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Samstag, 6. Juni 2026
Arlesheims Stolz
Ich war letzten Mittwoch in Arlesheim BL. Von der Tramhaltestelle "Dorf" aus ging ich auf dem Wanderweg durch den Ortskern, war vorerst nicht wirklich angetan und ... blieb dann abrupt stehen, als ich vor mir einen grossen Platz erblickte, ein Rechteck mit stattlichen Häusern und der Kirche als, sozusagen, Chefin der Anlage. Beeindruckt war ich. Arlesheim, die Gemeinde im Agglogürtel der Stadt Basel, besitzt einen Dom. Eine besondere, wichtige Kirche. Das hat mit der Reformation zu tun. 1529 floh der Fürstbischof aus Basel und liess sich schliesslich in Pruntrut in seinen jurassischen Territorien nieder. Sein Domkapitel wiederum, also das Gremium leitender, ihm zudienender Kirchenmänner, begab sich zunächst ins nahe Deutschland. Und kehrte zurück in die Eidgenossenschaft, genauer gesagt nach Arlesheim, nachdem man den Klerikern dort einen Dom gebaut hatte; er wurde 1681 geweiht. Freilich mussten die Domherren, die am Domplatz residierten, gut 110 Jahre später wieder fliehen, als die Französische Revolution auch hierzulande die alte Ordnung zu bedrohen begann. Der Dom ist geblieben, ein nachträglich rokoko-isierter Prunkbau des Barock. Heute ist er, der zwischenzeitlich als Pferdestall gedient hatte, der Stolz Arlesheims und dessen unbestrittener Mittelpunkt.
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