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Sonntag, 19. Juli 2026

Der Zauber von Ruinen

Manche sprechen von "Schandfleck". Aber ein verfallender oder schon ganz ruinierter Ort hat ja auch etwas Faszinierendes – einen speziellen Zauber. Eine Endzeit-Aura. Mir gefällt der Begriff "lost place" daher besser. Hier zwei "lost places", an denen ich dieses Jahr vorbeikam, beim ersten ist es mehrere Wochen her, beim zweiten wars gestern.

  • Seit 23 Jahren steht die Autobahn-Raststätte Walensee bei Mühlehorn GL leer. Von der Autobahn ist sie längst nicht mehr ansteuerbar. Kürzlich las ich, dass die Liegenschaft einen neuen Besitzer hat; tatsächlich betätigten sich Arbeiter auf dem Dach, als wir sie passierten. Und plötzlich gibt es Projekte oder doch Visionen: Diesen Sommer soll gemäss der "Südostschweiz" hier ein Musikvideo gedreht werden. Und für den Herbst sind Konzerte angesagt. Später könnte ein Café eingerichtet werden. Wir werden sehen.
    Gibts hier bald Livemusik? Die ausrangierte Raststätte Walensee bei Mühlehorn.

  • 2002 wurde das Bad Lostorf am Südrand des Solothurner Juras stillgelegt. Das tat vielen weh, immerhin hat das Bald als Heilbad eine Geschichte, die bis ins später Mittelalter zurückreicht. Derzeit gammelt es vor sich hin, einzig in einem Trakt wird offenbar gewohnt. Letztes Jahr machte sich die Gemeinde Lostorf daran, eine Arbeitsgruppe zu bilden. Sie soll, so das "Oltner Tagblatt", Projekte entwickeln und Kontakte zu Investoren herstellen. Am Ende müsste allerdings die Firma, der das Areal gehört, mitziehen. Wir werden sehen.
    Die Sprayer und Sprayerinnen lieben das stillgelegte Bad Lostorf, soviel ist klar.
    Gebadet wird hier schon lange nicht mehr.

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