Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Posts für Suchanfrage Mistail werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Mistail werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Samstag, 21. November 2020

Die Dreiapsidenkirche

Schöner kann eine Kirche nicht sein: St. Peter in Mistail.
Petrus mit dem Himmelsschlüssel.
Eine Jahreszahl aus dem gymnasialen Geschichtsunterricht, die mir geblieben ist: 800 nach Christus. Dies ist das Jahr, in dem der Frankenkönig Karl der Grosse in Rom vom Papst zum Kaiser gekrönt wird. Annähernd zu dieser Zeit dürfte die St.-Peter-Kirche von Mistail gebaut worden sein, die man "karolingisch" nennt in Anlehnung an die grosse Gestalt jener Epoche, Karl eben. Diese Woche besuchte ich die Kirche, die 20 Gehminuten von Tiefencastel so einsam wie imposant auf einem Felssporn über der Albula steht und einst  mit einem Nonnenkloster gekoppelt war. Unverwechselbar machen sie aussen die drei Apsiden, die halbkreisförmigen Ausbuchtungen, die im Inneren je einen klotzigen Karolingeraltar beherbergen. Eindrücklich auch die Wandfresken, eines zeigt Gallus, der grad den Bär im Wald des heutigen St. Gallen zum Herbeischaffen von Holz zwecks Bau einer Einsiedlerklause einspannt. Auch Petrus, der Namenspatron der Kirche, ist abgebildet. Die meisten Fresken in Mistail sind allerdings recht jung. Also nur 600 Jahre alt. 
Abgesehen von den drei Apsiden ist der Grundriss des Kirchenraums rechteckig.
Jede Apsis enthält einen Blockaltar.

Donnerstag, 19. November 2020

Schin und Schein

Bei Pleuna, Blick auf den Hang, durch den der Alte Schin führt.

Typisches Wegstück.

Eine Passage mit Dach. Hinten links der Heinzenberg.

Im Tunnel von 1920.

Dieser lustige Güggel spazierte
frei durch das Dorf Alvaschein.
Schin oder auch Schyn: So heisst die Schlucht der Albula zwischen Tiefencastel und Sils im Domleschg; benannt ist sie nach einer 800 Meter hohen, fast senkrechten Felswand auf der Nordseite, die auf der Karte freilich nur mit "Moir" angeschrieben ist. Ich vermute, dass sich im Zweitnamen "Schin" der "Schein" verbirgt, gemünzt auf die nackte Felsfläche, die aus der Entfernung scheint, also glänzt. Zur Schinschlucht gehört der Alte Schin, ein historischer, in unserer Neuzeit komfortabel ausgebauter und gesicherter Weg Hunderte Meter über der Albula. Der Alte Schin ist ein gefahrloses Abenteuer, an heiklen Stellen gibt es Seilgeländer, der Weg ist gut zweieinhalb Meter breit, ein Tunnel meistert die abrupteste Passage, die Moir-Schin-Felswand eben. Ich möchte nicht wissen, wie gruselig diese Stelle vor dem Bau des Tunnels im Jahre 1920 war. Diese Woche beging ich mit Ronja den Alten Schin, wir liefen von Tiefencastel via Mistail, Alvaschein, Murteras, Nivagl, Mundain, Pleuna und Parnegl nach Sils und weiter nach Thusis, was 5 3/4 Stunden dauerte (740 Meter aufwärts, 920 abwärts). Beide fanden wir die Route atemberaubend und empfehlen sie unbedingt. Für nächstes Jahr, versteht sich.

Samstag, 29. Oktober 2022

Turmrecycling nach Bündner Art

Sogn Luregn. Die Strassenbrücke im Foto oben links verbindet Uors mit Surcasti.
Wo der Valser Rhein (rechts) in den
Glenner (links) mündet, steht die Kirche.

Graubünden ist reich an beeindruckenden Kirchen und Kirchlein, denken wir etwa an die Kirche von Mistail bei Tiefencastel, die aus der Karolingerzeit stammt. Diese Woche lernte ich ein Exemplar kennen, das atemberaubend platziert ist. Nämlich auf einem halbinselartigen Felssporn dort, wo der Valser Rhein nah Surcasti und Uors in den Glenner einmündet, den Hauptfluss des Lugnez. Im Mittelalter stand an diesem Ort eine Burg, die einem regionalen Adelsgeschlecht gehörte. Später verdrängte eine Kirche, die man dem heiligen Laurentius (Sogn Luregn) widmete, die Burg. Deren Turm dient seither als Kirchturm, daran änderte auch ein Neubau aus dem frühen 16. Jahrhundert nichts. Was für eine trutzige Gottesfestung!
Die Gottesmutter in der Kirche Sogn Luregn leidet und lächelt.

Samstag, 28. November 2020

Der Riese und das Kindlein


"Christophoros", latinisiert "Christophorus", ist altgriechisch und heisst: Christusträger.  Der riesenhafte Heilige habe das Jesuskindlein auf den Schultern über einen Fluss getragen, besagt die Legende. In der Kirche St. Peter in Mistail nah Tiefencastel begegneten wir unlängst einem circa 600 Jahre alten Fresko, das die Szene zeigt. Man beachte die hüschen Details: Das Jesuskind trägt einen Reichsapfel, und zu Füssen von Christophorus, der als Schutzpatron aller Reisenden gilt und stets mit einem Stab ausgestattet ist, sind Fische zu sehen. Sowie eine Meeresnymphe.