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Donnerstag, 7. März 2019

Erdogan?

Immer diese Verleser! Das Plakat hängt am Bahnhof Lenzburg, wo ich am Dienstag abend auf den Bus wartete. Ich las: "Erdogan schenkt Wärme."

Mittwoch, 6. März 2019

Abplanalps Tod

Müswangen LU, die Dorfkirche.
Neun Männer sitzen in dem amerikanischen B12-Bomber, der am 25. Februar 1945 München bombardieren soll. Über dem Ziel klemmen die Bombenschächte. Während die Männer am Problem arbeiten, geraten sie unter Beschuss, das Flugzeug wird schwer getroffen. Die Steuerung ist ramponiert, die zwei Kompasssysteme ebenfalls. Der Pilot steuert dorthin, wo nach seiner Einschätzung die Schweiz liegt - und um die Geschichte, die man hier nachlesen kann, kurz zu halten: Das Flugzeug, dem die Nase fehlt, macht eine Bruchlandung. Der Pilot ist tot, die anderen leben, einige sind verletzt. Ihre erste Sorge ist die: Sind wir in der Schweiz? Eine Frau ist die erste, die an der Unfallstelle eintrifft. Maria Jung heisst sie und salutiert. Die Besatzung zeigt auf den Boden, sie will wissen, so sie sich befindet. Jung sagt "Schweiz", dann "Svizzera", dann "Suisse", das dritte Wort verstehen die Amerikaner. Sie sind im Kanton Luzern. In Müswangen. In Sicherheit. Der tote Pilot wird im Schulhaus aufgebahrt und später beigesetzt. Er hiess Charles Abplanalp: ein Amerikaner mit Schweizer Wurzeln. Ich stiess auf die Kriegsbegebenheit, als ich nachlas, was in Müswangen so passiert ist; dies, nachdem wir dort kürzlich durchkamen.

Dienstag, 5. März 2019

Das vegane Einfamilienhaus

Nichts gegen Veganer. Was ich nicht mag, sind penetrante Bekenner und Bekehrer. Das Foto machte ich am Samstag in Hochwald, Kanton Solothurn.

Montag, 4. März 2019

Fasnacht und Wildsaubratwurst

Fasnacht in Nuglar, 20 Minuten vor dem Start des Umzugs.
Klotz braut gut.
Unser schöner Fünfstünder vom Samstag: von Duggingen via Hochwald, Büren, Nuglar nach Liestal, da war doch einige Höhendifferenz drin, je gut 750 Meter auf und ab. Höhepunkte hatte unsere Tour durchs Schwarzbubenland viele, zum Beispiel den zuoberst kettengesicherten Steig durch die Falkenfluh zwischen Duggingen und der Herrenmatt. Und überall war Fasnacht, In Nuglar formierte sich grad der Umzug, als wir ankamen. Wir verzogen uns in die Alte Brennerei. So heisst ein originelles Lokal, in dem der ehemalige Fotograf Martin Klotz Bier braut. Seine Anlage kann man durch eine Scheibe besichtigen, die Kessel und Tanks sind von imposanter Grösse. Auch auf der Speisekarte kommt das Bier vor, es gibt zum Beispiel ein Biersüppli. Ich freilich setzte auf die Wildsau-Bratwurst mit Spätzli. Der Samstag war erlebnisreich, wie gesagt. Und kulinarisch ergiebig.
Im Schwarzbubenland: Blick zurück auf Büren SO.

Sonntag, 3. März 2019

E süesses Wärli hettmer all gern

Jetzt ist wieder die Zeit der Bachenschnitten. So heisst ein traditionelles Ausserrhoder Fasnachtsgebäck, das es auch im angrenzenden Innerrhoden und St. Gallen gibt. Ein Leckerli, das im Bierteig frittiert und ausgiebig mit Zimtzucker bestreut wurde. Ausgesprochen wird das Ding ppacheschnétte mit Betonung auf dem mittleren E. Die Bachenschnitten auf dem Foto kaufte ich am Freitag in Hundwil im Hirschen, sie kommt von der formidablen Hundwiler Bäckerei Mühle, in der die Oertles seit Generationen backen. Das Leckerli im Inneren ist beim Frittieren schön weich geworden. E süesses Wärli hettmer all gern.

Samstag, 2. März 2019

Altermatt und Anderwert

Der Bundesrat, der sich um-
brachte: Fridolin Anderwert.
(Wikicommons)
Interview mit Urs Alter-
matt, die erste Seite.
In der neuen "Schweizer Familie" gibts von mir einen grösseren Stoff: ein Interview mit dem Solothurner Historiker Urs Altermatt über den Bundesrat seit Gründung des Bundesstaates 1848. Altermatt ist der Experte schlechthin, er hat auch das (soeben neu aufgelegte) Bundesratslexikon herausgegeben, ein Standardwerk. Im Gespräch erklärt Altermatt, warum wir sieben Bundesrätinnen und Bundesräte und sieben Departemente haben. Warum der Bundeskanzler als achter Bundesrat gilt. Weshalb das Land bisher erst 119 Bundesräte hatte. Woher das Amt des Weibels rührt. Und welches der tragischste Bundesrat war. Nämlich: Fridolin Anderwert. Der Thurgauer war ein brillanter Jurist. Aber auch eine verletzliche Figur, ein Einzelgänger, einsam, korpulent, depressiv. Am 7. Dezember 1880 wurde er zum Bundespräsidenten gewählt. Darauf setzte in der Presse eine gehässige Kampagne ein mit Karikaturen und der Andeutung, er frequentiere dubiose Häuser. Bordelle, sollte das wohl heissen. Am Weihnachtstag erschoss sich Anderwert auf der Kleinen Schanze unweit des Bundeshauses.

Freitag, 1. März 2019

Ausgezuckelt?

Drei Zahnradbähnli erschliessen das äussere Appenzellerland vom St. Gallischen her. Es sind die Linien
Am 1. Juni 2018 fuhr ich von Gais hinab nach Altstätten.

  • Altstätten-Stadt - Gais
  • Rheineck - Walzenhausen
  • Rorschach - Heiden.
Und jetzt dies! Gestern las ich in der NZZ, dass die Bahnlinien stillgelegt werden sollen, stattdessen würden Busse fahren. Der Grund ist klar: Der Betrieb ist nicht rentabel. Ich sehe das Problem. Doch gibt es kaum Schöneres, als im Sommer im offenen Wagen ins Ausserrhoder Hügelland hinaufzufahren. Oder umgekehrt. Aus, sagen wir, bahnästhetischer Sicht wäre die Abtötung der drei Nebenlinien ein schwerer Verlust.