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Dienstag, 7. Mai 2013

Die Bergsteigertrottel

Eben gelesen, ausgiebig geschmunzelt: "Die Besteigung des Rum Doodle"(Rogner & Bernhard). Der Roman stammt von einem britischen Bauingenieur namens William E. Bowman, wurde in den 1950er-Jahren geschrieben, war dann kein Erfolg bei den Massen, geriet aber zum "Kultbuch in Bergsteigerkreisen", so der "Guardian". Es handelt sich um eine Satire auf den Alpinismus. Eine Gruppe englischer Halbtrottel macht sich auf, den Rum Doodle, einen unglaublich hohen Gipfel im Himalaya, zu erklimmen. Allesamt sind sie unfähig. Der Leiter, der sich als grosser Psychologe sieht, kombiniert seine Leute zu Duos, die nicht harmonieren, sondern sich am liebsten umbringen würden. Der Übersetzer gerät stets in Schlägereien, wenn er mit den Einheimischen redet, weil er die Wörter verwechselt und Beleidigungen sät. Der Logistiker vergisst bei der Planung, dass es für den Rückweg auch Lebensmittel braucht. Der Chefnavigator schliesslich, Mr. Jungle, führt die Gruppe im Kreis, weil er die Arretierung am Kompass nicht gelöst hat. Überhaupt sorgt er für den Running Gag des Romans, weil er praktisch nie da ist; er verläuft sich immer wieder neu, was sich schon bei der Vorbereitungs-Sitzung in London zeigt:
"Nur Jungle (...) fehlte. Er rief an, um mitzuteilen, dass er den falschen Bus genommen habe und sich seines gegenwärtigen Standorts nicht ganz sicher sei; er habe aber soeben den Polarstern gesichtet und erwarte, in Kürze zu uns zu stossen."

Montag, 6. Mai 2013

Alles so schön gelb

Gewandert bin ich nicht übers Wochenende. Aber ich fuhr im Auto mit, durchs Appenzellerland. Es war so schön, dass es wehtat, die Wolken, die Wiesen mit den Maienblumen, alles. Und der Frühling duftet auch wieder so gut.

Sonntag, 5. Mai 2013

Staegers Kurzwanderungen - und mehr

Eine der Staegerschen Kurzrouten:
Zimmerwald - Lisiberg - Zingghöch (Foto) - Niederscherli.
Schön, was mir da in den letzten Tagen zugegangen ist, Neuerscheinungen aller Art.
  1. Mein Wanderkollege Andreas Staeger, mit dem ich auch schon unterwegs war, den ich bereits bebloggte und verkolumnierte, hat als Präsident der Berner Wanderwege einen hübschen Führer geschrieben. Das Buch enthält 52 Kurzwanderungen im Kanton Bern. Und die liegen bekanntlich im Trend.
  2. Der Land-Beizli-Guide 2013-14 ist da. Er präsentiert, nach Regionen geordnet, 1105 "einsame Landbeizli"; der Untertitel macht einen geradezu mitleidig, so dass man diese armen Seelen von Wirten mit etwas Gesellschaft beglücken will.
  3. Von Swisstopo und den Schweizer Wanderwegen gibt es neue offizielle Karten. Nämlich, im Massstab 1: 50 000: 213T "Basel". 262T "Rochers de Naye". 263T "Wildstrubel". 272T "St-Maurice".  2502T "Bern und Umgebung" (Zusammensetzung), 5013T "Oberengadin" (Zusammensetzung),

Samstag, 4. Mai 2013

Der Stier leitet das Rückbildungsturnen

In der Herde vielseitig beschäftigt: der Stier.
(Aus einem Buch von 1863/ Wikicommons)
Heute gehe ich mal nicht wandern. Halsweh. Im "Tages-Anzeiger" gibts mein Samstagsgespräch mit Martin Ott, dem wohl bekanntesten Biobauer des Landes, Autor des Bestsellers "Kühe verstehen". Wir sprechen über Stagnation und Erneuerung der Landwirtschaft. Über Rudolf Steiner und das biodynamische Bauern, wie es Ott betreibt. Und über Kühe und Munis. Hier etwas O-Ton Ott:
"Durch kleinste Bewegungen und Zeichen ordnet und beruhigt der Stier die Herde. Er hat zusätzlich viele Aufgaben in der Herde, so kann man Stiere beobachten, die mit ihren Kühen eine Art Rückbildungsturnen machen nach der Geburt. Sie treiben diese Kühe sanft vor sich her: Gebärmutter-Gymnastik durch rhythmisches Gehen."

Freitag, 3. Mai 2013

Das emsige Bienli und die grosse Liebe

Ein tolles Foto - vielen Dank, liebe Blogleserin M., dass ich es bringen darf. Es zeigt ein hiesiges Bienchen, emsig an der Arbeit, über und über mit Blütenstaub bedeckt.

PS: In meiner heutigen Zeitungskolumne eine Kurzbesprechung von Blanca Imbodens hübschem Unterhaltungsroman "Wandern ist doof". Es geht um Singles, die sich auf einer Kuppelreise in der Innerschweiz draussen in der Natur näherkommen. Nach üblen Verwicklungen und einem Totalabsturz obsiegt die Liebe.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Die Emmentaler Hängematte

Die Hängematte beim Bauernhaus gefiel mir, freilich lag niemand drin. Während ich gestern von Signau Richtung Eggiwil zog, hinauf zum Chapf, dann zum Restaurant Chuderhüsi, war es kalt; mir gefror fast der Hals, eine Bise blies. Der Himmel war verhangen, herbstlich. Nach dem Essen setzte sich die Sonne durch, ich schwitzte und verschmachtete unten in Bowil fast, während ich auf den Zug wartete. Es waren, bei aller Lieblichkeit der Landschaft, 4 1/2 Gehstunden zwischen den Extremen.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Widmers Stadtflucht

Heute ist der 1. Mai. Traditionell fliehe ich an diesem Tag vor den Unruhen aus Zürich und... an dieser Stelle fällt mir ein, dass ich seit drei Jahren nicht mehr in Zürich wohne, sondern in dessen Agglo. Die Gewohnheit hat sich aber gehalten. Also Auszug aufs Land. Wann kommen endlich wir Wanderer zu unserem Recht und wird ein Tag des Wanderns ausgerufen, der - selbstverständlich - arbeitsfrei wäre?
Südkoreas 1. Mai im Jahre 1954. (Wikicommons)