober Flügelberg zum Homberg, der die Gegend des Wynentals vom Seetal trennt. Als wir um neun Uhr starteten, schien noch die Sonne. Bald aber überzogen Wolken den Himmel. Und es kam ein starker Wind auf, der im Wald ein wenig unheimlich war, es lärmte. Die Böen wurden so heftig, dass wir es auf dem Homberg, 787 Meter über Meer, nur knapp noch auf den Aussichtsturm schafften, oben auf der Plattform musste man sich mit beiden Händen festhalten, um sicher stehen zu können. Aber trocken blieb es, dies auch, während wir im Folgenden nach Beinwil am See abstiegen. Dort gabs einen wunderbaren Zmittag, von dem ich gesondert erzählen möchte. Auf der Heimreise setzte schliesslich der Regen mit Wucht ein. Toll, unser Aargauer Wanderschnäppchen.
(3 h 30 min, 480 Hm aufwärts, 445 Hm abwärts)
Letzter Blick zurück auf den Hombergturm im Abstieg nach Beinwil.

Mittwoch, 25. März 2026

Schoggi-Gigantismus

  • Drei neue Hotels sollen auf dem Areal entstehen.
  • Eine Seilbahn soll Besucherinnen und Besucher zum Eingang führen.
  • Die bestehende Ausstellungsfläche soll von 2'000 auf 30'000 Quadratmeter anwachsen.
  • Pro Jahr soll eine Million Menschen vorbeischauen, doppelt so viele wie im Rekordjahr 2025.
"Cailler"-Werbeplakat von 1929.
(Foto: Wikicommons)
Die Rede ist von der "Maison Cailler" in Broc im Kanton Freiburg, einer aktiven Schoggifabrik samt grosssem Besucherzentrum. In naher Zukunft soll daraus ein riesiger Schokoladenpark werden, 400 Millionen Franken dürften in das Projekt fliessen. Eben wurden die Pläne öffentlich aufgelegt, wenn alles gut läuft, könnten die Bauarbeiten 2027 beginnen, reportiert die "Hotel-Revue". In diesem Fall würde der neue Themenpark im Jahr 2030 eröffnet.

Dienstag, 24. März 2026

Mein Brückenvormittag

Von oben nach unten: die Thurbrücke, die ARA-Hängebrücke, die
Altener-Brücke, die alle Andelfingen und Kleinandelfingen verbinden.
Am Sonntag hatte ich nur einen halben Tag Zeit. Am Vormittag, derweil die Sonne sich noch durchsetzen musste. Ich fuhr ins Zürcher Weinland. Von Andelfingen ging ich hinab zur Thur, folgte ihr lange flussabwärts, bog schliesslich ab, überquerte den Höhenzug Egg und kam am Ende nach Volken. Zweieinviertel Stunden nur hatte die Wanderung gedauert, sie hatte mich bestens unterhalten. Hier drei Dinge:

  • Ich sah gleich drei Brücken, von denen ich aber keine nahm, da ich stets auf der Südseite der Thur blieb. Erstens: die gute alte Thurbrücke von Andelfingen, ein schmuckes Holzmodell aus dem Jahr 1815, das wie die beiden noch zu erwähnenden Brücken von der Gemeinde Andelfingen hinüber in die Gemeinde Kleinandelfingen führt. Zweitens: die Hängebrücke etwas ausserhalb, die unter sich zwei Leitungen trägt. Durch sie fliesst das Abwasser der Leute von Kleinandelfingen über die Thur in die ARA Andelfingen. Und drittens: die Altener-Brücke, die weit ausserhalb zum Kleinandelfinger Ortsteil Alten führt.
  • Der Thur hat man im 19. Jahrhundert übel mitgespielt und sie in dieser Gegend total begradigt. Die renaturierten Thurauen der Gegenwart wirken dem entgegen, schaffen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Sie sind das grösste Auengebiet im Schweizer Mittelland.
  • Am Ende in Volken wäre ich gern in der "Post" eingekehrt, aber sie hatte zu. Ich studierte die Speisekarte im Internet und sah, dass es in diesem Restaurant in der Spargelzeit Spargel gibt. Man muss also nicht immer in den bekannten Nachbarort Flaach reisen, um örtlichen Spargel zu essen. Mal schauen, wo ich ihn mir in ein paar Wochen zuführen werde.

Montag, 23. März 2026

Regula und der Schultheissensaal

Gediegen, der Schultheissensaal im ersten Stock der Bibliothek Münstergasse in Bern. Und ein wenig einschüchternd – es sind die Gnädigen Herren von einst, die da aus den Gemälden der Galerie auf einen niederblicken. Die Stadtchefs. Am Samstag sass ich mit vielen anderen Leuten im Saal, eine Buchvernissage, Regula Tanner, die in Steffisburg das "Leseglück" betreibt, Bücherbrocki, Veranstaltungsort, Kafi-Kuchen-Treff in einem – diese Regula Tanner, die auch für die "Schweizer Familie" schreibt, stellte ihr neues Buch vor. In "Schweiz erlesen" präsentiert sie 55 literarische Orte im ganzen Land, die mit Büchern zu tun haben. Die Stiftsbibliothek St. Gallen ist darunter. Aber auch das "Centre Dürrenmatt" in Neuenburg. Das verrückte "B2 Hotel" in Zürich mit 33'000 Büchern (zu sehen auf dem Vorderdeckel). Und natürlich der Berner Schultheissensaal. Ich kann Regulas Buch nur empfehlen, es ist mit Liebe geschrieben. Und garantiert bietet es staunenswerte Ziele für Ausflüge.

Sonntag, 22. März 2026

Alder gönnt sich etwas

Schöne, auffällige, historische Häuser fotografiere ich immer. Dieses steht in Schwellbrunn AR schräg vis-à-vis der Dorfkirche, ich sah es kürzlich und blieb gern stehen. "Grafenhaus" oder auch "Hochhaus" heisst der Bau, der erste Name geht zurück auf die Gebrüder Graf, Schweinehändler, die ihn 1926 kauften. Er ist wesentlich älter. Bauherr war 1784 der Mousseline-Fabrikant und Tuchhändler Johannes Alder. Der Textilbaron, der übrigens verarmt starb, wollte sich offensichtlich etwas gönnen.

PS: Man entschuldige, dass der Text zum Foto als erweiterte Bildlegende daherkommt. Ein Problem mit der Formatierung, ich werde sie einfach nicht los.

Samstag, 21. März 2026

Ab zum Heideloch!

Das Heideloch auf dem Born.
Bald ist wieder Karfreitag. Mit ihm kommt eine grosse Chance. Auf dem Oltner Hausberg Born gibt es eine zerklüftete Spalte im Kalkstein, die zu einer Höhle hinab führt, dem Heideloch. Dort wacht ein böser Hund mit scharfen Krallen und feurigen Augen über eine Eisenkiste. Sie soll gefüllt sein mit Goldstücken. Jeweils am Karfreitag aber wird die Kiste ans Licht geholt und gelüftet, man darf sich bedienen, heisst es. Und der Hund? Wer weiss, vielleicht hat er an diesem Tag frei.

Gleich noch eine Sage, die das Heideloch umrankt, ich las auch sie diese Woche vor Ort auf einer Tafel. Ein junger Mann und eine junge Frau, beide bitterarm, wollten einst heiraten. Aber eben, sie hatten kein Geld. Der junge Mann beschloss, in der Fremde sein Glück zu suchen und dann zurückzukommen. Am Tag vor seiner Abreise stieg er von Kappel am Fuss des Born noch einmal auf ebendiesen Berg und pflückte dort Schlüsselblumen für seine Angebetete. Als das Urseli, wie diese hiess, die Blumen berührte, verwandelten sie sich in Goldstücke. Und so konnte das Paar gleich sofort zusammenkommen.