Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Donnerstag, 14. Mai 2020

Taschenlampe mitnehmen!


"Kommt zu uns": Werbung von Appenzell Tourismus.
Wer sie liest, ist ja aber schon da.
Sie sind überall, diese Innerrhoder Kapellen - in den Wiesen, im Wald, im Zentrum des Hauptortes Appenzell und rundum inmitten hässlicher Neubauten. Elf Kapellen lernte ich kennen, als ich am Dienstag den Appenzeller Kapellenweg absolvierte. Eine ungefähr vierstündige Unternehmung war das. Etwa die Hälfte der Gotteshüsli war freilich verschlossen. Durchs Gitter ins Innere zu linsen, brachte nicht viel, denn drinnen wars schummrig. Und so rate ich allen, die sich auch auf den Weg begeben möchten, der durch die grüne Landschaft führt und auf dem Hügel der Burgruine Clanx kulminiert, die bis zu ihrer Erstürmung und Schleifung durch die Bauern den St. Galler Äbten gehörte: Taschenlampe mitnehmen!

Mittwoch, 13. Mai 2020

Appenzell war leer

Appenzell, "Bazar Hersche": Diese Zwerge suchen Käufer.
In der Krypta der Pfarrkirche: Stühle im Corona-Abstand.
Die "Sonne" beim Landsgemeindeplatz.
Meine Leibspeise.
Gestern bewanderte ich den Appenzeller Kapellenweg, etwas über vier Stunden brauchte ich für die von Appenzell weit ins Hügelland ausholende Schleife. Weil es kalt war und die Bise blies, machte ich keine Pausen. Wieder in Appenzell, gönnte ich mir in der Sonne eine Siedwurst mit Chäshörnli und dazu einen Einer Pinot. Wahnsinnig, wie wenig Leute im normalerweise von Touristen überquellenden Zentrum unterwegs waren. Die Hauptgasse mit den vielen Läden war praktisch leer, das klamme Wetter trug wohl dazu bei. Mehr zu meiner Route will ich morgen erzählen. Zuerst muss ich jetzt die Fotos sortieren und beschriften. Bei insgesamt elf Kapellen plus einigen Bildstöcken, Kirchen und Klöstern mache ich das besser früher als später.

Dienstag, 12. Mai 2020

Fastenbrechen in Zürich

Einkehr in Zürich. Mit Plexiglas zwischen den Tischen.
Am 16. März assen wir zu zweit im Rosengarten im Zollikerberg Pizza. Dann kam der Lockdown. In den nächsten Wochen kochte ich zuhause täglich, einmal abgesehen vom Brätlen während einiger Wanderungen. Gestern nun öffneten viele Restaurants wieder. Und wir gingen, diesmal zu dritt, in einem von ihnen essen. Es war wieder ein Italiener, das Santa Lucia am Paradeplatz in Zürich. Meine Ravioli waren fein, der Wein ebenfalls. Gäste hatte es eher wenige. Zwischen den Tischen waren Plexiglasscheiben montiert. Die Stimmung kam mir vor wie gegen Saisonende in einem italienischen Kurort. Ein wenig morbid mit unterbeschäftigtem Servicepersonal. Trotzdem  machte die Einkehr nach so langer Zeit Spass. Ich taufte den Anlass ... "Fastenbrechen".

Montag, 11. Mai 2020

Gipfelfreuden

Kurz nach der Ankunft auf dem Stockberg.

Das Astschleppen hätte ich mir sparen können.
Oben lag an der Grillstelle gutes Holz parat.
Am Samstag bestiegen wir den Stockberg. Nicht den von Nesslau im Toggenburg, sondern seinen Schwyzer Namensvetter, eine grüne Kuppe hoch über dem Zürichsee. Der Aufstieg über gut 800 Höhenmeter von Schübelbach-Gutenbrunnen aus durch den Chälenwald und via Tostel war in der sommerlichen Wärme schweisstreibend. Und der Abstieg in der Direttissima hinab nach Siebnen, wieder 800 Höhenmeter, war im ersten Teil bis Mettlen extrem steil - ein Knietest. Auf dem Stockberg rasteten wir zwei Stunden. Wir liebten das Panorama mit dem noch tief verschneiten Fluebrig, dem bereits aperen Grossen Aubrig sowie seinem Bruder, dem Kleinen Aubrig, mit dem Mutteristock, dem Wageten und der ganzen Zürcher Oberländer Hügelkette samt dem Bachtel in der Mitte. Auch assen wir auf dem Gipfel gut. Wir starteten mit spanischem Schinken und Melone. Grillierten dann auf der perfekt in den Fels gepassten Feuerstelle Würste aller Art. Und tranken Rotwein. So war die Stockberg-Unternehmung eine perfekte Mischung aus Anstrengung und Genuss. 
Frau G. im Steilhang unter dem Gipfel.
Blick von unserem Berg auf den Zürichsee mit dem Seedamm.

Sonntag, 10. Mai 2020

Die frechen Neuenburger

Eine spätere Ausgabe der Genfer Bibel
von 1669. (Hubertgui, Wikicommons)
Die erste Bibel auf Französisch erschien 1535. Sie stammt nicht etwa aus Frankreich - vielmehr wurde sie in Genf von Pierre Robert Olivétan übersetzt und in Serrières, heute ein Quartier der Stadt Neuenburg, vom Drucker Pierre de Vingle gedruckt. Die "Genfer Bibel" oder auch "Bible de Serrières" war ein protestantisches Unterfangen. Denn die katholische Kirche war an einer Bibel, die auch einfache Leute lesen konnten, nicht interessiert. Die Bibel von Serrières, Ausdruck der Reformation, steht am Anfang des neuenburgischen Druckgewerbes, das im 18. Jahrhundert massgeblich zur Verbreitung aufklärerischer Ideen beitrug und die französische Revolution vorbereiten half. In Neuenburg produzierte man so ziemlich alles in Buchform, was der französische König und seine Kleriker verboten hatten.

Samstag, 9. Mai 2020

Das Heferätsel und seine Lösung

42 Gramm Hefe vom Migi.
Gestern buk ich wieder ein Brot. Mit Frischhefe. Die Würfel, die es im Laden gibt, sind stets auf 42 Gramm genormt. Warum 42 Gramm? Freund Google wusste Bescheid. Er vermittelte mir einen Artikel in der "Brigitte", der die Zahl erklärt. Früher konnte man Hefe nur beim Bäcker kaufen. Er lagerte sie in 500-Gramm-Blöcken und zerteilte für Kleinkunden einen solchen Block in 12 Stücke. Jedes Stück wog 41,66 Gramm. Gerundet sind es 42 Gramm. Voilà!

Freitag, 8. Mai 2020

Vor dem Ochsen gabs Klöpfer

Blick von der Ruine Ödenburg.
Schafe in Oltingen. Die Weide ist bald einmal kahl gefressen.
Lostorf - Bad Lostorf - Meierweid - Leutschenberg -Dürrhalde - Höli - Wägenstett - Oltingen - Ostet - Wenslingen - Ödenburg - Tecknau: dies unsere vierstündige Route von vorgestern Mittwoch. Ich kann sie empfehlen, sie ist abwechlsungsreich. Man arbeitet sich zu Beginn am ersten Jurariegel ab, gewinnt Höhe, erblickt nach dem Leutschenberg gegen Norden einen weiten, gartenartigen Landstrich, kommt in ein kleines Tobel, durchquert die Dörfer Oltingen und Wenslingen, erreicht die Ödenburg, einen aussichtsreichen Ort über Tecknau, und langt nach dem Abstieg schnell in Tecknau an. Ein Detail vom Weg: In Oltingen gab es vor dem Ochsen zu essen, Take-away, Klöpfer und dergleichen. Das wurde geschätzt, es hatte sich bereits eine kleine Schlange gebildet - so sieht Gastronomie in Zeiten von Corona aus.
Tecknau. Da mag jemand Kakteen.