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Dienstag, 14. Mai 2013

Die Fischenz von Boswil

Hier lernte ich im April ein neues Wort. Nein, nicht "Schnee".
Als wir vor gut drei Wochen im Schneegestöber von Boswil auf den Lindenberg stiegen, kamen wir im Feldenmoos an drei prachtvollen Weihern vorbei. Ein Schild informierte uns, der Fischerverein betreue das Gelände und sei auch Inhaber der Fischenz. Dieses Wort war mir neu; zuhause schaute ich es nach und weiss jetzt: "Fischenz" meint das Recht, an einem bestimmten Ort zu fischen. Der lateinische Parallelbegriff lautet "ius piscandi".

Montag, 13. Mai 2013

Der Thurgau roch gut, die Wirtin war spröd

Der Samstag duftete. Einmal ging ich mitten durch eine Apfelplantage, rechts und links blühte es, ich fühlte mich wie in einem Schaumbad "Pommes de Provence". Wir mochten den Thurgau auf unserer fünfstündigen Blueschtwanderung Amriswil - Hudelmoos - Lömmenschwil - Ruggisberg - Esserschwil - Ringenzeichen - Buech - Egnach wieder einmal sehr. Und den Kanton St. Gallen, den wir nebenbei auch betraten, natürlich ebenfalls. Mit dem Hudelmoos bekamen wir ein Hochmoor mit federndem Boden serviert, und am Schluss, kurz vor Egnach, gab es Hudelwetter dazu, die Wolken brachen, der Regen fiel nicht, sondern prasselte hernieder. Alles toll, inklusive das Essen im "Ruggisberg", wo freilich die Wirtin uns äusserst spröde behandelte, die Lippen zusammengekniffen, als sei es das allerschlimmste Verbrechen, wenn man statt zu siebt zu elft ist - dabei war Platz genug im Lokal. Oder war es der Dreck unter unseren Stühlen, den wir im Moor aufgelesen hatten und der sich trocknend von den Sohlen löste? Dafür gibt es Besen und Staubsauger. Wieder einmal dachte ich, dass manches Lokal zwar Gault-Millau-Punkte hat (15 in diesem Fall) - doch müsste man eventuell ein, zwei, drei Punkte für mangelnde Herzlichkeit abziehen.


Sonntag, 12. Mai 2013

Indien liegt in der Schweiz

Gestern wanderten wir im Thurgau - und unterwegs fragte ich mich plötzlich: Warum nennt man diesen Kanton "Mostindien"? Most: klar, ja, logisch, die vielen Obstbäume. Aber Indien? Im Internet fand ich die Antwort: Die Umrisse des Thurgaus gleichen denen Indiens. Wusste ich bisher wirklich und wahrhaftig nicht. PS: Morgen mehr über die Route, die uns das Hudelmoos und zum Schluss auch Hudelwetter brachte.
Na ja, ein wenig Phantasie braucht es
 für den Vergleich schon. (Wikicommons)

Samstag, 11. Mai 2013

Das drahtlose Moos

Passt zur Blueschtwanderung von heute:
Wappen von Amriswil TG. (Wikicommons)
Hach, was für ein komfortabler Samstag! Wir gehen wandern, und in den sieben Jahren, die mein "Fähnlein Fieselschweif" jetzt besteht, ist dies das erste Mal, dass nicht ich die Route bestimmt habe und das Grüpplein führe. Margrit, die Thurgauerin, wird uns von Amriswil aus ihr Habitat zeigen, das Motto lautet "Bluescht". Auch das Hochmoor Hudelmoos werden wir besuchen; Pro Natura Thurgau spricht von einem "Hotspot der Biodiversität" - seit ich diesen Slogan gelesen habe, will mir die Assoziation nicht aus dem Kopf, dass das Hudelmoos Gratis-Wireless-Empfang bietet.

Freitag, 10. Mai 2013

Unendlichkeit in Zuzgen

Ist ja nur ein Schlauch in der Nähe von Zuzgen AG, den ein Bauer liegengelassen hat. Sieht aber aus wie der Prototyp eines Plastikers, der bald in PVC viel grösser gegossen wird. Die Stadt Zürich wird ihn ankaufen, für 80 000 Franken, und auf irgendeinem Platz aufstellen, sagen wir, am Escher-Wyss-Platz. Und um ehrlich zu sein: UNENDLICHKEIT, wie die Skulptur dann heisst, ist auch nicht schlechter als das ernsthafte gemeinte Kunstzeug, das in unseren Städten so rumsteht und -liegt.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Der Weg zum Steg

Knapp fünf Gehstunden ab Avegno im Maggiatal, 1300 Höhenmeter aufwärts und 200 abwärts, dann war ich auf der Cardada, dem Hausberg Locarnos, berühmt für seinen Aussichtssteg. Doch, dieses Ende war toll; allerdings stelle ich auch immer wieder fest, dass mich Menschen nerven, wenn ich zuvor ein paar Stunden keinem begegnet bin!

Mein sehr guter Plan für heute

Locarno. Hier will ich nach der Wanderung übernachten.
(Bild: Wikicommons/ Geobia) 
Heute ziehe ich früh los, 5.22 ab Zollikerberg. Im Zug will ich noch einmal ein wenig schlafen und stelle mir vor, dass ich ein, zwei Stunden später die Augen öffne und frohlocke: Ha, ich bin im Tessin! Mein Ziel ist das Maggiatal. Von Avegno aus werde ich auf die Cardada steigen, den Aussichtsberg 1100 Meter über Locarno. Hinab gehts dann easy mit der Bahn. Ist das ein guter Plan? Doch, finde ich, das ist sogar ein sehr guter Plan.