Im Wald südlich von Laufenburg, nah der Wegkreuzung Waldhaus, fotografierte ich am Samstag diese Büste. Sie zeigt den Kopf eines verdrossen schauenden Mannes mit Soldatenhelm, die Inschrift lautet: "Hier ruht unser Urlaub 1939-45." Die Geschichte zum Stein ist schnell erzählt, ich entnehme sie einem Artikel der "Neuen Fricktaler Zeitung". In der Nähe findet sich demnach ein alter Artilleriebunker, neben dem zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in einer Unterkunft Soldaten hausten. Sie hatten die Aufgabe, die nahe Grenze gegen Deutschland zu überwachen und zu sichern. Einige von ihnen stellten die Büste auf, weil sie fanden, sie hätten viel zu wenig Urlaub.
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Mittwoch, 5. April 2023
Dienstag, 4. April 2023
Violett verhüllt
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| In der St.-Antonius-Kirche in Schwaderloch AG. |
In Schwaderloch, wo wir am Samstag zu unserer Fricktalwanderung starteten, fanden wir in der modernen – und sehr schönen – Kirche das Kreuz verhüllt von einem violetten Tuch vor. Später in der Kirche in Mettau dasselbe: violett verhülltes Kreuz. Um eine vorösterliche Gepflogenheit der Katholiken handelt es sich, meist wird das Kreuz einen Sonntag vor dem Palmsonntag (er war vorgestern) verdeckt; am Karfreitag dann, am Tag der Kreuzigung Jesu, wird das Tuch wieder abgenommen. Für diesen Brauch gibt es einige Erklärungen, hier zwei. Die erste Erklärung ist historischer Art, es gab eine Zeit, in der Kreuze mit dem geschundenen Jesus selten waren, stattdessen dominierten die "Triumphkreuze", die mit Gold und Edelsteinen geschmückt waren. So etwas Protziges passte natürlich nicht zum Karfreitags-Thema des Leidens, darum die Verhüllung. Die zweite Erklärung ist eher philosophisch. Was man verhüllt, das macht man sichtbar. Das Kreuz, das in der Karwoche im Mittelpunkt steht, wird mit einem Tuch markiert, sodass es sofort auffällt. Und umso stärker wirkt dann am Karfreitag die Enthüllung. Die violette Farbe des Tuches wiederum ist eine der Liturgiefarben des Katholizismus. Sie steht für das Fasten, in diesem Fall für das Fasten vor Ostern.
Montag, 3. April 2023
Den Osterhasen sahen wir auch
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| Bei Egg im Mettauertal. |
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| Die Kapelle St. Nikolaus in Leidikon. |
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| Vermooste Waldpiste kurz nach dem Zmittag. In diesem Gebiet gabs keine Wandermarkierungen. |
Das Fricktal ist eine katholische Gegend, wir sahen Kirchen, Kapellen, Kreuze. Wir sahen aber auch Rehe, einmal zwei, dann drei, der starke Regen schien ihnen nichts auszumachen. Vermooste Wälder und triefende Bäume sahen wir, sahen Bächlein, Tümpel und Teiche, sahen den Weiher am Rande Laufenburgs und sahen den riesigen Rhein. Doch, das war am Samstag eine abwechslungsreiche Route, die übrigens zum kleineren Teil auf unsignalisierten Pfaden verlief; zum Fischergut Rheinsulz, wo wir zu Mittag assen, führt nämlich kein Wanderweg. Ah ja, was mir noch einfällt: Den Osterhasen sahen wir auch. Er kam uns, siehe Foto unten, ein wenig ungeschlacht vor.
Schwaderloch, Bahnhof (Bus) – Obere Egg – Egg – Hintere Egg – Mettau – Usser Hofer – Wejeplatzhof – Leidikon, Kapelle – Fischergut Rheinsulz – Ribiwinkelhütte – Hinter Chalchofe – Waldhaus – Ebnihalde – Schollenhalden – Laufenburg, Bahnhof. 4 Stunden, 610 Meter aufwärts, 605 abwärts.
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| Der Hase – Osterhase – vor der Hütte beim Waldhaus oberhalb Laufenburg. |
Sonntag, 2. April 2023
Bauch gut, alles gut
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| Das links wäre ich. (Foto: Brigit) |
Wenns chutet, tut eine Einkehr besonders gut. Gestern waren wir im Fricktal unterwegs, vier Gehstunden, die meiste Zeit regnete es stark. Und waagrecht. Umso besser gefiel uns das "Fischergut Rheinsulz", wo wir zu Mittag assen. Es liegt im engen Tal des Sulzerbaches, der zwischen Laufenburg und Etzgen bei Rheinsulz in den Rhein mündet. Das "Fischergut" verfügt über einen mit Forellen und Karpfen gut gefüllten Teich, im Sommer ist die Gartenwirtschaft lauschig, wie ich von einem früheren Besuch weiss. Und man kann angeln. Die hauseigenen Forellen, die wir im Restaurant vorgesetzt bekamen, fanden wir sehr fein. Und unsere Vegetarierin hatte einen schön farbigen, an ein Mosaik erinnernden Flammkuchen. Er mundete auch. Gegen die allgemeine Bauchzufriedenheit hatte der Regen keine Chance.
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| Impressionen vom "Fischergut Rheinsulz". |
Samstag, 1. April 2023
Sprechen Sie rhotisch?
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| Die Kirche von Schlatt AI. Also d Schlatte Chölche. |
Freitag, 31. März 2023
And the winner ist … der Früelig
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| Frühlingsgewächs: die stängellose Schlüsselblume, primula vulgaris. (Foto: Ettore Balocchi / Wikicommons) |
Die drei Typen sind:
Früelig oder Früeling. Die Bedeutung des Wortes ist klar, es bezeichnet die frühe Jahreszeit, früh in Bezug auf das Erwachen und Gedeihen der Natur. Dieser Worttypus dominiert heutzutage.
Langsi oder Lanzig. Dieses Wort ist verwandt mit hochdeutsch Lenz. Im Lenz wiederum steckt lang, gemeint ist die Jahreszeit, in der die Tage wieder länger werden.
Uustag, Üüstagg, Üstagg, Uistagg, Uustig, Uustage, Huustage. Bei diesem Wort ist die Deutung schwierig. Allenfalls handelt es sich um Abwandlungen von Austag gleich Schlusstag, womit die letzten Tage des Winters gemeint wären.
Donnerstag, 30. März 2023
Der Geiger im Timpis
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| Der Zuger Zytturm war auch ein Gefängnis. An ihm prangen die Wappen der Acht Alten Orte. (Foto: Roland zh / Wikicommons) |
Ich ärgere mich, dass ich letzten Samstag bei der Besichtigung des Zuger Zytturms die drei Holzverliese auf halber Höhe nicht fotografierte. Es sind sogenannte Timpis. Das Wort ist männlich, der Timpis. Wer googelt, was es mit ihm auf sich hat, kommt nicht weit, Gott sei Dank gibt es das Idiotikon. Dort wird erklärt, es handle sich um "ein Gefängnis im alten Zug", unklar sei, ob Timpis auf ein bestimmtes Gefängnis gemünzt war oder ein Gattungsname ist, der also theoretisch auch auf andere Gefängnisse angewendet werden könnte. Die Herkunft des Wortes ist laut dem Idiotikon "dunkel", allenfalls stamme es aus dem Slawischen, im östlichen Mittelhochdeutsch gebe es den Ausdruck Timnitz für Gefängnis. Das Dialektwörterbuch liefert historische Belege für den Zuger Timpis, unter anderem diesen aus einem Ratsprotokoll von 1677. Ein "Passgeiger von Baar", der im Schützenhaus aufgespielt und gegen die Wächter gewettert hatte, wurde damals verurteilt, "dass er bis zur Bettgloggenzeit im Timpis abbüssen (…) solle".









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