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Donnerstag, 24. August 2017
Schon die Steinzeitler rezyklierten
Vor gut 4500 Jahren errichten Menschen der endenden Steinzeit an einem Platz nahe der Rhone eine Begräbnisstätte mit Dolmen, Steingräbern mit Steindeckel; später kommen kleinere Kistengräber hinzu. Als Baumaterial dienen auch behauene Megalithen, grosse Steine, die zu früherer Zeit am selben Ort aufgestellt wurden; einige von ihnen werden niedergerissen und rezykliert. Heute steht die Kultanlage in einem Wohnviertel von Sion namens Petit-Chasseur. Hilfreich, damit man sich die Sache vorstellen kann, ist ein Animationsfilm der Uni Genf, den man sich hier zuführen kann (Geduld beim Starten, der Ton kommt erst nach einigen Sekunden). Ich schaute mich kürzlich in Petit-Chasseur um und fand den Kontrast von modernen Häusern und Relikten der Vorzeit ziemlich witzig.
Mittwoch, 23. August 2017
Ich war noch nie da und war doch schon da
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| Auf der Göscheneralp. |
Und hier drei Fotos von der Wanderung.
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| Bald nach dem Start: Felsen wie aus dem Arizona-Western. |
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| Aus der Alper Reuss gestautes Seelein beim Gwüest. |
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| Gleich sind wir am Ziel: Göschenen. |
Dienstag, 22. August 2017
Verlorene Schokoriegel und ein Fischzmittag
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| Oben machte der Bus zehn Minuten Pause. |
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| Hier ass ich: Hotel Sternen, Flüelen. |
Den gestrigen Montag hatte ich mir als Zuhausetag gesetzt, nachdem ich am Sonntag im Jura gewesen war, in Courgenay, bei der berühmten Pierre Percée, mehr davon bald. Aber wie es so ist mit solchen Plänen, sie funktionieren nicht immer, ich verspürte jedenfalls DIE UNRUHE - vielleicht hätte Regen geholfen, der macht mich in der Regel sesshaft. Aber da war kein Regen. Also rappelte ich mich gegen acht Uhr vom Sofa auf und startete mit dem Ad-hoc-Plan, mal wieder per Postauto über den Klausen zu fahren. Hier ein paar Schlaglichter meiner ÖV-Tour:
- Gruppen, ach diese Gruppen! Man denkt, man habe Bus und Zug für sich, weil ja die Ferien nun schweizweit vorüber sind und zudem der Tag verhangen. Doch im Zug nach Linthal war eine Gruppe, und im Bus über den Klausen dann ebenfalls. Die füllten 90 Prozent der Sitze. Man müsste ausrechnen, was solche Gruppen, meist sind es Pensionierte, der Wirtschaft bringen, den Restaurants vor allem. Sie sind ein gewaltiger ökonomischer Faktor. Freilich fühlt man sich als Einzelreisender an den Rand gedrückt.
- Die Klausenfahrt ist immer wieder gut. Meine Lieblingsmomente und -blicke: Das Kopfsteinpflaster zu Beginn des Passes in Linthal auf der Glarner Seite. Das Dörfli auf dem Urnerboden mit der Fisetengrat-Seilbahn. Die gruselige Strassenpassage nach der Passhöhe, die mit einem Gefahrenschild beginnt; sitzt man links, blickt man hunderte Meter tief in den Abgrund, ein Geländer gibt es nicht. Last not least mag ich den Stäubenfall in besagtem Abgrund. Und, ah ja, das auch noch: das pittoreske Posthaus in Urigen gehört erwähnt.
- Ein Gesprächsfetzen von der Rückreise im Zug von Flüelen nach Zürich. Drei junge Deutsche, Wanderinnnen. Die eine zu ihren Freundinnen: "Oh Gott, ich bin ja so froh. Ich hab meine Schokoriegel gefunden, ganz unten im Rucksack. Gestern hab ich mich total erschrocken über mich selber. Ich fand die Riegel nicht und dachte, ich hätte sie alle gegessen und würde mich nicht mal dran erinnern."
- In Flüelen ass ich sehr gut, Fisch. Und zwar im Hotel Sternen, dessen Interieur mir renovierungsbedürftig vorkam in seinem Seventies-oder-so-Design. Flüelen war auch als Ganzes ein wenig trist, die Gruppen rennen alle vom Zug auf den Bus oder zum Schiff und umgekehrt; um in den Ort zu kommen, muss man durch eine Unterführung, das ist wenig einladend und auch nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Lag es daran, dass abseits der Schifflände und des Bahnhofs kaum Touristen unterwegs waren?
Montag, 21. August 2017
Totenschrein auf 3000 Metern
Das Foto ist nicht gut, ich weiss. Die Vitrine, Gedenkschrein für einen Toten, steht auf 3000 Metern über Meer auf dem Piz Nair bei Sankt Moritz, zwischen der Bergstation der Seilbahn und dem Gipfel mit der Antenne. Constantine S. Niarchos war eines der Kinder des griechischen Reeders Stavros Niarchos. Der gründete einst die Bergbahnen Corvatsch und Piz Nair, die Familie ist dem Engadiner Nobelort eng verbunden. Constantine, einer der Erben, war ein unglücklicher Milliardär mit einem Suchtproblem. Der Alpinismus faszinierte ihn, 1999 schaffte er es auf den Mount Everest, die Gegenstände im Schrein hatte er damals dabei. Zwei Wochen später war er tot. Kokain, eine gut 25-fache Überdosis. Er wurde 37.
Sonntag, 20. August 2017
Postkartengenerator
Bisse oder, auf Deutsch, Suone, das sind diese Walliser Kanäle, die den Trockenhängen Wasser zuführen. In der Regel sind sie ein paar hundert Jahre alt. Manche führen durch senkrechte Gruselwände und sind der Horror, so etwa die Bisse du Ro. Andere aber sind sanft und lieb und ziehen sich waagrecht dahin. Der Bisse de Clavau in seinem Abschnitt zwischen St-Léonard und Sion ist so ein Komfort-Bisse. Gestern beging ich ihn, was gut zwei Stunden dauerte. Reben, Rhone, Berge und kecke Hügel wie Sions Zwillinge Tourbillon und Valère machten die Strecke zum Augenfest. Alle zwei Meter hätte ich ein Foto machen können - der Weg war ein Postkartengenerator.
Samstag, 19. August 2017
Grün vs. Grau im Waadtland
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| Unverkennbar ich: Selbstporträt auf dem Videmanette-Gipfel. |
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| Das untere der beiden Seelein von Les Gouilles. |
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| Die Gummfluh. |
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| Aufstieg zum Col de la Videman (r.) mit der Pointe de la Videman (Mitte). |
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| Rückblick zum Col (Vordergrund rechts) und der Pointe. |
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| Auf La Videmanette: Rocher Plat (l.) und Le Rubli, dazwischen die Bahnstation. |
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| Und weil es so schön war, noch einmal Grün: La Videmanette. |
Freitag, 18. August 2017
Der Berg mit dem Gemüsenamen
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| Le Rubli aus der Nähe. Der Bergpfad führt zum Klettersteig - und der zum Gipfel. |
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| Le Rubli (rechts) aus dem Zug. |
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| Von der Seite ist das Horn ein Kasten. Links die Videmanette-Terrasse. |
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