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Mittwoch, 26. Juni 2019

Wasserwunder


Gestern besuchte ich Freunde in Iseltwald am Brienzersee. Sie zeigten mir ihr Ferienhaus. Und dann wanderten wir um zehn Uhr los zur Schweibenalp hinauf, was knapp drei Stunden dauerte, eingerechnet den Abstecher zu einem magischen Ort, von dem ich später gesondert erzählen will. Mit dem Bus gings hinab zum Grandhotel Giessbach. Dort assen wir auf der Terrasse etwas Leichtes: Forelle. Von unserem Tisch aus fotografierte ich den Steg mit einem arabischen und einem indischen Pärchen vor dem Wasserwunder der Giessbachfälle. Später fuhren wir auf dem Schiff über den See. Die Hitze spürte ich erst richtig, als ich in Interlaken auf den Zug wechselte. Die Wanderung war perfekt auf den Tag zugeschnitten gewesen.

Dienstag, 25. Juni 2019

Wiederbegegnung mit dem Schiffli

Letzte Woche erzählte ich hier von der Musenalp im Kanton Uri und ihrer Kleinseilbahn, einem offenen, überdachten Holzmodell namens "Schiffli". Gestern begegnete ich dem "Schiffli" wieder - in einem neu erschienenen Buch von Roland Baumgartner und Reto Canale. "200 Kleinseilbahnen der Schweiz" listet hiesige Seilbähnli (die meisten moderne, geschlossene Gondeli) nicht nur auf, sondern erzählt auch  von der Baugeschichte und erwähnt technische Details. Eine gute Sache, finde ich.

Montag, 24. Juni 2019

Gibt es ihn noch lange?

An solchen Stellen geht man als Wanderer mit Vorteil zügig.
Das Netz schützt gegen stürzendes Kleingeröll.
Wie lange es diesen Wanderweg wohl noch gibt? Darüber rätselten wir am Samstag zwischen Weesen und Quinten. 1500 Höhenmeter beträgt das Gefälle zwischen den Churfirsten und der Fussroute unten am und über dem Walensee. Schon das erste Stück auf dem Fahrsträsschen von Weesen nach Betlis ist steinschlaggefährdet, Schilder zeigen es an. Diesen Juni brach Geröll aus einer Wand und ging unmittelbar vor einer wandernden Familie nieder; 2014 war eine Frau von einem Stein getroffen worden. Und letztes Jahr verschüttete ein Felssturz weiter östlich im Gebiet Seerenwald den Wanderpfad im coupierten Gelände, wonach dieser ein paar Wochen lang geschlossen war. Wir sahen die Schäden, während wir auf Quinten zuhielten. An einem Ort gibt es gar einen Fussgänger-Tunnel, der nach dem Felssturz eingerichtet wurde. Wie lange es diesen Wanderweg wohl noch gibt? Der Hang unter den hohen Bergen ist wunderschön. Leider birgt er Gefahr.
Neu erstellter Tunnel im Rutschgebiet des letzten Jahres.

Sonntag, 23. Juni 2019

Und zum Schluss ein Romanoff

Muss man da etwas drunterschreiben?
Wären es Menschen, würde man sagen: "Nehmt euch
doch ein Zimmer!" Aber diese zwei haben das Zimmer bei sich.
Gestern am Walensee waren wir zu dritt. Wir wanderten in Weesen los, passierten schöne Orte wie die Kapelle von Vorderbetlis und den Einschnitt der Seerenbachfälle, deren mittlerer der höchste Wasserfall der Schweiz ist. Andere Passagen machten uns Mühe, diese Route ist nicht zu unterschätzen, der Weg ist an einigen Stellen ungemein abschüssig; in unserem Fall war der Boden nass vom Regen des frühen Morgens. Glitschig, rutschig, leicht gefährlich. Schliesslich kamen wir in Quinten an. Wir assen im Restaurant Schifflände, ich hatte eine Forelle, sehr gut. Nun wäre die zweite Etappe gekommen, Quinten - Walenstadt. Doch irgendwie war ich faul und hatte keine Lust auf die anstrengenden Kehren hinauf zum Walenstadtberg. C. ging es gleich. Also verabschiedeten wir die immer fitte und fixe Ronja. Sie federte ab. Und wir, die Hinterbliebenen, bestellten uns einen Coupe. C. hatte den kleinen Dänemark, ich den kleinen Romanoff. Der war supergut. Bald kam das Schiff, wir fuhren heimwärts. Man muss ja nicht immer kampfwandern.
Blick über den Walensee.

Samstag, 22. Juni 2019

35 Grad

Heute wird gewandert. Am Walensee. Mit Regengüssen ist zu rechnen. Ich denke, das ist gut so. Wir werden Nässe und Kühle vermissen, nächste Woche. Eine Hitzewelle rollt an, am Mittwoch sollen es 35 Grad werden. Irgendwie fühle ich mich noch nicht parat dafür.

Freitag, 21. Juni 2019

Vom Grossen ins Kleine

Letztes, bequemes Wegstück vor dem Sassigrat mit rührendem Restschneeli.
Tiefblick vom Grat ins Kleintal und auf den Urnersee.
Westlich des Urnersees versteckt sich auf einer Terrasse inmitten hoher Berge Isenthal. Früher erreichte man es nur auf einem abenteuerlichen Weg durch die Fluhen, die Leiter im Gemeindewappen kündet davon. Von Isenthal ziehen sich zum Uri Rotstock hin zwei parallel laufende Täler, das Grosstal und das Kleintal. Der Sassigrat trennt die beiden, sein tiefster Punkt liegt auf 1868 Metern über Meer. Vorgestern überschritt ich den Sassigrat - eine tolle Bergwanderung. Ich startete in St. Jakob, Isenthal, also im Grosstal. Via die Biwaldalp erreichte ich den Grat, das war anstrengend gewesen, immerhin war ich 920 Meter aufgestiegen. Auf der anderen Seite ging es zur Musenalp (siehe Eintrag von gestern), weiter hinab ins Kleintal und auf der asphaltierten Strasse Richtung Isenthal. Auf der letzten Kuppe vor dem Dorf verspürte ich Lust nach mehr, bog rechts ab und stieg ab nach Isleten am Urnersee. Auch dieses Wegstück lohnt. Es führt vorbei an zwei Orten, von denen aus man bolzengerade auf den See hinabschaut. Letzter Akt der Wanderung: In Isleten im Restaurant Seegarten kehrte ich nach fünfeinhalb Gehstunden (920 Meter aufwärts, 1465 Meter abwärts) ein und trank, trank, trank. Denn der Tag war heiss.
Isenthal kommt näher. Ungefähr hier beschloss ich, nach rechts abzubiegen.
Oberhalb Isleten: Aussichtsplattform mit Blick auf das Südende des Urnersees.

Donnerstag, 20. Juni 2019

Die andere Musenalp

Gastliches Hüsli: das Resti auf der Urner Musenalp.
Das Cabriobähnli auf der Urner Musenalp.
Tischdeko auf der  Urner Musenalp.
Letzten Samstag war ich im Kanton Nidwalden. Auf der Musenalp, ich habe davon erzählt. Diese Alp hoch über Niederrickenbach ist auch ein Berg oder doch eine Bergkuppe, die auf der einen Seite in eine senkrechte Felsfluh übergeht. Sie liegt auf 1740 Metern über Meer, hat ein hübsches blaues Seilbähnli und ein ebenso hübsches Alprestaurant. Ich hätte gedacht, dass sie mit diesen Trümpfen und ihrer imposanten Gestalt die andere Musenalp aussticht. Die Musenalp im Kanton Uri. Gestern lernte ich die Urner Musenalp kennen. Und ich muss sagen: Sie hat auch etwas. Nein, viel hat sie. Es handelt sich um eine Alp auf einer Grasterrasse mit dramatischen Bergen im Hintergrund, dem Gitschen etwa. Über eine nicht allzu weit entfernte Felswand rauschen Wasserfälle. Ein Seilbähnli besitzt auch diese Musenalp, ein offenes, immerhin überdachtes Vierer-Cabrio-Modell; wer den Freiluft-Sause-Kitzel mag, ist mit ihm bestens bedient. Gewirtet wird auch auf dieser Musenalp. Ich kehrte ein, bekam eine vorzügliche Lauchsuppe, trank ein alkoholfreies Bier, nach mehr war mir nicht, es war zu heiss. Die Frau, die mir die Sachen brachte, erklärte mir die Berge, nach denen ich fragte. Danach zog ich talwärts Richtung Isenthal und formulierte mein Fazit: Musenalp NW gegen Musenalp UR endet unentschieden.
Die Urner Musenalp von oben.