Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Montag, 4. September 2023

Nächstes Jahr in Willisau

Willisau auf einem Kupferstich des 17. Jahrhunderts von Matthäus Merian.
(Foto: Patrick Kurmann / Wikicommons)

Der Nationale Wandertag der "Schweizer Familie" am Samstag in Engelberg ist vorüber. 4000 Leute nahmen teil, das Wetter war derart strahlend schön, dass es schlicht unmöglich war, schlechte Laune zu haben. Ich stand die meiste Zeit am Stand der Zeitschrift, redete ein wenig mit Lesern und Leserinnen; eine ältere Frau hatte gleich mehrere Routenfragen und wollte zum Beispiel wissen, obs am Tremorgiosee oben schön sei. Und wo genau man unten in der Leventina das Bähnli finde, das hinauf fährt. Immer schön, wenn man helfen kann. Super fand ich, dass das alte OK von Trub, das letztes Jahr Gastgeber gewesen war, mit einem Car anreiste, da hat sich eine kleine Freundschaft entwickelt. Während das Gratiskonzert der Walliser Sängerin Sina noch lief, fuhr ich am frühen Abend zufrieden heimwärts. Der Wandertag 2024, übrigens, findet in Willisau statt. Die von Trub haben schon angekündigt, dass sie auch wieder kommen. Zu Fuss, über den Napf.

Sonntag, 3. September 2023

3 + 2 = 1

Blick zurück nah der Fürenalp: hinten in der Mitte das Gross Spannort, rechts das Chli Spannort.
Restaurant und Bahnstation voraus: Auf der Fürenalp gibts gleich was Gutes.
Die Käseschnitte auf der Fürenalp.
(Foto: Ronja)
3 Gehstrecken und 2 Seilbahn-Intermezzi ergeben 1 schöne Wanderung.
Obiger Satz handelt vom Freitag, als wir in Engelberg unterwegs waren. Wir starteten beim Restaurant Wasserfall, gingen via die Talstation der Fürenalp-Bahn Richtung Surenenpass, durchquerten ein urwüchsiges Auengebiet, machten beim Restaurant Alpenrösli einen Kafihalt, zogen weiter zum Stäfeli. Dort bestiegen wir das Seilbähnli hinauf zur Äbnetalp. Und hielten auf einem vorerst steigenden, dann horizontalen Pfad durch den Hang zur Fürenalp. Nun gabs Zmittag, wir stellten fest, dass die dort ausgezeichnet wirten, die Karte war klein und fein, die Käseschnitte chüschtig, der Service überaus freundlich und schön flink. Dann die zweite Seilbahnfahrt, im kontrollierten Sturz führte sie über eine senkrechte Felswand hinab zur Talstation Fürenalp, unterwegs gesprächleten wir mit einem jungen Paar, das besagte Wand grad auf einem Klettersteig durchstiegen hatte und uns Bilder zeigte, die den Atem raubten. Unten wartete Etappe drei, eine Stunde dauerte die Schlenderei retour ins Dorf Engelberg. Etwas über drei Stunden waren wir insgesamt gegangen bei 520 Höhenmetern aufwärts und 150 aufwärts. Was mir von allem am meisten bleibt: das Gross und der Chli Spannort, die zwei Berge, die in der Gegend des Surenenpasses den Horizont mit ihren Zacken füllen.
Was für ein munteres Gewässer: die Engelberger Aa.

Samstag, 2. September 2023

Mit de Rotä ids Blauwä

Das Wetter gestern Freitag in der Innerschweiz: Note sechs. In Engelberg drehte ich mit Begleiterin Ronja eine eher leichte Runde. Die Sonne schien, ein paar wenige Wolken dekorierten den Himmel. Die Temperatur war genau richtig, weder Frostbeulen noch ein Kreislaufkollaps drohten. Ob Hahnen, Gross und Chli Spannort oder Titlis, die Berge präsentierten sich von ihrer vorteilhaftesten Seite. Hier vorerst nur zwei Fotos, denn kaum war ich am Nachmittag im Hotel angekommen, ging das Programm schon weiter – heute steht ja, habe ich im vorhergehenden Eintrag erzählt, der Nationale Wandertag der "Schweizer Familie" an, gestern Abend gabs einen internen Voranlass. Und zuvor war da noch ein Apero mit lieben Kolleginnen und Kollegen von meiner Redaktion. Zurück zu meinen Fotos. Das kleine Bild zeigt das Vier-Personen-Seilbähnli, das vom Stäfeli hinauf zur Äbnetalp fährt. Das grosse machte ich durch das Bähnlifenster, während der Fahrt. Zu sehen ist das Stäfeli, ein Alpweiler auf dem Weg von Engelberg zum Surenenpass auf Urner Kantonsgebiet, hinten links geht es Richtung Pass. Wir bekamen in diesem Moment beide grad Lust, selber die Surenen-Wanderung zu machen, aber das lag nun – für mich – zeitlich beim besten Willen nicht drin. Gut, ist der Herbst noch lang. Hier zum Schluss der allerliebste Slogan des Bähnlis: "Mit yyserä chlyynä Rotä ids Blauwä."

Freitag, 1. September 2023

Engelberg hell

In der Schlucht der Engelberger Aa. Eine der Routen
des Wandertages führt den Schluchtweg hinab.

Heute gehts nach Engelberg zu einer kleinen Wanderung. Am Abend ist dort ein Veranstalter-Sponsoren-Essen angesagt, zu dem ich eingeladen bin, es geht um den Wandertag der "Schweizer Familie" am Folgetag, morgen Samstag. Das Wetter spielt voll mit: Für den Samstag ist ein Wolken-Sonne-Gemisch angesagt. Also weder Hitzewellen noch Sintfluten, wie wir sie in den letzten Wochen und Tagen erlebten. Ich freue mich auf den Anlass, zu dem übrigens am Nachmittag ein Gratiskonzert der Sängerin Sina gehört.

Donnerstag, 31. August 2023

Das sumpfige Saignelégier

Saignelégier, das Alte Schulhaus. Es ist "der Jugend" (juventuti) zueeignet.

Nachdem ich kürzlich in Saignelégier war, schlug ich nach, was es mit dem Ortsnamen auf sich hat; mache ich routinemässig. Saignelégier sei die verballhornte Form von Sankt (Saint) Leodegar, hatte ich mal irgendwo gelesen. Nun, das stimmt nicht. Richtig ist: Der Ortsname kombiniert sagne, Sumpf, mit dem Eigennamen Légier; wer dieser Légier war, wissen wir nicht. Viel mehr ist dazu nicht zu sagen. Halt doch: Dasselbe sagne, das auf einen vorkeltischen, also uralten Ausdruck zurückgeht, steckt zum Beispiel auch in den Schweizer Ortsnamen La Sagne, Sagno und Massagno.

Mittwoch, 30. August 2023

Faulige Lenk

Mir mundete das Schwefelwasser von der
Lenk nicht wirklich. (Foto: Ronja)
Das Wasser des Brunnens neben der Talstation der Betelberg-Bahn im Tourismusort Lenk stinkt bös nach Schwefel. Historisch gesehen ist das freilich ein Segen. An der Lenk gibt es sechs Schwefelquellen, deren Wasser in der Vergangenheit Heilwirkung zugeschrieben wurde, es hiess, man könne mit ihm Rheuma, Hautkrankheiten, Husten heilen. Bereits 1689 erteilte die Obrigkeit im fernen Bern eine Badekonzession, fortan wärmte man an der Lenk das Schwefelwasser in Holztrögen. In der Belle Epoque bildete sich ein internationaler  Kurtourismus. Diese Zeit ist vorbei. Aber das, pardon, fülelige Wasser fliesst weiter reichlich.

Dienstag, 29. August 2023

Meine neuste Pflanze

Ich bin punkto Blumen und Pflanzen ziemlich unbedarft. Umso mehr freut es mich, immer wieder mal den Namen eines Gewächses zu erfahren, das am Weg in einer Wiese oder in einem Garten wächst. Und ihn zu memorieren. Auf der Wanderung von Wila über den Ensberg nach Dussnang lernte ich am Samstag den Hibiskus kennen. Ja, ja, lacht nur, ihr lieben Kennerinnen und Kenner, mir war nicht bekannt, wie der aussieht. K. zeigte ihn mir und benannte ihn. Zuhause las ich ein wenig nach und lernte, dass der Hibiskus zu den Malvengewächsen gehört. Und dass der schmackhafte kalte Karkadetee, den ich in Ägypten und in Syrien in so manchem Hotel als Willkommenstrunk bekommen hatte, Hibiskustee ist. Interessant. Wenn das so weitergeht, werde ich noch zum Botanikcrack. Schätzungweise in 200 Jahren ist es soweit, wenn ich mich im bisherigen Tempo weiterbilde.