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Sonntag, 28. September 2025

Wasserschloss mit Wolf

Schloss Landshut ist das einzige erhaltene Wasserschloss im Kanton Bern.
Gestern schrieb ich über unsere Wanderung von Gerlafingen nach Utzenstorf. Und den Zmittag daselbst im "Bären". Um 14 Uhr hatten wir ausgegessen und -getrunken, fuhren aber noch nicht heim, sondern zogen hinüber nach Schloss Landshut etwas ausserhalb. Dieses ist imposant allein schon durch seine Anlage: Es ist ein Wasserschloss, umgeben von einem Graben, in dem sich unheimliche Riesenkarpfen tummeln. Auch gibt es einen englischen Garten, der das ganze Jahr über zugänglich ist, wohingegen das Schloss selber samt seinen beiden Museen bald einmal – am 12. Oktober – Saisonende hat und in den Winterschlaf abtaucht. Wir schauten uns die zwei Dauerausstellungen an, die eine dem Schloss und seinen adeligen Bewohnerinnen und Bewohnern gewidmet, die andere dem Wild und der Jagd. Wir lernten viel Neues, vernahmen zum Beispiel von einem reichen Mann, der im Schloss lebte und im ausgehenden Mittelalter das schrieb, was man heutzutage "Bestseller" nennen würde. Aber das ist wieder eine andere Geschichte und wird morgen oder übermorgen hier dargeboten.
Mutter und Tochter.
Auch der Wolf hats ins Schloss Landshut geschafft.

Gediegene Wohnstube im Schloss. (Foto: Ronja)

Samstag, 27. September 2025

Das "Bären"-Projekt

Roulädli mit Rohschinken, Pouletbrust an Thai-Sauce, getrüffelte Nüdeli,
Kost für verfressene Wanderer im "Bären" in Utzenstorf BE
Am Mittwoch wanderten wir von Gerlafingen nach Utzenstorf und assen dort hervorragend zu Mittag im "Bären" – schon wieder ein "Bären", erst eine Woche zuvor waren wir in Dürrenroth in einem Gasthaus dieses Namens eingekehrt. Mich ereilte vor Ort der Gedanke, ich könnte doch alle "Bären" der Schweiz besuchen, natürlich inklusive die "Ours" der Romandie. Und dann eine Art Wander-Gastro-Kultur-Geschichte-Führer schreiben. Wäre lustig. Fehlt bloss der Financier. Und jetzt noch einmal zur Route. Wir brauchten gut zwei Stunden für die Strecke, die am Bahnhof Gerlafingen, knapp noch im Solothurnischen, beginnt und als erstes am riesigen Stahlwerk vorbeiführt; zudem war da ein Schrottplatz, wie er auch in einem "Mad Max"-Film vorkommen könnte. Gleich kam aber Gott sei Dank der Änteweier in Sicht, ein reizendes Gewässer, das als Fabrikteich begann und in der Gegenwart geschützt ist als Biotop und Vogelbrutplatz. Im Folgenden gingen wir bis Utzenstorf am Unterlauf der Emme, die in diesem Sektor zum Grossteil begradigt ist und von einem Kanal begleitet wird. Die meiste Zeit waren wir im Wald unterwegs, sahen eigentlich gar nichts. Ausser Grün. Wer eine kurze Wanderung machen möchte, die entspannt: Diese passt. Natürlich mit dem "Bären" am Schluss.

Blick vom Aussichtsturm über den Rand des Änteweiers zum Stahlwerk Gerlafingen.
Eine sehr gerade Gerade im Wald am Emme-Ufer.

Blumen tun dem Auge wohl.

Freitag, 26. September 2025

Verboten?

Total legal: Ronjas Teller mit Felchen im "Seegarten". (Foto: Ronja)
Nachdem ich am Dienstag über das Restaurant Seegarten in Ermatingen TG berichtet hatte, das Fisch aus dem Untersee zubereitet, darunter je nach Tagesbeute auch Felchen, schlug mir Unglauben entgegen – das sei nicht möglich, denn es gelte im Bodensee ein Fangverbot für Felchen, bekam ich zu hören. Völlig falsch ist das nicht, liebe Freundinnen und Freunde. Bloss gilt das Verbot nur für den Obersee, den grösseren Teil des Bodensees. Im Untersee sind die Felchen nicht akut bedroht, man darf sie fangen. Hat also alles seine Richtigkeit mit meinem Eintrag. Und das Restaurant ist auch entlastet. Uff.

Donnerstag, 25. September 2025

Der Bauer und sein Napoleon

Der Napoleonturm im Thurgauer Weiler Hohenrain (siehe Montag) geht angeblich zurück auf den in der Gegend einst ansässigen Louis Napoleon, den späteren Kaiser der Franzosen Napoleon III. Anderthalb Kilometer vor dem Turm passierten wir am Samstag im Dörfchen Helsighausen den Onkel von Napoleon III. Jenen  Napoleon, den wir alle aus der Schule kennen. Napoleon I. Missmutig das Gesicht, typisch die Pose mit dem einen Arm in der Uniformjacke. Sechs Meter hoch ist die Styroporfigur und stammt ursprünglich aus dem Aargau. Sie wurde geschaffen und dort aufgestellt, als der Kanton Aargau 2003 seinen 200. Geburtstag feierte; Napoleon I., der die alte Eidgenossenschaft umkrempelte, hat massgeblich Anteil daran, dass der Aargau entstand. Ein Thurgauer Militärfan ersteigerte später die Statue, und nun steht sie auf dem Hof seines Schwagers in Helsighausen. Es soll auf der Strasse vor dem Hof schon kleine Auffahrunfälle gegeben haben, weil Autofahrer oder -fahrerinnen sich ablenken liessen. Napoleon ist nicht zu unterschätzen.

Mittwoch, 24. September 2025

Endlich ist sie erschienen

Ende Mai war ich einige Tage lang unterwegs auf dem "Camino Francés", dem wichtigsten spanischen Jakobsweg. Besuchte zwischen den Pyrenäen und der Atlantikküste wichtige Pilgerorte mit dem Auto, wanderte jeden Tag immerhin auch ein, zwei Stunden. Und nun darf ich glücklich vermelden, dass meine über neun Seiten sich ziehende, splendid bebilderte Reportage endlich erschienen ist. Wer sie lesen will: kaufen! Das neue Heft der "Schweizer Familie" ist ab heute am Kiosk erhältlich!

Dienstag, 23. September 2025

Der beste Egli

Am Samstag war noch einmal voll und ganz Sommer. Wir wanderten im Thurgau, gut dreieinhalb Stunden, stiegen von Berlingen auf zum Napoleonturm bei Hohenrain. Stiegen dann, nach dem Apéro in der Turmbuvette, wieder ab zum Untersee. In Ermatingen assen wir, im "Seegarten". Der erwies sich als Glücksfall. Fisch gibts in diesem Restaurant nur fangfrischen aus dem Untersee, Egli, Felchen, Hecht, Wels, je nachdem. Wer reserviert, reserviert mit dem Tisch gleich auch den Fisch, meist geht das auf. Aber hey, sonst gibts halt Forelle vom ebenfalls thurgauischen Zuchtbetrieb Kundeldingerhof. Ich kam zu einem Teller mit Egli, der samt dem hauchfeinen Teigli unglaublich gut schmeckte. Vielleicht wars gar der beste Egli, den ich je hatte.

Montag, 22. September 2025

Grosser Turm und kleiner Turm

Der Napoleonturm bei Hohenrain TG.
(Foto: Ronja)
Schöner Turm. Aus Holz ist er gebaut, ist 40 Meter hoch, 208 Stufen führen hinauf zur Plattform auf 36,4 Metern, grossartig der Blick auf den Untersee, aber auch zum Alpenkranz von Säntis über Tödi und Titlis bis Eiger. Am Samstag besuchten wir den Napoleonturm, der im Thurgau steht, auf dem Seerücken, beim Weiler Hohenrain der Gemeinde Wäldi. Im Inneren des Turmes passierten wir auf halber Höhe das Modell des Vorgängerbaus. Der stand von 1829 bis 1855 und wurde dann, weil altersschwach, abgerissen. Initiiert haben soll diesen ersten Turm Louis Napoleon, der Neffe von Napoleon I.; er hatte als Jugendlicher und junger Mann im Thurgau gelebt, wurde später als Napoleon III. Kaiser der Franzosen, war somit der einzige französische Herrscher aller Zeiten, der fliessend thurgauerte. Der damalige Holzturm, den als treibende Kraft Louis Napoleons Freund und Geschäftspartner Charles Parquin bauen liess und betrieb, hatte drei Plattformen, die untere diente als Tanzfläche, die mittlere barg ein Restaurant, während sich ganz oben ein Fernrohr befand. Natürlich kostete die Besteigung Eintritt. Was genau Louis Napoleons Zutun zu der touristischen Attraktion auch immer war – der Turm wurde von den Einheimischen "Napoleonturm" genannt. Wie der heutige Turm, der 2017 eröffnet wurde.
Modell des Vorgängerturms im Treppenhaus. 

Buvette beim Bauernhof unterhalb des Turms.

Blick vom Turm zum Untersee mit der Insel Reichenau, die zu Deutschland gehört. (Foto: Ronja)