Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Donnerstag, 21. Mai 2020

Das Ruinaulta-Spektakel

Ruinaulta! Die Schlucht des Vorderrheins zwischen Reichenau und Ilanz. Gestern war ich dort, wanderte mit einem Freund bei Versam, konnte mich weder sattsehen noch sattfotografieren. Hier ein paar Aufnahmen, morgen liefere ich die Details zur Tour nach.

Mittwoch, 20. Mai 2020

ABFWB?

Unterwegs mit den AB zwischen Gais und dem Stoss.
Die Appenzeller Bahnen (AB) und die Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) wollen verschmelzen. Mitte nächstes Jahr sollen die zwei Generalversammlungen über die Fusion entscheiden. Ganz unerwartet kommen die Pläne nicht, von denen ich kürzlich las. Die AB führen schon seit 17 Jahren im Mandatsverhältnis die Geschäfte der FWB. Kommt es zur Fusion, würde das eine gemeinsame Buchhaltung bedeuten, einen gemeinsamen Internetauftritt und einen gemeinsamen Verwaltungsrat. Mehr Rentabilität ist das Ziel hinter der Zusammenführung der beiden Unternehmen, die weitgehend dem Bund, den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, St. Gallen und Thurgau, den Städten St. Gallen, Wil und Frauenfeld sowie Gemeinden und Bezirken der Ostschweiz gehören. Was ich mich grad frage: Wie die neue Bahn heissen wird? Und wird man die Kürzel kuppeln? ABFWB? Ich bin gespannt.

Dienstag, 19. Mai 2020

Adelboden ist auch Rimini

Das Adelbodner Bad und sein Musikpavillon. (Fotos: Medienmitteilung/ David Bühler)
Was für eine originelle Schwimm- und Sonnanlage. Und das inmitten der Berge. Das Schwimmbad von Adelboden entstand 1928 im Stil des Neuen Bauens. Die Feriengäste sollten sich fühlen, als seien sie in Rimini oder ähnlich. Letztes Jahr ist das Bad in umgebauter und aufgefrischter Gestalt neu eröffnet worden, nachdem es längere Zeit von der definitiven Schliessung bedroht gewesen war. Gestern kam eine Medienmitteilung von der Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern: Deren Fachkommission für Denkmalpflege verleiht der Interessengruppe, die die gelungene Sanierung des Bades betrieben hat, ihren Spezialpreis 2020. Ein Blick auf die zwei Aufnahmen, die der Mitteilung beilagen, und ich muss sagen: Jawohl, eine gute Sache.

Montag, 18. Mai 2020

25 Jahre, dann brannte alles nieder

Die Kosthäuser der Spinnerei und Weberei heute ...
Bei Hagendorn, einem Dorf in der Gemeinde Cham, bildet die Lorze, der Hauptfluss des Kantons Zug, ein langgezogenes Inseli. Als ich vor einiger Zeit vorbeikam, fielen mir die acht wie an einer Schnur aufgereihten roten Holzhäuser auf. Es sind die Kosthäuser der ehemaligen Spinnerei und Weberei Hagendorn. Gegründet vom Zürcher Industriellen Robert von Muralt, nahm diese 1863 ihren Betrieb auf, um genau ein Vierteljahrhundert zu bestehen - 1888 brannte sie nieder, 370 Arbeiter und ihre Familien verloren ihre Arbeit, die Fabrik war am Ende. Heute wird auf dem umgenutzten Areal gewohnt.
... und die Ruine der ausgebrannten Spinnerei 1888.
Hinten rechts eines der Kosthäuser.
(Wikicommons/Chamapedia)

Sonntag, 17. Mai 2020

Kinderfugu

Autsch, dachte ich in Küsnacht vor diesem Haus.
In Küsnacht gibt es eine Kindertagesstätte mit dem Namen Fugu; sie ist Teil einer Kette mit weiteren Standorten im Kanton Zürich. Fugu, aha! Das ist doch der Kugelfisch, den die Japaner als Delikatesse schätzen - allerdings dürfen ihn nur Köche zubereiten, die eine spezielle Ausbildung samt Prüfung absolviert haben. Denn ein Fugu hat Teile, die hochgiftig sind und die man sorgfältig entfernen muss. Fugu, da denke ich nur eines: Vorsicht! Wieso eine Kita sich diesen Namen erwählt, weiss ich nicht. Interessieren würde mich auch, was japanische Eltern sagen, wenn sie den Namen hören. Vielleicht schmunzeln sie, weil sie ihn lustig finden. Oder aber sie denken: Was ist denn das für eine toxische Idee!

Samstag, 16. Mai 2020

Das Vierwappenhaus

Hausfassade mit historisierender Bemalung beim Sammelplatz.
Unten die Appenzeller Wappen, oben die von Schwyz und Glarus.
Ganz und gar friedliche Biberfladen
 in der Sammelplatz-Bäckerei.
Wer - wie ich am Dienstag - beim Sammelplatz vorbeikommt, einem eher unwirtlichen Ort an der Strasse und dem Schienenstrang der Appenzeller Bahn zwischen Appenzell und Gais, der wird in die Vergangenheit gesaugt. Es beginnt ja schon mit dem Namen "Sammelplatz". Hier trafen sich im Juni 1405 die Appenzeller. Dann zogen sie weiter zum Luftlinie fünf Kilometer entfernten Stoss, wo das Gelände abrupt Richtung St. Galler Rheintal kippt. Die Habsburger Ritter rückten von unten an, ihre Pferde waren müde, auch soll der Regen verhindert haben, dass sie ihre Bogensehnen spannen konnten. Die Appenzeller wiederum warteten oben in einiger Entfernung zu ihrer Letzi, einem wüsten Wall aus Steinbrocken, Baumstämmen, Ästen. In der folgenden Schlacht siegten sie, 20 von ihnen sollen gefallen sein, rund 300 Mann waren es auf Seiten der Habsburger. Für die Appenzeller war die Schlacht am Stoss und die Abschüttelung der Habsburger der Beginn ihrer ungestümen Phase. In den folgenden Jahren erwiesen sie sich als unangenehme Kraft im Grossraum zwischen Bodensee, Vorarlberg, Rheintal und Walensee. Sie schlossen einen Bund mit Städten wie Altstätten, Feldkirch und Bludenz, wiegelten die Bauern auf, verwüsteten Sargans, die March, den Thurgau und seine Adelssitze, Wil, Bischofszell. Von langer Dauer war ihre Expansion nicht. Und damit zurück zum Sammelplatz. Auf der Fassade des roten Hauses, in dessen Flachteil eine Bäckerei untergebracht ist, sind Szenen des Geschehens von 1405 aufgemalt. Sowie zwei Wappen, das der Schwyzer und der Glarner. Diese beiden Orte nämlich wussten aufgrund der Schlachten am Morgarten (1315) und bei Näfels (1388), wie man sich an einer Letzi verhält, wie Barfussinfanteristen ihre Mobilität im schnellen Vorstoss nutzen und wie man mit der Hellebarde eine Ritterrüstung knackt. Das alles brachten die Schwyzer und Glarner den Appenzellern bei und schickten wohl auch kleine Abordnungen ins Getümmel. Nun noch ein Letztes: Damals waren die Appenzeller vereint, die Reformation kam ja erst ein gutes Jahrhundert später. Die katholischen Innerrhoder veranstalten bis heute jedes Jahr im Mai eine Prozession vom Sammelplatz auf ihrem Terrain zum Stoss auf Ausserrhoder Boden. Vorgestern war es wieder soweit. Nein, halt! Ein übermächtiger Feind hat es verhindert. Das Coronavirus.

Freitag, 15. Mai 2020

Die Forchbahn hats gemerkt

Während des Corona-Lockdowns wunderte ich mich in der Forchbahn über ein Plakat, das zuvor sinnvoll gewesen war, nun aber fehl am Platz. Es propagiert, dass man in der oft sehr vollen Bahn nicht die letzten freien Sitze mit Einkaufstaschen und so blockiert. Dass man zusammenrückt und zum Beispiel im Viererabteil auch wirklich zu viert sitzt. Unterdessen hat allerdings auch die gute Forchbahn erkannt, dass im Moment genau das Gegenteil angebracht ist - neuerdings ist das Originalplakat überklebt. Noch besser wäre vermutlich, es ganz zu entfernen. Ich nehme an, das kommt noch.