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Dienstag, 19. April 2022

Blöd, ich hatte kein Kopfweh


Berschis, das Dörfchen im Seeztal unweit von Walenstadt, hat zwei grosse Attraktionen. Die eine sieht man vom weitem, wenn man von Zürich nach Sargans reist, es ist das Kirchlein St. Georg auf seinem Felssporn, das als älteste romanische Kapelle der Ostschweiz gilt. Am Samstag nahmen wir den Weg zu ihm hinauf, den wohl schon die Römer eingeschlagen hatten, die an diesem aussichtsreichen Ort, wie Ausgrabungen zeigen, präsent waren. Im Dorf unten hatte ich mir den Schlüssel besorgt, wir konnten uns das Gotteshaus also auch von innen ansehen, selbstverständlich steckte ich den Kopf in das bodennahe Loch hinter dem Altar, das als "Kopfwehloch" gilt. Will heissen: Wenn man, Kopf im Loch, summt, sollen die Vibrationen des Steins Kopfweh vertreiben. Blöd war, dass ich kein Kopfweh hatte. Später, wieder unten im Dorf, retournierte ich den Schlüssel. Und dann besuchten wir jene zweite Attraktion von Berschis, die verborgen etwas oberhalb liegt und die ich im Unterschied zu St. Georg noch nicht kannte. Nämlich den Berschnerfall, der 46 Meter hoch ist und mit einem reizenden Pfad durch eine Felsschlucht erschlossen ist. Der Fall begeisterte uns durch seine Wucht, schön, haben wir ihn im Frühling kennengelernt, wenn das Wasser reichlich fliesst. Unzählige Male bin ich über die Jahre mit dem Zug in der Nähe vorbeigerast, von dem Naturspektakel, das ich übrigens in einem 20-Sekunden-Filmli verewigt habe, ahnte ich nichts.

Sonntag, 17. März 2024

Katholische Schmerztherapie

Das magische Loch, gleich stecke ich den Fuss rein. Hilfreich ist der Hocker.

Ein paar Hundert Jakobspilgerinnen und -pilger steigen jedes Jahr im Kloster Fischingen ab. Ich nehme an, dass sie alle in die riesige Klosterkirche schauen. Aber fällt ihnen dort in der Seitenkapelle, die der heiligen Idda von Toggenburg gewidmet ist, das Loch unter Iddas Sarkophag auf? Das wäre gut, weil mit diesem Loch, das mit einem Türchen verschlossen werden kann, ein spezieller Brauch verbunden ist: Wer müde Füsse hat, geschundene Füsse, Blasenfüsse, der steckt sie in das Loch – das soll solche Bresten kurieren. Gestern war ich vor Ort, hielt wie die anderen in meinem Grüppli die Füsse ins Loch, könnte jetzt aber nicht sagen, dass ich eine Wirkung verspürte. Das mag damit zu tun haben, dass mir die Füsse gar nicht weh taten.

PS: Das Heilloch in der Fischinger Idda-Kapelle erinnert mich an zwei Dinge. Erstens an die Kapelle St. Meinrad in Allenwinden ZG. Neben ihr steht ein Stein mit einer Rille, in die man das Knie legen kann, was angeblich Knieschmerzen beseitigt. Kopfweh wiederum soll verschwinden, wenn man im Kirchlein St. Georg über Berschis SG den Kopf in das sogenannte Kopfwehloch hält. Und dazu summt.