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Sonntag, 7. September 2014

Joghurt machen Seele froh

Die feinsinnigeren meiner Gastrofreunde werden sicher etwas zu mäkeln haben oder spötteln oder mir vorhalten, dass der Kultmolker Gerber im hinteren Simmental Joghurt macht, das viel-viel-viel besser ist als diese Massenware. Mir gleich. Ich gestehe, dass mich Coops Saisonjoghurts glücklich machen. Momentan gibts Quitte-Vanille und, noch besser, Vermicelles-Vanille. Gleich werde ich den Kühlschrank öffnen und... mmmh. Ich wünsche allen einen schönen Sonntag!

Samstag, 6. September 2014

Moors Achterbahn

Die Heilige Idda, Namenspatronin der Iddaburg.
(Wikicommons/ Al-Qamar)
Mein Grüpplein trifft heute zum zweiten Mal auf sein Grüpplein. Unter René P. Moors kompetenter Leitung begeben wir uns im Hinterthurgau und angrenzenden St. Gallischen sozusagen auf eine Achterbahn. Zwischen Fischingen und der Iddaburg soll mehrfach heroisch aufgestiegen und abgestiegen werden mit - voraussichtlich - gut 1000 Höhenmetern auf- und abwärts. Dazwischen werden wir in einem Gasthaus einkehren; ich plane, meine surrenden Knie dort mit einem guten Glas Rotwein gnädig zu stimmen.

Freitag, 5. September 2014

Mehrsaufdruck

Am Mittwoch kaufte ich mir nach vollbrachter Wanderung am Bahnhof Näfels-Mollis ein Bier. Im Zug befand ich, dass es schwerer als gewohnt in der Hand lag. Feldschlösschen hat seine Halbliter-Dose gestreckt, geboostet, gepimpt. Statt 5 Dezi sind neu 5.65 Dezi drin, 13 Prozent mehr. Ist das schlau? Die Industrie macht sanften Druck, dass man sich an grössere Standardmengen gewöhnt. Dass man also auf lange Frist mehr Bier säuft.

Donnerstag, 4. September 2014

Den Schilt schaffte ich nicht, aber...

Gestern morgen um neun, der Glärnisch (rechts) zeigt sich.
Du armes Disteli!
Eine harte Wanderung im Glarnerland liegt hinter mir, 5 1/2 Gehstunden, 811 Meter aufwärts und 1555 Meter abwärts. Aber auf dem Schilt war ich gestern nicht; Plan nicht ausgeführt. Ich fuhr frühmorgens mit dem Aeugstenbähnli zum Bärenboden hinauf, wanderte los, und bald schon putzte die Sonne den Hochnebel weg. Der Glärnisch zeigte sich über den Wolken, dann der Tödi. Das war magisch. Die Alp Begligen auf 1770 Metern war schon für den Winter verrammelt. Hernach kam ich langsam in den Schnee, der Aufstieg nach Rotärd, einem Pass auf 2216 Metern, war mühsam. Weit wäre es von dort zum Schilt nicht mehr gewesen. Die Kondition war kein Problem. Aber ich war allein unterwegs und daher vorsichtig. Der Schnee hatte etwas Perfides, er verdeckte die tiefen Löcher im verkarsteten Grund, ohne sie zu stopfen: Einsturzgefahr auf Schritt und Tritt. Ich verzichtete auf den Schilt, stieg von Rotärd ab zur Mürtschenfurggel, stieg weiter ab zur Alp Hummel, stieg noch weiter ab vorbei am Spaneggsee zum Talapsee, stieg schliesslich ab nach Filzbach, wo die Wanderung endete. Dreckig war ich am Schluss, die Pfade höher oben waren Bäche von Schmelzwasser gewesen, manche Alpen eine einzige Sumpffläche. Ist schon ein spezielles Wanderjahr. Aber schön wars. Und im Restauräntchen am Talalpsee hatte ich eine wirklich gute Gerstensuppe.
Der Mürtschenstock von Rotärd aus gesehen.

Mittwoch, 3. September 2014

Heut: Schilt!

Doofes Bild? Hey, das ist
ein gutgelaunter Wanderer.


Heute will ich das neue - oder doch einigermassen neue - Seilbähnli von Ennenda hinauf nach Bärenboden/Äugsten ausprobieren und dann den Schilt besteigen; man sagt, die Sicht von diesem Gipfel aufs Glarnerland sei grandios. Hernach, das mag ich besonders, habe ich Optionen: Ich kann wieder zur Bahn absteigen oder aber Richtung Kerenzerberg halten. Je nach Lust, körperlicher Verfassung und Laune. Die wiederum wird wesentlich davon abhängen, ob Hochnebel vorhanden ist und ich diesen überwinden kann. Der Tag wird es zeigen.

Dienstag, 2. September 2014

Rägiswald - muss man kennen

Widmer nimmt sich von der Rösti.
Die Métairie du Bois Raiguel auf der Montagne de Courtelary nordseitig etwas unter der Chasseral-Krete muss man besucht haben. Allein der Geruch, milchelig wie in einer Geburtsstation; dazu kommen Noten von Vieh und Stall. Die Gaststube ist aber, wie die Küche, blitzsauber. Wir kehrten am Samstag ein, assen buttergesättigte Rösti und ein Kotelett, wie es sein muss, saftig, kompakte Struktur, perfekt gebraten. Zwei andere Leute aus dem Grüpplein nahmen ein Fondue und wurden still bem Essen. Später gab es Meringues und Enzianschnaps, natürlich auch das Ware vom eigenen Hof. Und dann besuchten wir den Käsekeller und kauften, ich trug ein Zwei-Kilo-Mutschli heim. Jeder Bissen erinnert mich in den nächsten zwei Wochen oder so an die Métairie du Bois Raiguel. Zu Deutsch heisst die Bauernwirtschaft: Rägiswald.

Montag, 1. September 2014

Die SBB und unser Wanderplan

Zwischen Bois Raiguel und der Métairie de Gléresse.
Die SBB luden uns am Samstag morgen mit elf Minuten Verspätung in Biel ab. Der Zug nach La Heutte war weg; eine Stunde auf den nächsten warten mochten wir nicht. Wir stellten um, neuer Plan. Wir zogen von Biel aus los, hinauf nach Magglingen, in die Zwischenrinne von Jorat, wieder hinauf nach Les Prés-d'Orvin, noch weiter hinauf durch Felder voller Herbstzeitlosen zur Chasseralkrete. Dann hinab zur Métairie du Bois Raiguel, wo wir so grossartig assen, dass sich die Wirtschaft einen eigenen Blogeintrag (morgen, vermutlich) verdient hat. Hernach die Fortsetzung, wobei das Licht immer schöner und der Himmel patagonisch weit wurde mit Wolken so gross wie Raumschiffe: hinab durch Le Graben und die Porte des Enfers zu den 165 Millionen Jahre alten Spuren des Brachiosaurus bei La Heutte; in dem verschlafenen, beizenlosen Dorf endete die Wanderung nach 7 1/2 Gehstunden. Vermeldet sei noch eine Art Drogenerlebnis: Auf der zweiten Wanderhälfte nach dem späten Zmittag geriet ich in einen Zustand nah der Erleuchtung. Lag es an den aparten Pflanzen in Le Graben und ihren Duftsubstanzen? Vermutlich; eventuell mag dazu der Enzianschnaps vom Bois Raiguel mitgewirkt haben.

Biel - Magglingen-Bähnli, Talstation - Pavillon - Magglingen-Bähnli, Bergstation - End der Welt - Jorat - Les Prés-d'Orvin - Chasseral-Krete, 1288 m - Métairie du Bois Raiguel - Métairie de Gléresse - Le Graben - Porte des Enfers - La Heutte, Dinosaurierspuren - La Heutte, Station. 1180 Meter aufwärts, 1008 Meter abwärts.
Bei der Porte des Enfers.