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Dienstag, 7. August 2012

Die Insel im Ticino

San Nicolao, Giornico. Und ein SBB-Mietvelo.
248 Kilometer lang ist der Ticino - und das Gewässer hat eine einzige Insel. Die Isola dei due ponti liegt bei Giornico, wird von zwei historischen Brücken mit den beiden Flussufern verbunden, ist immer noch ganzjährig bewohnt und beherbergt die Wirtschaft "Grotto dei due ponti". Die NZZ widmete der Insel gestern einen schönen und lesenswerten Artikel, und mich gelüstete es beim Lesen grad, wieder einmal nach Giornico zu fahren, dessen Kirche San Nicolao allerherrlichste Romanik ist.

Montag, 6. August 2012

Die Adilettenalp

Valspus, hier kann man einkehren.

Brunnentrog mit sauberen Adiletten.
Am Samstag wanderten wir in sechs Stunden (1240 Meter aufwärts, 470 abwärts) von Werdenberg via Valspus zum Voralpsee, auf den Ölberg und hinab nach Wildhaus-Oberdorf. Wir erlebten starke Wetterstimmungen, mal brannte die Sonne, dann wieder zogen Nebelfetzen über den Himmel. Der Alpstein freilich verhüllte sich dauerhaft; erst auf der Heimfahrt sahen wir aus dem Bus den Säntis, der sich zuvor den ganzen Tag nicht hatte zeigen wollen. Am besten gefiel mir von der ganzen Unternehmung das Alpbeizli von Valspus, dessen Betreiberin die frisch gewaschenen Adiletten gleich verschämt wegräumte, nachdem sie mich beim Fotografieren derselben ertappt hatte.

A propos "Valspus": Sowohl das Rheintal bis zum Bodensee als auch das Tal der Seez bis zum Walensee waren einst rätoromanisches Siedlungsgebiet; Flurnamen zeugen davon. Auf und an unserer Route etwa auch: Muntaschin, Guscha, Gamperfin.

Sonntag, 5. August 2012

Baum & Schild

Unheimlich, oder? Ich machte das Foto gestern im Gebiet des Voralpsees SG (mehr über die Route morgen). Offenbar gerieten wir da in einen Wald, der Wanderwegschilder entweder verschluckt oder, gerade umgekehrt, sie der Welt schenkt. Sachdienliche Deutungen werden gern entgegengenommen, liebe Blogleserin, lieber Blogleser.

Samstag, 4. August 2012

Unbekannter See, beruhigendes Lied

Der Voralpsee und hinten das St. Galler Rheintal.
Kennt jemand den Voralpsee? Wir* wandern heute hin, von Buchs aus. Der See liegt auf St. Galler Gebiet, in der Ecke zwischen der Alvierkette und der Verbindung Grabs-Wildhaus; ich finde ihn traumhaft.
Wir*: Mein "Fähnlein Fieselschweif" ist momentan total reduziert; Sommerferien, Filmfestival Locarno, Familiäres. Immerhin, eine Person will mitkommen. Passende Melodie dazu: "You'll never walk alone".


Freitag, 3. August 2012

Die Nadel

Sehr schön: Die Internetabteilung des Tagi hat mein Quiz zur Schweiz aufgenommen, das am 1. August in der Zeitung war. Sie hat es online-tauglich gemacht, indem man zu jeder der 100 Fragen zwei Antworten serviert bekommt und die richtige ankreuzen muss.

Und damit zur Konkurrenz: Die Serie "Kantonsmittelpunkte" in der NZZ fand ich bislang öd; bei etlichen Beiträgen merkte man, dass die Korrespondenten keine Lust hatten. Und manche Mittelpunkte liegen in einem absurden Niemandsland und geben kaum etwas zum Erzählen her. Beitrag Nr. 18 hingegen in der gestrigen NZZ: wirklich interessant. Der Mittelpunkt von Graubünden liegt im Albulatal auf dem Gemeindegebiet von Surava gleich neben einer markanten Felsnadel. Die Nadel (Foto) heisst Crap Furò - und es ist zu ihr folgendes zu sagen:
  • Sie ist 60 Meter hoch und bildet oben ein "Nadelöhr" von gut zwei Metern.
  • Sie besteht aus Rauwacke, auch "Zellenkalk" genannt, einem porösen Sedimentgestein, das wasserlöslichen Gips enthält; daher auch das Loch zuoberst, das vom Regen ausgewaschen wurde.
  • Sie verlangt Kletterern einiges ab, weil der Fels messerscharf ist. Die Erstbesteigung gelang erst in den 1930er-Jahren. Der bayrische Kletterpionier Hans Steger klemmte Keile aus Föhrenholz in die Risse im Stein, an denen er seine Seile und Karabiner befestigen konnte.

Donnerstag, 2. August 2012

Neuenburgs segensreiche Areuse

Wasserschloss des Kantons Neuenburg: Areuse-Schlucht. (Michel Ouiki)
Im 19. Jahrhundert wachsen Neuenburg und La-Chaux-de-Fonds stark. Bald mangelt es an Wasser; das vorhandene ist von schlechter Qualität. 1882 grassiert in Neuenburg der Typus, Menschen sterben. Ab 1885 zapft man mit einem genialen System von Leitungen, Kanälen, Schächten das gute Wasser der Areuse-Schlucht an, die vom Val de Travers an den Neuenburgersee hinabführt. Im Falle des höher gelegenen La-Chaux-de-Fonds baut man gar eine Pumpleitung, so dass das Wasser bergauf fliesst. Wer in der Areuse-Schlucht wandert, stösst immer wieder auf Installationen dieses Zusammenhangs. Genauer erklärt wird er im neuen Wanderführer "Die Areuse-Schlucht", der sich speziell dem Wasser sowie der Geologie der Gegend widmet. Eine gute Sache, finde ich; dies umso mehr, als das Büchlein leicht ist, also den Rucksack nicht übermässig beschwert.

Mittwoch, 1. August 2012

Ich fühlte mich unterwandert

Grün die Wiesen, schneebedeckt noch die höheren Lagen, graublau die Berge. Und der Himmel kein Langweiler, sondern eine Kinoleinwand mit einem schnellen Wolkenfilm. So präsentierte sich gestern die Fürenalp über Engelberg. Ich brauchte für die Route von Engelberg Bahnhof via Ende der Welt, Ober Zieblen, Dagenstal hierhin knapp vier Stunden und musste gut 950 Höhenmeter aufsteigen. Doch als ich oben war respektive mit der Seilbahn wieder niederfuhr, war es erst früher Nachmittag. Und auf der ganzen Heimfahrt plagte mich eine Empfindung, die ich mit einem Wort beschreiben kann, das kürzlich R. fallen liess, nachdem wir den Pragelpass absolviert hatten. Jene Unternehmung dauerte zwar fünf Stunden. Und doch fand R. am Schluss unten in der Richisau, er fühle sich noch "unterwandert". Das passt auf meine gestrige Gemütslage: Irgendwie fand ich mich, gerade angesichts des Prachtswetters, ein wenig unterwandert.