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Dienstag, 14. August 2012
Das ForumS9 und der Erdmannlistein
Montag, 13. August 2012
Niederschlagsfreier Samstag
Die Samstagswanderung war ein Abenteuer, wobei An- und Heimfahrt mitgemeint sind. Die Züge waren proppenvoll. Das Bähnlein von Gitschenen hinab nach St. Jakob kaputt. Und als ich in der vollgequetschen Forchbahn wieder heimfuhr, sass mir gegenüber ein Gymischüler oder so, ein Streetparade-Opfer; er war betrunken, hatte die Augen zu, schluckte schwer, kämpfte sichtlich mit dem Brechreiz. Ich war froh, am Schluss niederschlagsfrei mein Haus zu erreichen.
Unser Weg von Niederrickenbach NW via Brisenhaus, Steinalper Jochli und Gitschenen nach Isenthal UR (6 Gehstunden, 1000 Meter auf- und 1350 abwärts) war von unwirklicher, geradezu abartiger Schönheit. Die Bise hielt uns frisch und trieb der fressgierigen Sonne immer wieder mal etwas Wolkenfutter zu. Was mich neben der Landschaft beeindruckte, siehe Fotos: zum einen die vielen Ex-Voto-Tafeln in der Wallfahrtskirche von Niederrickenbach. Und zum anderen ganz am Schluss die Bärentatzen in einer Vitrine in Isenthal. Es handelt sich um die Pranken des letzten Bären, der (1820) auf Urner Boden geschossen wurde. Mir fiel bei seinem Anblick die Episode aus "Winnetou" von Karl May ein, in der Old Shatterhand einen Bären geschossen hat und nun dessen Tatzen brät.
Unser Weg von Niederrickenbach NW via Brisenhaus, Steinalper Jochli und Gitschenen nach Isenthal UR (6 Gehstunden, 1000 Meter auf- und 1350 abwärts) war von unwirklicher, geradezu abartiger Schönheit. Die Bise hielt uns frisch und trieb der fressgierigen Sonne immer wieder mal etwas Wolkenfutter zu. Was mich neben der Landschaft beeindruckte, siehe Fotos: zum einen die vielen Ex-Voto-Tafeln in der Wallfahrtskirche von Niederrickenbach. Und zum anderen ganz am Schluss die Bärentatzen in einer Vitrine in Isenthal. Es handelt sich um die Pranken des letzten Bären, der (1820) auf Urner Boden geschossen wurde. Mir fiel bei seinem Anblick die Episode aus "Winnetou" von Karl May ein, in der Old Shatterhand einen Bären geschossen hat und nun dessen Tatzen brät.Sonntag, 12. August 2012
Denner mit Stil
Samstag, 11. August 2012
Marias Segen für das Steinalper Jochli?
Das blaue Bähnli trägt uns heute von der Engelberger Aa hinauf nach Niederrickenbach. Ich bin gespannt auf dessen Benediktinerinnen-Kloster Maria-Rickenbach - und sicher wird es nichts schaden, wenn auch der Reformierte die Marienstatue besucht; vielleicht entfaltet sie auch auf ihn segensreich Wirkung und geleitet ihn hernach sicher über das Steinalper Jochli.
Freitag, 10. August 2012
Der Arbeitslose und die Langhornbiene
Franz Hohler, 69, fussgängert wieder. "Spaziergänge", sein neues Buch, vereint 52 Texte - die Summe eines Jahres, in dessen Verlauf Hohler jede Woche eine Strecke ging. Das Buch liest sich leicht und schnell, gerade weil die Texte gekonnt reduziert sind aufs Minimale und Prägnante; sie sind eine Art Prosa-Aquarelle. Ein typischer Hohlerscher Satz, lakonisch, doch auch tiefsinnig:
"Beim Umsteigen im Bahnhof Hardbrücke kaufe ich einem Arbeitslosen, den ich kenne, eine Strassenzeitung ab und erfahre, dass die Langhornbiene zum Tier des Jahres erklärt wurde."PS: Auf Youtube gibts bereits eine Leseprobe; der Autor trägt vor.
Donnerstag, 9. August 2012
Kondi, zieh nen Stehkragen an!
Ich ging gestern um 5 Uhr 40 aus dem Haus, kam um 19 Uhr 10 zurück. Dazwischen liegen gut fünf Stunden Bus- und Bahnfahrt; der Zug, der mich am frühen Abend von Chur heimtrug, war pumpenvoll und ein Ersatzzug. Ein altes Modell, noch mit Plumpsklo. Mit furchtbar unbequemen Sitzen. Und natürlich ohne Klimaanlage und ohne Restaurant. Ich schwitzte mehr als auf der Wanderung. Ein Passagier sagte dem Kondukteur: "Sie, Sie tragen das falsche Tenü!" - "Wieso?" - "In diesem uralten Zug müssten Sie doch eigentlich eine Uniform mit einem Stehkragen anhaben!"
Ist das nun Lamento? Nei, nei, nei. Ich würds wieder tun. Die Route war die Reisestrapaze wert: von Thusis in 5 1/2 Stunden 1000 Höhenmeter hinauf zum Glaspass und dann 500 hinab nach Safien-Platz. Dabei hatten wir den magischen Beverin vor Augen. Ein weiter Himmel wölbte sich über dem Pass, wie man ihn sonst Patagonien zuschreibt. Der Nolla im Aufstieg bot uns eine Schlucht, die Urwelt war: mit breitem Geschiebebett, von Pestwurz überwucherten Wegen, drei Meter hohen Kerbelstauden und Königskerzen, deren Blütenstände exakt auf meiner Augenhöhe waren, so dass ich den Bienchen von nahe beim Absaugen des Nektars zuschauen konnte. Und die Anlage des alten Säumerwegs durch den Steilwald und dann den nackten Fels hinab ins Safiental war ingeniös. Doch, es hat sich gelohnt.
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| Auf dem Glaspass, in der Wirtschaft. Hinten die Spitze des Piz Beverin. |
Ist das nun Lamento? Nei, nei, nei. Ich würds wieder tun. Die Route war die Reisestrapaze wert: von Thusis in 5 1/2 Stunden 1000 Höhenmeter hinauf zum Glaspass und dann 500 hinab nach Safien-Platz. Dabei hatten wir den magischen Beverin vor Augen. Ein weiter Himmel wölbte sich über dem Pass, wie man ihn sonst Patagonien zuschreibt. Der Nolla im Aufstieg bot uns eine Schlucht, die Urwelt war: mit breitem Geschiebebett, von Pestwurz überwucherten Wegen, drei Meter hohen Kerbelstauden und Königskerzen, deren Blütenstände exakt auf meiner Augenhöhe waren, so dass ich den Bienchen von nahe beim Absaugen des Nektars zuschauen konnte. Und die Anlage des alten Säumerwegs durch den Steilwald und dann den nackten Fels hinab ins Safiental war ingeniös. Doch, es hat sich gelohnt.
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| Okay, ich gebs zu. Der Schweissfleck auf der Bank ist von mir. |
Mittwoch, 8. August 2012
Der Zinsli am Glaspass
Josua Zinsli war der letzte Säumer des Glaspasses; das Foto stammt aus der Zeit vor 1880. Heute gehe ich mit Wanderfreund Peter über den Glaspass, der das Safiental mit dem Domleschg und Thusis verbindet. Bevor 1883 die Strasse nach Versam hinab kam, war dies die Verbindung der Menschen im Safiental zur Aussenwelt; die auf 1846 Metern über Meer kulminierende Route blieb auch im Winter geöffnet. Und eben, Säumer nutzten sie zum Warentransport.
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