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Montag, 7. August 2017

Zwei Länder und zwei Flüsse

Am deutschen Rheinufer zwischen Waldshut und Koblenz,
der Fluss rechts der Bildmitte hinten ist die Aare auf ihren  letzten Metern. 
Gestern hatte ich gegen Mittag eine Verabredung in Aarau. Ich beschloss, zuvor meinem alten Knochengestell etwas Bewegung zu verschaffen, und fuhr nach Waldshut. Ein Kaffee in der noch einigermassen verschlafenen Altstadt, dann zottelte ich los - hinunter zur Fähre, mit der wir kürzlich erst von Full AG übergesetzt waren, und weiter, alles dem deutschen Rheinufer entlang, retour in die Schweiz; die Unternehmung endete nach Überquerung der Brücke und der Zollstation an der Bahnstation Koblenz Dorf. Der Uferweg, das gefiel mir sehr, war durchgehend unasphaltiert: Kies und Erdboden. Und endlich habe ich nun einmal ganz aus der Nähe den Ort gesehen, wo die Aare im Rhein endet. Die Wanderung dauerte nur eine Stunde, war aber gehaltvoll.

Sonntag, 6. August 2017

Mein neustes Bähnli

Vitznau, die gelbe Kabine kommt, gleich geht es hinauf nach Hinterbergen
In der Mitte unserer Wanderung:
Tiefblick auf den Bürgenstock.
Wie viele Wanderer bin auch ich ein Bähnlisammler. Gestern konnte ich meiner Kollektion ein neues Bähnli einverleiben, dasjenige, das von Vitznaus oberem Dorfrand hinauf nach Hinterbergen fährt. Vier Personen fasst es, und was ich besonders mag: Wenn niemand da ist, der kassiert, gibt es einen Automaten, an dem man sein Billett lösen kann; man kann also immer fahren. Erfreulich war an unserem Wandertag, dass kaum Leute aufs Bähnli wollten, so kamen wir speditiv hoch und fühlten uns wieder als Einzelne, nachdem zuvor das Schiff von Luzern nach Vitznau pumpenvoll gewesen war. Von Hinterbergen wanderten wir in 2 1/4 Stunden nach Rigi-Kaltbad, der erste Teil war steil und anstrengend, der zweite ein herrlicher Höhenweg. Hinterbergen, ich freue mich, dich jetzt zu kennen, und will wiederkommen, dein Bähnli ist eine super Sache.
Vor Rigi-Kaltbad gibt es eine schöne Nagelfluhpassage.

Samstag, 5. August 2017

Meine City-Tour

Der Bus, in dem ich durch Zürich fuhr. Der Betreiber wirbt immer noch
mit dem Trolley, auch wenn der nicht mehr wirklich zum Einsatz kommt. 
Mein Ticket. 34 Franken zahlte ich.

Als ich 1995 als Journalist von Bern nach Zürich wechselte, und dann wieder, als ich 2000 nach Zürich übersiedelte, nahm ich mir dies vor: Ich will baldmöglichst eine City-Tour machen mit dem schnuckeligen, bähnliähnlichen Trolley in Rot. Nun ja, der Trolley verkehrt mittlerweile nicht mehr regelmässig, bloss mieten kann man ihn noch, als Gesellschaft (die Internetpage von Meier Tours wirbt immer noch mit ihm, sie sollte schnellstens aufdatiert werden). Aber Stadtrundfahrten gibt es natürlich nach wie vor, mehrere täglich. Gestern raffte ich mich auf, begab mich auf das Cargelände am Sihlquai neben dem HB, wo einst das AJZ stand, und kaufte mir am Tickethäuschen für 34 Franken ein Ticket für die Tour The Zurich Experience mit Start 9 Uhr 45. Irgendwie war mir das Ganze peinlich. Bis es losging. Dann fand ich es, sorry für den Dialekt, uhuere cool. Ich stöpselte den Kopfhörer ein, wählte Deutsch, fand die Diktion des Sprechers unsäglich schneidend, wehrmachtsartig scharf, sehr unpassend jedenfalls, stieg um auf Englisch und hatte mit dieser Version meinen Spass; der Humor ist im Englischen in der Regel inbegriffen. Wir waren in unseren zwei Stunden dann wirklich all over the place von Bahnhof Enge bis Grossmünster und von ETH bis Bankendistrikt. Die Kommentare im Ohr spiegelten Zürich recht witzig, bisweilen hart am Klischee, man erfuhr viel auch aus dem Leben der Zürcher: wie das Schulsystem funktioniert, wie man an einem Gasttisch richtig prostet, wo es gute Partys gibt und wo die einfacheren Leute wohnen. Zwei 10-minütige Fotostopps waren inbegriffen: Am See wieselten die Chinesen raus, um möglichst schnell möglichst viele Selfies mit Wasserhintergrund zu machen. Beim Fraumünster wiederum begegnete ich meinem ehemaligen Tagi-Ressortkollegen, dessen Schwester grad heiratete; ich machte kulant ein paar Fotos von der Festgesellschaft, bis ich weiter musste und sie zur Zeremonie ins Stadthaus neben dem Fraumünster. Am Schluss der Tour verspürte ich eine Art Champagnereffekt, Zürich kam mir bunter vor als am Morgen, spritziger, witziger, begehrenswerter. Ich hätte früher schon eine Stadtrundfahrt machen sollen.
Auch am Fifa-Museum kamen wir vorbei.

Freitag, 4. August 2017

Zwillingsberge

Der Aufstieg nach Tourbillon: eigentlich eine kleine Bergwanderung.
Das Unterwallis, Kaktusland.
Am Mittwoch besichtigte ich mit meinem Berner Freund Stefan Sion. Höhepunkt der langen und schweisstreibenden Tour war die Besteigung der beiden östlich an die Altstadt anschliessenden Stadthügel oder auch Stadtberge, Tourbillon und Valère. Auf Tourbillon gibt es eine gewaltige Burgruine und viel unüberbauten Boden, dort gedeihen übrigens auch Kakteen. Valère wiederum ist der Standort einer Basilika, des Geschichtsmuseums Wallis und eines Restaurants. Die beiden Erhebungen bedingen, ergänzen und forcieren sich gegenseitig, im Aufstieg Richtung Tourbillon bewundert man Valère, und im Aufstieg Richtung Valère findet man Tourbillon grossartig - dies sind Zwillinge. Und ganz allgemein hat man in dem kargen Felssetting das Gefühl, man sei in Kastilien oder Andalusien.
Blick von Tourbillon zur Basilika von Valère.

Donnerstag, 3. August 2017

Der Walliser Schnuckelzuckelbus


Gestern eine grosse Stadtwanderung in Sion - heieiei, war das heiss! Hier vorerst zwei Fotos. Das erste zeigt den Smart Shuttle von Postauto; ein fahrerloses Ding im Versuchsbetrieb. Wenn man sich in Sions Innenstadt aufhält, zuckelt eigentlich permanent ein solches Schnuckelding vorbei, das an die Plüsch-Postautos erinnert, die man auf manchen Poststellen kaufen kann; auch Minnie Maus kommt einem in den Sinn, sie hat eine Vorliebe für gerundetes Design. Angst braucht man vor den Smart Shuttles übrigens keine zu haben, eher packt einen Mitleid, weil sie so erbärmlich langsam verkehren. Das zweite Foto entstand im Geschichtsmuseum Wallis, das erhaben auf dem Areal des Stadtbergs Valère in den ehemaligen Domkapitel-Räumen untergebracht ist. Ein labyrinthischeres Museum habe ich noch nie erlebt, man könnte sich darin glatt verirren und würde dann vielleicht erst nach ein paar Monaten entdeckt, mausetot, weil verhungert respektive verdurstet. Hübsch fand ich den Dreibeiner nach Art eines Melkstuhls, den man an der Kasse fassen kann als tragbaren Sitz. Freilich warnte mich die Kassenfrau, dass die Klappdinger instabil seien. Und sie seien bloss für Leute bis zu 70 Kilo zugelassen. Ich bin 73 Kilo schwer. Und also wurde das nichts mit dem bequemen Schauen. Seufz.

Mittwoch, 2. August 2017

Grün hinauf, grün hinab

Die grüne Kabine kommt.
Mit reist der Rohstoff für eine der Alpen auf dem Berg. Diesel?
Es gibt zwei Kabinen auf den Vättnerberg bei Vättis, in der Mitte der Strecke kreuzen sie sich. Die eine Kabine ist rot und sieht mit ihren grossen Fenstern so aus, wie man sich eine Seilbahnkabine vorstellt. Und die andere mit dem schmalen Sehschlitz ist grün und ist ein rustikales Modell, das auch zum Warentransport dient; ein junger Älpler sagte mir, in der grünen habe er seine Schafe hochtransportiert. Vorgestern fuhr ich auf den Vättnerberg, mir wurde Grün zuteil. Oben machte ich eine knapp zweistündige Rundtour: von der Bergstation zur Alp Findels, hinüber nach Hütten und wieder hinab zur Bergstation. Vieles war toll: der Salsiz auf Findels, der Blick das Taminatal hinab auf die neue Brücke bei Pfäfers, der höllische Schlitz des Radeinbachtobels. Und natürlich das Bähnli. Grün fuhr ich wieder talwärts und war froh um die Schwere der Kabine, denn der Wind blies nun doch mit 25 Stundenkilometern.
Schöne Fläche: der Vättnerberg von oben.
Wegkehre am Radeinbachtobel über Hütten.
Talfahrt mit Blick zurück.

Dienstag, 1. August 2017

Fliegende Fische im Sarganserland

Im Bus auf der neuen Taminabrücke. Was Fussgänger betrifft: Links und
rechts ist mit Weiss ein Gehstreifen abgetrennt. Trottoir-artig erhöht ist er nicht.
Schon ab dem 8. Juli gilt im Taminatal ein neuer Postautofahrplan - natürlich hat das mit der neuen Brücke zu tun, die kurz zuvor eröffnet wurde und die beiden bisher getrennten Dörfer Pfäfers (östlich der Taminaschlucht) und Valens (westlich der Taminaschlucht) effizient verbindet. Man durchquert nun auf der Fahrt vom Bahnhof Bad Ragaz nach Vättis ganz hinten im Tal alle Dörfer: Pfäfers, Valens und auch Vasön. Gestern reiste ich auf der neuen Hauptlinie ins Tal hinein und genoss das. Was ich in Vättis tat, will ich morgen erzählen. Zum Foto unten: Frauen waren in Vättis gerade daran, über der Tamina eine Art fliegende Fische zu montieren; ich nehme an, sie taten es im Hinblick auf den Nationalfeiertag. A propos: Allen wünsche ich ein gutes Fest.
Huch, kommt der aus der Tamina?