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Mittwoch, 7. Februar 2018

You pay

Alles redet vom Bitcoin. Aber hey, es exisiteren noch andere Neo- und Nebenwährungen. In Zürich gibt zum Beispiel der "Sternen Grill" - der beim Bellevue mit der berühmten Bratwurst - alle möglichen Arten Jetons aus. Kürzlich nun ging mir eine Münze vom Hotel Central Plaza zu. Eine hübsche Hausprägung. Auf der Vorderseite prangt das Logo des Betriebs. Und die Rückseite dominiert ein Pfeil mit dem Schriftzug "you pay". Wenn man etwas getrunken hat, nimmt man die Münze und dreht den Pfeil in Richtung Kellner oder Kellnerin und muss somit nicht zahlen.

Dienstag, 6. Februar 2018

Schöne Böden

Die zwei Schutzgebäude.
1826 hob ein gewisser Samuel Rudolf Sutermeister 300 Meter südlich der Zofinger Altstadt eine Grube aus. Er stiess auf römisches Mauerwerk und Mosaiken - so wurde die Villa Rustica entdeckt, ein Gutshof aus der Römerzeit, der im Volksmund bald "Römerbad" hiess. Als ich am Sonntag in Zofingen war, begab ich mich hin; man findet den Ort leicht, indem man zur Bushaltestelle "Römerbad" geht und bei der Pizzeria "Da Vito", vormals Gasthof Römerbad, dem Hinweisschild zum Hirschparkweg folgt. Zu sehen gibt es zwei Mosaikfussböden in hervorragendem Zustand. Sie sind ganzjährig jeden Tag zugänglich, zwei Schutzbauten von 1830/31 schützen sie vor der Witterung und vermitteln auch ein wenig Antikefeeling. Vitos Pizza ("Elegante" mit Auberginen und Ricotta) war dann übrigens auch sehr gut; der Klassiktourist muss ja auch essen.

Montag, 5. Februar 2018

Mein Aargauer Sonntag

Die schöne Schorüti.
Ich bin ready, sagt das Haselzötteli.
Gestern morgen ging ich zeitig wandern, der Vormittag werde schöner als der Nachmittag, hatte das Radio gesagt. Meine Redaktionskollegin Salome hatte mir die Route empfohlen - in der Tat ein guter Tipp: Ich ging von der Bahnstation Kölliken-Oberdorf über die Hochwacht nach Zofingen und hatte viel Freude mit dem Weg. Sonntägliche Glockenklänge brandeten von Safenwil oder so hoch, Menschen hatte es praktisch keine unterwegs, das einsame Täli der Schorüti, in das ich Einblick bekam, war ein Idyll. Und tatsächlich zeigte sich im zweiten Teil der dreistündigen Wanderung, während ich nach Zofingen abstieg, die Sonne. Auch der Februar ist ein guter Wandermonat.
Zofingens Stadtheld Niklaus Thut.

Sonntag, 4. Februar 2018

Unser Held

Markus Walser (und die retouchierte Ronja).
Im Juni 2016 probierten wir das damals eben neu lancierte Palfries-Seilbähnli aus, das unweit von Sargans bei Heiligkreuz hinauf auf das Plateau von Palfries unterhalb des Alvier und Gonzen fährt. Dabei lernten wir Markus Walser kennen, den Präsidenten der Bahn-Genossenschaft, dem es massgeblich zu verdanken ist, dass die Seilbahn, die früher dem Militär gehörte, ein zweits Leben als Transporteurin von Wanderern und Bergsteigern geschenkt bekam. Darüber bloggte und kolumnierte ich. Gestern nun vernahm ich aus dem Radio, dass Markus Walser Held des Alltags 2017 geworden ist; das SRF-Publikum hat ihn erkoren. Hat er verdient, finde ich.

Samstag, 3. Februar 2018

Prähistorische Wehranlage und moderner Tunnel

Baustelle Eppenbergtunnel, beim Tunnelportal von Wöschnau.
(Bild: Bobo 11/ Wikicommons)
Als schweizweit aktiver Wanderer fährt man kaum eine Bahnstrecke öfter als die von Aarau nach Olten und vice versa. Der inländische Ost-West-Verkehr nutzt die Linie, internationale Züge wie TGV und ICE, aber auch die S-Bahnen; sie ist über die Massen beansprucht. Dabei gibt es im Abschnitt Schönenwerd-Däniken ein Problem. Einen Flaschenhals; der Sektor ist nur zweispurig geführt, während die Zubringer vierspurig angelegt sind. Der Eppenbergtunnel muss es ab 2020 richten, er ist über drei Kilometer lang, kostet um die 850 Millionen Franken und wird das Spurdefizit im Rahmen einer neuen Linienführung beheben. Gestern war Durchstich, als ich davon hörte, fiel mir wieder ein, wie wir vor zwei Jahren von Olten nach Aarau liefen und aus der Höhe auf die gewaltige Bahnbaustelle blickten. Und gleichzeitig hatten wir damals im Rücken eine prähistorische Wehranlage - auch sie ist ein Stück Eppenberg.

Freitag, 2. Februar 2018

Das Problemchen mit dem Honigstein

Das Wahrzeichen von Roggliswil LU: der Honigstein.
Erste Ansicht des Steins bei der Annäherung von Norden.
Ja, schon wieder ein Findling! Ich habs erwähnt: Ich bin im Moment auf dem Stein-Sammel-Trip. Der Honigstein steht auf Boden der Gemeinde Roggliswil LU etwas ausserhalb des Dorfes in der Netzelen; so heisst auch die nahe Bushaltestelle. Eigentlich ist der Name des Steins verwirrlich. Tatsächlich gibt es ein Mineral Mellit, das umgangssprachlich "Honigstein" genannt wird; allerdings ist dieses Mineral sehr selten - und sicher besteht der Luzerner Honigstein nicht aus Mellit. Vielmehr gibt es in der Nähe einen Hügel, die Honegg; der Findling war wohl zuvor ein "Honeggstein". Er besitzt eine eigene Kuppe und ist dank der exponierten Lage zum Wahrzeichen des Dorfes geworden, das ihm freilich früher nicht mit Ehrerbietung begegnete: Auch dieser Findling nämlich hielt als Steinlieferant her - in diesem Fall beim Bau eines örtlichen Schulhauses sowie der nahen St. Wendelinskapelle. 1932 kaufte der SAC, Sektion Luzern, den Boden, auf dem der Stein hockt, seither steht er unter Naturschutz. Darauf verweist eine Tafel mit folgendem Gedicht: "Vom fernen Wallis kam ich einst her auf des Rhonegletschers eis'gem Rücken, und jetzt gestrandet, verlassen und bedroht von Geldes und arger Menschen Tücken, steht mir der SAC zu treuer Wehr."

Hübsch. Ein Problemchen hatten wir allerdings, als wir am Mittwoch von der Strasse den Fussweg zum Stein nahmen. Kurz vor diesem hatte ein Bauer zwei Zäune über den Weg gesteckt, wir mussten diese überklettern. Nun habe ich mich bei der Gemeindeverwaltung erkundigt, ob das immer so ist und also der Honigstein gar keine Besucher anziehen soll.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Ein Kotelett gegen den Giftwind

Wanderertreibstoff.
Die gestrige Wanderung zerfiel in drei praktisch gleich lange Etappen von je gut 1 1/2 Stunden; jede Etappe führte von einem Dorf auf eine Krete oder Hochebene und dann hinab ins nächste Dorf. Etappe eins: von Roggliswil LU nach Altbüron LU. Etappe zwei: von Altbüron nach Gondiswil BE. Etappe drei: von Gondiswil nach Huttwil BE. Drei Dinge sind insbesondere zu erwähnen.
Ein Opfer von Burglind.
  1. Der perfide Giftwind. Hätte man auf einer der Hochebenen einen Ochsen ausgesetzt, er wäre binnen fünf Minuten tot umgefallen.
  2. Waldschäden, Waldschäden, Waldschäden. Manche Pfade waren bestreut mit den Resten monströser Abräumarbeiten: Tannenäste überall. Manchenorts sahen wir im feuchten Boden die Spuren grosser Fahrzeuge. Und einige Male mussten wir über umgestürzte Tannen klettern. Burglinds Schäden voll und ganz zu beseitigen, geht nicht so schnell.
  3. Das Schweinskotelett im Rössli zu Gondiswil: grosse Klasse - geht da hin, Leute! Perfekt gebraten war das Stück, dick und weissfaserig und gefühlte 350 Gramm schwer. Es spendete Kraft für den Rest der Route, half beim Aushalten des Giftwindes und Überwinden der Tannen.