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Sonntag, 21. September 2025

Das Kugellagerproblem

Derzeit fährt die Seilbahn auf das Niederhorn nicht.
Die Gondelbahn von Beatenberg aufs Niederhorn fährt erst zu Beginn der Wintersaison am 20. Dezember wieder, derzeit ist sie geschlossen. Dies aufgrund eines technischen Defekts im Umlenkrad bei der Bergstation, den man vor gut einer Woche registrierte. Der Stillstand ist mit Einbussen in Höhe von rund zwei Millionen Franken verbunden, denn im Herbst wollen bei gutem Wetter besonders viele Leute auf den Berg über dem Thunersee mit der grandiosen Fernsicht. Das Datum der Wiederinbetriebnahme ist im Übrigen mit Vorsicht zu geniessen, die Beschaffung der Ersatzteile (170 Kilo schwere Kugellager) ist offenbar schwierig, die Reparatur ebenfalls. Wer Lust darauf hat, das Niederhorn ohne viele Menschen zu geniessen oder oben gar allein zu sein – jetzt ist die Zeit dafür.

Samstag, 20. September 2025

Das Schüpbach-Wägli

Eine wirklich schöne Route, die wir da am Mittwoch machten: von Wasen via Dürrenroth nach Huttwil. Also vom Emmental in den Oberaargau. Hier ein paar Fotos.

Eine Viertelstunde nach dem Start in Wasen erreicht man das
"Schüpbach-Wägli", benannt nach dem Mann, der es vor
gut 60 Jahren mit Geschick in ein lauschiges Tobel baute. 

Auf der Krete zwischen Wasen und Dürrenroth dann die Überraschung.
Der Wald endet, man bekommt Sicht bis zur ersten Jurakette.

In Dürrenroth assen wir im "Bären", einem historischen Haus.
Ich hatte ein Forellenfilet mit Steinpilzrisotto, war hervorragend.

Oberhalb Dürrenroth waren wir später lange auf einem Höhenweg unterwegs.
Bei Oberi Rotmatt sahen wir ein Feld mit Eibisch. Ein Bauer erklärte uns,
dass die Ernte für die Firma Ricola und ihre Hustenbonbons bestimmt sei.

Einer von vielen schönen Höfen: der Hof Zwang.

Noch einmal das Schüpbach-Wägli. Mit mir. (Foto: Ronja)

Freitag, 19. September 2025

Der Hügel, die Kuh, die Blumen

Hügel bei Dürrenroth.
Hab derzeit grad ein Fussproblem, eine entzündete Sehne, am "Schweizer Familie"-Wandertag konnte ich leider nicht mit auf die viereinhalbstündige Wanderung. Mein Arzt findet, ich solle schonen, aber auch nicht nicht bewegen. Also Testbetrieb. Und Ibuprofen. Am Mittwoch ging ich mit Ronja von Wasen via Dürrenroth nach Huttwil, was gut dreieinhalb Stunden dauerte. Die leichte Route gefiel mir extrem, ich will morgen mehr von ihr erzählen. Heute bloss einer der Chnubel (mit Kuh), die im Emmental allgegenwärtig sind. Plus ein paar Blumenfotos, herrlich, wie es in den Gärten und auf den Feldern blühte. Und der Fuss? Der scheint sich nicht entscheiden zu können, ob er lieb sein soll oder bös. Könnte dauern, die Sache.

Donnerstag, 18. September 2025

Der Bahnhofszügel

Der Bahnhof Davos Dorf am heutigen Standort.
Foto: CC-BY-SA-4.0 Markus Giger (commons.wikimedia.org)
Schon wieder geht es hier heute um Davos. Gestern las ich in der "Südostschweiz", dass in Davos ein, so die Zeitung, "Monsterprojekt" ansteht. 66 Millionen Franken soll es kosten. Heute wird im Ortsparlament über einen Projektierungskredit von etwas über 2 Millionen Franken entschieden, resultiert ein Ja, folgt im November die Volksabstimmung. Konkret soll der Bahnhof Davos Dorf um gut 400 Meter verschoben werden Richtung Südwesten zum Seedorfseeli bei der Parsennbahn. Dort soll eine neue Verkehrsdrehscheibe samt Busterminal entstehen. Hier mehr zum Vorhaben.

Mittwoch, 17. September 2025

Warst du mal in Muchtern?

Muchtern vor 20 Jahren. (Foto: Roland Zumbühl/ Wikicommons)
Ich habe im Lauf der Jahre schon etliche Male in diesem Blog Beispiele gebracht, wie Orte der Romandie und des Tessins auf Deutsch genannt werden – so es einen solchen deutschen Namen denn gibt. Montreux, las ich grad eben, heisst Muchtern. Ich muss sagen, ich bin froh, dass die deutsche Version nicht mehr kursiert. Ihr geht die Grandeur ab. "Muchtern" klingt wie ein Hautausschlag. Oder ein Gerät der Landwirtschaft.

Dienstag, 16. September 2025

Bär gegen Stier

Das Urserntal mit Andermatt. Gut zu sehen über Andermatt die kurvige Oberalp-Passstrasse nach Nätschen.
Im "SonntagsBlick" stand zu lesen, dass in Andermatt UR, dem Haupttdorf des Urserntales, nicht alle glücklich sind über den geplanten Umzug des Holzmunis Max nach Nätschen, das zu Andermatt gehört. Ich berichtete über das Vorhaben: Max, über 20 Meter hoch und 182 Tonnen schwer, war eben am Eidgenössischen Schwinger- und Älplerfest im Glarnerland das Wahrzeichen. Ihn mit einem Nasenring versehen, wie ihn im Urner Kantonswappen der Uristier trägt, und ihn nach Andermatt holen: Dies will eine Gruppe einflussreicher Urner. Freilich gibt es da noch eine dieser kleinen, unser Land prägenden Differenzen: Das Urserntal ist eine Welt für sich. Es gehörte zuallererst zum Kloster Disentis auf der Bündner Seite des Oberalppasses. Dann kam vom Wallis her das Siedlervolk der Walser und assimilierte die schon vorhandene romanische Bevölkerung. Mit Uri unterhielt man lange ein enges Bündnis, kam so zur Eidgenossenschaft, blieb dabei aber weitgehend frei. Erst 1803 stiess Ursern zum Kanton Uri. Was Andermatt angeht, so führt es im Gemeindewappen nicht etwa den Uristier. Sondern einen Bären mit dem Talkreuz, das an die ganz frühen Zeiten unter der Herrschaft des Klosters Disentis erinnert. Der Muni Max passt nicht so richtig ins Urserntal. Wenigstens nicht aus historischer Warte.

Montag, 15. September 2025

Die Affen von Davos


Der Nationale Wandertag der "Schweizer Familie" in Davos ist vorbei. War angenehm, weil es am Samstag warm und zeitweise sogar sonnig war. Nächstes Jahr wird es in eine ganz andere Ecke des Landes gehen, der Wandertag findet dann in Gstaad statt. Hier ein Foto, das ich in Davos im Restaurant Stau aufnahm bei einem Apero. Vier Affen sind auf dem Wandgemälde zu sehen, die zusammen essen und trinken. Sie könnten auch Menschen sein, sind ja bekleidet. Als ich das Gemälde anschaute, fiel mir ein, dass das Genre vermenschlichter Affen in der europäischen Kunst Tradition hat. Im 16. Jahrhundert taucht es in der flämischen Malerei auf, verbreitet sich bald und wird "Singerie" genannt. Im Wort steckt "le singe", der Affe, man könnte dieses also übersetzen als "Affigkeit".