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Mittwoch, 14. September 2016

Die belgische Rigi

Mont Rigi. Zur Orientierung: Links oben liegt Lüttich (Liège).
In Belgien gibt es in der Gemeinde Weismes einen Mont Rigi. Dies, weil ein früherer Bürgermeister ein paar Orte der Gemeinde auf bekannte Namen taufte. Auf dem Mont Rigi im Hohen Venn, wie das Gebiet übergreifend heisst, gibt es auch eine Skistation. Nun ja, eine Langlaufstation... der Berg ist nicht mal 700 Meter hoch.

Dienstag, 13. September 2016

Von den Muncken und den Gembsen

Ein lieblicher Munck. (Wikicommons/ François Trazzi)
1670 hebt der Chronist Heinrich Pfendler an zu einem Lob der Berge des Landes Glarus. Ich stiess kürzlich auf die Stelle und fand sie reizend. Pfendler bringt eine Liste, warum die Glarner Berge lieblich sind. Hier ein Auszug:
  • "Lieblich sind solche Alpgebirge/ als auff denen wir zur lieben Sommers-zeit anschauen/ das liebe Vieh in grosser Anzahl/ kleines und grosses/ ihr Nahrung begierlich suchende."
  • "Lieblich finde ich solche Berge/ weil an vielen Orten in der Höhe den darauf wandlenden/ führ ihre Auge kommen/ Steinhüner/ die von einem Felsen auf den anderen fliegen."
  • "Lieblich/ wann die zum Vieh geordnete Knecht mit ihrem Freudengesang/ und einem mehr als Klaffterlang von gewissen Holtz/ gemachten Horn/ oder Rohr auffspielen/ damit es im Gebirg einen Widerhall gantz lieblich und amuthig gibt."
  • "Lieblich sind unsere Berge/ wann zur lieben Sommers-zeit die Muncken/ unserem Gesicht fürkommen."
  • "Was ist nun aber Lieblichers/ als anschauen die Gembsen/ mit ihrem schnelle Lauff?"

Montag, 12. September 2016

Vervielfachung der Gipfel

Auf Iltios, die Churfirsten im Auge. Zweiter von links: der Brisi, mein Liebling.
Ghackets und Hörnli auf dem Gipfel.
Ich dachte mir am Morgen, noch zuhause: Die Anreise dürfte schrecklich werden, es ist Herbst, also Hauptwandersaison, und das Wetter ist gut. Überraschenderweise hielt sich die Zahl der samstäglichen Reisenden Richtung Toggenburg in Grenzen, wir hatten überall schön Platz, weder vor der Bahn noch dem Bus gab es ein Gedränge. Einzig oben auf dem Chäserrugg hatte es viel Volk, weil er alle möglichen Leute anzieht, insbesondere Architekturfreaks, die sich das Haus von Herzog & de Meuron ansehen wollen. Sie fahren in der Regel auf den Berg. Wir erwanderten ihn uns, und zwar von Iltios aus via Stöfeli, was 2 3/4 Stunden dauerte. Das klingt easy, war aber strapaziös, weil man kontinuierlich am Steigen ist und fast 1000 Höhenmeter macht; und manche Passagen waren sehr steil. Lohnend war es auf jeden Fall, nur schon wegen der Zahnreihe der Churfirsten vor Augen und wegen Säntis und Schafberg im Rücken. Oben vervielfachte sich die Zahl der Gipfel, indem wir auf der Krete einen neuen, weit gefassten Horizont Richtung Süden bekamen. Wir waren sehr beglückt an diesem Tag.
Im Aufstieg: der Talboden von Wildhaus und hinten der Schafberg.

Sonntag, 11. September 2016

Schweinebauch auf dem Chäserrugg

Schon sehr schön, das Chäserrugg-Berghaus der Starchitekten Herzog & de Meuron hoch über Unterwasser SG, das Seilbahn-Station und Restaurant kombiniert. Es lockt entsprechend viel Volk an, merkten wir gestern mittag. Aber wir ergatterten dann doch fünf Plätze, fanden die Speisekarte deutlich über dem Niveau dessen, was normalerweise auf Gipfeln offeriert wird, und mochten die Gerichte, die kamen: Trüffelrisotto mit Mascarpone, Ghackets mit Hörnli, Schweinebauch. Eine gute Sache. Lassen wir die Bilder sprechen; mehr über die zugehörige Wanderung gibt es morgen.

Samstag, 10. September 2016

Unsere Hommage an H & M

Die Chäserrugg-Bergstation und daneben das alte Berghaus. Das neue zeige
ich, sobald ich ein eigenes Foto davon habe. (Wikicommons/Anidaat)
Endlich! Das neue Gipfelrestaurant auf dem Chäserrugg, dem östlichsten der sieben Churfirsten, ist ja doch schon letztes Jahr eröffnet worden. Und wir waren noch nie oben und haben uns den vielgelobten Bau der Herren Architekten Herzog & de Meuron also bisher nicht aus der Nähe besehen können. Heute ist es soweit, wir steigen von Iltios auf den Berg. Hat es Platz, so werden wir oben auch essen.

Freitag, 9. September 2016

Kuorez?

Ich bin schon ein wenig stolz, dass meine Theorie stimmt. Letzten Samstag kehrten wir im Gartenrestaurant Kuorez ein, das herrlich am Rigihang liegt und zur Gemeinde Gersau SZ gehört. Meine Theorie stützte sich darauf, dass man einen Konrad im Appenzellerland "Chueret" nennt. Ich folgerte: Auch in "Kuorez" steckt der Konrad. Das Z am Schluss deutete ich als Genitiv, Konrads. Stimmt genau: Auf Ortsnamen.ch steht zu lesen: Kuorez ist der Rest der Formulierung "Konrads Matten", die Matte von Konrad. 1641 heisst es in einem Dokument: "ab miner mathen, Kuratz genannt".

Donnerstag, 8. September 2016

Islam auf der Freiheit

Meiers Halbmond auf der Freiheit, Kanton AI.
(Screenshot von Christian Meiers Facebook-Seite)
Wenn man vom Fälensee, dem Bergsee im Alpstein, Richtung Zwinglipass läuft, hat man zur Rechten die Freiheit - einen Berg, den man erklettern muss. Ausser man nimmt den Helikopter. Das tat, wie gestern einige Newsportale vermeldeten, der in China lebende Appenzeller Künstler Christian Meier. Er liess sich hinauffliegen und installierte oben einen zweieinhalb Meter hohen Halbmond samt Solarpanel, das dafür sorgt, dass der Halbmond nachts beleuchtet ist. Die Kunstaktion auf der Freiheit soll eine Woche dauern und ärgert die Einheimischen; eine Bewilligung hat Meier nicht eingeholt. Er kam auf die Idee, weil er sich als Atheist, wie er sagt, schon immer über Gipfelkreuze geärgert habe. Ganz logisch finde ich die Begründung nicht, denn der Halbmond ist das Symbol des Islams, also einer anderen Religion.