Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Sonntag, 7. August 2016

Liestal ist auch Kabul

Liestal, Brücke über die Ergolz. Auf dem Hügel hinten rechts unser Turm.
Fotos unten: Die anderen assen das links, ich das rechts.

Gestern eine schöne Rundwanderung von Liestal aus, im Uhrzeigersinn, auf den Schleifenberg. Sie dauerte zweieinhalb Stunden und bescherte uns oben einen Aussichtsturm, von dem aus man weit sieht, auch nach Deutschland, auch nach Frankreich, es ist ein Dreiländerturm. Als wir wieder unten waren, gingen wir in die Altstadt von Liestal und suchten ein Lokal zum Essen. Wir fanden das Café Azizi, in dem es afghanische Spezialitäten gibt. Der junge Mann, der uns bediente, sagte, er komme aus der Gegend von Kabul. Was er auftrug, war fein, meine drei Mitwanderer hatten einen vegetarischen Teller, ich die Pouletspiessli an Safransauce, und alle vier bekamen wir aromatisch-zimtigen Reis mit Mandelsplittern und Rosinen. Schön, wie leicht man durch einen Restaurantbesuch mal kurz in eine fremde Welt reist.

Samstag, 6. August 2016

Schmerikone?

Hier leben die Schmerkner.
Das kann nicht wahr sein. Ist es aber. Ein Einwohner von Schmerikon ist kein Schmeriker und eine Einwohnerin desselben Ortes keine Schmerikone. Die Leute, die dort leben - sie sind Schmerkner und Schmerknerinnen.

Freitag, 5. August 2016

Meine Tschingelei

In der Schlucht.
In der Schlucht.
In der Schlucht.
Das Wirtschäftlein auf der Tschinglen-Alp.
Wenn gleich zwei Freunde sich unabhängig voneinander in derselben Woche melden und mitteilen, dass es auf der Tschinglen-Alp wunderbar sei, wunderwunderbar, und wenn auch die Tatsache bedacht wird, dass man bisher auf dem Weg von Elm zum Segnespass und weiter nach Flims diese Alp, genauer gesagt, das Beizli dieser Alp immer rechts liegen liess, dann muss das in der Kombination Folgen haben - die Erlebnislücke muss gefüllt werden. Gestern nahm ich von Elm das Vierer-Seilbähnli in Blau auf die Tschinglen-Alp. Grausig, wie es einige Zeit genau über dem Urweltschlitz der Tschinglenschlucht dahinschwebte. Oben stieg ich nach sieben Fahrminuten aus, ging zum Beizli, was fünf Minuten dauerte, trank einen Kaffee und ass ein sehr gutes Käsebrot. Dann wanderte ich durch die Schlucht hinab retour nach Elm. Sie ist bei aller Abgründigkeit wegtechnisch gut gemeistert. Man geht zwar einige Zeit hart an der Kante, zudem ist der Boden feucht und krümelig-rutschig. Aber der Pfad ist breit, an den heiklen Stellen gibt es Ketten. Unten in Elm dann wollte ich im Restaurant Bahnhof einkehren, aber es war zu, geschlossen für immer. Gleich anschliessend vernahm ich, dass auch das Gamperdun eingegangen sei. Aber die Sonne, die hatte offen. Ich nahm noch einen Kaffee und fuhr beglückt heim.

Donnerstag, 4. August 2016

Zürich, eine arabische Stadt

Zürichs City, die Shoppinggegend, ist im Moment voll von arabischen Touristen. Sie kommen in der Regel vom Golf, sind gutbetucht und geniessen nach dem Ende des Ramadan den gemässigten mitteleuropäischen Sommer - die Schweiz mit all dem Grün und dem Wasser kommt der islamischen Paradiesesphantasie nahe. Binnen drei Jahren hat sich die Zahl dieser Touristengruppe in Zürich fast verdoppelt, der Trend zeigt weiter nach oben. Darüber - und auch über den Zusammenhang zum vieldiskutierten Burka- und Niqab-Verbot - habe ich heute einen grossen Artikel in der Zeitung.

Mittwoch, 3. August 2016

Was für ein Cousin!

Blick vom Grimsel-Hospiz auf die Staumauer des Grimselsees.
In Kleinbussen fahren wir ab Gerstenegg drei Kilometer in den KWO-Stollen.
Die Kristallkluft, durch die
Schutzscheibe fotografiert.
In natura ist die Sache viel schöner.
So einen Cousin muss man zuerst einmal haben! Zu seinem 50. Geburtstag lud er eine Gesellschaft von 70 Leuten ein. Per Zug ging es im eigenen Waggon samt Minibar-Service am Nationalfeiertag um acht Uhr morgens von Zürich nach Spiez. Dort Verlad in den Car und Fahrt auf die Grimsel zum Hospiz - erstklassiger Zmittag, Roastbeef mit Kartoffelgratin und so weiter. Anschliessend eine Führung drei Kilometer tief ins Innere der KWO-Stromanlagen zu den Monsterturbinen. Per Car hinab nach Gletsch. Umsteigen auf die Dampfbahn und Zuckelei über die Furka, halbstündiger Halt auf dem Pass-Bahnhof mit Zvieri-Apero und -plättli. Unten in Realp wartete der nächste Car, und alle fuhren wir glücklich und satt von den Erlebnissen und Schmausereien retour nach Zürich. Was mir am besten gefallen hat? Schwer zu entscheiden. Sicher zu nennen die flechtengrüne Welt der Grimsel mit den riesigen geschliffenen Felsen und den Bächen allenthalben. Gemütlich der Arvensaal des Hospizes mit dem gediegenen Gedeck. Speziell die Fahrt im Dampfzug, draussen auf der Plattform wurde man vom Rauch geschwärzt. Garantiert wird mir auch die Kristallkluft im KWO-Stollen unweit der Gerstenegg in Erinnerung bleiben, eine unterirdische Schatzkammer. So einen Cousin muss man zuerst einmal haben!
Zwischenhalt auf dem Furkapass-Bahnhof.
Ist das Lukas der Lokomotivführer? Aber wo ist dann Jim Knopf?

Dienstag, 2. August 2016

Valentinian und seine Türme

Der  römische Wachturm einige Zeit nach Koblenz.
Am Sonntag morgen ging ich von der Station Koblenz-Dorf den Rhein entlang nach Bad Zurzach. Es waren zwei abwechslungsreiche Stunden, und vom Regen blieb ich fast verschont, da war einzig ein fünf Minuten Prassel-Intermezzo. Die Strecke muss man gemacht haben, finde ich. Mir gefiel unter anderem dies:
Bauinschrift am Wachturm, 1906
entdeckt. Das Original wird im
Landesmuseum Zürich aufbewahrt.
  • Gleich mehrere alte Bunker am Rhein wurden in unserer Gegenwart zu Aussichtsplattformen umgerüstet, man kommt per Wendeltreppe hinauf und hat einen fantastischen Ausblick auf den Fluss und den Südrand des Schwarzwalds gegenüber. Oder auch auf den Koblenzer Laufen, wie die einzigen im Rhein übriggebliebenen Stromschnellen zwischen Schaffhausen und Basel heissen.
  • Eine halbe Stunde nach Koblenz passiert man das Fundament eines römischen Wachturmes, angelegt um 370 nach Christus in der Zeit des Kaisers Valentinian als Teil einer ganzen Kette solcher Stationen. Es war eine unruhige Ära, das Ende des Römischen Reichs zeichnete sich ab, die Germanen drückten.
  • Chly Rhy: Das ist ziemlich in der Mitte der Wanderung ein renaturiertes Auengebiet mit dem Seitenarm Kleiner Rhein als Lebensader. Dieser Landschaft will ich demnächst einen eigenen Eintrag widmen.
  • Last not least muss erwähnt werden die Fähre von Zurzach-Zollhus nach Kadelburg; das Örtchen am deutschen Ufer sieht aus wie gemalt. Leider hat die Fähre ziemlich verträumte Betriebszeiten. Gleich danach ein imposantes Wasserrad, dasjenige der Barzmühle. Die Mühle ist heute ein Museum.  
    Die Fähre Zurzach-Kadelburg (D).

Montag, 1. August 2016

Swiss Smile

Heute um 7 Uhr 30 sollen wir, die Familien- und Festgesellschaft, uns im HB Zürich besammeln. Abends um 9 Uhr sind wir wieder zurück, heisst es. Mehr weiss ich nicht - halt, dies lässt sich aus der Einladung immerhin schliessen: Wir werden sicher ein öffentliches Verkehrsmittel benützen. Denn man wurde auf dem Anmeldeformular gefragt, ob man ein Halbtax oder GA habe. Ich rede vom 50. Geburtstag meines Cousins, der im grossen Stil anrichtet, wenn ich den zeitlichen Rahmen betrachte. Morgen oder übermorgen mehr darüber, wo es hinging. Überraschung, wir kommen.

Am Wochenende wanderte ich zweimal. Extrem kurz und extrem aussichtsreich (siehe Foto) die Route am Samstag: vom HB Zürich in die Bahnhofstrasse und dort zur zahnärztlichen Permanence "Swiss Smile". Die notfallmässige Wurzelbehandlung tat dank Spritze null weh, die Ärztin arbeitete angenehm ruhig und effizient. Und die Aussicht aus dem vierten Stock auf den Bahnhofplatz und den HB war fantastisch. Teuer war der Ausflug allerdings, fast 500 Franken, und zwei weitere Termine sind nötig. Gestern Sonntag dann wanderte ich erneut, diesmal wieder etwas weiter: von Koblenz den Rhein entlang nach Bad Zurzach. Mehr davon demnächst - und jetzt wünsche ich allen einen schönen Nationalfeiertag.