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Sonntag, 19. März 2023

Wir kurvten um die Baumkronen


Gestern besuchten wir den "Baumwipfelpfad Neckertal" in Mogelsberg SG. Um einen Walderlebnispfad handelt es sich, man zahlt Eintritt – 15 Franken, nicht gerade wenig – und begibt sich auf einen Steg, der um die Baumkronen kurvt. 500 Meter lang, breit und gut gesichert, ist er mit Erlebnis- und Lernstationen bestückt, die vor allem Kindern gefallen dürften. An einer Stelle geht eine Aussichtsplattform ab, zuvorderst auf ihr steht man rund 50 Meter über Grund. Stützen aus Weisstannenholz tragen die Konstruktion, Zimmerleute und WK-Soldaten führten sie aus, 2018 öffnete die Anlage etwas oberhalb des Dorfes, zu der ein zweiter, längerer Rundweg durch den Wald am Boden sowie ein hübsches Bistro und grosszügig dimensionierte Picknickanlagen gehören. Was wir gestern sonst noch so machten – mehr davon morgen.

Samstag, 18. März 2023

Tessiner Unterwassertaufe

Was ist hier die Hauptsache? Jawohl, das Becken im Boden. 
Das Becken darüber ist wesentlich jünger.
Fresko in der Kapelle.
Riva San Vitale, man betritt das Baptisterium San Giovanni und ist gleich gefesselt vom Taufbecken, das aus einem einzigen Stein gehauen ist. Wie die Taufkapelle selber, die als ältestestes christliches Bauwerk der Schweiz gilt, ist es gut 1500 Jahre alt; wir blicken hier also auf jene entfernte Epoche, in der das römische Reich und mit ihm die Antike endete. Halt, Täuschung! Das berühmte, das ursprüngliche Taufbecken, das ebenso alt ist wie das Baptisterium, ist in den Fussboden eingelassen und vom monolithischen Taufbecken darüber, das Jahrhunderte später entstand, ziemlich verdeckt. Das ursprüngliche Taufbecken diente noch der Submersionstaufe zu. Man tauchte die Täuflinge – Erwachsene – also ganz ins Wasser, inklusive Kopf. Am Dienstag, als wir in Riva San Vitale waren, schauten wir uns das Baptisterium an inklusive der benachbarten Kirche San Vitale – auch bei meinem zweiten Besuch war ich beeindruckt.
Il battistero di San Giovanni in Riva San Vitale, gebaut um das Jahr 500.
Zur Rechten ist die Kirche San Vitale von 1759 erahnbar.

Freitag, 17. März 2023

Maultierweg und Hangrutsch

Walliser Riesen in der Ferne. (Foto: Ronja)
Der historische Maultierweg.
Meine Pizza hiess "Primula".
Die Wanderung auf den Monte San Giorgio im Südtessin war toll, ein Gipfelblick-Foto habe ich gestern gezeigt. Nach dem Start in Meride gingen wir lange auf einem breiten, aus kleinen Steinen gebauten Weg, später las ich, dass es sich um eine historische Mulattiera handelt, um einen alten Maultierweg. Schon bevor wir ganz oben waren, machte uns weit im Westen der gewaltige Riegel hoher Walliser Schneeberge Eindruck, vor allem das Monte-Rosa-Massiv. Oben dann Postkarten-Ansichten rundum. Der Absteig nach Riva San Vitale war im Folgenden ruppig und dementsprechend einsam, durch extrem steilen Wald ging es hinab, stellenweise gab es Geländer, an einem Ort, Gott sei Dank schon weit unten, hatte ein Hangrutsch den Weg verschüttet, ein grosses Problem wars nicht, kurz kamen die Hände zum Einsatz. Letzter Akt der Tour (3 1/2 Stunden Gehzeit, 530 Meter aufwärts, 835 Meter abwärts): Pizza und Wein in der formidablen "Pizzosteria San Giorgio" in Riva San Vitale.
Die ersten Meter des Abstiegs waren noch nett.
Der See im Hintergrund ist natürlich der Luganersee.
Steiles Wegstück Richtung Riva San Vitale.

Donnerstag, 16. März 2023

Falscher Zug

Blick vom Sighignola auf Lugano. (Foto: Aconcagua/Wikicommons)

Wir wollten gestern auf den Sighignola. Allerdings nahmen wir in Lugano den falschen Zug. Er brauste in Maroggia-Melano durch, sodass wir den Bus hinauf zum Startort Arogno verpassten. Sobald der Zug hielt, stiegen wir aus. In Mendrisio. Nahmen den Bus nach Meride. Und erwanderten den Monte San Giorgio. Welche Aussicht schöner wäre – wer wüsste es zu sagen. Jedenfalls machte uns der Blick vom Monte San Giorgio glücklich. Der Sighignola muss nun halt noch etwas auf uns warten.
Blick vom Monte San Giorgio auf den Seedamm von Melide.
Hinten Lugano, hinten rechts der Sighignola.

Mittwoch, 15. März 2023

Das Heimatschutzcafé


Wenn ich in Aarau ein bisschen Zeit habe, gehe ich am allerallerliebsten in die Confiserie Brändli. Die liegt günstig, nämlich an der Bahnhofstrasse. Vor allem aber gibt es im ersten Stock ein Café, das punkto Dekor wirkt, als hätten wir wieder 1960 oder so. Selbstverständlich bekommt man belegte Brötli. Gestern war ich wieder einmal im "Brändli", das der Schweizer Heimatschutz zu den schönsten Cafés im Land zählt, und genoss das sehr.  Seine Wurzeln hat es übrigens im nahen Lenzburg. Dort gründeten Arnold und Anna Brändli-Ehrismann 1893 eine Bäckerei mit Wirtschaft. Bis heute ist das Unternehmen, das sich 1902 nach Aarau verlagerte, im Familienbesitz.

Dienstag, 14. März 2023

Aargauer Verschiebungen

Baden, der Bäderplatz um 1780,
Lithografie von Hans Buchstätter. (Wikicommons)
And the winner ist … Baden. Seit der Abstimmung vom Wochenende ist klar, dass Baden und das gut sieben Mal kleinere Turgi auf Anfang des kommenden Jahres fusionieren werden. Das neue Gebilde heisst natürlich "Baden", wird knapp 23'000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen und überholt damit die Kantonshauptstadt Aarau (21'700) und Wettingen (21'100). Turgi, demnächst also ein Quartier der neuen grössten Aargauer Stadt, bringt es auf bloss 140 Jahre als unabhängige Gemeinde. Es hatte sich 1884 von Gebenstorf abgetrennt. Die Leute, die in Turgi leben, sind übrigens, so die korrekte Bezeichnung, Turgemer und Turgemerinnen.

Montag, 13. März 2023

Wir assen farbig

Reis mit Kruste und Berberitzen, Pouletspiess vom Grill.
Gestern berichtete ich über unsere Samstagswanderung, die uns durch winterlich karges Gelände von Wetzikon nach Rapperswil führte. Dort assen wir, jawohl, farbig. Im "Banoo im Rössli", einem Lokal, das mich mit seinem Tonnengewölbe an einen Weinkeller erinnerte, kocht man persisch. Das Gelb des Safrans und das Rot der Berberitzen auf der Reiskruste war ein Spektakel für die Augen, nachdem zuvor über Stunden Weiss, Grau, Braun dominiert hatten.