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Samstag, 8. März 2014

Die Fliegendiät

Es gibt sicher Besseres zu essen.
Oh weh! Der deutsche Wanderer Daniel Dudzisz, der zu allem Elend auch noch Diabetiker ist, verirrte sich in Australien. Es dauerte fast drei Wochen, bis er an einer einsamen Strasse in Queensland ein Auto anhalten konnte. Und offenbar hatte er sich die ganze Zeit draussen im Outback von Insekten ernährt. Vor allem von Fliegen, die er in Viehtränken und Pfützen zusammensammelte. Das reportierte gestern "Spiegel online".

PS: Heute geht es ins Bernische, wir ziehen in Huttwil los und werden wohl in Herzogenbuchsee enden. Angesagt ist ein derart traumhafter Tag, dass ich misstrauisch bin: Was wird wohl schiefgehen?

Freitag, 7. März 2014

Globi und der Güggel

Globi ist im neuen Buch ein sanfter Bauer.
Gestern las ich im Tagi etwas Lustiges von Kollegin Helene Arnet. Sie vergleicht das neue Globi-Buch "Globi, der schlaue Bauer" mit "Wie Globi Bauer wurde" von 1941. In beiden Büchern hat Globi dasselbe Problem: Der Güggel nervt ihn sehr früh morgens mit seinem schlafraubenden Gekrähe. Damals in den Vierzigerjahren reagierte Globi, indem er dem Vieh den Hals umdrehte; das letzte Bild jener Geschichte zeigte ihn mit umgehängter Serviette, Messer und Gabel in der Hand und vor sich den gebratenen Güggel. Heutzutage reagiert Globi anders. Er greift sich das Buch "Singen leicht gemacht", geht hinaus zum Güggel und bringt diesem eine schöne Melodie ein. Zu der legt sich Globi dann zufrieden wieder in Bett, bis er wirklich Lust zum Aufstehen hat. Was für ein zeitgeistiger Softie!

Donnerstag, 6. März 2014

Konolfingen ist süss

Konolfingen am Eingang zum Emmental. Rechts der Mitte in Weiss Nestlé.
Ich kaufte mir in Konolfingen im
Bahnhofsladen zwei süsse Dosen.
Kürzlich, kurz vor der Ankunft in Konolfingen, sahen wir von oben den Ort und staunten, wie gross das Nestlé-Areal ist. Hier wird auch die Stalden-Crème hergestellt, die ihren Namen vom Konolfinger Ortsteil Stalden hat. Die Geschichte geht so: 1892 gründete der Walliser César Ritz (jawohl, der Hotelpionier) in Konolfingen die "Berner Alpenmilch Gesellschaft", eine Fabrik zur Milchsterilisierung. Zuvor hatte es in seinem Hotel in Cannes wegen schlechter Milch eine Cholera-Epidemie gegeben. Später stellte man auch die Crème her, die es in den drei Geschmacksrichtungen Schoggi, Vanille, Caramel zu einem legendären Ruf brachte. Das Unternehmen ging 1971 in Nestlé auf. Und die Stalden-Crème ist und bleibt ein Klassiker. Mein Liebling ist die Variante Vanille, wobei ich die Crème mit einem Schuss Rum verfeinere und geschlagenen Nidel darunterziehe. Die Kolumne zur Wanderung von Bern nach Konolfingen kommt übrigens morgen in der Zeitung.

Mittwoch, 5. März 2014

Falten, überall Falten

Hoffentlich kann man obigen Text lesen; ich kriege den Scan nicht schärfer hin! Das Amt für Kultur meines Kantons Appenzell Ausserrhoden gibt ein Kulturblatt heraus namens "Obacht Kultur". Die  neuste Ausgabe widmet sich dem Thema Falten. Da ich als Wanderer doch die eine oder andere Gebirgsfalte aus der Nähe erlebe, bat man mich um einen Beitrag - einen Text, in dem das Themenwort in allen Variationen vorkommt. Womit wir bei obigem Text wären. Falls er nicht lesbar ist, kann man die ganze Obacht-Nummer hier downloaden.

Dienstag, 4. März 2014

Alter Herr und Pajass-Meitli

Der venezianische Harlekin wirkte auch auf die Schwyzer Fasnacht.
(Mauricio Garcia Vega, "Harlekin", Wikicommons)
Gestern stand im Tages-Anzeiger ein Artikel über die Fasnacht im Talkessel von Schwyz. Sechs Originalgwändli seien zu unterscheiden, fünf davon fremden Ursprunges, las ich mit Faszination:
  1. Der Blätz in Hose, Jacke und Hut. Bis zu 2500 rautenförmige Flicken aus Filz überziehen sein Kostüm. Blätzen eben. Über der rechten Schulter trägt er einen Schellengurt. Das Gesicht ist verdeckt von einer Bergamaskermake aus Stoff und Wachs. Der Blätz ist ein Cousin des Arlecchino der Commedia dell'arte.
  2. Der Alte Herr im roten Frack und weissen Rüschenhemd geht an einem Stecken; er wirkt wie ein Aristokrat und tauchte nach der Französischen Revolution auf.
  3. Das Domino im weiten Umhang mit Kapuze parodiert den intriganten Geistlichen und dürfte dem Karneval von Venedig entstammen.
  4. Die Zigeunerin ist ein Mannsweib mit dunkler Maske, farbenfrohem Kostüm und Tamburin und kommt wohl aus Spanien.
  5. Das Pajass-Meitli mit Napoleonshut und hunderten Glöckchen ist eine Spielart des venezianischen Bajazzo.
  6. Das Hudi ist somit die einzige Schweizer Figur: ein Rätschweib im Biedermeierkostüm.

Montag, 3. März 2014

Grenzweg und Niemandsland

Schönes Deutschland: das Kapellchen von Baltersweil am Jakobsweg.
Gleich sind wir wieder in der Schweiz: Abstieg nach Bad Osterfingen.
Das war toll gestern; ganz zuvorderst des Wetters wegen. In den ersten fünf Minuten nieselte es, während wir in Rafz loszogen, hernach aber verzogen sich die Regenwolken dauerhaft. Und am Nachmittag kam die Sonne durch, so dass wir uns am Rheinfall und später in Schaffhausen wie im Frühling fühlten. Hier ein paar Stationen und Freuden unserer Sieben-Stunden-Route:
Das war Ritas Teller.
  1. Rafz hat einen herrlichen Ortskern: Fachwerkbauten in Rotweiss.
  2. Vom Sonnenberg sahen wir schön das ganze Rafzerfeld, diese gewaltige Schotterebene. Geologen reden von einem Sander.
  3. Einsames Hochland erstreckt sich rund um das Kapellchen von Baltersweil (D). Und à propos: in den ersten fünf der sieben Wanderstunden sahen wir ausserhalb der Dörfer keinen Menschen. Niemandsland!
  4. Im Weingut von Bad Osterfingen schauten wir die Menukarte an und lechzten. Es war aber noch etwas zu früh für Essen. An diesem weltfernen Ort siedelten übrigens schon die Römer.
  5. Wir assen dann im Rossberghof auf dem Rossberg; man sieht von dort die Glarner und Berner Alpen. Besonders Eindruck machte uns der Teller von Rita: hausgemachter Hackbraten und blauer Kartoffelstock. Und der Pinot noir vom Hedinger im nahen Wilchingen war erstklassig.
  6. Hinab nach Neuhausen gingen wir auf dem Grenzweg: alle 20, 30 Meter ein Grenzstein, die meisten von 1839, als CS (Canton Schaffhausen) und GB (Grossherzogtum Baden) einen Grenzvertrag abschlossen.
  7. Ach, der Rheinfall. Jedesmal wieder ist er ein Spektakel. 
  8. In der Schaffhauser Altstadt nahmen wir bahnhofsnah ein Schlussbier und verglichen unsere Arten der Müdigkeit (abgesehen von Rita, die glaubhaft angab, nicht müde zu sein). Ich hatte beim Abstieg zur Toilette im Untergeschoss Mühe mit den Knien.
  9. Als wir in Zürich ankamen, waren die Strassen regennass. War da was, zuhause gebliebene, bedauernswerte, nicht wandernde Freunde?
Bahnhof Rafz - Rafz Dorf - Sonnenberg - Hüsliholz - Brunnacker - Berwangen D - Baltersweiler Kapelle D - Mülitobel - Bad Osterfingen - Badstighau - Rossberg - Rossberghof - Wasenhütte - Wasenhau - Bonenrüti - Aazheimerhof - Birch - Bahnhof Neuhausen - Rheinfall - Rheinuferweg - Rheinbadi Schaffhausen - Altstadt - Bahnhof Schaffhausen. 7 Stunden, 28 Kilometer, 510 Meter aufwärts, 520 abwärts.
Das Vorgarten-Isebähnli von Neuhausen fuhr fröhlich und nonstop im Kreis.

Sonntag, 2. März 2014

Fleischsimulation

Sieht aus wie ein Hackbraten, oder? Ist aber ein Haselnussbraten. Ich fotografierte die perfekte Fleischsimulation vor wenigen Wochen im Rössli in Mogelsberg. Leider habe ich es verpasst zu probieren; Katja, die ihn ass, fand aber, der "Braten" schmecke toll, und die Sauce habe Chuscht. Fein aus sieht das auf jeden Fall.