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Montag, 14. Februar 2022

Kalt, kälter, Kryosauna

Am Samstag entdeckte ich in Zürich im Universitätsviertel bei einer Tramhaltestelle das illuminierte Werbeplakat des dort angesiedelten Gesundheitsstudios Eistresor (sorry für das schlechte Foto). In dem Lokal dieses Namens, das sich als einziges seiner Art schweizweit anpreist, kann man sich in eine Kammer begeben, in der mit verdampfendem Stickstoff 196 Grad erzeugt werden. Minus 196 Grad, versteht sich. Etwa drei Minuten dauert die Behandlung in der sogenannten Kryosauna, nach der man sich angeblich efrischt und verjüngt fühlt. Ich verspürte vor dem Laden keine Lust. Mir war schon ohne Stickstoff kalt genug.

Sonntag, 13. Februar 2022

Ich kam nicht bis zur Eibe

Die Eibe.
(Wikicommons)

Im Moment wandere ich nicht, das operierte und das noch nicht operierte Auge bekriegen sich, Schwindel und ein seltsam schwummriges Lebensgefühl sind die Folge. Doch warum nicht ein Ausflug? Gestern reiste ich Richtung Freiburg mit dem Plan, mir bei Ueberstorf, 15 Gehminuten ausserhalb des Dorfes, eine berühmte Eibe anzuschauen und sie zu fotografieren. Für einen Artikel. Auf der Höhe von Aarau schaltete sich der Zugführer zu und deklarierte, dass man ab Olten die längere Strecke über Burgdorf fahren werde. Nach Olten meldete er sich wieder und gab durch, dass der Zug nur bis Bern fahre statt nach Brig. Dort sei Endstation, ein technisches Problem mit einem Waggon … In Bern hatten wir 17 Minuten Verspätung, exakt so viel, dass ich den Zug nach Flamatt verpasste und somit auch den Anschlussbus nach Ueberstorf. Den nächsten, zwei Stunden später verkehrenden Bus abzuwarten, darauf hatte ich keine Lust. Ich nahm den nächsten Zug retour nach Zürich und war um halb elf wieder zuhause. Die Eibe von Ueberstorf werde ich halt später aufsuchen.

Samstag, 12. Februar 2022

Der Schrumpfberg

Das Fletschhorn heute (oben) und im Jahr 1900.
(Swisstopo-Zeitreise, Screenshot)

48 Viertausender hat die Schweiz. Die Liste war einst länger. Um das Jahr 1900 war auch das Fletschhorn im Kanton Wallis ein Viertausender: 4001 Meter über Meer. Doch setzten ihm dann Erosion und Eisschmelze zu. Hinzu kamen genauere Messmethoden. Auf der Landeskarte ist heute noch eine Höhe von 3985 Metern vermerkt. Ende der 1980er-Jahre wollte der Gemeindepräsident von Saas Grund eingreifen und den Berg wieder über die magische Marke von 4000 Metern heben. Saas Grund legte dem Kanton ein Baugesuch vor, das die Errichtung eines Aufbaus auf dem Gipfel vorsah. Die kantonale Baubehörde sagte nein. Und so bleibt das Fletschhorn ein Dreitausender.

Freitag, 11. Februar 2022

Schneefallen


Auf Mittelallalin, knapp 3500 Meter über Meer, hoch über Saas-Fee, fotografierte ich kürzlich das Allalinhorn. Auf dem Bild zu sehen ist auch, ganz rechts, die Skipiste. Und im Zentrum eine Reihe langer, parallel laufender, mit dem Pistenfahrzeug geschaffener, seltsamer Rinnen. Ich erkundigte mich beim zuständigen Bergbahn-Unternehmen, wozu sie dienen, und erfuhr, dass da "Snow Farming" betrieben wird. Wenn es dieser Tage windet, füllen sich die Rinnen mit Schnee. Er bleibt liegen und wird später zur Präparierung der Skipisten im Sommer verwendet. Die Rinnen von Mittelallalin sind Schneefallen und Schneelager. 

Donnerstag, 10. Februar 2022

Ruedins Dorf

Les Bois, eine Luftaufnahme von 1958.
(Foto: Werner Friedli, ETH-Bibliothek / Wikicommons)
Les Bois liegt in den Freibergen im Kanton Jura zwischen La Chaux-de-Fonds und Le Noirmont. Kürzlich schrieb ich eine Wanderkolumne für die "Schweizer Familie", die in ein paar Wochen erscheinen wird und damit beginnt, dass wir im besagten Ort aus dem Zug steigen. Auf Deutsch heisst Les Bois "Rudisholz", der mittlerweile verblasste Name geht zurück auf einen Mann namens Jean Ruedin, der dort zu Ende des 15. Jahrhunderts siedelte. Vielleicht war es die Steuerfreiheit, die den Ruedin lockte. Die karge Hochfläche gehörte damals den Basler Fürstbischöfen, die einen "Freibrief" für die Region ausgestellt hatten: Wer sich in ihr niederliess, zahlte für immer und ewig weder Zinsen noch Zehnten. Von daher rührt der Name "Freiberge".

P.S. Ging gut mit der Augenoperation. Nun ist Geduld angesagt; bis sich die erwünschte Sehschärfe einstellt, kann das Tage oder Wochen dauern.

Mittwoch, 9. Februar 2022

Meine zwei Abenteuer

Nein, das ist nicht der Augenarzt.
Sondern Arabist Burton um 1850.
(Foto: Wikicommons)
So, heute gegen acht Uhr morgens komme ich unters Messer, wie man so schön sagt. Wobei es sich eigentlich um einen Laser handelt, der den Schnitt ausführt. Eine Behandlung des Grauen Stars ist angesagt. In meinem linken Auge wird die getrübte Linse durch ein Implantat ersetzt, exakt eine Woche später ist das rechte Auge dran. Angst habe ich keine, das ist eine Routineprozedur, die als sehr sicher gilt. Ich hoffe, dass ich mich demnächst wieder weniger vertippe, die Schreibfehler häuften sich ja im letzten halben Jahr. Und ich hoffe auch, beim Wandern wieder die Berge am Horizont zu erkennen und die Wegweiser vor mir anständig lesen zu können.

In den kommenden Tagen gedenke ich durchaus zu bloggen. Abgesehen davon wird das operierte Auge geschont, statt lesen und surfen werde ich mir Literatur vorlesen lassen. Bei Librivox habe ich mir das Hörbuch "The Book of the Thousand Nights and a Night" heruntergeladen, "Tausendundeine Nacht" in der englischen Übertragung des grossartigen Arabisten Richard Francis Burton. Ich freue mich auf beide Abenteuer. Das der Operation und das der Märchensammlung.

Dienstag, 8. Februar 2022

Der Datenbunker

Südlich von Rafz kamen wir am Samstag in einer Gewerbezone an einem Gebäude neueren Datums vorbei, die Umgebung ist noch nicht fertig gestaltet. Die mattschwarze Fassade lässt den Blick ins Innere nicht zu, das Areal mit zwei weiteren Bauten ist abgesperrt, Wachleute patrouillieren, es gibt Kameras und, wie ich in einem Artikel des "Zürcher Unterländers" lese, einen Retina-Scanner für die, die Einlass begehren. Um eine Server Farm handelt es sich, einen Datenbunker der Firma "Safe Host" aus Genf, die an mehreren Standorten Anlagen unterhält. Die erwähnte Zeitung berichtet, im Rafzer Rechen- und Speicherzentrum sei ein einziges Grossunternehmen eingemietet, "Microsoft" angeblich. Bei der Gemeinde Rafz weiss man auch nichts Genaues.

Falls die einen Tag der offenen Tür veranstalten, geh ich hin. (Foto: Ronja)