| Johann Peter Hasenclever, "Das Lesekabinett", Gemälde von 1843. (Wikicommons) |
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Samstag, 15. Januar 2022
Wie die Gesellschaft ins Lesen kommt
Freitag, 14. Januar 2022
200 kamen nicht zurück
1936 putschten in Spanien Teile der Armee gegen die demokratisch gewählte Regierung. Es folgte ein dreijähriger Bürgerkrieg, die daraus hervorgegangene faschistische Diktatur unter General Franco dauerte bis zu dessen Tod 1975. Im Bürgerkrieg der Dreissigerjahre kämpften in Spanien in internationalen Brigaden etwa 40 000 Ausländer, mehr als die Hälfte von ihnen kam um. Auch 800 Schweizer beteiligten sich, Kommunisten, Sozialdemokraten, Anarchisten und so weiter. Das organisierte Gedenken in der Schweiz an die rund 200 jungen Männer, die nicht zurückkamen, liess auf sich warten. 1976 erst wurde am Zürcher Volkshaus eine Tafel angebracht. Es folgte zwei Jahre später ein Denkmal auf dem Monte Ceneri speziell für die Spanienkämpfer aus dem Tessin, später entstanden auch in der Romandie Erinnerungsorte. Kürzlich kam ich auf dem Monte Ceneri beim Grotto al Ceneri am Stein mit den Namen der Gefallenen vorbei.
Donnerstag, 13. Januar 2022
Ein neues Stauseeprojekt
| Energiequelle: der Gornergletscher, hier gesehen vom Breithorn. (Foto: Johnny.m76 / Wikicommons) |
Hoch über Zermatt liegt der Gornergletscher, dessen Schmelzwasser eine Schlucht in die Berglandschaft gefräst hat. Nun gibt es ein Projekt, den Gletscherbach zu stauen, las ich gestern in der NZZ. 85 Meter hoch wäre die Mauer, 150 Millionen Kubikmeter Wasser könnte der Speichersee fassen. Das ist in etwa das doppelte Volumen der Talsperre am Triftgletscher im Grimselgebiet, des zweiten konkreten Vorhabens dieser Art in der Schweiz. Rund 250 Millionen Franken würde der Bau des Gornergletscher-Staudamms kosten, laut den Verantwortlichen würde das gespeicherte Wasser nicht nur zur Produktion von Winterstrom für 600 000 Haushalte verwendet, zusätzlich könnte es im Sommer zur Trinkwasserversorgung beisteuern, und der Stausee könnte bei andräuenden Sturmfluten als Notreservoir herhalten. Gegen das Projekt sind Landschaftsschützerinnen und -schützer.
Mittwoch, 12. Januar 2022
Die Seeberger Linde
Die Kirche der Oberaargauer Gemeinde Seeberg, die wir am Samstag passierten, steht erhaben auf einem Hügel. Eindrücklicher noch als das spätgotische Gotteshaus fanden wir den Baum vor ihm. Die "Reformationslinde", wie sie genannt wird, ist rund 500 Jahre alt, dürfte also wirklich zur Zeit der Reformation gepflanzt worden sein. Neun Meter Umfang hat sie und steht unter Schutz. Auf einer Infotafel las ich, dass Linden besonders effizient Verletzungen reparieren und sehr schnell neue Rinde bilden. Und dass sie oft bei Kirchen stehen. Warum – wo ist der Zusammenhang? Ich weiss es leider nicht.
Dienstag, 11. Januar 2022
Die Pfarrer-Bubble
Am Samstag kamen wir in Wynigen im Kanton Bern an jener Kirche (Foto) vorbei, in der Albert Bitzius 1833 Henriette Zeender geheiratet hatte. Ein Blick in die Biografie der Brautleute ergibt: Die lebten in einer "Bubble", wie man heutzutage sagt. In einer Pfarrer-Bubble.
- Albert Bitzius, der sich als Schriftsteller "Jeremias Gotthelf" nannte, war der Sohn eines Pfarrers. Er selber wurde 1831 Pfarrvikar im emmentalischen Lützelflüh und wurde ein Jahr später als ordentlicher Pfarrer daselbst gewählt.
- Henriette Zeender war die Tochter eines Berner Theologieprofessors. Sie wuchs bei den Grosseltern auf. Der Grossvater war Pfarrer in Lützelflüh. Ihr Onkel, bei dem sie gern weilte, war Pfarrer in Jegenstorf. Ihr erster Verlobter, der Vorgänger von Gotthelf, war Pfarrvikar.
Die älteste Tocher von Bitzius und Zeender heiratete dann einen Pfarrer. Und der Sohn der beiden wurde ... man ahnt es ... Pfarrer.
Montag, 10. Januar 2022
Eine Route, zwei Kantone, drei Landschaften
| Der Inkwilersee. Die Kantonsgrenze Bern-Solothurn verläuft durch ihn. |
| Winterlandschaft oberhalb von Grasswil. |
| Zmittag im Seerestaurant. |
| Vor Bolken trafen wir ein Paar, das seine Alpakas spazieren führte. |
Sonntag, 9. Januar 2022
Luzerner Mammut
In Eschenbach im Luzerner Seetal fotografierte ich vor Tagen in einer Unterführung dieses hübsche Mammut, das offensichtlich von einem Kind gemalt wurde. Das Sujet passt zum Ort. Hier und im benachbarten Ballwil förderten in den letzten Jahren Bagger in zwei Kiesgruben sechs Mammut-Stosszähne zutage. In Ballwil hat die Kiesgrubenbetreiberin mittlerweile gar einen Themenweg eingerichtet. Rund 85 000 Jahre alt sind die Seetaler Stosszähne. Das Mammut gilt als Symbol der Eiszeit, die letzten Populationen hielten sich in Ostsibirien, um 2000 vor Christus starb das Elefantentier aus. Ein Mammutmuseum gibt es hierzulande in Niederweningen im Kanton Zürich.
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