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Montag, 8. Februar 2021

Winter gegen Frühling

Der Sihlsee muss noch auftauen. Hinten Gipfel der Wägitaler Alpen.
Frühlingshaftes Picknick auf dem Etzel.

Am Samstag gingen wir von Einsiedeln über den Etzel nach Freienbach. Die Route im Detail: Einsiedeln, Bahnhof - Kloster - Lincoln - Armbüel - Hüendermatt - Blüemenen - Bad - Allmig - Meieren - Sihlbrücke - Etzelpass/St. Meinrad - Etzel - Miltenweid - Milten - Feusisberg - Obereulen - Wilen bei Wollerau - Freienbach SBB (4 1/2 Stunden, 420 Meter aufwärts, 890 abwärts). Die Wanderung war anstrengend vor allem wegen des Restschnees um Einsiedeln und um Etzel-Kulm, jeder Schritt brauchte mehr Kraft als üblich. Aber schön wars. Hier einige Dinge am Weg:

  • In der Klosterkirche von Einsiedeln stand einer dieser derzeit allgegenwärtigen Dispenser. Nicht mit Desinfektionsflüssigkeit war er gefüllt, sondern mit Weihwasser.
  • Das Hochmoor Roblosen im Bereich Allmig ist mit Torfhüttchen bestückt. Sie sehen herzig aus, erinnern aber auch daran, wie Teile des Moores durch die Torfstecherei zerstört wurden.
  • Manche Geländepartien waren schneebedeckt, andere aper. Im Hochmoor Roblosen fand ich es rührend, wie stellenweise die schwarze Erde zu sehen war – erste Zeichen des Frühlings.
  • Immer wieder ein guter Anblick ist auf dem Etzelpass die anmutige Grosskapelle St. Meinrad, bei der die Jakobspilger auf dem Weg von Rapperswil nach Einsiedeln gern einen Halt einlegen.
  • Auf dem Etzel ist das Gasthaus natürlich geschlossen. Aber es gab einen Take-Away-Schalter, der rege genutzt wurde. Wir selber hatten ein opulentes Picknick dabei mit Wein, Käse, Wurst und Butterzopf. Unter uns den Zürichsee, die Augen mal auf der Landschaft und mal auf unseren Delikatessen, genossen wir.
  • Massen von Menschen mit Ski und Langlaufski waren im ÖV unterwegs: der Zug nach Chur etwa war am Morgen proppenvoll, sah ich auf dem Perron mit Schaudern. Wir waren froh, keine Skifahrer zu sein. Nicht allzu weit zu reisen. Und nicht auf einen Bus umsteigen zu müssen: Das Gedränge in Einsiedeln auf dem absurd schmalen Postauto-Perron war grässlich.
  • Tagesprogramm in der Klosterkirche Einsiedeln.
    Der Einsiedler Weihwasserdispenser.
    (Foto von Wanderfreundin Brigit, vielen Dank!)

Sonntag, 7. Februar 2021

Saharasamstag

Abstieg vom Etzel: Blick auf den Zürichsee
mit dem Pfannenstiel zur Rechten und einem rötlichen Himmel.
Die Sonne kam gegen den Saharastaub nicht an.
.
Gestern gingen wir von Einsiedeln über den Etzel nach Freienbach am Zürichsee. Das Wetter war speziell. Saharastaub machte die Sonne zu einer fahlen, kraftlosen, mondähnlichen Erscheinung. Und der Himmel war subtil gerötet. So etwas gibt es nur alle paar Jahre einmal.

PS: Gerade eben bloggte ich über das Restaurant Lincoln bei Einsiedeln, dessen Name auch auf die Flur rundum übergegangen ist. Gestern kamen wir beim Restaurant vorbei.

Samstag, 6. Februar 2021

Das Förderband im Wald


Unterwegs im Wald zwischen dem Paul-Scherrer-Institut und der Station Siggenthal, unterquerten wir vor einigen Tagen eine Art Aquädukt oder Hochsteg – wir fragten uns, woher das Ding kommt und wohin es führt. Die Karte zeigte es: vom Geissberg nach Siggenthal. Google lieferte die ganze Geschichte: Das Förderband transportiert zerkleinerten Kalkstein und Mergel vom Holcim-Schweiz-AG-Steinbruch Gabenchopf am Geissberg zum Zementwerk Siggenthal. 3.8 Kilometer lang ist die Anlage, die auch die Aare überquert. 
Ein Schweizmobil-Screenshot: Das Förderband vom Gabenchopf (oben links)
über die Aare zum Zementwerk Siggenthal (unten rechts) ist eingezeichnet.

Freitag, 5. Februar 2021

Zoom und Zahl

Die Woche, die bald endet, war für mich aussergewöhnlich. Seit langem unterrichte ich in Luzern an der Journalistenschule MAZ, meine Themen sind journalistische Sprache und Formen sowie Stilkunde. Derzeit finden alle Kurse rein digital statt, und so war ich von Montag bis Mittwoch der Fernlehrer. Auf Zoom. Zuvor hatte ich Schulungen besucht, auch sie digital, und das fortgeschrittene Zoom kennengelernt: wie man zum Beispiel virtuelle Klassenräume schafft, also etwa 16 Leute in vier Viererräume verteilt, um dann bei jeder Gruppe kurz reinzuschauen. Und so weiter und so fort. Am Montagmorgen war ich ziemlich nervös, stellte mich am Anfang auch ein wenig ungeschickt an. Gott sei Dank waren die acht Leute im Kurs, die meisten davon Junge, nett und geduldig mit mir. Und jetzt bin ich ein echter Zoom-Dozent. Einfach ist diese Art Lehren nicht. Zum Beispiel ist es viel schwieriger, den Zustand der Schülerinnen und Schüler zu lesen: Sind sie aufmerksam, werden sie langsam müde, macht ihnen der Stoff Spass oder nicht, hat jemand schlechte Laune? Man sieht nur die Köpfe in den kleinen Fenstern auf dem Computerschirm, eine Körpersprache ist kaum erkennbar. Aber die Zoomerei funktioniert schon. Und es freut mich, dass ich jetzt weiss, wie sie das tut.

PS: Schön, die magische Zahl! Hansueli Thomann machte einen Screenshot, als am Mittwoch der Zähler meines Blogs sieben Dreien zeigte; von ihm kam vor Jahren auch der Screenshot zu meiner ersten Million. Vielen Dank für die Aufnahme, lieber Hansueli. 

Donnerstag, 4. Februar 2021

Lincoln, Kanton Schwyz

Der Bahnhof Einsiedeln (links unten) und Lincoln. (Screenshot Schweizmobil)

Nikolaus Steinauer aus Einsiedeln, 1815–1878, war Töpfer. Er wanderte in der Mitte seines Lebens nach Amerika aus, lebte dort ungefähr 15 Jahre, kämpfte im Bürgerkrieg auf der Seite der Nordstaaten mit, bewährte sich als Soldat und wurde mehrfach ausgezeichnet. Den Präsidenten Abraham Lincoln, der für die Abschaffung der Sklaverei eintrat, um die es im Bürgerkrieg ging - diesen letztlich siegreichen, freilich am Ende des Krieges ermordeten Lincoln verehrte Steinauer auch nach seiner Rückkehr in die Schweiz. Und so taufte er das Restaurant, das er in Einsiedeln bauen liess, "Lincoln". Das Haus brannte später ab, doch gibt es an dieser Stelle auch heute ein Restaurant "Lincoln". So heisst auch die zugehörige Flur.

PS: Ich suchte eigentlich nach einer Erklärung für den Flurnamen "Amerika" (es gibt ihn bei Aarau). Und stiess dabei auf "Lincoln".

Mittwoch, 3. Februar 2021

Hölzig


Wenn ich meine Mutter besuche, lese ich regelmässig das Dorfblatt von Stein AR, die Steinzeit. Kürzlich tat ich es wieder einmal und begegnete dabei einem meiner  Lieblingswörter – gerade in der Ostschweiz wird der Ausdruck oft verwendet. Die Hölzigen sind die, die mit Holz arbeiten, der Sammelname bezeichnet Berufe wie Schreiner, Zimmermann, Säger, Förster.

Dienstag, 2. Februar 2021

Ungesunde Verdoppelung

Das Buch erschien letztes Jahr im Verlag Business Village und trägt den Titel "Was uns gesund hält". Der Untertitel sagt noch einmal dasselbe, einfach länger und komplizierter. "Salutogen" heisst: gesundheitserhaltend, gesundheitsfördernd. Das lateinische salus, Wohl, Gesundheit, steckt darin.