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Samstag, 7. Mai 2011

Heilige Ruhe im Hoch-Ybrig

Heute gehts in der Region Hoch-Ybrig auf diesen hübschen Hoger. Widmer freut sich auf den Roggenstock, auf rare Pflanzen im moorigen Gelände, auf den Kafischnaps im "Hirschen" Oberiberg, auf die Lourdesgrotte auf der Guggeren über einer Felsfluh. Und Widmer freut sich auf das "Fähnlein Fieselschweif", das ihn begleiten wird. Und natürlich hat sich Widmer auch bei dieser Wanderung etwas überlegt: Noch fahren die Bähnli nicht, so dass eine heilige Ruhe über der vielgenutzten Gegend liegen wird. Bericht folgt.

Freitag, 6. Mai 2011

Edith, die Gondel, das nasse Röckli

Früher (1959) war Zürich viel cooler.
Wenn ich am Morgen gebloggt habe, klicke ich jeweils gleich noch die Facebook-Funktion an. Der Eintrag erscheint dann in Form eines Links auf meiner Facebook-Page. Das ist schön, weil ihn so andere Leute lesen als hier, die Leserschaft verdoppelt sich easy. Schade ist, dass die vielen Kommentare der Facebookies (ein gesprächiges Vöklein, was auch für mich selber gilt) wiederum hier im Blog nicht zu sehen sind, oft hagelt es 20, 30 Voten. Gestern zum Beispiel. Da schrieb ich doch über die Gondel, die einst an der Gartenausstellung G59 über den Zürichsee verkehrte. Meine Wanderfreundin Edith Zweifel schrieb darauf auf Facebook eine hübsche kleine Erinnerung nieder. Hier ist sie:
Ich war in einer dieser Gondeln hoch über dem Zürisee (als kleines Mädchen) und es kam ein Gewitter mit Böen. Die Gondeln wurden angehalten. Damals wusste ich noch nichts vom Faradayschen Käfig, der uns schützte. Es dauerte eine Ewigkeit, dieser Stillstand. Meine Mutter, unsere Nachbarin und ich haben Blut geschwitzt. Aber ich erinnere mich auch an die Wellen auf dem See, den Blick an den Gewitterwolken vorbei in die Berge mit Vrenelis Gärtli mit Eishaube und schwarzem Himmel. Ein Erlebnis, das sich ins Gedächtnis eingegraben hat. Auch das Knattern, als es auf die Gondel hagelte, bleibt unvergessen! Ich glaube, die Nachbarin ging danach nie mehr in eine Gondelbahn. Überhaupt war diese Gartenausstellung super. Vor lauter Begeisterung bin ich bei den noch heute existierenden und damals neu gestalteten Säulen-Tritten (wie die wohl im Fachjargon heissen?) bei der Fischerstube in den Ententeich geplumpst und musste den Rest der Ausstellung in glupschenden Schuhen und nassem Röckli verbringen.

Danke, Edith! Und darf ich noch anfügen, das ich vor zwanzig Jahren oder so bei diesen Säulentritten einen ähnlichen Unfall hatte, es war Alkohol im Spiel. Aber ich trug kein Röcklein, sondern eine normale Jeans, die dann schnell wieder trocknete.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Ich will die Gondel zurück!

1959, G59, einer der Seilbahnpylonen.
Foto: Johannes Schweizer, Klaus und Walter Leder, Grün Stadt Zürich. CC-BY-SA-3.0 Wikimedia Commons.
Zürich schmiegt sich um die Spitze des Zürichsees, und das ist bisweilen ein Problem: Will man vom Tiefenbrunnen nach Wollishofen, wäre das in der Luftlinie nah, direkt übers Wasser. Stattdessen schaukelt einen das Tram in epischer Länge hin, wobei man eben ein U um die Seespitze vollzieht. Ungut. Kürzlich las ich, dass es an der G59, der Schweizer Gartenbau-Ausstellung von 1959, eine geniale Einrichtung gab: eine Seilbahn über den See, wobei die knapp 60 Meter hohen Pylonen an den gegenüberliegenden Ufern offenbar eine Attraktion für sich war. Die Gondelbahn überdauerte die G59 um sieben Jahre und wurde hernach abgebrochen. Ein Jammer!

Mittwoch, 4. Mai 2011

"Ich bin bloss ein Wanderer"

Toni Rüttimann, 43, ein Schweizer aus Pontresina, hat kein Haus, kein Vermögen, keine Familie, keine Kranken- und Unfallversicherung. "Ich bin bloss ein Wanderer", sagt er, der an möglichst vielen Orten der Welt abgelegenen Dörfern helfen will, indem er Hängebrücken baut; die Dörfler können dann zum Arzt und die Kinder zur Schule. Rüttimann bringt das Know-how, Schweizer Seilbahnen spenden ausgemusterte Seile, ein argentisch-italienischer Stahlbauer schickt tonnenweise gratis Stahl, und eine Texanerin zahlt die Schweisser. So hat das Team um Rüttimann, den sie in Kolumbien "El Suizo" nennen und in Kambodscha "Mister Toni", während der letzten 24 Jahre in 13 Ländern 538 Brücken gebaut; die "Schweizer Familie", die ihn eben wunderbar porträtiert hat, rechnet vor, dass davon mehr als eine Million arme Menschen profitiert.

Dienstag, 3. Mai 2011

Albishorn, ich liebe deine Autofreiheit!

Das war gestern auf dem Albishorn meine Belohnung.
Heute regnet es, heute ist es kalt. Gestern aber! Ich wollte angesichts des prächtigen Wetters ins Schächental, überlegte es mir aber im Bahnhof Zürich anders - keine Lust auf langes Anreisen. Ich fuhr nach Langnau am Albis, beschaute mir den Wegweiser, ging um 8 Uhr 10 los - via Schnabellücke aufs Albishorn, hinab via Sihlwald wieder nach Langnau in vier Stunden. Und wieder einmal fand ich: Die Beiz auf dem Albishorn ist toll: Von der Seitenterrasse sieht man den Zürichsee. Die Hauptterrasse lädt zur Einkehr. Im Winter ist drinnen das Cheminée beheizt. Und noch besser: Man muss hinauf wandern oder aber mit dem Bike hochpedalen. Autos sind, ätschbätsch, nicht zugelassen.

Empfehlenswerte Terrasse: Das Restaurant Albishorn.

Montag, 2. Mai 2011

Pleite am Hasliberg

Fährt sie im Sommer wieder? Gondel Käserstatt - Hasliberg-Wasserwendi.
Autsch. Die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg sind pleite, hat eben der "Bund" gemeldet. All die Gläubiger von den Banken über die Gemeinden und den Kanton bis zum Bund müssen Millionen abschreiben; noch übler, sie müssen wohl neues Geld einschiessen - und wenn sie das nicht tun, könnten die diversen Sessellifte, Gondeln, Seilbahnen Anfang Juni nicht in die Sommersaison starten. Hauptgrund für die Pleite ist die schwierige Mittelstellung des Unternehmens zwischen klein und gross. Man hat einiges investiert, musste 2009 gut 30 Prozent des Geldes für den Schuldendienst aufwenden. Und doch kommt man nicht an gegen potentere Players wie die Bahnen der Jungfrauregion, die dank künstlicher Beschneiungsanlagen heuer auch bei warmem Wetter bis in den Frühling hinein fuhren. Wäre das nun schlimm, wenn am Hasliberg keine Bahnen verkehrten, frage ich mich an dieser Stelle. Nun, der Öko in mir frohlockt angesichts der Perspektive, dass das Projekt der Mega-Skiregion "Schneeparadies" (Hasliberg, Melchsee-Frutt, Titlis) nun noch unwahrscheinlicher wird - und mehr Stille tut einer Hochnutzungsgegend prinzipiell gut. Anderseits hängt halt wahnsinnig viel an den Bähnli. Die paar Dutzend Stellen an der Kasse, in der Wartung, in der Administration sind ja nur der Anfang. Aber all die Wirtschaften, die Hotels, die Lebensmittellieferanten, die Handwerker. Welche Familie würde denn noch am Hasliberg Sommerferien machen, wenn gar nichts mehr führe? Gibt es aus diesem Dilemma denn keinen Ausweg? Um sachdienliche Hinweise wird gebeten.

Sonntag, 1. Mai 2011

Soccus Ruber Communis

Ach, tempus fugit, die Zeit eilt dahin! Ich wurde ganz wehmütig, als ich gestern auf dem Balkon in "20 Bergwanderungen. Region Berner Oberland" aus dem Werd Verlag von 1999 blätterte. Auf Seite 45 sah ich sie wieder einmal, die selten gewordene Spezies "Soccus Ruber Communis", die "Gemeine Rotsocke". Wo sind sie alle hin, die Herren mit den feurigen Kniehosen und der auffallenden Unterbeinzier? Sie fehlen mir!