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Donnerstag, 7. Juni 2012

Knonauer Läusequetscher

Man schnuppere an diesem Foto. Ja, eindeutig Holunder!
Hübsche Repo gestern im "Tages-Anzeiger" über den Biohof "Im Margel" bei Knonau im Zürcher Säuliamt. Dort baut man im grossen Stil Holunder an, 600 Bäume sind es, die derzeit blühen und Wohlgeruch verbreiten. Die Ernte geht an die Hustenbonbon-Firma Ricola, also in meinen Mund. Hier ein lustiges Zitat:
"Dieses Jahr aber kamen die Läuse so spät, dass sie nicht mehr gespritzt werden können, ohne dass Rückstände in den Blüten blieben. Daher wird ein Erntehelfer zum Läusequetschen abkommandiert."

Mittwoch, 6. Juni 2012

Kant und der Kübel von Zumikon

Hach, was haben die Leute in meiner Wohngegend doch intellektuelles Niveau! Kaum einen Kilometer entfernt von meinem Haus steht in Zumikon dieser Pflanzenkübel mit einem Spruch von Immanuel Kant. Ich kam vorgestern bei meinem Abendspaziergang vorbei. Und natürlich ist die grosse Frage, wer zu wem spricht. Kant zum Gewächs, dem er Ratio zugesteht? Der Hausbesitzer zu mir? Der Kübel zum Gewächs? Oder das Gewächs - im Geiste universeller Aufklärung - zur Menschheit? Das wäre dann natürlich eine Sensation.

Dienstag, 5. Juni 2012

Unkorrektes Bier

Nachtrag zur Wanderung - siehe gestrigen Eintrag - zum Rohrspitz im Vorarlbergischen. Unterwegs tranken wir ein Bier. Bemerkenswert, wie politisch unkorrekt die Mohrenbrauerei, ein altes Familienunternehmen, auftritt.

Montag, 4. Juni 2012

Rügen am Rohrspitz

Endlich Sand! (A)
Diese jungen Herren bestanden darauf, fotografiert zu werden.
Am Samstag gingen wir von St. Margrethen auf einer zu 99 Prozent auf Vorarlberger Gebiet verlaufenden Route via Gaissauer Ried zum Rohrspitz und via Fussach und Höchst wieder nach St. Margrethen. Zuerst das Negative der sechs Gehstunden: viel Asphalt! Und auf diesem Asphalt endlos viele Velofahrer, die einen aus der Bahn klingeln wollten, als sei man Vieh. Die Österreicher fahren selbstbewusster Velo als die Schweizer. Rücksichtsloser. Und jetzt das Positive: Wir kauften frisch gepflückte Erdbeeren. Das Mittagessen im Hafen Rohrspitz war gut. Und grandios war die letzte Meile hinaus auf die eigentliche Landzunge Rohrspitz, die sich weit in den Bodensee schiebt. Da war kein Asphalt mehr, auch kein Kies, sondern Sand, und das Ried bildete eine hohle Gasse - hier stellte sich das von mir erhoffte Rügen-Gefühl nun doch ein und machte glücklich.

Sonntag, 3. Juni 2012

Die totale Verwidmerung

Bald wandere ich in Wangen a.A. (Bild: Dietrich Michael Weidmann)
Wir Widmers besetzen vom 1. Juli bis 1. August eine ganze Stadt. Okay, ein Städtchen: Wangen an der Aare. Jahr für Jahr greift das Festival "Nomen est omen" einen Familiennamen auf, dieses Jahr eben "Widmer" bzw. "Wiedmer". Es gibt Kabarettistisches von Gisela Widmer, eine Lesung von Urs Widmer, Cartoons von Ruedi Widmer. Und ich widmere, sorry: wandere von Wangen zum Inkwilersee und retour mit all jenen, die mich begleiten wollen.

PS: Seltsam. Mir kommt dieser Blogeintrag extrem bekannt vor, während ich ihn schreibe. Aber ich finde keinen früheren Eintrag dieses Inhaltes. Das Gefühl, das Widmerfestival hier schon einmal vorgestellt zu haben, ist stark. Gibt es Paralleluniversen? Spinne ich? Ist der Eintrag erschienen, und ich finde ihn nicht?

Samstag, 2. Juni 2012

Von Spitz und Spatz

Rohrspatz, Herr und Dame.
(Bild: Andreas Trepte/ www.photo-natur.de)
Heute machen wir eine Flachwanderung zum Rheinspitz und Rohrspitz; so heissen zwei sandige Vorposten im Bodensee, die der Alte Rhein und der Rhein nördlich von St. Margrethen geschaffen haben. Nun hoffe ich eines: dass irgendein Mensch - es darf jemand aus meinem Grüpplein sein oder ein Fremder - aus irgendeinem Grund schimpft wie wild. Dann kann ich nämlich später die Kolumne, die notabene auch vom Vogelparadies in der Gegend handeln muss, betiteln: "Rheinspitz, Rohrspitz, Rohrspatz".

Freitag, 1. Juni 2012

Wandern auf der Metaebene

Wanderung: Wanderer wandern. (Alenka Veber)
Im Schweiz-Teil der "Zeit", jetzt am Kiosk, handelt der Berner Journalist Stefan von Bergen unter dem Titel "Die Lust des Schweizers" den hiesigen Wandertrieb ab. Und hach: Ich werde auch erwähnt.
"Der Zürcher Tages-Anzeiger beschäftigt mit Thomas Widmer einen eigenen Wanderpapst. (...) Widmer ist nicht nur ein Schön- und Naturwanderer. Er durchquert auch Schwamendingen, legt eine Route am geschmolzenen Atomreaktor in einer Kaverne bei Lucens vorbei und vergisst nie die Einkehr im Gasthof. Mit leichtfüssigen Reflexionen über das Wandern ist er zudem auf einer Metaebene unterwegs."