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Sonntag, 26. März 2023

Zahme Torte, wilder See

Gleich bin ich enttäuscht.
(Foto: Brigit)
War gestern Nachmittag in Zug nicht ganz befriedigend, das mit der Zuger Kirschtorte. Gleich zwei grosse Anbieter fanden wir pumpenvoll vor. Beim Bahnhof klappte es dann doch noch, wir schnappten uns im "Speck" den letzten Vierertisch. Hinter mir an der Wand stand auf einem Zertifikat zu lesen, dass die Confiserie Speck am 25. Januar 2020 die grösste Zuger Kirschtorte der Welt verfertigt habe, 241 Kilo, das sei "Guinness World Record". Beeindruckend, die Vorfreude stieg noch einmal. Nun, mein Stück Torte war dann leider nicht so, wie ich es mir erhofft hatte, ihm ging der innere Saft ab, ich denke, da war schon ein Stück des Kirschs verdunstet. Das war weniger beeindruckend.

P.S. Mehr über die Wanderung vor der Kirschtorte morgen oder übermorgen.

P.S. Der Zugersee war gestern ganz schön aufgewühlt. Das gefiel uns allen sehr.

Der Zugersee spielt Nordsee.

Samstag, 25. März 2023

Saftig soll sie sein

  • Winston Churchill
  • General Guisan
  • Charlie Chaplin
  • Audrey Hepburn
  • der frühere Fürst von Liechtenstein
  • der Papst
  • ich

Ich hoffe sehr, dass meine heute schön
saftig ist. Ich will viel Kirsch drin.
(Foto: IG Zuger Chriesi, Ueli Kleeb /
Wikicommons)
Was haben – oder hatten – all diese Leute gemeinsam? Jawohl, die Liebe zur Zuger Kirschtorte. Diese besteht aus zwei Japonaisböden, Biskuit, Kirschsirup, Kirschtortencrème. Der Rand ist mit gerösteten Mandelscheiben belegt. Obendrauf hat es Puderschnee. Und im Puderschnee ein Rautenmuster. Heute wandern wir im Zugerland, und ich hoffe sehr, die Unternehmung mit einem Stück Kirschtorte abschliessen zu können. Sie ist ja übrigens ein bisschen auch eine Ausserrhoderin. Der Konditor Heinrich Höhn, der sie kreierte und 1922 beim Eidgenössischen Amt für Geistiges Eigentum in Bern schützen liess, wurde nämlich in Herisau geboren.

Freitag, 24. März 2023

Der 300-Kilometer-Puffer

Der Korridor von Wachan (Wakhan). (Quelle: Wikicommons)

Kürzlich schaute ich mir eine Karte Afghanistans an und nahm zum ersten Mal den 300 Kilometer langen Spickel wahr, der im Osten des Landes tadschikisches und pakistanisches Territorium voneinander trennt und die chinesische Grenze berührt. Der Wachankorridor, in dem unter kargen Bedingungen rund 15 000 Menschen leben, ist ein Relikt der Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts, geschaffen im Kampf um die Vorherrschaft in Zentralasien als Puffer zweier Grossmächte – der Korridor schied Russisch-Zentralasien von Britisch-Indien. Geografie ist ein Spektakel.

Donnerstag, 23. März 2023

In welcher Gemeinde ist das?

Der Gamserrugg, dessen Gipfelpunkt ich anklickte, gehört zur Gemeinde Grabs.

Heute mal etwas Technisches. Die es schon wissen, werden sagen: Ist doch banal, kennt ja jeder! Nun, ich kam erst vor wenigen Tagen darauf, wie man im Internet am leichtesten herausfindet, zu welcher Gemeinde ein bestimmter Schweizer Geländepunkt gehört. 

Hier die Kurzanleitung.
  • Diesen Link anklicken, er führt im Kartenwerk der Eidgenossenschaft zu einer Schweizkarte.
  • Links "Geokatalog" öffnen.
  • "Grundlagen und Planung" öffnen.
  • "Grenzen" öffnen.
  • "Gemeindegrenzen" ankreuzen.
  • Jetzt sind auf der Karte die Gemeindegrenzen in Violett zu sehen. Klicke ich auf einen beliebigen Punkt, poppt das Infofenster mit dem Namen der Gemeinde auf, zu der er gehört. Die Fläche der Gemeinde ist gelb gefärbt.

Mittwoch, 22. März 2023

Waadtländer Wahnsinn

Mit Skiteppich: der Tunnel, der in die "Black Wall"-Piste mündet.
Also mir wärs zu steil.
(Copyright für beide Fotos: Glacier 3000)

"Glacier 3000", das Skigebiet bei Les Diablerets im Waadtland, bietet per sofort eine Piste mit einer Neigung von 46 Grad, so viel Steilheit gibt es in der Welt offenbar nur an wenigen Orten. „Black Wall", wie die neue Piste von der Seilbahn-Mittelstation "Cabane des Diablerets" hinab zur Talstation auf dem Col du Pillon heisst, wurde dank zwei Dingen möglich. Zum einen statteten die Betreiber die wilde Flanke von Pierres Pointes unterhalb der Mittelstation mit einer 1400 Meter langen Seilwinde aus, an der die Maschine hängt, die die Piste präpariert. Und zum anderen wurde bei der Mittelstation ein Tunnel talwärts gebohrt, ein Portal, durch das man auf die "Black Wall" gelangt. Der 265 Meter lange Tunnel ist mit einem Skiteppich ausgestattet, also befahrbar. Vom Gipfel des Scex Rouge auf knapp 3000 Metern könne man nun mit Ski via die Mittelstation direkt und durchgehend bis zum Col du Pillon im Tal fahren, las ich gestern in der "hotel revue". Sofern man sich den Höllenritt zutraut. Verrückt, was sich hiesige Touristikerinnen und Touristiker so alles einfallen lassen.

Dienstag, 21. März 2023

Farbenfrohe Prähistorie

Foreyia maxkuhni, eine künstlerische
Rekonstruktion von Alain Bénéteau.
(Illustration und Quelle: Wikicommons)
Darf ich vorstellen: Das ist Foreyia maxkuhni, ein Quastenflosser, der vor 240 Millionen Jahren durchs Vorzeitmeer schwamm und innerhalb der Quastenflosser-Gruppe allein eine eigene Gattung besetzt hält. Ich stiess diese Woche auf das farbige Fischchen von gut 20 Zentimetern Länge, als ich ein wenig über die Ducanfurgga las, einen Pass zwischen dem Sertigtal bei Davos und dem Albulatal bei Bergün, den ich vor Jahren überschritt. Ich hatte damals keine Ahnung, dass es in der Gegend der Passhöhe von Fossilien wimmelt. Dass Forscher hier jahrelang systematisch gruben und 2014 einen versteinerten Quastenflosser fanden, der nicht ins bisherige Klassifikationsschema passte, weswegen man ihm eben eine neue Gattung zuordnete, "Foreyia" nach einem Quassenfloster-Spezialisten namens Peter L. Forey. Das lateinische Beiwort "maxkuhni" wiederum bezieht sich auf einen anderen Forscher, Max Kuhn, der sich mit der Präparierung von Fossilien vom Monte San Giorgio im Tessin einen Namen machte. Wer nun ein Treffen mit Foreyia maxkuhni begehrt: Im Bünder Naturmuseum in Chur kann man das Fischli treffen.
Die Flanken des urweltlichen Ducantals, Blick Richtung Pass.

Montag, 20. März 2023

Durchs Nagelfluhland

Am Chubelbach.
Blick von Bistrich Richtung Zürcher Oberland.
Widmer mit Rotwein und Bratstecken.
Unsere Samstagwanderung von Mogelsberg durchs Hügelland nach Degersheim war leicht und luftig und sehr frühlingshaft. Vom Besuch des Baumwipfelpfades Neckertal habe ich gestern erzählt. Unsere Landschaft war typisch Ostschweiz, einsame Höfe, tiefe Nagelfluheinschnitte mit trauten Bächlein, in der Ferne der noch schneebedeckte Säntis. Schliesslich, nach längerem Suchen, fanden wir auch einen Platz zum Brätlen – jawohl, es ist Frühling, man kann wieder. In Degersheim gabs am Ende ein eiskaltes Bier vom Lokal grad beim Bahnhof, das tat sensationell gut, ich hatte nämlich einen heissen Kopf. Verrückt, welche Brennkraft die Sonne dieser Tage schon hat.

Route: Mogelsberg, Bahnhof – Baumwipfelpfad Neckertal – Haselgrund – Ronenbach – Steinenbach – Hals – Chubel – Chubelbach – Bistrich – Fuchsacker – Bruederwald – Degersheim, Bahnhof. 3 1/2 Stunden, 570 Meter aufwärts, 480 Meter abwärts.