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Samstag, 7. September 2024

Zimmer mit Panorama

In meinem Zimmer. Man müsste wieder mal auf den Napf.
Guten Morgen aus Willisau, ich habe gut geschlafen in meinem BnB mit dem hübschen, sich auf die Stadtheiligen beziehenden Namen "Peter und Paul". Das BnB liegt zehn Gehminuten entfernt vom Bahnhof in der Gewerbezone, mir gefällt das Haus, das eigentlich ein richtiges Hotel ist, wenn man davon absieht, dass man in der Regel per Self-check-in zur digitalen Zimmerkarte kommt. Die Zimmer sind gross und haben nichts Spiessiges, keine Badewannen mit Duschvorhang und so, stattdessen Geräumigkeit und Funktionalität. Noch ein Letztes: Eine Freundin fragte mich gestern, ob ich dieses Wochenende nicht jakobswandere. Doch, tun wir! Morgen wollen mein Grüppli und ich von Mézières nach Lausanne pilgern. Aber zuerst ist jetzt der "Schweizer Familie"-Wandertag angesagt.

Freitag, 6. September 2024

Auf nach Willisau

Hereinspaziert! Tor zum Städtchen Willisau.
Morgen ist wieder "Schweizer Familie"-Wandertag, er findet dieses Jahr im Städtchen Willisau im Luzerner Hinterland statt, die stilvolle historische Kulisse ist garantiert, drei unterschiedlich lange Routen stehen zur Auswahl, im Festzelt lässt es sich ruhen und geniessen, Marktstände mit regionalen Erzeugnissen gibt es auch. Und am Abend findet ein Gratiskonzert mit dem Sänger Ritschi statt. Ich reise wie etliche Kolleginnen und Kollegen schon heute an zu einem Sponsorenessen. Morgen findet man mich dann am zentralen Zelt unserer Zeitschrift, ich freue mich auf alle, die vorbeischauen.

Donnerstag, 5. September 2024

Buffet nach St. Galler Art

Leider nicht essbar: ein Buffet im Textilmuseum in St. Gallen.
All-you-can-eat-Buffets lernte ich vor vielen Jahren in Amerika kennen. Kürzlich traf ich in St. Gallen auf eines. Wobei, halt! In diesem Fall lautet das Motto: "All you canNOT eat." So heisst eine Ausstellung im Textilmuseum (toller Bau, tolle Daueraustellung). Gezeigt werden kulinarische Arrangements, die alle eines gemeinsam haben: Es handelt sich um Fake Food, der stilvoll auf Stoff angerichtet ist. Ich amüsierte mich bestens und ziehe dieses Buffet nach St. Galler Art allem vor, was ich in Amerika antraf.

Dieses Gericht im "Schlössli" ist real und mundete:
Fisch mit Tätschli aus blauen Kartoffeln auf Lauch.
PS: Ich war an einem Vormittag in der Ausstellung. Anschliessend ging ich in der Altstadt in der Nähe des Spisertors mit meiner Gotte gut essen im "Schlössli". Ich wurde in St. Gallen also durchaus satt.

Mittwoch, 4. September 2024

Sherlock Holmes im Waadtland

Das Sherlock-Homes-Museum (l.) unterhalb des Schlosses (r.) von Lucens.
Dank dem örtlichen Grossverteiler kam mein Foto des Schlosses zur stilvollen Beflaggung.

Warum um alles in der Welt gibt es in Lucens VD, im alten Kern unterhalb des Schlosses, ein Muséee Sherlock Holmes? Einfach zu erklären. Das Schloss, das im 13. Jahrhundert über dem Städtchen entstand, ging 1798, als Napoleons Truppen die Eidgenossenschaft umkrempelten, an den Kanton Bern. Der verkaufte es schon bald, worauf es mehrere Male den Besitzer wechselte. Schliesslich erwarb Adrian Conan Doyle es, der Sohn von Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle, Verfasser der berühmten Sherlock-Holmes-Romane. Der Sohn richtete im Schloss ein Museum ein mit Objekten, die an den Vater erinnerten. Als er seinerseits starb, wurde das Schloss wieder verkauft, seit 2005 ist es nicht mehr zugänglich, ausser man nehme an einer der gelegentlich stattfindenden Führungen statt oder miete es, zum Beispiel für eine Hochzeit. Das Sherlock-Holmes-Museum wurde 2001 in die nahe Maison Rouge verlegt, ein historisches Gebäude; wir erblickten es kürzlich, während wir auf dem Jakobsweg das Broyetal hinaufzogen.

Dienstag, 3. September 2024

Der Pina-Colada-Traum

Die Cocktail-Karte im Schwimmbad von Moudon.

J'aime! Filet mignon in Mézières.
Heiss wars, als wir am Samstag unsere 22. Etappe auf dem Schweizer Jakobsweg absolvierten und von Lucens via Moudon nach Mézières zogen. Die Waadtländer Route war abwechslungsreich, wir stiegen auf zum Schloss von Lucens (nicht zugänglich) und zum Château de Carrouge in Moudon, das umgeben ist von alten Gassen mit vorgelagerten Gärten. Lange folgten wir im ersten Teil der Broye, deren schnurgerade Uferpartien einen in eine meditative Trance stürzen können. Knapp vor der Streckenmitte tranken wir im Schwimmbad-Resti von Moudon etwas; am liebsten hätte ich eine Pina Colada bestellt, doch wäre ich dann wohl nicht mehr weitergewandert. Es folgte der Aufstieg Richtung Jorat, wie die Hochebene nordöstlich von Lausanne mit den eingestreuten Dörfern heisst. Die Hitze setzte uns nun zu, selten habe ich so geschwitzt. Schliesslich bogen wir einige Zeit vor Montpreveyres vom Jakobsweg ab und erreichten in einem 10-minütigen Schlusseffort Mézières, den Ort, in dem 1874 unser Weltkriegsgeneral Henri Guisan geboren wurde. Das Mahl, das uns im Restaurant du Jorat zuteil wurde, war toll: Filet mignon mit einer würzigen Morchelsauce und Nudeln. Dazu tranken wir einen kühlen Epesses. Wie ich vor vielen Monaten bemerkte: Wir sind im Modus "Pilgern plus" unterwegs. Legen Wert darauf, zwischen Konstanz und Genf jeden Meter zu Fuss zurückzulegen. Und gleichzeitig wollen wir uns etwas gönnen, Askese ist nicht unser Stil.
Zwetschgen bei Curtilles.

In Moudons Viertel Le Bourg, Gasse unterhalb des Château de Carrouge.

Montag, 2. September 2024

Die Killerraupen von der Broye

Ein Schild warnt an der Broye vor einer bestimmten Raupenart. Gleich gegenüber ist
am anderen Ufer der Broye die Aussenanlage des stillgelegten AKW Lucens zu sehen,
Ronjas Geigerzähler zeigt 0,12 Mikrosievert an. (Untere zwei Fotos: Ronja) 
Als wir uns am Samstag von Pré Cerjat, etwas ausserhalb von Lucens gelegen, einem Waldrand entlang dem Broyeufer näherten, die Aussenanlage des nach dem Unfall von 1969 dekontaminierten und zubetonierten unterirdischen AKW am anderen Ufer vor Augen, begann Ronjas Geigerzähler schneller zu ticken. Innerhalb von 200 Metern verdoppelte sich die Strahlung, der wir ausgesetzt waren. Und damit fertig dramatisch: Ronjas höchster Messwert war tief, 0,12 Mikrosievert sind kein Problem. Eine Tafel warnte an unserem Ufer vor einer realen Gefahr: Der Uferweg von Lucens bis Moudon ist grossteils von Bäumen gesäumt. In ihnen prosperiert offenbar die Raupe des Eichen-Prozessionsspinners. Deren Brennhaare können die Haut beschädigen und eine spezielle Dermatitis auslösen. Nun, soviel ich weiss, haben wir alle die heiklen Kilometer auf dem Jakobsweg unbeschadet überstanden. Die Raupe heisst übrigens so, weil sie und ihresgleichen sich gern in einer prozessions-artigen Kolonne fortbewegen. 

Sonntag, 1. September 2024

Uriella und ihr Hüsli

Im rosaroten Hüsli (Bildmitte, mit grüner Hecke) in Rötschwil, Gemeinde Schwellbrunn AR, wirkte einst Uriella.

Erinnert man sich noch an Uriella? Wenn ja, dann wegen ihres Looks. Weisse Wallekleider, verziert mit Stickereien, Spitzen, Glitzersteinen. Eine schwarze Perücke. Und darauf ein Diadem. Sie hiess eigentlich Erika Bertschinger, war die Gründerin und Chefin der Sekte "Fiat Lux", verstand sich als Sprachrohr Jesu Christi und gab an, dass in ihrer guten Stube immer wieder mal der Erzengel Uriel erscheine. Ihren Anhängerinnen und Anhängern verhiess sie, sie würden vor dem nahen Weltuntergang rechtzeitig von Raumschiffen gerettet werden. Die Frau kam mir wieder in den Sinn, als wir kürzlich von Herisau nach Schwellbrunn wanderten. Im Weiler Rötschwil steht nämlich im Wiesenhang unterhalb des Restaurants Störchli das Haus, in dem sie lange als Geistheilerin gewirkt hatte. Vor fünf Jahren ist sie verstorben. Erinnert man sich noch an Uriella? Mir ist sie unvergesslich.

PS: Mehr von der Jakobsweg-Etappe Lucens–Moudon–Mézières nächstens. Wir kamen gestern spät heim, ich muss heute zuerst die Fotos sichten. Toll wars. Heiss auch.