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Sonntag, 12. März 2023

Der Winter hatte uns wieder


Kalt war es, und es schneite. In den Senken der Magerwiesen hatten sich Tümpel gebildet, auf den Wegen lag Pflotsch, in den Schuhen feuchtelte es. Grau war der Himmel, weit sah man nicht, aber was man sah, war in seiner Kargheit und Einfachheit stilvoll und schön. So war das gestern in jenen vier Stunden, in denen wir von Wetzikon via Bubikon und den Egelsee nach Rapperswil wanderten: Der Winter, den wir schon abgeschrieben hatten – er hatte uns wieder.

Samstag, 11. März 2023

Ausgesendet

Gestern war ich auf dem Areal des Schweizer Fernsehens in Zürich-Leutschenbach, ich hatte einen Termin bei Radio SRF, das dort  neuerdings zu grossen Teilen untergebracht ist von Radio SRF 1 über Radio SRF 3, Radio SRF Musikwelle und Radio SRF Virus bis zum Regionaljournal Zürich-Schaffhausen. Den Weg zurück in die Stadt nach dem Termin legte ich im Gemütlichmodus zurück, fuhr die ganze Strecke im Elfertram, statt die S-Bahn zu nehmen, und … schreckte auf, als kurz vor dem Bucheggplatz beim Brunnenhof die Haltestelle "Radiostudio" angekündigt wurde. Ein Radiostudio gibts an diesem Ort nicht mehr. Letzten August war Schluss mit Sendungen vom Brunnenhof, man zügelte, eben, aufs Leutschenbach-Areal in die sogenannte "Radio Hall". Was das gute alte Haus Brunnenhof angeht: Hier sollen Sekschülerinnen und Sekschüler unterrichtet werden. Und die Verkehrsbetriebe Zürich werden die nahe Haltestelle bald umbenennen in "Brunnenhof".

Gestern Vormittag in Zürich, das Foto aus dem Elfertram
zeigt das ehemalige Brunnenhof-Radio-Gebäude.

Freitag, 10. März 2023

Hüttchen und Hochhäuser

Am Dienstag fotografierte ich in Basel diesen Fischergalgen. Am Rheinufer
gegenüber stehen ganz andere Bauten, die zwei Türme auf dem Roche-Areal.

Nein, beim Fischergalgen handelt es sich nicht um ein Instrument zur Hinrichtung von Fischern. Sondern um eine schwenkbare Vorrichtung zum Einfangen und Ans-Land-Hieven von Fischen. Ist sie mit einem Gehütt kombiniert, gilt der Name auch für dieses. In Basel sieht man die historischen, heute bisweilen als Ferienhäuschen dienenden Fischergalgen am Rheinufer überall, doch auch anderswo gibt es sie. Der Zweitname lautet "Fischwaage"  oder –  an gewissen Orten – "Salmenwaage", im Falle Basels waren es Lachse, lateinisch "salmo", die man einst so fing. Mit "Waage" gemeint ist seichtes Wasser, also der Uferbereich des Gewässers.

Donnerstag, 9. März 2023

Erdbebensichere Kunst

Rock on top of another rock, 2015, Basel.

Fischli/Weiss hatten ähnliche Megalithgebilde schon anderswo platziert, in Norwegen etwa. Basel allerdings, der Platz vor dem Eingang ins neue Bürohochhaus von Hoffmann-La Roche, war eine Herausforderung. Denn Basel ist potenzielles Erdbebengebiet, und das Steinduo aus dem Kanton Uri wiegt 70 Tonnen, stabil sollte es schon platziert sein. Fischli/Weiss experimentierten mit Modellen und fanden heraus, dass man die Steine wirklich nicht einfach aufeinander stellen konnte – zu heikel, wenn der Erdgrund in Bewegung geriete. Die Künstler kamen dann auf eine elegante Schummelei. Von einem Tieflader wurden die Steine abgeladen und auf Schienen an den exakten Standort verschoben. Nun bohrte man Löcher, fügte als Verbindung zwischen den zweien Stahldorne ein, sicherte den unteren Stein auf dieselbe Art im Boden. Und also sieht die Skulpur aus, als ruhten die Klötze ohne jede Fixierung an diesem Ort wie von einem Riesen spielerisch arrangiert. Sie dürften auch einem Erdbeben trotzen, das hoffentlich nie passiert. Diese Woche kam ich vorbei und fand Gefallen an ihnen. "Rock on top of another rock" heisst das Werk von 2015.

Mittwoch, 8. März 2023

Der Frühzürcher


Kürzlich traf ich im Zoologischen Museum der Uni Zürich eine Fachperson zum Gespräch. Für einen Artikel. So nebenbei fotografierte ich dieses imposante Skelett von rund vier Metern Höhe. Es zeigt einen der ersten Zürcher. Darf ich vorstellen: das Wollhaarmammut. Als 1890 in Niederweningen im Wehntal Arbeiter Kies für den Bau des Bahndammes aus dem Boden holten, stiessen sie auf Knochen und Stosszähne. Archäologen stellten fest, dass in der Grube die Überreste von mindestens sechs Mammuts lagen. In Zürich montierte man ein Skelett, ergänzte Fehlendes durch künstliche Teile. Das Mammut von Niederweningen, ein Männchen, lebte vor gut 45 000 Jahren. Woran es starb, wissen wir nicht.


Dienstag, 7. März 2023

Zillo gefiels hier wohl

An der Hauptstrasse in Zihlschlacht.
(Foto: JoachimKohler-HB, Wikicommons)
Am Samstag passierten wir im Thurgau den Rand der Ortschaft Zihlschlacht. Im Grüppli tauchte die Frage auf, woher der Name kommt, ich schlug das gleich nach und konnte entwarnen: Nein, es gab hier keine Schlacht irgendwann im Mittelalter. Zihlschlacht ist eine Zusammensetzung. Bei Zillo handelt es sich um einen alemannischen Kurznamen, und Schlacht geht zurück auf slat, Bodensenke oder auch Hohlweg. Das mit der Bodensenke passt, Zihlschlacht, 817 als Zilleslata erstmals erwähnt, liegt in flachem Terrain. Vermutlich fand der Alemanne Zillo das Gelände ansprechend, und so siedelten er und seine Sippe vor Ort. Aber das ist natürlich reine Spekulation.

Montag, 6. März 2023

Holzvandalen und Gemüserösti

Unsere Samstagsroute: Sitterdorf, Station – Sitterdorf, Landhaus – Sommerau – Hohlenstein – Kleine Höhle – Grosse Höhle – Chänzeli – Grünberg – Oowachse – Eichenhof – Waldegg – Hinderholz – Eipach  – Egg – Sonnenberg – Heldswil, Restaurant Blume – Neuheim – Schloss Oetlishausen – Paradiis – Chromershus – Wadholz – Bischofszell Nord – Bahnhof Bischofszell Stadt. 4 Stunden, 370 Meter aufwärts, 350 abwärts. Hier ein paar Fotos von der Route.

In Sitterdorf schauten wir uns die reformierte Kirche an.

Das Chänzeli über der Fluh Hohlenstein bietet Weitsicht. Wenns nicht dunstig ist.
Sieht nach Vandalismus aus: Scheiterbeige in der Nähe des Hofes Waldegg.
Gemüserösti in der "Blume" in Heldswil.
Schloss Oetlishausen steht erhaben über dem Tal der Thur.
Bischofszells Altstadt ist tatsächlich herzhaft schön.